Bachelorarbeit, 2013
39 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 DAS EIGENKAPITAL DER BANKEN
2.1 Systematisierung der Eigenkapital-Begriffe
2.1.1 Das Bilanzielle Eigenkapital
2.1.2 Der Substanzwert
2.1.3 Der Gesamt-Marktwert
2.2 Definition der regulatorischen Eigenmittel
2.3 Kennzahlen zur Erfassung der Eigenkapitalausstattung
3 EIGENMITTELAUSSTATTUNG UND KREDIT-LEVERAGE
3.1 Entwicklung der Eigenkapitalausstattung seit Einführung von Basel II
3.2 Grundsätzliche Funktionsweiße des Kredit-Leverage
3.3 Einfluss der kapitalmarktorientierten Bilanzierung und des Shareholder-Value-Paradigmas
4 DIE RISIKOGEWICHTUNG NACH BASEL II
4.1 Gewichtung der Eigenkapitalunterlegung nach Rating-Einstufungen
4.1.1 Externes Rating (Standardansatz)
4.1.2 Internes Rating (IRB-Ansatz)
4.2 Probleme der Risikogewichtung
5 VERBESSERTE REGULIERUNG DES KREDITRISIKOS ZUM WOHLE DER REALWIRTSCHAFT
5.1 Einführung einer Leverage-Ratio
5.2 Erhöhung der Eigenmittelanforderungen
5.3 Begrenzung der Möglichkeit der Auslagerung von Kreditrisiken in Zweckgesellschaften und Hedgefonds
6 AUSBLICK
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Risikogewichtung nach Basel II auf die Eigenkapitalausstattung von Banken, beleuchtet die Entstehung prozyklischer Effekte durch das "Kredit-Leverage" und diskutiert regulatorische Ansätze zu dessen Eindämmung im Rahmen zukünftiger Reformen.
3.2 Grundsätzliche Funktionsweiße des Kredit-Leverage
Durch die Möglichkeit, die Eigenkapitalquoten durch Maßnahmen wie die Risikogewichtung nach Ratingeinstufungen derart zu verringern wird ein extremer Hebel auf die Aufnahme von Fremdkapital ausgeübt. Je niedriger die Eigenkapitalanteile für Ausleihungen sein müssen, desto mehr Spielraum besteht, um durch erneute Fremdkapitalaufnahme die für die Eigenkapitalgeber einer Bank so wichtige Eigenkapitalrentabilität zu erhöhen. Dieser Wunsch von Banken, die Eigenkapitalrentabilität möglichst zu erhöhen ist vor dem Hintergrund des am Kapitalmarkt sehr weit verbreiteten Prinzip des Shareholder-Values – also der Wertschaffung für Aktionäre - zu sehen.
Die Eigenkapitalrendite kann durch eine weitere Aufnahme von Fremdkapital jedoch nur so lange erhöht werden, solange die Gesamtkapitalrendite höher als die Fremdkapitalzinsen bleibt. Aus diesem Grund erscheint ein durch Fremdmittel finanziertes Bilanzwachstum in wirtschaftlich guten Zeiten für Banken als äußerst attraktiv. Werden zum Beispiel interne Bonuszahlungen an Ziele wie das Erreichen einer hohen Eigenkapitalrendite geknüpft, so wird es für die betroffenen Bankmanager einen hohen Anreiz dazu geben, nicht bloß die Zählerseite zu vergrößern, sondern auch das im Nenner stehende Eigenkapital entsprechend gering zu halten.
Dieser Zusammenhang zwischen Verschuldungsgrad (also dem Verhältnis Fremdkapital zu Eigenkapital) und der Eigenkapitalrendite wird als Leverage-Effekt bezeichnet. In wirtschaftlichen schlechteren Zeiten kann es jedoch dazu kommen, dass sich die genannten Verhältnisse umkehren, und die Gesamtrendite plötzlich unter den Fremdkapitalzinsen zu liegen kommt. In solchen Fällen wäre dann die in guten Zeiten ans Limit geführte Eigenkapitalausstattung sehr schnell komplett aufgezehrt.
1 EINLEITUNG: Hinführung zur Problematik der Eigenkapitalvorschriften und der durch Basel II ermöglichten prozyklischen Effekte im Kontext der Finanzkrise.
2 DAS EIGENKAPITAL DER BANKEN: Systematische Unterscheidung zwischen bilanziellen, Substanz-, Markt- und regulatorischen Eigenkapitalbegriffen zur Vorbereitung der weiteren Analyse.
3 EIGENMITTELAUSSTATTUNG UND KREDIT-LEVERAGE: Erläuterung der Entwicklung der Eigenkapitalunterlegung und Darstellung der Funktionsweise des Leverage-Effekts sowie dessen prozyklischer Wirkung.
4 DIE RISIKOGEWICHTUNG NACH BASEL II: Analyse des Standard- und IRB-Ansatzes sowie der damit verbundenen Probleme bei der Risikoeinschätzung durch Banken.
5 VERBESSERTE REGULIERUNG DES KREDITRISIKOS ZUM WOHLE DER REALWIRTSCHAFT: Diskussion notwendiger Reformmaßnahmen wie der Leverage-Ratio, Kapitalpuffer und der Regulierung von Schattenbanken.
6 AUSBLICK: Zusammenfassende Einschätzung notwendiger Veränderungen in der Finanzmarktregulierung zur Stärkung der Stabilität und Realwirtschaftsorientierung.
Basel II, Basel III, Eigenkapital, Kreditleverage, Risikogewichtung, Leverage-Ratio, Bankenaufsicht, Finanzkrise, Shareholder-Value, Bilanzsumme, Kernkapitalquote, Zweckgesellschaften, Hedgefonds, Prozyklizität, Eigenkapitalrentabilität
Die Bachelor-Arbeit untersucht die Auswirkungen der unter Basel II eingeführten Risikogewichtung auf die Bankbilanzen und zeigt auf, wie dadurch ungewollte prozyklische Nebenwirkungen und eine übermäßige Kredithebelung entstanden sind.
Zu den zentralen Themen gehören die Eigenkapitaldefinitionen im Bankenwesen, die Funktionsweise des Leverage-Effekts, die Kritik an den Rating-Modellen von Basel II sowie Ansätze zur stärkeren Regulierung durch Basel III.
Ziel ist es, die Verbindung zwischen der regulatorischen Risikogewichtung und der prozyklischen Kreditvergabe von Banken offenzulegen und aufzuzeigen, wie Reformen zur Stabilisierung der Finanzmärkte beitragen können.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Auswertung von regulatorischen Vorgaben (Basel II/III) und der Veranschaulichung komplexer Zusammenhänge durch bilanzielle Rechenbeispiele basiert.
Der Hauptteil widmet sich der Systematisierung des Eigenkapitals, der Funktionsweise des Kredit-Leverage, den Schwachstellen der Risikogewichtung nach Basel II und der Evaluierung von Maßnahmen wie der Leverage-Ratio.
Wichtige Begriffe sind Basel II/III, Kreditleverage, Risikogewichtung, prozyklische Effekte, Eigenkapitalquote und Finanzmarktstabilität.
Der Effekt ist prozyklisch, da er im Aufschwung durch steigende Asset-Preise und verbesserte Bonität die Kreditvergabe befeuert, während im Abschwung durch Abwertungen ein massiver Verkaufsdruck entsteht, der die Krise verstärkt.
Die Leverage-Ratio dient als nicht-risikobasierte Kennzahl, die das Verhältnis von Eigenkapital zur gesamten Bilanzsumme begrenzt und somit als Korrektiv zu den komplexen, anfälligen Risikomodellen fungiert.
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