Masterarbeit, 2013
89 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Zur Themenstellung
1.2. Zur Vorgehensweise
1.3. Zum Stand der PdT zu Beginn und Ende des 20.Jahrhunderts
2. Technikphilosophie von den Anfängen bis ca. 1970: die „klassische“ Phase
2.1. Vorüberlegungen
2.1.1. Zur Frage der Datierung der Anfänge der PdT
2.1.2. Zur Auswahl der zu untersuchenden Texte und Autoren
2.1.3. Zur Frage der systematischen Einordnung der zu untersuchenden Veröffentlichungen
2.2. Technik als Unterwerfung der Natur : Ernst Koelle und sein „System der Technik“ (1822)
2.3. Technische Artefakte als Organprojektionen : Ernst Kapps „Grundlinien einer Philosophie der Technik. Zur Entstehungsgeschichte der Cultur aus neuen Gesichtspunkten.“ (1877)
2.4. Technische Erfindungen als Realisierung prästabilisierter Ideen : Friedrich Dessauers „Philosophie der Technik. Das Problem der Realisierung.“ (1927)
2.5. Technik als Möglichkeit und Art der Welterschliessung : Ernst Cassirers „Form und Technik“(1930)
2.6. Technik als Mittel zur Aufrechterhaltung der Massenwelt : Karl Jaspers´ „Die geistige Situation der Zeit“ (1931)
2.7. Technik als Anstrengung, Anstrengung zu sparen : Ortega y Gassets „Betrachtungen über die Technik“ (1933)
2.8. Technik als Entbergen : Zu Martin Heideggers „Frage nach der Technik“ (1953)
2.9. Technik als Mittel zur Kompensation organischer Mängel : Arnold Gehlens „Technik in der Sichtweise der Anthropologie“ (1953) und „Neuartige kulturelle Erscheinungen“ (1957)
2.10. Technikpessimismus aus persönlicher Betroffenheit : Günther Anders´ „Die Antiquiertheit des Menschen“ (1956/1980)
2.11. Technik als Produktivkraft : Herrmann Leys „Dämon Technik ?“ (1961)
2.12. Technik als Ideologie : Jürgen Habermas´ „Technik und Wissenschaft als ‚Ideologie’“ (1969)
3. PdT in der Übergangszeit von 1970 -1980: der Beginn der Aufsplitterung
3.1. Allgemeine Überlegungen
3.2. „Small is beautiful“: E.F. Schuhmachers „Die Rückkehr zum menschlichen Maß. Alternativen für Wirtschaft und Technik“ (1973 engl. / 1977 dtsch.)
3.3. Friedrichs Rapps „Analytische Technikphilosophie“ (1978)
4. Technikphilosophie seit 1980
4.1. Die Situation
4.1.1. Zum Verhältnis der Begriffe „Philosophie der Technik“ und „Philosophy of Technology
4.2. Technikbegriff und Zugehensweise in der „neuen Technikphilosophie“
4.2.1. Max W. Wartofsky (1979): Konzept eines problemorientierter Zugang zur PdT
4.2.2. Frederick Ferré (1988): PdT als Unterthema traditioneller allgemeiner Philosophie
4.2.3. Don Ihde (1993): PdT als selbstständige Philosophie
4.2.4. Carl Mitcham (1994): PdT als Oberbegriff technischer und geisteswissenschaftlicher Problemfelder
4.2.5. A.C.Reydon (2012): PdT als systematische Klärung, Reflexion und Erforschung des Wesens, der Konsequenzen und der Praxis von Technik
5. Beispiele der Komplexität heutiger technikwissenschaftlicher Fragestellungen
5.1. Der Problembereich „Technikfolgenabschätzung“
5.2. Der Problembereich „Biotechnologie“
6. Fazit
6.1. Die „klassische“ Phase der PdT
6.2. Die Umbruchsphase der PdT von 1970 - 1980
6.3. Die „neue“ PdT
6.4. Die aktuelle Situation der PdT
6.5. Offene Fragen
7. Schlusswort
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Philosophie der Technik im 20. Jahrhundert, um die zunehmende Ausdifferenzierung und Komplexität technikphilosophischer Ansätze im Zeitverlauf nachzuvollziehen. Dabei wird insbesondere analysiert, wie sich der Technikbegriff von einer eher einheitlichen, "klassischen" Auffassung hin zu einem vielschichtigen, spezialisierten Verständnis gewandelt hat, das auf die aktuellen Herausforderungen der modernen Technik reagiert.
2.4. Technische Erfindungen als Realisierung prästabilisierter Ideen: Friedrich Dessauers „Philosophie der Technik. Das Problem der Realisierung.“ (1927)
In der grundsätzlich technikoptimistischen Tradition Zschimmers und etlicher seiner Zeitgenossen schreibt auch Dessauer, neben seinem philosophischen Wirken u.a. Physiker und Ingenieur, der Technik eine befreiende Funktion zu, befreiend insofern, als der Mensch im Rahmen der naturgesetzlichen Gegebenheiten mit Hilfe technischer Objekte Naturprozesse frei regeln bzw. überwinden kann.
