Diplomarbeit, 2003
108 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Das Semantische Objektmodell
2.1 Die Architektur des SOM-Ansatzes
2.1.1 Der Unternehmensplan
2.1.2 Die Geschäftsprozessebene
2.1.3 Die Anwendungssystemebene
2.2 Das Vorgehensmodell des SOM-Ansatzes
2.3 Das Aufgabenkonzept im SOM-Ansatz
2.3.1 Die Innen- und Außensicht einer Aufgabe
2.3.2 Abgrenzungskriterien für Aufgaben
2.3.2.1 Abgrenzung hinsichtlich ihres Lösungsverfahrens
2.3.2.2 Abgrenzung hinsichtlich ihres Automatisierungsgrades
2.4 Erfordernisse zur Modellierung der SOM-Geschäftsprozessmodellebene
2.4.1 Anforderungen aus den Sichten des Metamodells
2.4.1.1 Metamodell Geschäftsprozessebene: Interaktionssicht
2.4.1.2 Metamodell Geschäftsprozessebene: Ablaufsicht
2.4.2 Anforderungen aus den Produktionsregeln
2.4.3 Die Ableitung der Ablauf- aus der Interaktionssicht
2.4.4 Erweiterte semantische Anforderungen
2.4.5 Die Definition von IAS-Zerlegungsstufen
2.5 Bewertung des SOM-Ansatzes
3 Microsoft Visio
3.1 Gründe für den Einsatz von Microsoft Visio
3.2 Die wichtigsten Elemente von Microsoft Visio
3.2.1 Visio Shapes
3.2.1.1 Techniken zur Erstellung komplexer Shapes
3.2.1.2 1-D und 2-D Shapes
3.2.2 Das Visio ShapeSheet und seine Struktur
3.2.2.1 Wichtige Abschnitte im ShapeSheet
3.2.2.2 Wichtige Funktionen innerhalb des ShapeSheets
3.2.3 Beispiel eines „SmartShapes“
3.2.4 Bewertung des ShapeSheets
3.3 Der Aufbau einer Visio-Lösung
3.4 Programmierung in Visio
3.4.1 Das Visio-Objektmodell
3.4.2 Die integrierte Entwicklungsumgebung VBA
3.4.2.1 Visual Basic for Applications
3.4.2.2 Zugriff auf Zellen des ShapeSheet mit VBA
3.4.2.3 Performanceorientierte VBA-Programmierung
3.4.3 Visio-Ereignisprogrammierung
3.4.4 Die Darstellung der Visio-Modelle im Web
3.4.5 Visio und Microsoft .Net
3.4.6 Visio Add-ons und Add-ins
4 Realisierung der SOM-Geschäftsprozessmodellebene mit Visio
4.1 Die Vorgehensweise beim Entwurf der Visio-Lösung
4.2 Auswahl und Gestaltung geeigneter Shapes
4.2.1 Stencils zur Bereitstellung der Elemente
4.2.2 Shapes zur Repräsentation der Elemente
4.2.2.1 Diskurswelt- und Umweltobjektshape
4.2.2.2 Leistungstransaktions- und Transaktionsshape
4.2.2.3 Optimierung des Verbindungsverhaltens zwischen Objekten und Transaktionen
4.2.2.4 Aufgabenshapes
4.2.2.5 Shapes zur Darstellung der Ereignisse
4.2.3 Die Typisierung der Metaobjekte
4.2.4 Das Anlegen von Notizen an Modellelemente
4.3 Die Umsetzung der Produktionsregeln
4.3.1 Die Funktionsweise der entworfenen Masken
4.3.2 Transaktionszerlegung
4.3.3 Objektzerlegung
4.3.4 Spezialisierung von Diskurswelt-, Umweltobjekten und Transaktionen
4.3.5 Sequentielle und parallele Zerlegung von Transaktionen
4.3.6 Realisierung der Mehrstufigkeit
4.4 Die Definition und Behandlung von IAS-Zerlegungsstufen
4.4.1 Bewertung der Darstellung von Beziehungen durch Hyperlinks
4.4.2 Herstellung einer Beziehung zwischen IAS-Zerlegungsstufen
