Diplomarbeit, 2003
196 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
1.1. Überblick
1.2. Klassifizierung von Risikomanagement und Abgrenzung
2. Methoden zur Erfassung und Steuerung des Zinsänderungsrisikos
2.1. Ertragsorientierte Verfahren
2.1.1. Zinsbindungsbilanz
2.1.2. Zinselastizitätsbilanz
2.1.3. Marktzinsmethode
2.2. Wertorientierte Verfahren
2.2.1. Barwertkonzept als Grundlage wertorientierter Verfahren
2.2.2. Sensitivitätsanalysen
2.2.2.1. Duration nach Macaulay
2.2.2.2. Modified Duration
2.2.2.3. Basis Point Value
2.2.2.4. Konvexität und deren Auswirkung auf die Sensitivitätsanalyse
2.2.3. Grundlagen und Bestimmung des Value at Risk
2.2.3.1. Analytische Verfahren: Varianz-Kovarianz-Methode
2.2.3.2. Simulationsverfahren
2.2.3.3.1. Historische Simulation
2.2.3.3.2. Monte-Carlo-Simulation
2.2.3.3. Praktische Anwendung: Einsatz eines Value at Risk-Limitsystems
2.2.3.4. Zusammenfassung des Value at Risk
2.2.4. Risikoadjustierte Performancemessung
2.2.4.1. Return on risk adjusted capital
2.2.4.2. Risk adjusted return on risk adjusted capital
2.2.4.3. Beurteilung der risikoadjustierten Performancemessung
2.3. Zusammenfassung der erläuterten Methoden
3. Gesamtbanksteuerung im genossenschaftlichen Sektor
3.1. Erläuterung der einzelnen Elemente
3.1.1. Aufsichtsrechtliche Grundlagen
3.1.2. VR-Control
3.1.2.1 Grundlagen zu VR-Control
3.1.2.2. Einsatz der Controlling-Instrumente von VR-Control
3.1.2.3. Betrachtung des strategischen Zinsbuchs als zentrale Steuerungseinheit in VR-Control
3.1.2.4. Einsatz einer barwertigen Gesamtbanksteuerung
3.1.2.5 Mögliche Steuerungsansätze des Gesamtbankzahlungsstroms
3.2. Zusammenfassung der Gesamtbanksteuerung
4. Einsatz von Zinsderivaten zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos
4.1. Grundlagen von Termingeschäften
4.2. Profile und Einsatzmöglichkeiten von ausgewählten Zinsderivaten
4.2.1. Zinsswap
4.2.2. Floor
4.3. Beurteilung des Einsatzes von Zinsderivaten zur Verbesserung der Gesamtbanksteuerung
5. Ausblick und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Methoden des Risikomanagements in Kreditinstituten, insbesondere bei VR-Banken, mit dem Ziel, die Effektivität von ertrags- und wertorientierten Verfahren unter Berücksichtigung von Zinsänderungsrisiken zu bewerten und deren praktische Anwendung in Gesamtbanksteuerungssystemen wie VR-Control aufzuzeigen.
1.1. Überblick
Im Umfeld der Kreditinstitute ist es in den letzten drei Jahrzehnten zu starken Veränderungen gekommen. In den 1970er Jahren war die Branche sehr stark vom Wachstums- und Volumenstreben geprägt. Priorität hatte die Zunahme von Marktanteilen und Geschäftsvolumina. Ein stärkeres Rentabilitätsdenken wurde in den 1980er Jahren durch die Einführung der Marktzinsmethode erreicht. In den 1990er Jahren nahmen Unternehmensausfälle zu. Dieser Trend ist seit Anfang des 21. Jahrhunderts ungebrochen. Kreditinstitute hatten in großem Maße Risikopotenziale aufgebaut, die auch zu Insolvenzen im Bankgewerbe führten. Außerdem nahmen die Marktschwankungen an den Märkten zu. Die Folge war eine verstärkte Berücksichtigung von Chance-/ Risiko-Verhältnissen und Risiko-/ Ertragsgesichtspunkten.
