Bachelorarbeit, 2012
46 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theoretische Analyse des Leverage Zyklus
2.1 Der Weg in die Bilanzrezession – ein Modell des Leverage Zyklus
2.1.1 Modellannahmen und -aufbau
2.1.2 Analyse im zweiperiodigen Modell
2.1.3 Analyse im dreiperiodigen Modell
2.1.4 Diskussion der Ergebnisse des Leverage Zyklus
2.2 Die Rolle des Zinsniveaus
2.3 Anwendung des Leverage Zyklus auf den Sektor der Nichtfinanzunternehmen
3 Europa in der Bilanzrezessionen
3.1 Definition Bilanzrezession
3.2 Makroanalyse des Sektors der Nichtfinanzunternehmen
3.2.1 Die japanische Bilanzrezession
3.2.2 Analoge Entwicklungen in Europa
3.2.3 Analyse der Finanzierungssalden
3.2.3.1 Konzeption
3.2.3.2 Analyse der Volkswirtschaften
3.2.4 Abschließende Diskussion
3.3 Mikroanalyse des Sektors der Nichtfinanzunternehmen
4 Wege aus der Bilanzrezessionen statt in die Depression
4.1 Das Wirken der Geldpolitik
4.2 Das Wirken der Fiskalpolitik
4.3 Unternehmensspezifische Politikinterventionen
5 Kritische Würdigung anhand der Lehren aus der japanischen Bilanzrezession
Die Arbeit untersucht, ob sich europäische Volkswirtschaften – speziell Spanien, Irland und Großbritannien – in einer Bilanzrezession nach dem Vorbild Japans befinden. Dabei wird analysiert, ob eine nachfragegetriebene Kontraktion durch den Schuldenabbau privater Unternehmen vorliegt und welche fiskal- oder geldpolitischen Lösungsansätze geeignet sind, eine Depression zu vermeiden.
2.1.1 Modellannahmen und -aufbau
Die grundlegenden Annahmen entstammen Geanakoplos (2010). Das Modell beinhaltet ein Kontinuum an Agenten h, h ∈ {0; 1}, welche in zwei (Kapitel 2.1.2) bzw. drei (Kapitel 2.1.3) Zeitperioden die Distribution von Konsumgütern (C) und Aktiva (Y) verhandeln. In t1 existieren zunächst zwei Zustände s, s ∈ {U; D}. Im positiven Zustand (U) zahlen alle Aktiva gleichermaßen eine Einheit, im negativen Zustand (D) lediglich 0,2 Einheiten des Konsumgutes aus. Das Aktivum ist somit riskant. Die Agenten erhalten ausschließlich in t0 eine Ausstattung von sowohl einer Einheit des Aktivums als auch einer Einheit des Konsumgutes. Der Besitz des Aktivums ist in Zustand s durch ys determiniert. Das Konsumgut kann entweder konsumiert (cs) oder gelagert (ws) werden.
Zur Unterscheidung von Investoren und Verkäufern der Aktiva wird ein Konzept von Natürlichen Käufern entsprechend Abbildung 1 angewandt. Das Kontinuum der Agenten wird nicht rigide, sondern endogen entsprechend ihrer Erwartungshaltung kategorisiert. Je positiver sich diese gestaltet, desto höher liegt die Zahlungsbereitschaft. Ein endogener Wendepunkt b ist notwendig um Optimisten (h > b) von Pessimisten (h < b) zu differenzieren. Dieser beschreibt den marginalen Käufer, der als letzter Optimist gerade noch das riskante Aktivum kauft.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Konzept der Bilanzrezession ein, erläutert die Relevanz für den europäischen Wirtschaftsraum und definiert die Forschungsfragen sowie den theoretischen und empirischen Rahmen der Arbeit.
2 Theoretische Analyse des Leverage Zyklus: Das Kapitel legt die theoretische Basis anhand des Modells von Geanakoplos dar, wobei insbesondere der Mechanismus des Leverage- und Deleveraging-Prozesses und dessen Einfluss auf Vermögenspreise analysiert wird.
3 Europa in der Bilanzrezessionen: Hier wird der japanische Leverage-Zyklus als Referenz genutzt, um das aktuelle Wirtschaftsgeschehen in Spanien, Irland und Großbritannien mittels einer Makro- und Mikroanalyse der Nichtfinanzunternehmen zu untersuchen.
4 Wege aus der Bilanzrezessionen statt in die Depression: Dieses Kapitel diskutiert mögliche politische Gegenmaßnahmen, wobei die Wirksamkeit von Geld- und Fiskalpolitik kritisch bewertet und durch unternehmensspezifische Instrumente ergänzt wird.
5 Kritische Würdigung anhand der Lehren aus der japanischen Bilanzrezession: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Zusammenfassung der Ergebnisse, einer Übertragung der Lehren aus Japan auf den europäischen Kontext und einer Reflexion über die politische Umsetzbarkeit notwendiger Maßnahmen.
Bilanzrezession, Leverage Zyklus, Deleveraging, Nichtfinanzunternehmen, Schuldenabbau, Immobilienblase, Fiskalpolitik, Geldpolitik, Finanzierungssalden, Vermögenspreise, Deflationäre Spirale, Liquiditätsfalle, Kapitalstruktur, Eurozone, Unternehmensinvestitionen
Die Bachelorarbeit befasst sich mit dem ökonomischen Konzept der „Bilanzrezession“ und untersucht dessen Anwendbarkeit auf die aktuelle wirtschaftliche Lage in europäischen Ländern wie Spanien, Irland und Großbritannien.
Die zentralen Themen sind die Analyse von Schuldenzyklen (Leverage-Zyklen), der Einfluss von Vermögenspreisblasen auf das Verhalten privater Unternehmen und die Wirksamkeit staatlicher Eingriffe zur Krisenbewältigung.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass sich die betrachteten europäischen Volkswirtschaften in einer Bilanzrezession befinden, und zu prüfen, welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen (Geld- vs. Fiskalpolitik) eine drohende Depression abwenden könnten.
Die Arbeit kombiniert ein theoretisches Modell des Leverage-Zyklus (nach Geanakoplos) mit einer empirischen Analyse von Finanzierungsdaten der Nichtfinanzunternehmen aus Datenbanken wie Eurostat und der EZB.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung des Leverage-Zyklus, eine empirische Makro- und Mikroanalyse des Unternehmenssektors in Europa und eine Diskussion über politische Lösungsansätze.
Wichtige Schlagworte sind Bilanzrezession, Leverage-Zyklus, Deleveraging, Schuldenabbau, Nichtfinanzunternehmen, fiskalpolitische Interventionen und Vermögenspreisschocks.
Japan dient als zentrales Referenzmodell. Die Erfahrungen Japans während der „Verlorenen Dekade“ (1990–2005) werden genutzt, um die aktuelle Situation in Europa zu interpretieren und Lehren für die Politikableitung zu ziehen.
Das Modell argumentiert, dass in einer Bilanzrezession die Schuldner primär ihre Bilanzen sanieren wollen, anstatt Profite zu maximieren. Daher reagieren sie selbst bei sehr niedrigen Zinsen nicht mehr auf weitere Kreditangebote.
Sie bezeichnet die Differenz zwischen der Nettoschuldenrückzahlung des privaten Sektors und der staatlichen fiskalpolitischen Kompensation; ist sie groß, droht eine deflationäre Abwärtsspirale.
Dabei handelt es sich um ein Instrument der Unternehmenssanierung, bei dem notleidende Kredite von Banken in Eigenkapitalanteile umgewandelt werden, um die Schuldenlast der Unternehmen zu senken.
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