Masterarbeit, 2012
88 Seiten
1. Einleitung und Hinführung
2. Methodik und Forschungsstand
2.1 Methodik
2.2 Forschungsstand
3. Fachkräftemangel: Annäherung an ein komplexes Problem
3.1 Fachkräfteanalyse von Ingenieuren: Vom Mismatch zu Fachkräfteengpässen?
3.2 Demografischer Wandel: Deutschlands Weg in den Fachkräftemangel?
3.3 Strategien gegen Fachkräftemangel
3.3.1 Strategien zur Nutzung vorhandener Potenziale
3.3.2 Strategien zur Gewinnung zusätzlicher Potenziale: Zuwanderung
3.4 Zwischenfazit I
4. Migrationstheorien
4.1 Grundbegriffe, Typologisierungen und Überblicksmodelle
4.2 Strukturierung der Migrationstheorien I: Klassische und Neue Theorien internationaler Migration
4.3 Strukturierung der Migrationstheorien II: Angebots- und nachfrageorientierte Theorien der Wirtschafts- und Arbeitsmigration
4.4 Theoriekonzepte der Migrationspolitik
4.5 Zwischenfazit II
5. Politische Steuerung von Migration: Deutschland und Kanada im Vergleich
5.1 Deutsche Zuwanderungspolitik und europäischer Kontext
5.2 Kanadische Zuwanderungspolitik: Das Punktesystem
5.3 Vergleich der Zuwanderungspolitik Deutschlands und Kanadas
5.4 Vergleich des Migrations-Outputs: Das Kanadische Punktesystem als „best practice“ zur Behebung deutscher Fachkräfteengpässe?
6. Fazit
6.1 Ausblick: Reformvorhaben, -möglichkeiten und -probleme der deutschen Zuwanderungspolitik zur besseren Deckung des Fachkräftebedarfs
6.2 Zusammenfassung
6.3 Schlussfolgerungen und Diskussion
Die Master-Thesis untersucht, inwiefern Zuwanderung als Strategie zur Behebung von Fachkräfteengpässen, insbesondere bei Ingenieuren, in Deutschland dienen kann, wobei die kanadische Zuwanderungspolitik als Vergleichsmodell dient. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, ob die aktuelle deutsche Zuwanderungspolitik geeignet ist, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, und welche Handlungsempfehlungen aus dem kanadischen System abgeleitet werden können.
3. Fachkräftemangel: Annäherung an ein komplexes Problem
Bevor man sich dem Thema Fachkräftemangel fundiert nähern kann, muss eine definitorische Abgrenzung der Begriffe Fachkräftemangel, Fachkräfteengpass und Mismatch vorgenommen werden. Grundlegend für eine griffige und präzise Definition ist dabei die geografische Abgrenzung von Arbeitsmärkten und dem Eingeständnis einer begrenzten Mobilität des Produktionsfaktors Arbeit. Gesteht man den potentiellen Arbeitnehmern diese eingeschränkte Mobilität nicht zu, kann es keinen Fachkräftemangel geben, da in den aufstrebenden Volkswirtschaften mit gut ausgebautem Hochschulsystem wie China oder Indien hochqualifizierte Ingenieure in großer Zahl vorhanden sind. Die Perspektive für eine Analyse der Probleme Fachkräftemangel, Fachkräfteengpass und Mismatch ist daher eine nationale, die durch die Möglichkeit der Migration nach Deutschland aus der EU und, deutlich schwieriger von außerhalb der EU, erweitert wird.
Am einfachsten gelingt eine Abgrenzung des Begriffs über die Dimension des Problems und dessen Verortung auf einer Mikro-Makro-Skala. Mismatch ist ein Problem eines Unternehmens das auf dem oftmals regionalen Arbeitsmarkt keine Fachkraft findet, die den Suchkriterien entspricht. Umgekehrt ist es ein Problem eines Arbeitsuchenden, der keine Beschäftigung gemäß seinen Suchkriterien findet. Ein solcher Mismatch kann verschiedene Gründe haben, wie zum Beispiel eine Diskrepanz zwischen dem angebotenen und dem geforderten Gehalt, der mangelnden Attraktivität eines Unternehmens oder Ausschlusskriterien, wie das Alter von potentiellen Bewerbern. Ein Fachkräfteengpass hingegen besteht, wenn für eine oder mehrere Berufsgruppen keine oder zu wenige Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und diese auch nicht substituiert werden können. Der Begriff Engpass impliziert dabei eine zeitliche Begrenzung des Zustandes. Wird der Terminus Fachkräftemangel benutzt, müssen die folgenden Kriterien erfüllt sein: zeitlich unbegrenzt, branchen- und berufsübergreifend und nicht ausschließlich regional begrenzt.