4.4.3 Diskussion der Konsistenz einer IAS-Zerlegungsstufe
4.5 Der Einsatz von Ereignissen
4.5.1 Ereignisorientierte Konsistenzprüfung beim Löschen von Transaktionen
4.5.2 Ereignisorientierte Konsistenzsicherung zwischen IAS-Zerlegungsstufen beim Löschen eines Modellelements
4.5.3 Ereignisorientierung beim Hinzufügen von Modellelementen
4.5.4 Konsistenzverletzung zwischen IAS-Zerlegungsstufen durch Anwendung von Produktionsregeln
4.5.5 Ereignisorientierte Prüfung von Verbindungsereignissen
4.5.6 Ereignisorientierte Prüfung auf eindeutige Namen
4.6 Das Vorgangsereignisschema
4.6.1 Der Aufbau des VES
4.6.2 Automatisches Hinzufügen und Benennen von Transaktionsereignissen
4.6.3 Diskussion der Automatisierbarkeit der Ablaufsicht
4.6.4 Die Behandlung von Aufgaben und Zielen
4.6.5 Beschreibung der Automatisierung von Transaktionsereignissen
4.7 Programmierung eines Visio Add-ons in C#
4.8 Überlegungen zu den einzelnen Seiten der Visio-Lösung
4.9 Bewertung der Visio-Lösung hinsichtlich der erzielten Ergebnisse
4.9.1 Schwachstellen in der Visio-Lösung
4.9.2 Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Visio-Lösung
5 Ziele einer mikropolitischen Analyse des Qualitätsmanagements
5.1 Erreichung einer realistischeren Betrachtungsweise
5.2 Darstellung des Einsatzes von Macht als natürliches Mittel zur Durchsetzung von Interessen
5.3 Ziele bezüglich des Qualitätsmanagements
5.3.1 Die Analyse der Formalisierungsprozesse in einer Organisation durch das Qualitätsmanagement
5.3.2 Analyse der Beziehungen funktionaler Gruppen einer Organisation
5.3.3 Analyse der Kommunikation des Unternehmens mit seiner Umwelt beim Prozess der Zertifizierung
5.3.4 Analyse der Ziele des Managements bezüglich TQM
6 Kennzeichen von Total Quality Management
6.1 Die ISO 9000 Norm
6.2 Das Qualitätshandbuch zur Darlegung der ISO 9000 Norm
6.3 Die Qualitätstechnik FMEA
6.4 Die Zertifizierung
6.4.1 Ziele einer Zertifizierung
6.4.2 Der Ablauf einer Zertifizierung
7 Mikropolitik
7.1 Crozier/Friedberg als Auslöser einer mikropolitischen Wende
7.2 Die politische Perspektive
7.3 Macht in der mikropolitischen Perspektive
7.3.1 Die Beherrschung der Unsicherheitsquelle
7.3.2 Typen von Macht in Organisationen
7.4 Mikropolitik als Spiel
7.4.1 Die Spielmetapher
7.4.2 Routine- und Innovationsspiele
7.5 Strategien und Taktiken in Organisationen
7.5.1 Die strategische Orientierung des Akteurs
7.5.2 Offensive und defensive Strategie
7.5.3 Mikropolitische Taktiken
7.6 Die Beziehungen zur Umwelt
8 Mikropolitische Analyse des Total Quality Managements
8.1 Die Spielarena des TQM
8.1.1 Spiel-Kontext
8.1.2 Spieler
8.1.3 Spiel-Ziele
8.1.4 Spiel-Einsatz und Spiel-Gewinne
8.1.5 Spiel-Material und Spiel-Regeln
8.2 Strategien, Taktiken in der Arena des TQM
8.2.1 Spiel-Strategien
8.2.1.1 Formalisierungsprozesse durch die ISO 9000 Norm
8.2.1.2 Job-Enrichment und Job-Enlargement: High-Trust Strategien
8.2.2 Spiel-Taktiken
8.2.2.1 Das kontinuierliche Verbesserungsmanagement
