Bachelorarbeit, 2012
79 Seiten, Note: 1.0
1 Einleitung
2 Das Virus der Infektiösen Bronchitis
2.1 Taxonomische Einordnung
2.2 Morphologie des Virus der Infektiösen Bronchitis und der Strukturproteine
2.3 Genom des Virus der Infektiösen Bronchitis
2.4 Replikation des Virus der Infektiösen Bronchitis
2.5 Tenazität des Virus der Infektiösen Bronchitis
2.6 Serotypen des Virus der Infektiösen Bronchitis (Virusvarianten)
3 Die Infektiöse Bronchitis als Erkrankung beim Haushuhn (Gallus gallus)
3.1 Vorkommen und Bedeutung
3.2 Epidemiologie und Klinik
3.2.1 Klinische Erscheinungsformen
3.2.1.1 Respiratorische Form der Infektiösen Bronchitis
3.2.1.2 Nephritis-Nephrose-Form der Infektiösen Bronchitis
3.2.1.3 Der enterotrope IBV-Stamm Marokko G
3.3 Wirtschaftliche Bedeutung
4 Diagnose der Infektiösen Bronchitis
4.1 Methoden zur Virusanzüchtung
4.1.1 Virusanzüchtung im embryonierten SPF-Hühnerei
4.1.2 Virusanzüchtung in Gewebekulturen am Beispiel der Trachealringkultur (TRK)
4.2 Methoden zum Antigen- und/ oder Antikörpernachweis
4.2.1 Agargelpräzipitation (AGP)
4.2.2 Virusneutralisationstest (VNT)
4.2.3 Hämagglutinationshemmtest (HAH)
4.2.4 Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA)
4.3 Methoden zum Genomnachweis
4.3.1 Polymerasekettenreaktion (PCR)
4.3.2 Reverse Transkriptase Polymerasekettenreaktion (RT-PCR)
4.3.3 Realtime-PCR
5 Differentialdiagnosen
5.1 Newcastle-Krankheit (ND)
5.2 Infektiöse Laryngotracheitis (ILT)
5.3 Egg-Drop-Syndrome (EDS)
5.4 Ansteckender Hühnerschnupfen
5.5 Chronische Erkrankung der Atemwege (CRD)
6 Schutzmaßnahmen und Bekämpfung der Infektiösen Bronchitis
6.1 Impfstoffe
6.1.1 Attenuierte Lebendimpfstoffe
6.1.2 Inaktivimpfstoffe
6.1.3 Rechtsgrundlagen
7 Zusammenfassung
Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen umfassenden wissenschaftlichen Überblick über das Virus der Infektiösen Bronchitis (IBV) beim Haushuhn (Gallus gallus) zu geben, wobei insbesondere die Biologie des Erregers, die klinische Symptomatik, moderne Diagnostikverfahren und die Strategien zur Bekämpfung sowie Schutzimpfung beleuchtet werden.
2.2 Morphologie des Virus der Infektiösen Bronchitis und der Strukturproteine
Bei dem IBV handelt es sich um ein Coronavirus Gruppe 3 von kugelförmiger bis pleomorpher Gestalt mit einem Durchmesser zwischen 60-120 nm (DAVIES und MACNAUGHTON, 1979). Damit gehört es zu den größten RNA-Viren.
Die IB-Viren bestehen aus einer doppelten, lipidhaltigen Membran (BECKER et al., 1967), deren innere Membran 7-8 nm und deren äußere Membran 9-17 nm breit ist (BECKER et al., 1967; HAFEZ und WOERLE, 1992), aus der ca. 20 nm große und an den freien Enden 10 nm breite, keulenförmige Glykoproteine, sog. Spikes, herausragen (HAFEZ und WOERNLE, 1992). Diese setzen sich aus den zwei Untereinheiten S1 und S2 zusammen (KING und CAVANAGH, 1991) und sind für die Infektiösität des Virus und seine Replikation von besonderer Bedeutung (s. 2.4). Die vier Strukturproteine stellen sich als Spikeprotein (S-Protein), Hüllprotein (E-Protein), Membranprotein (M-Protein) und Nuleokapsidprotein (N-Protein) dar. Letzteres bildet im Inneren des IBV mit dem viralen RNA-Genom den helikal angeordneten Ribonukleoproteinkomplex (LAI und CAVANGH, 1997; MODROW et al., 2010). Diese Helix weist einen Durchmesser von 10-20 nm auf (MODROW et al., 2010) (Abb. 3).
