Hausarbeit (Hauptseminar), 2012
27 Seiten, Note: 1,0
1. EINFÜHRUNG
2. ZUM VERHÄLTNIS VON VERGANGENHEITSBEWÄLTIGUNG UND ERINNERUNGSKULTUR – EINE BEGRIFFLICHE SYSTEMATISIERUNG
3. DIE BERLINER MAUER – VON ANFANG AN EINE IDEOLOGISCHE PROJEKTIONSFLÄCHE
4. ERINNERUNGEN AN DIE BERLINER MAUER – VERGANGENHEITSBEWÄLTIGUNG ZWISCHEN OSTALGIE UND MAUERTODEN
4.1 DIE JURISTISCHE VERGANGENHEITSBEWÄLTIGUNG
4.2 DIE GESELLSCHAFTLICH-MORALISCHE VERGANGENHEITSBEWÄLTIGUNG
5. (K)EINE SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der Vergangenheitsbewältigung in Deutschland nach 1989 mit einem spezifischen Fokus auf die Berliner Mauer und die damit verbundenen Maueropfer. Ziel ist es, Defizite bei der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit zu identifizieren und aufzuzeigen, wie unterschiedliche gesellschaftliche Erinnerungskulturen und der Umgang mit der Geschichte die heutige Wahrnehmung beeinflussen.
Die juristische Vergangenheitsbewältigung
Die juristische Vergangenheitsbewältigung stellt ein problematisches Feld dar. Es ist zum einen umstritten, ob Strafrechtsprozesse wegen Staatskriminalität möglich sind, zum anderen, ob es sinnvoll und nötig ist (vgl. König 1998: 382).
Zunächst zur Möglichkeit: Nach der Wiedervereinigung wurde der juristischen Untersuchung von Gerichten der Bundesrepublik immer wieder Siegerjustiz vorgeworfen (vgl. Schweizer 1998: 14). Dieser sehr allgemeine und oft durch die Täterseite hervorgebrachte Vorwurf konkretisiert sich juristisch in der Problematik des Rückwirkungsverbotes. Nach dem Grundgesetz ist es nur möglich, Straftaten zu ahnen, bei deren Ausführung deren Strafbarkeit gesetzlich bestimmt war (vgl. GG Art. 103, Abs 2).
Im Falle des Gebrauch von Schusswaffen mit Todesfolge an der Berliner Mauer bedeutete dies, dass die Verfahren gegen ehemalige Grenzsoldaten nur auf der Basis des DDR-Rechts stattfinden konnten. Hierbei war umstritten, ob der Gebrauch von Schusswaffen mit Todesfolge bei Fluchtversuchen an der Mauer durch den §27 des DDR-Grenzgesetzes gerechtfertigt werden konnte. Der Paragraph räumte einen verhältnismäßigen Gebrauch von Schusswaffen ein, insofern dadurch eine Straftat verhindert werden konnte. Dabei wurde Republikflucht als eine solche angesehen (vgl. Vollnhals 2011: 242). Folgt man dieser Gesetzeslage, wäre eine Verurteilung der Schützen nur schwer möglich gewesen. Dazu kommt, dass nicht nur das reine Gesetz, sondern auch die Rechtspraxis während der Herrschaft der SED relevant für eine Verurteilung gewesen wäre. Hier wurden Mauerschützen jedoch keineswegs bestraft, sondern sie wurden sogar ausgezeichnet und befördert (vgl. Schweizer 1998: 13).
1. EINFÜHRUNG: Die Einleitung beleuchtet anhand eines Online-Kommentars die kontroverse öffentliche Meinung zur DDR-Vergangenheit und definiert das Ziel der Arbeit, eine theoretische Grundlage für die Analyse der Vergangenheitsbewältigung im Kontext der Mauertoten zu erarbeiten.
2. ZUM VERHÄLTNIS VON VERGANGENHEITSBEWÄLTIGUNG UND ERINNERUNGSKULTUR – EINE BEGRIFFLICHE SYSTEMATISIERUNG: Dieses Kapitel systematisiert die zentralen Forschungsbegriffe und führt ein eigenes Modell der Vergangenheitsbewältigung ein, das als Analysegrundlage für die Arbeit dient.
3. DIE BERLINER MAUER – VON ANFANG AN EINE IDEOLOGISCHE PROJEKTIONSFLÄCHE: Es wird die Entstehung der Mauer sowie das System der Fluchtverhinderung durch das MfS und die SED-Propaganda analysiert, wobei der Fall Marinetta Jirkowsky beispielhaft die verschiedenen Maßnahmenebenen illustriert.
4. ERINNERUNGEN AN DIE BERLINER MAUER – VERGANGENHEITSBEWÄLTIGUNG ZWISCHEN OSTALGIE UND MAUERTODEN: Dieses Kapitel teilt sich in die juristische Aufarbeitung der Mauerschützenprozesse sowie die gesellschaftlich-moralische Auseinandersetzung durch Gedenkstätten und den Einfluss medialer Ostalgie.
5. (K)EINE SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Schlussbetrachtung bilanziert die bisherigen Erfolge und Defizite der Vergangenheitsbewältigung und leitet Thesen für eine gezieltere Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit ab.
Vergangenheitsbewältigung, Erinnerungskultur, Berliner Mauer, DDR, SED, Mauertote, Juristische Aufarbeitung, Ostalgie, Geschichtsbewusstsein, Gedenkstätten, Ideologie, Fluchtverhinderung, Politische Bildung, Gesellschaftliche Multiplikatoren, Erinnerungsschemata
Die Arbeit untersucht den Umgang der deutschen Gesellschaft mit der DDR-Vergangenheit, insbesondere im Kontext der Berliner Mauer und der Opfer, die bei Fluchtversuchen ums Leben kamen.
Die zentralen Themen umfassen die Systematisierung von Begriffen wie Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungskultur, die juristische Aufarbeitung der Mauerschützenprozesse sowie die gesellschaftlich-moralische Vermittlung dieser Geschichte durch Gedenkstätten und Medien.
Das Ziel ist es, die Defizite in der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit zu benennen und aufzuzeigen, warum trotz wissenschaftlicher Bemühungen die Ziele der Vergangenheitsbewältigung in weiten Teilen der Bevölkerung noch nicht vollständig verankert sind.
Es wird eine theoretische begriffliche Schematisierung entwickelt, die durch eine Prozessanalyse anhand von Quellen wie Stasi-Akten, medialem Material und empirischen Umfragewerten gestützt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die historische Analyse der Mauer als Instrument der Diktatur sowie die empirische Untersuchung der juristischen und gesellschaftlich-moralischen Bewältigungsprozesse.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind insbesondere Vergangenheitsbewältigung, Erinnerungskultur, Mauertote, Ostalgie und der Begriff des kollektiven Gedächtnisses.
Das Modell dient als analytisches Werkzeug, um die Vernetzung von Maßnahmen (wie Bestrafung von Tätern oder öffentliche Aufarbeitung) mit der Erinnerungskultur und verschiedenen Akteuren wie Institutionen, Tätern und Opfern zu verdeutlichen.
Die Gedenkstätte fungiert als exemplarisches Beispiel für einen aktiven Lernort, der versucht, die Geschichte authentisch zu vermitteln, wobei der Autor auch die Grenzen dieses Wirkkreises kritisch reflektiert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