Dessauers technikoptimistischer Ansatz steht in engem Zusammenhang mit seiner „Vier -Reiche - Lehre“. „Nicht um uns mit Kant zu identifikizieren...sondern um anschließend leichter zu klären, was mit dem vierten Reich gemeint sei“, zieht Dessauer nun Kants „Kritiken“ heran, da sie nach seiner Meinung in den jeweiligen Befassungsgegenständen drei „Reichen“ entsprechen: „Erstens das Reich der Naturwissenschaften und Erscheinungen, mit dem sich die „Kritik der reinen Vernunft“ beschäftigt, zweitens das Reich der praktischen Vernunft, des Sittengesetzes oder das Reich des idealen Sollens und drittens das Reich des Ästhetischen und Zweckmäßigen, wie es in der „Kritik der Urteilskraft“ behandelt wird.“
Innerhalb dieser drei Reiche ist aber „Technik nicht beschlossen. Die eindeutig vorgegebenen Formen der bereiten Schöpfung sind in einer anderen Ebene (dem Vierten Reich, Verf.). Und anders ist hier wiederum das Verhältnis des Menschen zum ‚Ding an sich’, wenn er eine der potentiellen Gestalten ‚erfindend’ in die Sinnenwelt herüberholt.“
Dessauer geht also davon aus, dass im „Vierten Reich“ sämtliche Erfindungen, die der Mensch je benötigt, bereits von Gott als Idee geschaffen „prästabilisiert“ vorhanden sind . Die Herüberholung in der Erfindung gleicht quasi einem neuen Schöpfungsakt, der Erfinder fungiert als „Medium“, durch das die bereits vorhandene Idee den Weg in die „reale“ Wirklichkeit finden kann.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Problematik der thematischen Eingrenzung auf das "20. Jahrhundert" und beschreibt das methodische Vorgehen angesichts der enormen Fülle technikphilosophischer Literatur.
2. Technikphilosophie von den Anfängen bis ca. 1970: die „klassische“ Phase: Dieses Kapitel analysiert die technikphilosophischen Entwürfe prominenter Autoren von den Anfängen der Disziplin bis ca. 1970 und identifiziert die darin vorherrschenden Strukturen und Dualismen.
3. PdT in der Übergangszeit von 1970 -1980: der Beginn der Aufsplitterung: Die Darstellung konzentriert sich auf die Jahre 1970 bis 1980, in denen neue technologische Entwicklungen und alternatives Denken den Druck auf die traditionelle Philosophie erhöhten und den Prozess der Aufsplitterung einleiteten.
4. Technikphilosophie seit 1980: Hier wird die "neue" Technikphilosophie ab 1980 betrachtet, die durch eine starke Zunahme der Spezialisierung und US-amerikanische Impulse geprägt ist, was eine einheitliche Systematik zunehmend erschwert.
5. Beispiele der Komplexität heutiger technikwissenschaftlicher Fragestellungen: Anhand der Bereiche Technikfolgenabschätzung und Biotechnologie wird beispielhaft demonstriert, wie komplex und interdisziplinär heutige technikwissenschaftliche Probleme sind.
6. Fazit: Das Fazit fasst die drei identifizierten Phasen der Technikphilosophie im 20. Jahrhundert zusammen und resümiert die Entwicklung der Disziplin.
7. Schlusswort: Das Schlusswort reflektiert die Rolle des Technikphilosophen in einer technisierten Welt und stellt fest, dass die Entwicklung der Technikphilosophie primär eine Entwicklung von Fragen und nicht von endgültigen Antworten ist.
Philosophie der Technik, PdT, Technikgeschichte, Klassische Technikphilosophie, Technikbegriff, Technikfolgenabschätzung, Biotechnologie, Anthropologie, Technikkritik, Technikoptimismus, Analytische Technikphilosophie, Neue Technikphilosophie, Organprojektion, Mängelwesen, Technisierung.
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Ausdifferenzierung der Philosophie der Technik im 20. Jahrhundert.
Zentrale Themen sind die Entwicklung technikphilosophischer Ansätze von der "klassischen" Phase über die Übergangszeit in den 1970er Jahren bis zur "neuen" Technikphilosophie sowie die zunehmende Komplexität der Fragestellungen.
Das Ziel ist es, die Wandlung des technikphilosophischen Denkens und des Technikverständnisses im 20. Jahrhundert exemplarisch an ausgewählten Autoren und Problemkreisen nachzuvollziehen.
Die Arbeit verfolgt einen chronologisch orientierten Ansatz, der durch die Untersuchung ausgewählter, für ihre Zeit repräsentativer Texte und Autoren ergänzt wird, um die Entwicklung der technikphilosophischen Diskussion nachzuzeichnen.
Der Hauptteil gliedert sich in die "klassische" Phase (bis ca. 1970), die Umbruchsphase (1970-1980) sowie die "neue" Technikphilosophie (seit 1980) und vertieft die Komplexität heutiger Fragestellungen an Beispielen wie Technikfolgenabschätzung und Biotechnologie.
Wichtige Schlüsselwörter sind Philosophie der Technik (PdT), Technikgeschichte, Technikbegriff, Technikfolgenabschätzung und Biotechnologie.
Aufgrund der enormen Ausdifferenzierung der Technik in immer neue, spezialisierte Disziplinen und Teilgebiete hat sich Technik zu einem vielschichtigen Sammelbegriff gewandelt, der sich einer einzigen, generalisierenden Definition entzieht.
Die Technikphilosophie steht heute vor der Herausforderung, mit der "Atomisierung" der Technik in immer speziellere Einzeltechnologien umzugehen, wobei eine fallorientierte Analyse (case-by-case) als realistischer Weg angesehen wird.
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