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die weltweite Verbreitung und hohe Kontagiosität der Infektiösen Bronchitis ein und benennt die wirtschaftlichen Folgen der Erkrankung sowie die Notwendigkeit moderner Bekämpfungsstrategien.
2 Das Virus der Infektiösen Bronchitis: Dieses Kapitel erläutert die taxonomische Einordnung, den komplexen Genomaufbau, die Replikation und die physikalisch-chemische Tenazität des Virus sowie die Problematik verschiedener Serotypen.
3 Die Infektiöse Bronchitis als Erkrankung beim Haushuhn (Gallus gallus): Hier werden die historischen Hintergründe, die Epidemiologie, klinische Erscheinungsformen (respiratorisch, nephropathogen, enterotrop) und die wirtschaftliche Relevanz der Krankheit detailliert beschrieben.
4 Diagnose der Infektiösen Bronchitis: Das Kapitel bietet einen Überblick über klassische virologische Anzuchtmethoden, serologische Nachweise für Antigen und Antikörper sowie moderne molekularbiologische Genomnachweisverfahren.
5 Differentialdiagnosen: Es erfolgt eine Abgrenzung der IB gegenüber ähnlichen Krankheitsbildern wie Newcastle-Krankheit, Infektiöse Laryngotracheitis, Egg-Drop-Syndrome, Hühnerschnupfen und CRD.
6 Schutzmaßnahmen und Bekämpfung der Infektiösen Bronchitis: Dieses Kapitel behandelt die strategische Impfprophylaxe mittels attenuierter Lebendimpfstoffe und Inaktivimpfstoffe unter Berücksichtigung gesetzlicher Rahmenbedingungen.
Infektiöse Bronchitis, IBV, Haushuhn, Gallus gallus, Coronaviridae, Serotypen, Epidemiologie, Virusnachweis, PCR, Impfstoffe, Immunprophylaxe, Respiratorische Form, Nephropathogenität, Wirtschaftliche Verluste, Geflügelproduktion
Die Arbeit befasst sich mit dem Virus der Infektiösen Bronchitis (IBV), einer hoch kontagiösen Virusinfektion bei Haushühnern, die weltweit erhebliche wirtschaftliche Schäden in der Geflügelproduktion verursacht.
Die Schwerpunkte liegen auf der Biologie des Virus, dem Krankheitsgeschehen, den diagnostischen Verfahren zur Identifizierung sowie den verschiedenen Impfstrategien zur Bekämpfung der Infektion.
Das Ziel ist es, einen allgemeinen Überblick über das IBV zu geben, um ein besseres Verständnis für das Krankheitsbild, die Diagnostik und die notwendigen Schutzmaßnahmen zu vermitteln.
Es werden sowohl klassische Methoden wie die Virusanzüchtung in Hühnereiern oder Zellkulturen als auch serologische Tests (ELISA, VNT, AGP) und moderne molekularbiologische Methoden wie die PCR und Realtime-PCR detailliert erläutert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Virusbiologie, Klinik und Epidemiologie, Diagnoseverfahren, Differentialdiagnosen zu anderen Atemwegserkrankungen sowie ausführliche Schutz- und Impfmaßnahmen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen neben der Infektiösen Bronchitis und dem Haushuhn auch Begriffe wie Virustypen, Diagnostik, PCR, Impfstoffe und die wirtschaftliche Bedeutung in der Geflügelhaltung.
Bei dieser speziellen Form stehen nicht respiratorische Symptome im Vordergrund, sondern das Krankheitsbild einer interstitiellen Nephritis, die durch nephropathogene Virusstämme ausgelöst wird und häufig mit hohen Mortalitätsraten einhergeht.
Aufgrund der hohen genetischen Variabilität und der Entstehung neuer Varianten durch Mutation oder Rekombination ist die immunologische Abgrenzung komplex, was die Auswahl der passenden Impfstoffe erschwert.
Die Trachealringkultur entspricht dem natürlichen Angriffsort der meisten IBV-Stämme, wodurch eine vorherige zeitraubende Virusadaption an die Zellen entfällt.
Inaktivimpfstoffe stimulieren im Gegensatz zu Lebendimpfstoffen primär die humorale Antikörperbildung und nicht die lokale Immunabwehr, weshalb sie zur effizienten Applikation intramuskulär oder subkutan verabreicht werden müssen.
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