Vor dem Hintergrund vieler Firmenzusammenbrüche hat der Gesetzgeber in Deutschland am 1. Mai 1998 das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) verabschiedet, indem ein Frühwarnsystem für Unternehmen gefordert wird. Kernpunkt ist die Erweiterung des § 91 Abs. 2 AktG mit dem Wortlaut: „Der Vorstand hat geeignete Maßnahmen zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden.“ Eine Regelung hierfür wurde im Rahmen der 6. KWG-Novelle für Kreditinstitute im § 25a KWG kodifiziert. Hier werden die besonderen organisatorischen Pflichten von Kreditinstituten näher geregelt, d.h. Anforderungen für die Aufbau- und Ablauforganisation aufgestellt. Sollte es zu Verstößen gegen diese Pflichten kommen, haben die Bankaufsichtsbehörden die Möglichkeit, sichernde Maßnahmen zu ergreifen. Dies kann in besonders gravierenden Fällen zur Abberufung der Geschäftsleitung führen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen Risiken für die Kreditinstitute eindeutig bestimmt, analysiert und gesteuert werden. Dieser Prozess und die Ergebnisse bedürfen einer ständigen Kontrolle.
1. Einführung: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext des Risikomanagements und die regulatorischen Anforderungen, die zur Notwendigkeit einer verbesserten Risikobestimmung und -steuerung geführt haben.
2. Methoden zur Erfassung und Steuerung des Zinsänderungsrisikos: Hier werden diverse ertrags- und wertorientierte Ansätze analysiert, wobei ein besonderer Fokus auf Sensitivitätsanalysen, Value at Risk und risikoadjustierten Performancemaßen liegt.
3. Gesamtbanksteuerung im genossenschaftlichen Sektor: Dieses Kapitel beschreibt die Implementierung von VR-Control als ganzheitliches Steuerungssystem für VR-Banken, welches aufsichtsrechtliche Vorgaben mit einer wertorientierten Gesamtbanksteuerung verknüpft.
4. Einsatz von Zinsderivaten zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos: Es wird untersucht, wie Zinsderivate wie Zinsswaps und Floors operativ eingesetzt werden können, um das Zinsänderungsrisiko auf Ebene der Gesamtbank effektiv zu steuern.
5. Ausblick und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion der untersuchten Methoden und einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Risikomanagement.
Risikomanagement, Kreditinstitute, VR-Control, Zinsänderungsrisiko, Value at Risk, Sensitivitätsanalyse, Duration, Zinsswap, Gesamtbanksteuerung, Marktzinsmethode, risikoadjustierte Performancemessung, Basel II, Bankenaufsicht, Zinsderivate.
Die Arbeit befasst sich mit modernen Risikomanagement-Methoden in Kreditinstituten, insbesondere unter Berücksichtigung des spezifischen genossenschaftlichen Steuerungssystems VR-Control.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Zinsänderungsrisiken, wertorientierten Steuerungskonzepten sowie der praktischen Anwendung von Zinsderivaten zur Absicherung.
Das Ziel ist es, Vor- und Nachteile verschiedener Risikomanagement-Verfahren aufzuzeigen und deren Eignung für eine integrierte Gesamtbanksteuerung zu bewerten.
Es erfolgt eine detaillierte Literaturanalyse bestehender Risikomodelle sowie deren kritische Würdigung im Kontext der aufsichtsrechtlichen Anforderungen und betrieblicher Praxis.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung verschiedener Mess- und Steuerungsmodelle sowie die praktische Anwendung in VR-Banken.
Zentrale Begriffe sind Risikomanagement, Zinsänderungsrisiko, Value at Risk, VR-Control, Gesamtbanksteuerung und Zinsderivate.
VR-Control bietet einen integrierten, wertorientierten Gesamtbankansatz, der verschiedene Controlling-Bausteine (z.B. Ausfall- und Marktpreisrisiko) miteinander verbindet, anstatt isolierte Verfahren anzuwenden.
Es ermöglicht eine periodengerechte und marktorientierte Bewertung zukünftiger Zahlungsströme, was eine genauere Identifikation von Risiken als rein ertragsorientierte Verfahren erlaubt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