8.2.2.2 Kommunikationstaktiken
8.2.2.2.1 Das Erlernen von Techniken des Qualitätsmanagements
8.2.2.2.2 Der Einsatz von Plänen durch TQM-Promotoren
8.2.2.2.3 Die Kommunikation der Qualitätsstrategie
8.2.2.3 Taktiken bei der Zertifizierung
8.2.2.4 Manipulation als Verhinderungstaktik
8.2.2.5 Taktiken zwischen Vorgesetzten und Unterstellten hinsichtlich der Bewertung der Arbeitsqualität
8.2.2.6 Taktiken zwischen Management, Qualitätssicherung und Marketing
8.3 Aspekte einer empirischen Überprüfung
9 Zusammenführung und Anwendung der Ergebnisse hinsichtlich des Qualitätsmanagements
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, ein Werkzeug zur methodischen Modellierung von Geschäftsprozessen im Rahmen des "Semantischen Objektmodells" (SOM) mittels Microsoft Visio zu entwickeln und dieses Werkzeug anschließend im Kontext einer mikropolitischen Analyse von Qualitätsmanagement-Prozessen zu validieren.
Die Beherrschung der Unsicherheitsquelle
In Machtbeziehungen wird nicht die Stärke der einzelnen Akteure ausgetauscht, sondern deren Handlungsmöglichkeiten (vgl.[CrFr79,41] und [Frbe88,42]). Die Macht eines sozialen Akteurs kann deshalb als Funktion der Größe seiner Ungewissheitsquellen bezeichnet werden. Diese Funktion muss relevant sein, in Bezug auf das zu behandelnde Problem und hinsichtlich der Interessen der beteiligten Parteien (vgl.[CrFr79,43]). Weil jemand gegenüber anderen eine Machtquelle besitzen und verteidigen möchte, muss er zumindest teilweise ihre Erwartungen erfüllen. Dann werden die Erwartungen seiner Gegenspieler für ihn zum Zwang und er kann nicht umhin, auf diese zu antworten, d.h. sie (wenn auch nur teilweise) zu erfüllen. Seine Macht drückt sich also nicht darin aus, dass er diese dazu bewegen kann, auf die Erwartungen seiner Gegenspieler einzugehen, sondern darin, dass er diese dazu motivieren kann, trotz der schlechten und mangelhaften Erfüllung ihrer Erwartungen, ihre Beziehung zu ihm nicht abzubrechen, sondern fortzusetzen.
In anderen Worten, sein Handlungsspielraum wird eingeengt und seine Machtbeziehungen mit seinen Gegenspielern werden durch implizite ‚Spielregeln’ strukturiert, die definieren, bis wie weit er gehen kann und wie viel schlechte Erwartungserfüllung er sich ‚leisten’ kann, ohne die Beziehung selbst in Gefahr zu bringen [Frbe88,44]. Er ist deshalb gezwungen, seine Willkür einzuschränken und seine Verhandlungen mit den anderen zu strukturieren, mit dem Ziel, die Beziehungen zu anderen Akteuren gerade so aufrechtzuerhalten, damit jenen die Möglichkeit zum Weiterspielen bewahrt bleibt.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema ein, stellt die Zielsetzung dar und erläutert die methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung von Geschäftsprozessen und TQM.
2 Das Semantische Objektmodell: Es werden die theoretischen Grundlagen des SOM-Ansatzes sowie dessen Anforderungsmodellierung beschrieben.
