Bachelorarbeit, 2012
67 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Aktualitätsbezug
1.2 Gang der Untersuchung
2 Die ökonomischen Grundlagen des Teamsportwettbewerbs
2.1 Der Wertschöpfungskreislauf und die Besonderheiten des Wettbewerbs
2.2 Organisationsproblem: Hyperaktivität
2.2.1 Definition
2.2.2 Ursachen
2.2.2.1 Positionsabhängige Einnahmen
2.2.2.2 Begrenzte Rationalität
2.2.2.3 Clubverfassung
2.2.3 Folgen
2.2.4 Regulierungsnotwendigkeit
3 Bisherige Regulierungsinstrumente
3.1 UEFA Financial-Fair-Play
3.1.1 Zielsetzung
3.1.2 Umsetzung
3.1.3 Bewertung
3.2 TV-Rechtevermarktung
3.2.1 Vermarktungsformen: Dezentrale Vermarktung vs. Zentrale Vermarktung
3.2.2 Bewertung
4 Alternative Regulierungsinstrumente
4.1 Salary Caps
4.2 Erlösumverteilung
4.2.1 Reform der Prämienverteilung in den Superwettbewerben
4.2.2 UEFA TV-Verteilerschlüssel
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Phänomen der „Hyperaktivität“ im europäischen Profifußball als Ursache für die Ambivalenz zwischen wirtschaftlichem Boom und existenzgefährdender Verschuldung. Ziel ist es, die systembedingten Fehlanreize zu identifizieren, die bisherigen Regulierungsinstrumente wie das UEFA Financial-Fair-Play zu bewerten und alternative, auf Einnahmeregulierung basierende Ansätze zur nachhaltigen Stabilisierung zu entwickeln.
2.2.1 Definition
Der Begriff Hyperaktivität ist auf die Arbeit von Alchian und Demsetz zurückzuführen und beschreibt den ineffizient hohen Ressourceneinsatz durch die Klubs innerhalb eines Meisterschaftswettbewerbs. Akerlof gebrauchte hierzu die Metapher des Rattenrennens, um genau solche ökonomischen Prozesse zu erläutern. Hierbei rennen mehrere Ratten um ein Stück Käse, wobei nur der Sieger den Käse erhält, während alle nachfolgend platzierten Ratten leer ausgehen. Für die einzelne Ratte ist es daher sinnvoll, so schnell wie möglich zu laufen und sich so stark wie möglich anzustrengen. Die Siegerratte verbraucht dabei unter Umständen sogar mehr Ressourcen als sie durch den gewonnenen Käse wieder zugeführt bekommt. Aus ökonomischer Sicht steigern die Ratten ihren Inputeinsatz mit steigender Renngeschwindigkeit, während der Preis (Stück Käse) überhaupt nicht wächst und vergeuden damit Ressourcen: „In the rat race the chances of getting the cheese increase with the speed of the rat, although no additional cheese is produced.“
Bemerkenswert bei diesem Phänomen ist die Tatsache, dass bei Summierung aller beteiligten Akteure eine deutliche kollektive Inputverschwendung stattfindet, obwohl der Inputeinsatz in den individuellen Optimierungskalkülen (rational) abgewogen wird. Das Rattenrennen beschreibt damit den Konflikt zwischen der Maximierung des insgesamt verteilbaren Wohlstandes und den individuellen Optimierungskalkülen der Rennteilnehmer.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der wirtschaftlichen Krise trotz steigender Umsätze im europäischen Fußball ein und definiert das Untersuchungsziel.
2 Die ökonomischen Grundlagen des Teamsportwettbewerbs: Das Kapitel erläutert den Wertschöpfungskreislauf und führt den Begriff der „Hyperaktivität“ als Ursache für ineffizienten Ressourceneinsatz und Verschuldung ein.
3 Bisherige Regulierungsinstrumente: Es wird das UEFA Financial-Fair-Play sowie verschiedene TV-Rechtevermarktungsmodelle auf ihre Wirksamkeit gegen Hyperaktivität analysiert und bewertet.
4 Alternative Regulierungsinstrumente: Hier werden weiterführende Regulierungsansätze, insbesondere Salary Caps und Reformen der Prämienverteilung, als Diskussionsgrundlage untersucht.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit reflektiert die Erkenntnisse und betont die Notwendigkeit ganzheitlicher Regulierungsansätze, die über eine reine Ausgabenregulation hinausgehen.
Hyperaktivität, Fußballökonomie, Financial-Fair-Play, Investitionswettlauf, Wertschöpfungskreislauf, TV-Rechtevermarktung, Erlösumverteilung, Salary Caps, Wettbewerbspolitik, Vereinsfinanzen, Ressourcenverschwendung, europäische Fußballligen, Wohlfahrtsverlust, Ligaorganisation, Prämienstruktur
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse der europäischen Fußballligen und der dort festzustellenden "Hyperaktivität", die trotz hoher Umsätze zu einer existenzgefährdenden Verschuldung der Vereine führt.
Die zentralen Themen umfassen den ökonomischen Wertschöpfungskreislauf im Sport, die Problematik von Investitionswettläufen, die Bewertung von Regulierungsmaßnahmen der UEFA sowie mögliche alternative Lösungsmodelle.
Das Hauptziel ist es, Ursachen und Folgen der Hyperaktivität zu bestimmen und zu prüfen, ob die bisher eingesetzten Regulierungsinstrumente ausreichen, um das Problem der kollektiven Ressourcenverschwendung zu lösen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen ökonomischen Analyse, insbesondere unter Einbeziehung von spieltheoretischen Modellen wie dem Gefangenendilemma und Konzepten der neuen Institutionenökonomik.
Im Hauptteil werden der Wertschöpfungsprozess, die Ursachen der Hyperaktivität (u.a. erfolgsabhängige Einnahmen), das Financial-Fair-Play der UEFA sowie Vermarktungsformen für TV-Rechte detailliert untersucht und bewertet.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hyperaktivität, Investitionswettlauf, Financial-Fair-Play, Erlösumverteilung und ökonomische Stabilität der Fußballligen charakterisiert.
Der Autor argumentiert, dass das Financial-Fair-Play lediglich Symptombekämpfung betreibt, da es die Ursachen für die Hyperaktivität – insbesondere die rangabhängigen Erlössprünge und die Anreizstrukturen in den Einnahmen – ignoriert.
Die TV-Rechtevermarktung wird als zentrales Steuerungsinstrument identifiziert; eine zentrale Vermarktung mit einem leistungskomponentenfreien Verteilerschlüssel wird als wesentlicher Hebel gegen Erlösasymmetrien gesehen.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Salary Caps, wie sie in US-Ligen existieren, auf das europäische System schwer übertragbar sind und aufgrund von Umgehungsstrategien und rechtlichen Hürden als wenig sinnvoll erachtet werden.
Der Autor favorisiert eine Reform der Prämienverteilung in den europäischen Superwettbewerben, wobei eine Prämienabschaffung oder ein spezifischer Prämienmix als notwendige Ergänzung zum Financial-Fair-Play vorgeschlagen wird.
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