Bachelorarbeit, 2012
60 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung und Zielstellung
2. Was heißt es, über Rechtschreibwissen zu verfügen?
3. Die linguistische Basis - Grundlegende Prinzipien der Graphematik
3.1 Das phonographische Prinzip
3.1.1 Explizitlautung und Standardlautung
3.1.2 Das Phonemsystem des Deutschen
3.1.3 Das Graphemsystem des Deutschen
3.1.3 Graphem-Phonem-Korrespondenz-Regeln (GPK-Regeln)
3.2 Das silbische Prinzip
3.2.1 Der Silbenbau im trochäischen Zweisilber
3.2.2 Die Silbengelenkschreibung
3.2.3 Das silbeninitiale „h“
3.2.4 Das Dehnungs-h
3.2.5 Die Vokalgraphemverdopplung
3.2.6 Verschriftung des Phonems /ʀ/
3.3 Das morphologische Prinzip
3.3.1 Auslautverhärtung und Spirantisierung
3.3.2 Die Umlautschreibung
3.4 Zusammenwirken der Prinzipien am Beispiel der s-Schreibung
4. Konzepte zur Vermittlung von Rechtschreibwissen
4.1 Lernvoraussetzungen
4.2 Konzepte auf phonologischer Basis
4.2.1 Anlauttabellen und Lauttabellen
4.2.2 Schreibe, wie du sprichst
4.2.3 Sprich, wie du schreiben sollst
4.2.4 Verwendung von Reimwörtern
4.3. Silbenbasierte Konzepte
4.3.1 Die Blauen und die Roten (nach Spiegel)
4.3.2 „Langvokal oder Kurzvokal?“ - das ist hier die Frage
4.3.3 Bilde den prototypischen trochäischen Zweisilber - das Schlüsselwort
4.3.4 Das Häusermodell (nach Bredel)
4.4 Konzepte zum Einblick in das morphologische Prinzip
4.4.1 Stammerkennung – „Der Trick mit dem Knick“ (nach Bredel)
4.4.2 Umlautschreibung – Suche nach verwandten Wörtern
4.5 An der richtigen Stelle zweifeln lernen und Lösungsmöglichkeiten kennen
5. Kombinierte Anwendung ausgewählter Konzepte
6. Zusammenfassung
7. Ausblick
Die Arbeit untersucht linguistisch fundierte Konzepte zur Vermittlung von Rechtschreibwissen an Grundschüler. Das primäre Ziel ist es, den Schriftspracherwerb durch ein systemorientiertes Verständnis der deutschen Orthographie – statt durch das Auswendiglernen von Einzelfehlern – zu optimieren und Strategien zur erfolgreichen Rechtschreibvermittlung aufzuzeigen.
3.1.1 Explizitlautung und Standardlautung
Explizitlautung steht in engem Zusammenhang zum Schriftbild des Wortes. Sie setzt voraus, dass Wörter einzeln mit normaler Betonung so ausgesprochen werden, dass jeder Einzellaut alle funktionalen artikulatorischen Merkmale aufweist. Außerdem sind in der Explizitlautung alle Silben vorhanden und jeder Silbenkern ist ein Vokal. Eisenberg weist darauf hin, dass die Explizitlautung die Eigenschaften besitzt, die man als „wirkliche Lautform“ eines Wortes im Kopf hat und die genutzt wird, wenn wir scheinbar Dinge hören, die physikalisch nicht hörbar waren.28 Schriftkundige Personen sind somit in der Lage, akustisch wahrgenommene Standardlautungen wie [fy:ɐ̯]29, [mʊtɐ] oder [ʃʀaɪ̯bn̩]30 in die entsprechenden Explizitlautungen [fy:ɐ̯], [mʊtəʀ] bzw. [ʃʀaɪ̯bən] zu überführen und daraus die entsprechenden Phonemfolgen /fy:ʀ/, /mʊtəʀ/ bzw. /ʃʀaɪ̯bən/ zu bilden. Auf das dabei zugrunde liegende Phonemsystem soll im Folgenden kurz eingegangen werden.
1. Einleitung und Zielstellung: Einführung in die Problematik des Rechtschreibunterrichts und Zielsetzung der Arbeit zur Untersuchung systematischer Vermittlungskonzepte.
2. Was heißt es, über Rechtschreibwissen zu verfügen?: Erläuterung der Bedeutung von deklarativem versus prozeduralem Rechtschreibwissen für den Lernprozess.
3. Die linguistische Basis - Grundlegende Prinzipien der Graphematik: Darstellung der drei zentralen linguistischen Prinzipien: phonographisches, silbisches und morphologisches Prinzip.
4. Konzepte zur Vermittlung von Rechtschreibwissen: Vorstellung und kritische Analyse verschiedener methodischer Ansätze zur Vermittlung von Rechtschreibkompetenz.
5. Kombinierte Anwendung ausgewählter Konzepte: Praktische Demonstration der kombinierten Nutzung der vermittelten Konzepte anhand eines Beispieltextes.
6. Zusammenfassung: Fazit zur Notwendigkeit eines systemorientierten Rechtschreibunterrichts.
7. Ausblick: Diskussion der Grenzen der Wortschreibungsregularitäten und Hinweis auf weiterführende Ansätze für Groß- und Kleinschreibung sowie Interpunktion.
Rechtschreibwissen, Graphematik, Phonographisches Prinzip, Silbisches Prinzip, Morphologisches Prinzip, Orthographie, Schriftspracherwerb, Häusermodell, Lauttabelle, Standardlautung, Explizitlautung, Merkwörter, Mitsprechwörter, Nachdenkwörter, Rechtschreibstrategien.
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Basis des deutschen Schriftsystems und wie dieses Wissen effektiv zur Vermittlung von Rechtschreibkompetenz im Grundschulunterricht genutzt werden kann.
Die zentralen Felder sind die Graphematik (phonographisches, silbisches und morphologisches Prinzip), verschiedene methodische Vermittlungskonzepte sowie die Förderung der inneren Regelbildung bei Schreibanfängern.
Ziel ist es, Lehrerinnen und Lehrern Konzepte an die Hand zu geben, mit denen sie Schülerinnen und Schüler beim Rechtschreiblernen durch das Verstehen von Systemregularitäten statt durch reines Auswendiglernen unterstützen können.
Die Autorin stützt sich auf linguistische Theorien (insbesondere Eisenberg, Bredel, Spiegel) und analysiert, wie diese Konzepte in der Schulpraxis zur Anwendung kommen können.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Graphematik, die Vorstellung von Vermittlungskonzepten wie Anlauttabellen oder dem Häusermodell und eine kombinierte Anwendung dieser Ansätze an einem Beispieltext.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Graphematik, systemorientierte Vermittlung, Rechtschreibwissen und Schreibstrategien charakterisiert.
Das Häusermodell dient dazu, die Silbenstruktur des Deutschen visuell begreifbar zu machen, um so Muster wie offene und geschlossene Silben zur Herleitung korrekter Schreibungen nutzen zu können.
Das "Zweifeln" an der richtigen Stelle ist ein Zeichen für wachsendes orthographisches Wissen, da es zeigt, dass der Schüler erkennt, wann einfache lautbasierte Schreibungen nicht ausreichen und eine Strategieentscheidung notwendig ist.
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