Magisterarbeit, 2010
122 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 TRAUMA
2.1.1 Der Begriff des Traumas
2.1.2 Typen von Traumata
2.1.3 Phasen der Traumatisierung
2.1.4 Das kindliches Trauma und speziell die Vernachlässigung beim Kind
2.2 DIE ENTWICKLUNG DES KINDES UND SEINES BINDUNGSVERHALTENS
2.2.1 Bindung - ein Überblick
2.2.2 Das Bindungsverhalten des Kindes
2.2.3 Die Funktion und die Entwicklungsphasen des Bindungsverhaltens beim Kind
2.2.4 Die Bindungstypen
2.2.5 Die elterliche Bindung und deren Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung
2.3 DIE ENTWICKLUNG DES KINDES BEI EINWIRKUNG EINES TRAUMATISCHEN ERLEBNISSES
2.3.1 Formen von Gewalt an Kindern – Überblick und Klassifikation
2.3.2 Allgemeine Definitionen und statistische Zahlen
2.3.3 Erläuterungen und Diagnostische Einteilungen
2.3.4 Der rechtliche Rahmen in der Bundesrepublik Deutschland
2.3.5 Der Entwicklungsverlauf nach einem traumatischen Erlebnis durch Vernachlässigung
2.3.6 Folgen der Traumatisierung
2.3.7 Fallbeispiele zur Kindesvernachlässigung
FALLBEISPIEL 1:
FALLBEISPIEL 2:
3 DAS TRAUMATISIERTE KIND UND SEINE UMWELT
3.1 SICHERE BINDUNG ALS SCHUTZFAKTOR DER PSYCHISCHEN ENTWICKLUNG
3.1.1 Die Kauai–Längsschnittstudie
3.1.2 Empirische Befunde zur Bedeutung von Bindung
3.2 DIE WIRKUNG INTRA- UND EXTRAFAMILIÄRER FAKTOREN AUF DIE BINDUNGSENTWICKLUNG
4 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE
4.1 ZENTRALE ERGEBNISSE IN BEZUG AUF DIE SICHERE BINDUNG ALS SCHUTZFAKTOR
4.2 ZENTRALE ERGEBNISSE DER WIRKUNG INTRA- UND EXTRAFAMILIÄRER FAKTOREN
4.3 EINFLUSSFAKTOREN DER KINDLICHEN ENTWICKLUNG
4.3.1 Risikofaktoren
4.3.2 Schutzfaktoren
4.3.3 Resilienz
4.4 INTERVENTIONSMÖGLICHKEITEN
4.4.1 Die sozialpädagogischen Maßnahmen
4.4.2 Die psychologischen/therapeutische Maßnahmen
4.4.3 Die Elternarbeit
4.5 DIE TRAUMATHERAPIE
4.6 DAS „TRAUMA FIRST“ PROGRAMM
5 DISKUSSION
5.1 KRITISCHE BETRACHTUNG DER ZENTRALEN ERGEBNISSE
5.2 DIE BEDEUTUNG DER MUTTER-KIND-BEZIEHUNG
5.3 BEHANDLUNGSRAHMEN VON TRAUMAFOLGESTÖRUNGEN BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN
5.4 RISIKO- UND SCHUTZFAKTOREN: MIKROSOZIALE FAKTOREN VS. MAKROSOZIALE FAKTOREN
5.5 KRITIK AN LÄNGSSCHNITTSTUDIEN- DIE DUNKELFELDANALYSE ALS ALTERNATIVE?
5.6 DIE VEREINBARKEIT DER BINDUNGSBEDÜRFNISSE DER ELTERN VS. DENEN DES KINDES
5.7 AUSBLICK
5.7.1 Sekundäre Traumatisierung
5.7.2 Die Vater-Kind-Bindung
5.8 SCHLUSSWORT
Diese Magisterarbeit untersucht die Auswirkungen traumatischer Kindheitserlebnisse, insbesondere der Vernachlässigung, auf die kindliche Bindungsentwicklung. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob sich ein Kind trotz traumatischer Erfahrungen gesund entwickeln kann und welche protektiven Faktoren sowie Interventionen dazu beitragen, eine sichere Bindungsentwicklung zu fördern.
2.1.2 Typen von Traumata
Ein traumatisches Ereignis kann auf vielfältige Weise hervorgerufen werden, somit ist es notwendig, eine etwas genauere Einteilung vorzunehmen. Traumata lassen sich in drei größere Gruppen klassifizieren. Zum einen gibt es die menschlich verursachten Traumata. Hinzu kommen zufällige Traumata und, bezogen auf die Dauer, wird zwischen kurz- und langfristigen Traumata differenziert. Die menschlich verursachten Traumata beinhalten sexuelle und körperliche Misshandlungen in der Kindheit, kriminelle und familiäre Gewalt, Vergewaltigungen, Kriegserlebnisse, zivile Gewalterlebnisse, Folter und politische Inhaftierung, sowie Massenvernichtung. Unter den zufälligen Traumata versteht man Katastrophen, berufsbedingte Traumata und Unfalltraumata. Damit sind zum Beispiel Naturkatastrophen, technische Katastrophen, Arbeitsunfälle und Verkehrsunfälle gemeint (Maercker, 2003).
