Bachelorarbeit, 2011
59 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Erneuerbare und nicht-erneuerbare natürliche Ressourcen
3. Wachstumsbefürwortende Ansätze
3.1 Der wirtschaftswissenschaftliche Mainstream: Die Neoklassik
3.2 „Faktor Fünf. Die Formel für nachhaltiges Wachstum“
3.3 Wuppertaler Ansatz
3.4 Zwischenfazit
4. Die Ökologische Ökonomik
4.1 Einordnung und Entstehung der Ökologischen Ökonomik
4.2 Kritik an der Neoklassik
4.3 Thermodynamik und vollständiges Recycling
4.4 Substitution
4.5 Technischer Fortschritt und Unsicherheit
4.6 Herman Daly
4.7 Der Ansatz von Keil
5. Wirtschaftswachstum bei konstanter materieller Basis?
6. Zusammenfassung und Ergebnisse
Die Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum theoretisch möglich ist. Dabei wird der Fokus auf das Spannungsfeld zwischen den neoklassischen Wachstumstheorien und den ökologisch-ökonomischen Kritikpunkten unter Berücksichtigung physikalischer Grenzen gelegt.
1. Einleitung
In den letzten 200 Jahren erlebte die Menschheit ein beträchtliches Wirtschaftswachstum, welches im Vergleich zur sonstigen viel längeren Menschheitsgeschichte außergewöhnlich ist. Wirtschaftswachstum ist dabei die Zunahme des volkswirtschaftlichen Gesamteinkommens, „verstanden als die Wertsumme der volkswirtschaftlichen Produktion“ (Felderer/Homburg 2003: 38) von Gütern und Dienstleistungen (vgl. auch Mankiw 2003: 211; Luks 2001: 23). Wirtschaftswachstum hat damit sowohl eine materielle („Produktion von Gütern und Dienstleistungen“) als auch eine monetäre Seite („Wertsumme“) - ein Unterschied der für die Behandlung der hier aufgeworfenen Frage noch wichtig wird.
Das Sozialprodukt wird oft auch als „Wohlstandsindikator“ angesehen (Felderer/Homburg 2003: 38), wobei natürlich fraglich ist, ob der Wert der produzierten Güter und Dienstleistungen mit Wohlfahrt, geschweige denn mit Lebensqualität gleichzusetzen ist, oder ob zu diesen Konzept nicht noch mehr Faktoren gehören, wie zum Beispiel Gesundheit, Umweltqualität oder niedrige Kriminalität (Jacobs 1991: 222-241; Ekins 1993: 270; Ekins/Jacobs 1994: 1; vgl. Luks 2001: 23). Trotz dessen hat das am Sozialprodukt gemessene Wirtschaftswachstum in der öffentlichen Debatte eine herausragende Bedeutung (Luks 2002: 62). Schließlich sei es „das meistakzeptierte Ziel der Welt, weil es die Aussicht auf mehr für alle mit Opfer für niemanden biete“ (Daly 1991: 8, zitiert nach Luks 2000: 44). Auch bei der Betrachtung der meisten politischen Programme erscheint Wirtschaftswachstum als eine der wichtigsten Absichten. Es wird oft argumentiert, dass es notwendig ist, um andere (wirtschaftspolitische) Ziele zu erreichen, wie z.B. die Bekämpfung von Armut oder Arbeitslosigkeit.
1. Einleitung: Einführung in die historische Bedeutung des Wirtschaftswachstums und Darlegung der zentralen Forschungsfrage sowie der ethischen Prämissen.
2. Erneuerbare und nicht-erneuerbare natürliche Ressourcen: Analyse des Unterschieds zwischen Ressourcenarten und deren Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung.
3. Wachstumsbefürwortende Ansätze: Darstellung der neoklassischen Positionen sowie Ansätze wie Faktor Fünf und der Wuppertaler Ansatz.
4. Die Ökologische Ökonomik: Kontrastierung der neoklassischen Sicht mit wachstumskritischen Paradigmen, inklusive thermodynamischer und institutioneller Kritik.
5. Wirtschaftswachstum bei konstanter materieller Basis?: Untersuchung der theoretischen Möglichkeiten einer Entkopplung von monetärem Wachstum und materiellem Verbrauch.
6. Zusammenfassung und Ergebnisse: Synthese der Argumente und Fazit zur mittelfristigen Plausibilität von dauerhaftem Wirtschaftswachstum.
Wirtschaftswachstum, Neoklassik, Ökologische Ökonomik, Nachhaltigkeit, Thermodynamik, Entropie, Ressourceneffizienz, Substitution, technischer Fortschritt, Steady-State-Economy, intergenerative Gerechtigkeit, Entkopplung, Sozialprodukt, Naturkapital, Umweltschutz.
Die Arbeit untersucht, ob dauerhaftes Wirtschaftswachstum angesichts begrenzter natürlicher Ressourcen theoretisch möglich ist.
Die zentralen Themen umfassen die neoklassische Wachstumstheorie, ökologische Ökonomik, Thermodynamik und Konzepte für eine nachhaltige Wirtschaftsgestaltung.
Die zentrale Frage lautet: „Ist dauerhaftes Wirtschaftswachstum theoretisch möglich?“
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich unterschiedlicher ökonomischer Denkschulen, insbesondere den Kontrast zwischen Neoklassik und Ökologischer Ökonomik.
Der Hauptteil analysiert wachstumsbefürwortende Theorien, kritisiert diese anhand thermodynamischer Gesetze und diskutiert Möglichkeiten der Entkopplung von Wachstum und Ressourcenverbrauch.
Wachstum, Nachhaltigkeit, Thermodynamik, Ressourcen, Substitution und ökonomische Paradigmen.
Der Autor ordnet dem technischen Fortschritt zwar ein Entkopplungspotenzial zu, betrachtet es aber als begrenzt und nicht ausreichend für ein langfristig unbegrenztes Wachstum.
Weil es eine physisch konstante Wirtschaft anstrebt, die als Antwort auf die Grenzen des materiellen Wachstums und zur Wahrung intergenerativer Gerechtigkeit dient.
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