Magisterarbeit, 2003
80 Seiten, Note: 1,3
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
0. On what this is
1. Ontologie
1.1. Carnaps Metaphysikkritik
1.2. Quines ontologische Verpflichtungen
1.3. Strawsons Unterscheidung in deskriptive und revisionäre Metaphysik
1.4. Materielle oder physikalische Objekte
2. Die Ontotheorie dreidimensionaler Objekte
2.1. Diachrone Identität dreidimensionaler Dinge
2.2. Kritik des Dreidimensionalismus
3. Die Ontotheorie vierdimensionaler Objekte
3.1. Analogie von Raum und Zeit
3.2. Kritik des Vierdimensionalismus
3.2.1. Kritik der Raum-Zeit Analogie
3.2.2. Kritik der Objekt- und Gegenstandsauffassung
3.3. Vor- und Nachteile einer Theorie vierdimensionaler Objekte
4. Mereologie
4.1. Von den Teilen zum Ganzen
4.1.1. Mereologischer Nihilismus
4.1.2. Mereologischer Universalismus
4.1.3. Inwagens Kriterien der Zusammensetzung
4.1.3.1 Exkurs: Inwagens material beings
4.1.4. Zwischenbilanz
4.2. Komplexe Gegenstände
4.2.1. Chisholms mereologischer Essentialismus
4.2.2. Konstituenten und Struktur komplexer Gegenstände
4.2.3. Eigenschaften komplexer Gegenstände
4.3. Diachrone Identität und Veränderung komplexer Gegenstände
4.4. Vom Ganzen zu den Teilen
4.5. Resümee
5. Ein ontotheoretisches Zwei-Ebenen-Modell
5.1. Veränderung und die Theorie der relevanten Teile
5.2. Konstante Teile und veränderliche Ganze
5.3. Die Vierdimensionalität komplexer Gegenstände
5.4. Vierdimensionale Gegenstandsauffassungen
5.5. Ontologische Abhängigkeit
5.6. Eigenschaften des ontotheoretischen Zwei-Ebenen-Modells
6. On what this was
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die konkurrierenden ontologischen Beschreibungen von Gegenständen als dreidimensionale versus vierdimensionale Entitäten zu analysieren und zu bewerten. Dabei wird untersucht, wie das Verhältnis zwischen Ganzen und Teilen (Mereologie) zur Lösung des Problems diachroner Identität und Veränderung beitragen kann, um schließlich ein ontotheoretisches Zwei-Ebenen-Modell vorzuschlagen, das die Vorzüge beider Ansätze vereint.
0. On what this is
Jede dieser Fragen fragt auf ihre Weise nach dem Sein. Die Ontologie als Lehre vom Sein hat in allen ihren Ausprägungen stets versucht, obige Fragen zu beantworten, indem sie jeweils einen Katalog von seienden Entitäten verschiedener Art aufgestellt hat. Ein Blick auf die Vielfalt dieser Versuche macht offensichtlich, dass sich das Sein, oder das, was ist, nicht an sich zeigt, sondern sich uns Philosophen immer nur als Für–uns bemerkbar macht. Das Seiende insgesamt zeigt sich und verhält sich zu uns also nicht in einer Weise, die nur eine Möglichkeit des Aufgebautseins des Seins denkbar erscheinen ließe. Im Gegenteil, es ist vielmehr so, dass sich das Für–uns des Seienden unterschiedlich bezüglich seiner Struktur interpretieren lässt.
Allein daraus, dass zwei Beschreibungen dessen, was ist, verschieden sind, folgt allein nicht, dass eine der beiden Beschreibungen unzutreffend sein muss. Möglich ist, dass zwei Beschreibungen des Seienden lediglich unterschiedliche Perspektiven auf das, was ist, haben, ohne sich jedoch zu widersprechen. Denkbar ist weiterhin, dass zwei Beschreibungen des Seienden, die sich offensichtlich gegeneinander abgrenzen und somit unvereinbar scheinen, sich unter der Annahme, dass sie jeweils eine verschiedene Perspektive auf das, was ist, einnehmen, kombinieren lassen.
0. On what this is: Einleitung in die ontologische Fragestellung und Erläuterung der Perspektivität von Beschreibungen des Seins.
1. Ontologie: Klärung der Grundbegriffe der Ontologie und Einordnung der Arbeit im Kontext von Carnap, Quine und Strawson.
2. Die Ontotheorie dreidimensionaler Objekte: Vorstellung und Kritik des Dreidimensionalismus sowie der Probleme der diachronen Identität.
3. Die Ontotheorie vierdimensionaler Objekte: Analyse der vierdimensionalen Auffassung, der Analogie von Raum und Zeit sowie deren Kritik.
4. Mereologie: Eingehende Betrachtung des Verhältnisses von Ganzen und Teilen sowie der Identitätsbedingungen komplexer Gegenstände.
5. Ein ontotheoretisches Zwei-Ebenen-Modell: Entwicklung des Modells zur Vermittlung zwischen drei- und vierdimensionalistischen Ansätzen.
6. On what this was: Zusammenfassender Rückblick auf die erzielten ontologischen Erkenntnisse der Arbeit.
Ontologie, Dreidimensionalismus, Vierdimensionalismus, Mereologie, diachrone Identität, Komposition, mereologische Extensionalität, mereologischer Essentialismus, Ontotheorie, Gegenstandskonstitution, Struktur, Veränderung, metaphysikkritik, material beings, Zwei-Ebenen-Modell
Die Arbeit untersucht, wie wir Gegenstände in der Welt ontologisch verstehen können, insbesondere im Hinblick auf ihre Ausdehnung in Raum und Zeit und ihre Zusammensetzung aus Teilen.
Die zentralen Felder sind die Ontologie, die Mereologie (Teil-Ganzes-Relationen), die diachrone Identität (Identität über Zeit) und der Vergleich zwischen drei- und vierdimensionalen Gegenstandsauffassungen.
Ziel ist es, ein Zwei-Ebenen-Modell zu entwerfen, das die Unzulänglichkeiten klassischer drei- und vierdimensionaler Theorien überwindet und eine widerspruchsfreie Beschreibung von Veränderung und Identität ermöglicht.
Der Autor nutzt eine analytisch-philosophische Methode, die auf der logischen Analyse von Begriffen und Theorien sowie auf der kritischen Diskussion klassischer Positionen (z.B. von Quine, Carnap, Strawson, Inwagen) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der dreidimensionalen und vierdimensionalen Ontotheorien, eine tiefgehende mereologische Analyse der Teil-Ganzes-Struktur sowie die abschließende Synthese im Zwei-Ebenen-Modell.
Wichtige Begriffe sind die diachrone Identität, mereologische Extensionalität, mereologischer Essentialismus, Ontotheorie und der Begriff des komplexen Gegenstandes.
Der Autor verwendet eine terminologische Vereinfachung: Entitäten, die in Raum und Zeit verortet sind, werden konsequent als "Ding" oder "Gegenstand" bezeichnet.
Das Schiff des Theseus dient als zentrales Gedankenexperiment, um die Problematik der diachronen Identität und der Kriterien für die Identität komplexer Gegenstände zu illustrieren.
Es ist ein Modell, das es erlaubt, Dinge gleichzeitig als veränderliche Ansammlung dreidimensionaler Teile (Ebene der Konstituenten) und als vierdimensionales Objekt (Ebene des Ganzen über die Zeit) zu beschreiben, um so die jeweiligen Vorteile beider Perspektiven zu nutzen.
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