Bachelorarbeit, 2010
64 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Struktur der Arbeit
2. Regulierungsrahmen des Spielermarktes
2.1 Die Organisationsstruktur der Verbände
2.2 Die Situation vor dem Bosman-Urteil
3. Das Bosman-Urteil
3.1 Der Hintergrund
3.2 Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs
3.3 Anpassungen verbandsinterner Regulierungen
3.3.1 Ausländerbeschränkung
3.3.2 Transferentschädigung
4. Ökonomische Auswirkungen aufgrund veränderter Rahmenbedingungen
4.1 Erste Reaktionen auf die Öffnung des Spielermarktes
4.2 Umgestaltung der Ausländerklauseln
4.2.1 Funktionen der Ausländerbeschränkungen
4.2.2 Entwicklung des Ausländeranteils
4.2.3 Qualitätsänderungen in den Profiligen
4.2.4 Integration von Nachwuchsspielern
4.2.5 Wettbewerbsfähigkeit von Nationalmannschaften
4.3 Wegfall der Transferentschädigung nach Vertragsende
4.3.1 Funktionen der Transferentschädigung
4.3.2 Vertragslaufzeiten und Ausstiegsklauseln
4.3.3 Ablösesummen und Erlöse aus Transfers
4.3.4 Entwicklung und Verteilung der Spielergehälter
4.3.5 Ungleichgewichte auf Vereinsebene
5. Maßnahmen gegen die Fehlentwicklungen auf dem liberalisierten Spielermarkt
5.1 Eine spieltheoretische Analyse der Marktsituation
5.2 Die Local-Player-Regelung
5.2.1 Bedeutung der Local-Player-Regelung
5.2.2 Spieltheoretisches Modell zur Local-Player-Regelung
5.2.3 Beurteilung der Wirksamkeit der Local-Player-Regelung
5.3 Die „6+5“-Regel
5.3.1 Bedeutung der „6+5“-Regel
5.3.2 Spieltheoretisches Modell zur „6+5“-Regel
5.3.3 Beurteilung der Wirksamkeit der „6+5“-Regel
6. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des Bosman-Urteils von 1995 auf den professionellen Fußball unter theoretischen und empirischen Gesichtspunkten, mit einem Fokus auf die ökonomischen Folgen für Spieler und Vereine sowie die Wirksamkeit neuer Regulierungsmaßnahmen.
3.1 Der Hintergrund
Das Schweizer Bundesgericht hat vorangehend im Juni 1976 entschieden, dass die im Profifußball bestehenden Zahlungen bei einem Spielertransfer „unsittlich und rechtswidrig“ sind. Auch das Landesarbeitsgericht (LAG) Berlin bewirkte 1979 einen beachtlichen Einschnitt. Das Gericht befand, dass die existenten Transferbestimmungen gegen das Recht der freien Arbeitsplatzwahl verstoßen. Die Pflicht zur Bezahlung einer Ablösesumme sei nicht mit Artikel 12 Absatz 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland vereinbar. An der Situation der schwachen Stellung von Berufsfußballern änderte sich dennoch zunächst nichts. Nach wie vor war die Verhandlungsposition eines Profis schwächer als die eines gewöhnlichen Arbeitnehmers.
Dessen ungeachtet sorgte erst das Bosman-Urteil 1995 für die Schlüsselentscheidung auf dem Weg zur Liberalisierung des Spielermarktes. Das Urteil des EuGH beschränkte sich jedoch nicht ausschließlich auf den Fußball. Es umfasste zugleich alle professionell betriebenen Mannschaftssportarten, wie z.B. Basketball, Eishockey oder Handball.
Wie vielen bahnbrechenden Urteilen geht auch dem Bosman-Urteil eine recht groteske Entstehungsgeschichte voraus. Der belgische Fußballprofi Jean Marc Bosman spielte bis zur Saison 1989/90 für den RC Lüttich. Sein monatliches Entgelt belief sich bis dahin auf 120.000 Belgische Francs (BEF). Da sein Vertrag zum Ende der Spielzeit auslief, bot ihm sein Verein für die darauffolgende Saison zwar einen neuen einjährigen Vertrag, allerdings zu stark reduzierten Bezügen. Der RC Lüttich war von der spielerischen Leistungsfähigkeit des Spielers scheinbar nicht vollständig überzeugt, so dass das Monatsgehalt nach dem neuen Vertrag nur noch 30.000 BEF betragen sollte. Dieses Angebot schlug der Spieler Bosman jedoch aus.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Liberalisierung des Spielermarktes ein und erläutert die Relevanz des Bosman-Urteils sowie die Struktur der Untersuchung.
