Hausarbeit, 2012
55 Seiten
1. Entwicklung eines heilpädagogischen Handlungskonzepts für junge Erwachsene im Wachkoma der Phase F
1.1 Einleitung
1.2 Junge Erwachsene im Wachkoma der Phase F
1.2.1 Entstehung, Ursachen und Diagnose
1.2.2 Entwicklung und Prognose
1.2.3 Erschwerte (Lebens)Bedingungen für Patienten in Phase F
1.3 Begründung und Legitimität von heilpädagogischer Intervention
1.4 Geeignete interdisziplinäre und rehabilitative Maßnahmen
1.4.1 Das Affolter-Modell
1.4.2 Physiotherapie
1.4.3 Ergotherapie
1.4.4 Logopädie
1.4.5 Basale Stimulation in der Pflege
1.4.6 Kinästhetik
1.4.7 Musiktherapie
1.5 Ausblick
2. Musiktherapie als heilpädagogische Angebotsplanung für junge Erwachsene im Wachkoma der Phase F
2.1 Einleitung
2.2 Musiktherapie
2.3 Musiktherapie zur Steigerung der Lebensqualität für junge Erwachsene im Wachkoma der Phase F
2.4 Angebotsplanung
2.4.1 Formulierung des Richtziels
2.4.2 Die Einheiten der Angebotsplanung
2.5 Ausführliche Darstellung einer exemplarischen Einheit
2.6 Fazit
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein heilpädagogisches Handlungskonzept für junge Erwachsene im Wachkoma der Phase F zu entwickeln und dieses durch eine konkrete, musiktherapeutisch orientierte Angebotsplanung zu ergänzen, um die Lebensqualität der Patienten durch gezielte Förderung zu verbessern.
1.4.1 Das Affolter-Modell
Das Affolter-Modell gehört sicher zu den wichtigsten Therapiekonzepten für junge Erwachsene im Wachkoma der Phase F. Das Affolter-Modell beruht auf der Annahme, dass ein Mensch durch die Auseinandersetzung mit der Umwelt, im Rahmen von Alltagsgeschehnissen […], zum Wissen gelangt, wie die Beziehung zwischen seinem Körper und der Umwelt beschaffen ist. Ziel ist es, eine Verbesserung der Wahrnehmungsorganisation zu erreichen. Dies geschieht über gespürte Interaktion. Dabei ist Interaktion so zu erklären, dass der Wortbestandteil „Inter“ und der Wortbestandteil „aktion“ für „zwischen“ und „aktion“ (im Sinne von Geschehen) zu verstehen ist. Es geschieht (die Aktion) durch spüren (auch im Sinne von wahrnehmen). Etwas ist zwischen mir und meiner Umwelt.
Es findet also eine wechselseitige Aktivität zwischen der Person und der Umwelt statt. Da das Affolter-Modell ursprünglich auf die Entwicklungspsychologie nach Piaget zurückzuführen ist, werden diese wechselseitigen Prozesse als Geschehnisse der Assimilation und Akkomodation bezeichnet. Durch die Hirnschädigung können die Betroffenen Informationen aus ihrer Umwelt nur unzureichend suchen, aufnehmen und verarbeiten. Das Affolter-Modell unterstützt den Patienten, durch Führen, bei dieser Arbeit. Durch geführte Intervention bei Wachkomapatienten in Phase F können beispielsweise folgende Reaktionen wahrgenommen werden: Änderung der Atmung, Augenbewegungen/ Änderung des Blickverhaltens, Änderung der Mimik (verzerrt, entspannt, lächeln etc.), Lautieren, Weinen, Schreien, Änderung des Speichelflusses und weitere Reaktionen. Innerhalb der gespürten Interaktion werden das Verhalten der Patienten bzw. die eingetretenen Veränderungen beobachtet. So ist es möglich auf die Ressourcen des Patienten einzugehen.
1. Entwicklung eines heilpädagogischen Handlungskonzepts für junge Erwachsene im Wachkoma der Phase F: Dieses Kapitel erläutert das medizinische Krankheitsbild des Wachkomas, begründet die heilpädagogische Intervention bei schwerstmehrfachbehinderten Personen und stellt verschiedene interdisziplinäre Therapieansätze vor.
2. Musiktherapie als heilpädagogische Angebotsplanung für junge Erwachsene im Wachkoma der Phase F: Dieser Teil vertieft die Musiktherapie als rehabilitative Methode, beschreibt deren Einsatz zur Steigerung der Lebensqualität und entwirft eine strukturierte, exemplarische Angebotsplanung für die heilpädagogische Praxis.
Wachkoma, Phase F, Heilpädagogik, Musiktherapie, Rehabilitation, Interdisziplinarität, Lebensqualität, Basale Stimulation, Affolter-Modell, Kinästhetik, Beziehungsgestaltung, Angebotsplanung, Kommunikation, Körperwahrnehmung, Schwerstmehrfachbehinderung
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines heilpädagogischen Handlungskonzepts und einer konkreten Angebotsplanung für junge Erwachsene, die sich im Wachkoma der Phase F befinden.
Zentrale Themen sind die medizinischen Grundlagen des apallischen Syndroms, die Begründung heilpädagogischer Interventionen, die Darstellung interdisziplinärer Rehabilitationsmethoden sowie die musiktherapeutische Angebotsplanung.
Das primäre Ziel ist es, dem Patienten durch gezielte Förderung Möglichkeiten zur Körper- und Selbsterfahrung zu geben und die Interaktion mit der Umwelt zu ermöglichen, um so die Lebensqualität zu steigern.
Es wird eine strukturierte, theoriegeleitete Angebotsplanung erstellt, die auf einer umfassenden Anamnese basiert und die Musiktherapie als zentrales rehabilitatives Medium integriert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit dem Wachkoma und der Bedeutung der Heilpädagogik sowie in einen praxisorientierten Teil, der eine exemplarische Förderreihe für einen spezifischen Patienten darstellt.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Wachkoma (Phase F), heilpädagogische Intervention, Musiktherapie, Lebensqualität und interdisziplinäre Rehabilitation beschreiben.
Die Festlegung auf junge Erwachsene zwischen 18 und 27 Jahren ist eine persönliche Interessenswahl des Autors, wobei die therapeutischen Grundsätze grundsätzlich für alle Altersgruppen identisch sind, sich jedoch in der Ausgestaltung unterscheiden können.
Musiktherapie dient als Medium zur nonverbalen Beziehungsgestaltung, zur emotionalen Stabilisierung, zur Förderung der Sinneswahrnehmung und bietet eine Möglichkeit zur Kommunikation, auch wenn der Patient verbal nicht erreichbar erscheint.
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