Diplomarbeit, 2012
159 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Begriffsklärung von Coaching
2.1.1 Definition von Coaching.
2.1.2 Abgrenzung von anderen Interventionsformen.
2.2 Aktueller Stand der Forschung
2.2.1 Ergebnisse der Wirksamkeitsforschung.
2.2.2 Das Strukturmodell der Wirkungen beim ergebnisorientierten Einzelcoaching von Greif (2008).
2.2.3 Das systemische Wirkmodell von Offermanns (2004).
2.2.4 Die vier Berner Wirkfaktoren nach Grawe (2000).
2.2.5 Der Zusammenhang zwischen Wirkfaktoren und Auswirkungen im Coaching.
2.2.6 Veränderungsforschung in der Psychotherapie.
2.2.7 Qualitative Untersuchungen zu Wirkfaktoren und Auswirkungen von Coaching.
2.3 Zielsetzung der Diplomarbeit
3 Methode
3.1 Paradigma qualitativer Forschung
3.2 Vorannahmen der Forscherin
3.3 Untersuchungsdesign
3.4 Setting und Durchführung der Untersuchung
3.4.1 Datenerhebung.
3.4.2 Stichprobe.
3.5 Erhebungsmethode
3.5.1 Das fokussierte Interview nach Merton und Kendall (1946).
3.5.2 Beschreibung des Interviewleitfadens.
3.6 Aufbereitung und Auswertung der Daten
3.6.1 Transkription der Interviews.
3.6.2 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (2003).
3.6.3 Gütekriterien qualitativer Forschung.
3.6.4 Ethische Aspekte.
4 Ergebnisse
4.1 Zusammenfassung der Coachings
4.2 Analyse der veränderungsrelevanten Ereignisse
4.3 Ziele und deren Veränderung im Coachingprozess
4.3.1 Ziele der Coachs.
4.3.2 Ziele der Klienten.
4.3.3 Vergleich der Ziele.
4.4 Erfolgsfaktoren der Coachings
4.4.1 Erfolgsfaktoren der Coachings aus der Sicht der Coachs.
4.4.2 Erfolgsfaktoren der Coachings aus der Sicht der Klienten.
4.4.3 Erfolgsfaktoren der Coachings – Vergleich der Sichtweisen.
4.5 Auswirkungen der Coachings
4.5.1 Auswirkungen der Coachings aus der Sicht der Coachs.
4.5.2 Auswirkungen der Coachings aus der Sicht der Klienten.
4.5.3 Auswirkungen der Coachings – Vergleich der Sichtweisen.
5 Diskussion
5.1 Interpretation und Diskussion der qualitativen Ergebnisse
5.1.1 Veränderungsrelevante Ereignisse.
5.1.2 Ziele von Coachs und Klienten.
5.1.3 Erfolgsfaktoren der Coachings.
5.1.4 Auswirkungen der Coachings.
5.2 Kritische Methodenbewertung
5.3 Praktische Relevanz und Implikationen
5.4 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht in einer explorativen, längsschnittlichen qualitativen Pilotstudie die Wahrnehmungen von Coachs und Klienten hinsichtlich veränderungsrelevanter Ereignisse im Coachingprozess. Das Ziel ist es, durch einen direkten Vergleich die Ziele, Erfolgsfaktoren und Auswirkungen dieser Ereignisse herauszuarbeiten und die Übertragbarkeit von Konzepten aus der Psychotherapieforschung auf den Coachingkontext zu evaluieren.
2.2.6 Veränderungsforschung in der Psychotherapie.
In der Psychotherapieforschung wie in der Coachingforschung wird in quantitativen Designs, die die Prozesse und Auswirkungen ganzer Therapien bzw. Coachings untersuchen, die Annahme eines homogenen Prozesses zugrunde gelegt. Da in der Therapieforschung jedoch zum Teil konträre Befunde über Wirkungsweisen von Interventionen vorliegen, entwickelte sich seit den 1980er Jahren zunehmend ein Paradigma, das die zugrundeliegenden Prozesse auf einer größeren Detailebene, nämlich der Ebene einzelner Sitzungsabschnitte untersuchte (Rice & Greenberg, 1984). Da sich zusätzlich herausstellte, dass es keinen psychotherapeutischen Ansatz gab, der den anderen signifikant in seiner Wirksamkeit überlegen war, fokussierten die Forscher deshalb auf die Ereignisse innerhalb der unterschiedlichen Therapieschulen und Sitzungen, die sich für die Patienten als besonders hilfreich herausstellten.