1. Einleitung und Hinführung: Die Einleitung beleuchtet den Paradigmenwechsel von der Massenarbeitslosigkeit hin zum Fachkräftemangel in der deutschen Debatte und führt die Relevanz der Ingenieure für die Industrie ein.
2. Methodik und Forschungsstand: Dieses Kapitel erläutert den deskriptiv-analytischen Ansatz der Arbeit und grenzt die Literatur zum Fachkräftemangel sowie zu Migrationstheorien ein.
3. Fachkräftemangel: Annäherung an ein komplexes Problem: Hier erfolgt eine definitorische Abgrenzung von Mismatch, Engpass und Mangel sowie eine erste Analyse der Ingenieurberufe und demografischer Entwicklungen.
4. Migrationstheorien: Das Kapitel strukturiert Theorien der internationalen Migration, unterteilt in klassische und neue Ansätze sowie nach angebots- und nachfrageorientierten Modellen.
5. Politische Steuerung von Migration: Deutschland und Kanada im Vergleich: Dieser Kernteil vergleicht die Zuwanderungssysteme beider Länder und analysiert das kanadische Punktesystem als Modell für die deutsche Politik.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, gibt einen Ausblick auf aktuelle Reformen wie die Blue Card und diskutiert die Schlussfolgerungen kritisch.
Fachkräftemangel, Fachkräfteengpass, Zuwanderungspolitik, Ingenieure, Deutschland, Kanada, Punktesystem, Migrationstheorien, Arbeitsmarkt, Demografischer Wandel, Humankapital, Hochqualifizierte, Arbeitsmarktintegration, Politische Steuerung, best practice
Die Arbeit untersucht, ob Zuwanderung als effektives Mittel genutzt werden kann, um drohende Fachkräfteengpässe in Deutschland zu mildern, unter besonderer Betrachtung der Ingenieurberufe.
Zentral sind der deutsche Arbeitsmarkt, die theoretischen Erklärungsmodelle für Migration sowie die konkrete Gestaltung und Steuerung der Einwanderungspolitik in Deutschland und Kanada.
Die Arbeit analysiert, ob die deutsche Zuwanderungspolitik in ihrer jetzigen Form geeignet ist, Fachkräfteengpässen entgegenzuwirken, und ob das kanadische Modell als "best practice" für Deutschland dienen kann.
Es wird ein deskriptiv-analytischer Ansatz verfolgt, der Daten zum Arbeitsmarkt interpretiert und eine vergleichende Studie (Systemvergleich) der Zuwanderungsgesetzgebungen beider Länder durchführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Definition des Fachkräftemangels, eine Darstellung der Migrationstheorien sowie einen detaillierten Vergleich der Zuwanderungsregulierungen, insbesondere des kanadischen Punktesystems mit der deutschen Rechtslage.
Schlüsselwörter sind insbesondere Fachkräftemangel, Zuwanderungspolitik, kanadisches Punktesystem, Ingenieurberufe und demografischer Wandel.
Der Autor stuft die deutsche Politik als eher restriktiv ein und sieht in den hohen bürokratischen Hürden und der starken Betonung formaler Bildungsnachweise erhebliche Barrieren, die das Land im internationalen Wettbewerb um Talente benachteiligen.
Kanada überzeugt durch ein transparentes, bedarfsorientiertes Punktesystem, das eine gezielte Auswahl von Zuwanderern nach Humankapitalkriterien ermöglicht, während Deutschland stärker an einer Politik des Schutzes vor Zuwanderung festhält.
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