2. Regulierungsrahmen des Spielermarktes: Das Kapitel beschreibt die Organisationsstruktur der Fußballverbände und die Marktsituation vor der Marktöffnung durch das Bosman-Urteil.
3. Das Bosman-Urteil: Hier werden der rechtliche Hintergrund, die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs und die daraus resultierenden Anpassungen der verbandsinternen Regelungen dargestellt.
4. Ökonomische Auswirkungen aufgrund veränderter Rahmenbedingungen: Dieser Hauptteil analysiert die Folgen der Marktöffnung, insbesondere für Gehälter, Ablösesummen, den Ausländeranteil und die Wettbewerbssituation.
5. Maßnahmen gegen die Fehlentwicklungen auf dem liberalisierten Spielermarkt: Das Kapitel untersucht mittels spieltheoretischer Modelle die Wirksamkeit der Local-Player-Regelung und der "6+5"-Regel als Gegenmaßnahmen zu beobachteten Fehlentwicklungen.
6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Diese Zusammenfassung fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der Marktregulierungen.
Bosman-Urteil, Spielermarkt, Profifußball, Transferentschädigung, Spielergehälter, Ausländerklausel, Nachwuchsförderung, Local-Player-Regelung, 6+5-Regel, Wettbewerbsgleichgewicht, Europäischer Gerichtshof, Spieltheorie, Ablösesummen, Professionalisierung, Fußball-Bundesliga.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Bosman-Urteils von 1995 auf den professionellen Fußball, insbesondere wie sich die veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen auf ökonomische Faktoren wie Transfersysteme und Gehälter ausgewirkt haben.
Zentrale Felder sind die Liberalisierung der Spielermärkte, die Entwicklung der ökonomischen Variablen (Gehälter, Ablösen), die Nachwuchsförderung sowie die Wirksamkeit regulatorischer Eingriffe durch die Verbände.
Das Ziel ist es, die ökonomischen Folgen der Aufhebung von Transferbeschränkungen und Ausländerklauseln zu bewerten und zu prüfen, ob neue Regeln wie die "6+5"-Regel geeignet sind, negative Entwicklungen zu korrigieren.
Die Arbeit nutzt eine theoretische und empirische Analyse sowie spieltheoretische Modelle, um die Anreizstrukturen für Vereine bei der Nachwuchsförderung und der Spielerrekrutierung zu untersuchen.
Im Hauptteil werden die Folgen des Bosman-Urteils für den Spielermarkt detailliert beleuchtet, einschließlich der Entwicklung des Ausländeranteils, der Spielergehälter und der Wettbewerbskonzentration in den europäischen Ligen.
Die zentralen Schlagworte sind Bosman-Urteil, Spielermarkt, Nachwuchsförderung, Local-Player-Regelung und Wettbewerbsausgleich.
Die Local-Player-Regelung wird als Instrument untersucht, um Vereine zur Förderung eigener Talente zu bewegen, wobei die Wirksamkeit je nach Sanktionshöhe und Kaderbegrenzung variiert.
Sie wird als drastisch eingestuft, da sie direkt in die Spielberechtigung und Kadergestaltung eingreift und somit die unternehmerische Entscheidungsfreiheit der Vereine auf dem Spielermarkt stark einschränkt.
Die Analyse zeigt, dass entgegen den ursprünglichen Befürchtungen keine langfristige Schwächung der Nationalmannschaften aus den europäischen Topligen durch die Marktöffnung eingetreten ist.
Die Machtverhältnisse haben sich zugunsten der Spieler verschoben, da diese nach Vertragsende ablösefrei wechseln können, was zu längeren Vertragslaufzeiten und höheren Gehältern führt.
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