3 Microsoft Visio: Dieses Kapitel stellt das Programm Visio als Werkzeugplattform vor und erläutert die technischen Möglichkeiten zur Lösungsimplementierung durch ShapeSheets und VBA.
4 Realisierung der SOM-Geschäftsprozessmodellebene mit Visio: Hier wird der praktische Realisierungsprozess der Visio-Lösung beschrieben, inklusive der Gestaltung von Shapes und der automatisierten Unterstützung der SOM-Produktionsregeln.
5 Ziele einer mikropolitischen Analyse des Qualitätsmanagements: Das Kapitel begründet die Notwendigkeit einer mikropolitischen Perspektive auf das Qualitätsmanagement zur Erreichung einer realistischeren Sichtweise.
6 Kennzeichen von Total Quality Management: Die Kerngedanken und Merkmale des TQM sowie relevante Werkzeuge wie die FMEA werden erläutert.
7 Mikropolitik: Es werden die begrifflichen Grundlagen des mikropolitischen Ansatzes nach Crozier/Friedberg eingeführt, insbesondere Machtverhältnisse und das Spielparadigma.
8 Mikropolitische Analyse des Total Quality Managements: Das Kapitel führt die mikropolitische Analyse durch und beleuchtet Machtdynamiken, Strategien und Taktiken im Kontext von TQM.
9 Zusammenführung und Anwendung der Ergebnisse hinsichtlich des Qualitätsmanagements: Die Ergebnisse aus der technischen Modellierung und der soziologischen Analyse werden zusammengeführt und auf ihren Nutzen für die Unternehmensorganisation bewertet.
Semantisches Objektmodell, SOM, Microsoft Visio, Geschäftsprozessmodellierung, VBA, Total Quality Management, TQM, Mikropolitik, Macht, Organisation, Unsicherheitsquelle, Spielarena, ISO 9000, FMEA, Prozessorientierung.
Die Arbeit verknüpft technische Geschäftsprozessmodellierung (SOM) mit organisationssoziologischen Ansätzen (Mikropolitik), um Prozesse und Probleme innerhalb des Qualitätsmanagements besser zu verstehen und handhabbar zu machen.
Die zentralen Themen umfassen die Informatik-gestützte Modellierung von Geschäftsprozessen, die Anwendung des SOM-Ansatzes, die Programmierung in Microsoft Visio sowie die Anwendung mikropolitischer Macht- und Spieltheorien auf das Qualitätsmanagement.
Das Ziel ist einerseits die Entwicklung eines Modellierungswerkzeugs für Geschäftsprozesse und andererseits die Untersuchung der Frage, wie ein mikropolitischer Ansatz dazu beitragen kann, Paradoxien und Widerstände in Qualitätsmanagement-Prozessen (TQM) zu erklären.
Methodisch stützt sich die Arbeit auf den SOM-Modellierungsansatz sowie den mikropolitischen Ansatz der Organisationssoziologie (nach Crozier/Friedberg). Technisch wird durch iterative Entwicklung einer Visio-Lösung (VBA, ShapeSheets) gearbeitet.
Der Hauptteil gliedert sich in die technische Implementierung der SOM-Modellebene in Visio und die anschließende soziologische Analyse des TQM als "Nullfehler-Spiel", inklusive Strategien und Taktiken der Beteiligten.
Wichtige Begriffe sind Semantisches Objektmodell (SOM), Microsoft Visio, Total Quality Management (TQM), Mikropolitik, Prozessmodellierung, Macht und Organisation.
VBA wird genutzt, um die SOM-Produktionsregeln zu automatisieren, Konsistenzprüfungen während des Modellierens durchzuführen und die Benutzerführung durch Masken zu realisieren.
Das Konzept der "Spielarena" erlaubt es, TQM nicht als rein objektiven, sachlichen Prozess zu sehen, sondern als Arena, in der verschiedene Akteure ihre individuellen Interessen, Machtansprüche und Taktiken (z.B. bei Zertifizierungen) verfolgen.
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