Traumatische Ereignisse können von kurzer Dauer oder von längerer Fortdauer sein. Sie lassen sich somit in zwei Typen von Traumata einteilen. Dem Traumatyp I und dem Typ II. Aufgestellt wurde diese Differenzierung durch Terr (1995). Eine Traumatisierung des Typs I ist gekennzeichnet durch eine klare zeitliche Begrenzung. Es handelt sich um ein kurzlebiges Ereignis, welches unerwartet eintritt und akute Lebensgefahr beinhaltet. Dieser Traumatisierungstyp hat einen deutlich erkennbaren Anfang, sowie ein klares Ende. Naturkatastrophen, Unfälle, technische Katastrophen und kriminelle Gewalttaten wie Überfälle werden hier eingeordnet. Eine Traumatisierung nach Typ II ist gekennzeichnet durch Einzelereignisse, die sich entweder wiederholen, fortlaufen oder mehrmalig auftreten. In solchen Fällen scheint es auch nicht möglich zu sein, einen gewissen Rahmen des Geschehens vorher zu sagen. Im Zuge dieser Ereignisse kann es zu Prozessen der Anpassung kommen. Denn die betroffene Person versucht, die traumatische Situation für sich selbst erträglich zu machen, sowohl auf der Gefühlsebene, als auch auf der Verhaltensebene. Folgen, die eine solche Art der Traumatisierung mit sich zieht, sind zumeist viel tiefgründiger. Besonders problematisch kann es also werden, wenn ein traumatisches Erlebnis bereits in frühester Kindheit stattfindet, denn die weitere Entwicklung des Kindes kann hierdurch stark beeinflusst werden (Hausmann, 2006).
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Kindesvernachlässigung und Definition des Forschungsgegenstands sowie der Zielsetzung.
2 THEORETISCHER HINTERGRUND: Umfassende theoretische Auseinandersetzung mit dem Traumabegriff, der kindlichen Bindungsentwicklung und den spezifischen Auswirkungen von Vernachlässigung.
3 DAS TRAUMATISIERTE KIND UND SEINE UMWELT: Untersuchung der Bedeutung von sicherer Bindung und externen Faktoren für die psychische Widerstandsfähigkeit traumatisierter Kinder.
4 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE: Zusammenführung der Erkenntnisse über Schutzfaktoren, Resilienz und die Effektivität verschiedener Interventions- und Therapiekonzepte.
5 DISKUSSION: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Bedeutung der Bindung, Behandlungsansätze sowie Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Traumatisierung, Kindesvernachlässigung, Bindungstheorie, Resilienz, Schutzfaktoren, Psychische Entwicklung, Traumatherapie, Kindeswohl, Bindungsstörungen, Kindheit, Längsschnittstudien, Posttraumatische Belastungsstörung, Prävention, Elternarbeit, Psychosoziale Faktoren
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen von traumatischen Ereignissen, speziell Vernachlässigung, auf die kindliche Entwicklung und die Bindungsfähigkeit.
Die Schwerpunkte liegen auf der Bindungstheorie, der Bedeutung von Schutzfaktoren für die Resilienz und den verschiedenen Formen der Gewaltanwendung gegen Kinder.
Ziel ist es zu klären, unter welchen Bedingungen sich ein traumatisiertes Kind gesund entwickeln kann und welche Rolle unterstützende Bezugspersonen dabei spielen.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, wertet Längsschnittstudien aus und diskutiert aktuelle Forschungsergebnisse sowie Interventionsmodelle.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Trauma und Bindung, die Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren sowie die Erörterung konkreter therapeutischer und pädagogischer Interventionsmöglichkeiten.
Zentrale Begriffe sind Resilienz, Vernachlässigung, Bindungstheorie, Kindeswohl, Schutzfaktoren und die Wirksamkeit von therapeutischen Ansätzen.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass eine sichere Bindung zu einer Bezugsperson außerhalb der Herkunftsfamilie als entscheidender Schutzfaktor fungieren und die traumatischen Erfahrungen kompensieren kann.
Das Programm wird als innovativer, neuer Ansatz hervorgehoben, da es gezielt ambulante Strukturen nutzt und eine interdisziplinäre Kooperation, etwa durch die Einbindung von Kinderärzten, fördert.
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