Für die Erkundung dieser als significant change events bezeichneten Sitzungsabschnitte stellte Elliott (1984) eine explorative, entdeckende Herangehensweise vor. Dieses als „discovery-oriented approach to significant change events“ (S. 249) beschriebene Vorgehen basiert auf vier grundlegenden Annahmen (S. 250-252):
1. “An important place to begin research on psychotherapeutic processes is with the experiences and perceptions of the participating clients and therapists.”
Bei diesem phänomenologischen Ansatz gelten die beteiligten Personen als Experten. Wenn auch davon auszugehen ist, dass unterbewusst und vorbewusst ablaufende Prozesse nicht wahrgenommen werden, sind ihre Sichtweisen entscheidend, da eine Einschätzung der subjektiven Zufriedenheit beispielsweise auf den Erfahrungen während der Coachings basiert. Dieser Ansatz kann später ergänzt werden durch Beobachter-Ratings.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz von Coaching als Personalentwicklungsinstrument ein und begründet die Notwendigkeit explorativer Forschung zur Wirksamkeit und Prozessgestaltung.
2 Theoretischer Hintergrund: Es wird ein Überblick über Coaching-Definitionen, den Stand der Forschung sowie gängige Wirkmodelle aus der Psychotherapie- und Coachingforschung gegeben.
3 Methode: Dieses Kapitel erläutert das explorative, qualitative Forschungsdesign, die Datenerhebung mittels Interpersonal Process Recall und die Auswertung durch die Qualitative Inhaltsanalyse.
4 Ergebnisse: Die Untersuchung präsentiert die empirischen Befunde zu Zielen, Erfolgsfaktoren und Auswirkungen, jeweils getrennt für Coachs und Klienten, und vergleicht diese miteinander.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, kritisch gewürdigt, in den theoretischen Kontext eingeordnet und Implikationen für die praktische Coaching-Anwendung diskutiert.
Coaching, veränderungsrelevante Ereignisse, Wirkfaktoren, qualitative Forschung, Interpersonal Process Recall, Coachingprozess, Selbstreflexion, Ergebnisqualität, Prozessqualität, Psychotherapieforschung, Klienten, Coachs, Zielerreichung, Evaluation, qualitative Inhaltsanalyse.
Die Arbeit untersucht veränderungsrelevante Ereignisse während des Coachingprozesses aus der subjektiven Perspektive von Coachs und Klienten.
Zentrale Themen sind die im Verlauf des Coachings verfolgten Ziele, die als erfolgreich wahrgenommenen Faktoren (Erfolgsfaktoren) sowie die erzielten Auswirkungen auf kognitiver, emotionaler und beruflicher Ebene.
Das Ziel ist ein Abgleich der Wahrnehmungen von Coach und Klient zu identifizieren, um zu verstehen, welche Momente in einem Coachingprozess als besonders veränderungsrelevant empfunden werden und warum.
Es wurde ein qualitatives, längsschnittliches Design gewählt. Die Datenerhebung erfolgte über das fokussierte Interview nach Merton und Kendall unter Anwendung des Interpersonal Process Recall (IPR), die Auswertung mittels Qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung bestehender Wirkmodelle sowie die Darstellung und den systematischen Vergleich der qualitativen Analyseergebnisse aus den Interviews.
Die Arbeit fokussiert auf Coaching, veränderungsrelevante Ereignisse, Erfolgsfaktoren, qualitative Forschungsmethoden und Prozessanalysen.
Nach Offermanns (2004) ist die Selbstreflexion das Zentrum des Coachingprozesses und die grundlegende Voraussetzung für Lernprozesse, da sie es dem Klienten ermöglicht, vergangene Sichtweisen zu hinterfragen und neue Handlungsoptionen zu entwickeln.
Der Rashomon-Effekt beschreibt die Tatsache, dass Beteiligte (Coach und Klient) stark voneinander abweichende Schwerpunkte in der Erinnerung, Auswahl und Interpretation von Ereignissen haben, was auch diese Studie in Bezug auf veränderungsrelevante Ereignisse untersucht.
Der IPR dient als Form des "stimulated recall", um Gedächtniseffekte zu minimieren und es den Teilnehmern zu ermöglichen, ihre subjektiven Erfahrungen und Gedanken zu spezifischen, bedeutsamen Sitzungsabschnitten detailliert zu rekapitulieren.
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