Bachelorarbeit, 2012
56 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Begriffsexplikation „Bilderbuch“
2 Worauf kommt es an?
2.1 Bilderbuchbetrachtung und Vorlesen als besondere Dialogform
2.2 Bilderbuchbetrachtung und Vorlesen als Basis für eine tragfähige Beziehung
3 Entwicklungspsychologische Forschungsperspektiven zur Bedeutung von Bildern
4 Bilderbucharten
4.1 Bilderbuchgattungen
4.2 Bildgestaltung
4.3 Text-Bild-Verknüpfungen
4.4 Allererste Bilderbücher
4.5 Nachfolgende Bilderbücher
4.6 Ein Zwischenfazit
5 Spracherwerbstheorien
5.1 Lerntheoretische Konzeptionen
5.2 Nativistische Konzeptionen
5.3 Kognitivistische Konzeptionen
5.4 Interaktionistische Konzeptionen
5.5 Ein Zwischenfazit
6 Die Bedeutung des Bilderbuches für die kindliche Sprachentwicklung
6.1 Dimensionen der kindlichen Sprachentwicklung
6.1.1 Phonologische Entwicklung
6.1.2 Grammatisch-syntaktische Entwicklung
6.1.3 Wortschatzentwicklung
6.1.4 Entwicklung konversationeller und diskursiver Fähigkeiten
6.1.5 Phraseologieerwerb
6.1.6 Ein Zwischenfazit
6.2 Wie trägt das Bilderbuch zur sprachlichen Entwicklung bei?
6.2.1 Phonologische Bewusstheit
6.2.2 Wortschatz und Grammatik
6.2.3 Entwicklung des Bewusstseins über Sprachstil und Textsorten
6.2.4 Konversationelle und diskursive Fähigkeiten
6.2.5 Phraseologieerwerb
6.2.6 Ein Zwischenfazit
7 Analyse des Bilderbuches von Anne Heseler „Der dicke fette Pfannkuchen“
7.1 Methodische Vorgehensweise und Zielsetzung
7.2 Analyse des Bilderbuches
7.3 Didaktische Handhabung
7.4 Fazit
8 Schlussbetrachtung und Ausblick
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, die Bedeutung des Bilderbuches als Instrument der Sprachförderung und Sprachentwicklung im frühen Kindesalter wissenschaftlich zu untersuchen, wobei der Fokus auf dem interaktiven Potenzial der Bilderbuchbetrachtung und des Vorlesens liegt.
6.2.4 Konversationelle und diskursive Fähigkeiten
Gemeinsame Bilderbuchbetrachtung und dialogisches Vorlesen fördern konversationelle und diskursive Fähigkeiten. Das Kind kann eine Sprache nur dann erlernen, wenn es von klein auf Möglichkeiten zur Kommunikation hat (vgl. Meibauer 2008: 163). Grice (1989: 22ff.) stellte vier Grundprinzipien der Konversation auf, deren Einhaltung ein gelungenes Gespräch ausmacht. Dazu gehört unter anderem die sogenannte Quantitätsmaxime, die besagt, dass man informativ sein muss, d.h. nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig sagen soll. Entscheidend ist dabei das Einbeziehen des gemeinsamen Wissenshintergrundes. Das Bild im Bilderbuch stellt eine gemeinsame Redebasis zur Verfügung, auch wenn das Kind und die vorlesende Person es unterschiedlich wahrnehmen und unterschiedliches Weltwissen einbringen. Ein Kind, das noch nicht die Sprachmittel hat, den gemeinsamen Redehintergrund herzustellen, greift deswegen so begeistert nach einem Bilderbuch, das diesen Hintergrund schafft (vgl. Rau 2007: 180).
In den ersten kleinen Dialogen, die sich beim gemeinsamen Bilderbuchbetrachten bzw. -vorlesen entwickeln, erfährt das Kind von Anfang an Grundregeln der Konversation und lernt bereits auf der frühen Stufe der Sprachentwicklung, was ein gelungenes Gespräch ausmacht. Dadurch erwirbt es die Grundlagen der kommunikativen Kompetenz (vgl. Rau 2007: 38). Das Kind macht sich mit der Konversationsstruktur vertraut und erwirbt erste Erfahrungen mit den Regeln des Sprecherwechsels. So lernt es, dass solche prosodischen Mittel wie steigende oder fallende Intonation, Lautstärke, Klangfarbe, Sprechtempo und -pausen sowie Dehnung von Silben für die Turnusübernahme wichtig sind, und macht erste Versuche, diese intentional einzusetzen.
Beim Bilderbuchbetrachten spricht die vorlesende Person das Kind nicht direkt an, sondern beide – Kind und seine Bezugsperson – richten ihre Aufmerksamkeit auf das Buch als dritte Komponente. Dadurch wird die Dominanz der vorlesenden Person eingedämmt.
Einleitung: Einführung in die historische und pädagogische Bedeutung des Bilderbuches und Darlegung der Zielsetzung sowie der Hauptthesen der Arbeit.
1 Begriffsexplikation „Bilderbuch“: Definition des Bilderbuches als narratives Medium und Beschreibung seiner Relevanz für Kinder mit geringer Lesefähigkeit.
2 Worauf kommt es an?: Untersuchung der dialogischen Form des Vorlesens und deren zentrale Bedeutung für die emotionale Bindung zwischen Kind und Bezugsperson.
3 Entwicklungspsychologische Forschungsperspektiven zur Bedeutung von Bildern: Erörterung der frühen Fähigkeit von Kindern, Bilder als Symbole und Repräsentationen zu verstehen.
4 Bilderbucharten: Differenzierung verschiedener Kategorien und Stile von Bilderbüchern sowie deren spezifische Eignung zur Sprachförderung.
5 Spracherwerbstheorien: Überblick über lerntheoretische, nativistische, kognitivistische und interaktionistische Erklärungsmodelle des Spracherwerbs.
6 Die Bedeutung des Bilderbuches für die kindliche Sprachentwicklung: Detaillierte Analyse, wie Bilderbücher verschiedene Dimensionen wie Phonologie, Wortschatz, Grammatik und Diskursfähigkeit unterstützen.
7 Analyse des Bilderbuches von Anne Heseler „Der dicke fette Pfannkuchen“: Qualitative Analyse eines spezifischen Werkes zur Überprüfung der theoretischen Erkenntnisse in der Praxis.
8 Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit zur Relevanz des Bilderbuches für die frühkindliche Bildung.
Bilderbuch, Sprachentwicklung, Spracherwerb, Frühkindliche Bildung, Dialogisches Vorlesen, Literaturerziehung, Literacy, Wortschatz, Grammatik, Phraseologie, Bild-Text-Verknüpfung, Märchen, Sprachförderung, Kommunikation, Narrative Kompetenz.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung des Bilderbuches als narratives Medium für die Sprachentwicklung und -förderung bei Kindern im frühen Kindesalter.
Die Arbeit behandelt die entwicklungspsychologischen Grundlagen des Bildverständnisses, verschiedene Spracherwerbstheorien, Arten von Bilderbüchern, die Dimensionen der kindlichen Sprachentwicklung sowie deren Förderung durch das gemeinsame Vorlesen.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Bilderbücher durch interaktive Kommunikationssituationen zwischen Kind und Vorlesendem die sprachliche Entwicklung (Wortschatz, Grammatik, Diskursfähigkeit) effektiv unterstützen können.
Es handelt sich um eine qualitative, kriterienorientierte Analyse auf Basis theoretischer Grundlagen, ergänzt durch eine Fallbetrachtung des Bilderbuches „Der dicke fette Pfannkuchen“ von Anne Heseler.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Auseinandersetzung mit Spracherwerbstheorien, die detaillierte Beschreibung der Dimensionen kindlicher Sprachentwicklung und die praktische Analyse der Fördermöglichkeiten durch spezifische Bilderbuchmerkmale.
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern gehören Bilderbuch, Spracherwerb, Sprachförderung, Literacy-Erziehung, dialogisches Vorlesen und narrative Kompetenz.
Der interaktionistische Ansatz wird als besonders relevant erachtet, da er betont, dass Sprache durch den Austausch mit der sozialen Umwelt erworben wird, was das gemeinsame Bilderbuchvorlesen als ideales Lernumfeld bestätigt.
Die Arbeit identifiziert den Phraseologieerwerb als komplexen Bereich, bei dem Bilderbücher durch ihre kontextuellen Einbettungsmöglichkeiten (wie Wiederholungen und bildliche Veranschaulichung) dem Kind helfen, feste Wortverbindungen zu erschließen.
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