Doktorarbeit / Dissertation, 1992
345 Seiten
I Theoretische Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes
1. Das Gesellschaftsystem der UdSSR in den 80er Jahren
1.1 Die Auslandseinflüsse
1.2 Das Wirtschaftssystem
1.3 Das sozio-kulturelle System
1.4 Das politische System
2. Ordnungspolitische Konzeption und Systemwandel
2.1 Die wirtschaftspolitische Konzeption
2.2 Der rationale Zusammenhang
2.3 Die wirtschaftspolitische Konzeption im Transformationsprozeß eines Wirtschaftssystems
3. Zusammenfassung
II Die wirtschaftspolitische Konzeption des Sozialismus
1. Die vorrevolutionären Jahre
1.1 Die russische Wirtschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts
1.2 Der revolutionäre Kollektivismus der Bolschewiki
2. Der Kriegskommunismus (1918-1920)
3. Die Neue Ökonomische Politik (1921-1928)
4. Der Stalinismus (1929-1956)
5. Der "Entwickelte Sozialismus" (1956-1985)
5.1 Die Reform von 1957
5.2 Die Reform von 1965
5.3 Die Reformen der 70er Jahre
6. Die wirtschaftspolitische Konzeption in der Sowjetunion in den 80er Jahren
6.1 Die wirtschaftspolitischen Ziele
6.2 Die Planungsordnung der Binnen- und Außenwirtschaft
6.3 Die Eigentumsordnung
6.4 Die wirtschaftspolitischen Methoden
7. Zusammenfassung
III Die Veränderungen der wirtschaftspolitischen Konzeption in der UdSSR von 1985-1991
1. Die wirtschaftliche Situation der Sowjetunion Mitte der 80er Jahre
1.2 Probleme der sowjetischen Statistik
2. Das Kollektivprinzip
2.1 Ideologiewandel in Wissenschaft und Lehre
2.2 Der Parteiapparat
2.2.1 Das Selbstverständnis der Partei
2.2.2 Das Herrschaftsmonopol des Parteiapparates
2.2.3 Der Machtverfall der KPdSU im Gesellschaftssystem der UdSSR
2.3 Die Einstellung der Bevölkerung zu ausgewählten Fragen
3. Der Zielwandel in der sowjetischen Wirtschaftspolitik
4. Die Strukturveränderungen in der Wirtschaftsordnung der UdSSR
4.1 Die Planungsordnung
4.1.1 Materialplanung und Volkswirtschaftsplan
4.1.2 Monetäre Planung und Preisbildung
4.2 Die Eigentumsordnung
4.2.1 Individuelle Arbeitstätigkeit und privates Unternehmertum
4.2.2 Das Kollektiveigentum
4.2.3 Staatseigentum und Pachtbeziehungen
4.3 Die Ordnung der Außenwirtschaft
4.3.1 Außenhandelsrechte und Direktinvestitionen von Auslandskapital
4.3.2 Die Konvertibilität des Rubels
5. Der Wandel der Steuerungsmethoden in der sowjetischen Wirtschaftspolitik
6. Zusammenfassung
IV Die Programmdiskussion von 1989 bis 1991
1. Wirtschaftspolitisches Programm und wirtschaftspolitische Konzeption im Transformationsprozeß: Funktionen und Kriterien
2. Der Verlauf der Programmdiskussion
3. Ordnungstheoretische Grundpositionen der Reformprogramme
4. Die Durchführung der Reformschritte im Vergleich
5. Zusammenfassung und Bewertung
V Die territoriale Desintegration der Unionswirtschaft
1. Wirtschaftspolitische Aspekte der territorialen Desintegration
1.1 Die Desintegration der Planungsordnung
1.2 Die Desintegration der Eigentumsordnung
1.3 Die Desintegration der Außenwirtschaftsordnung
2. Theoretische Aspekte der territorialen Desintegration
3. Unionsvertrag und wirtschaftspolitisches Reformprogramm
4. Zusammenfassung
VI Der Wandel der Eigentumsordnung in der Russischen Föderation
1. Theoretische Aspekte der Privatisierung im Transformationsprozeß
1.1 Die Privatisierung im weiteren Sinne
1.2 Die Privatisierung im engeren Sinne
1.2.1 Die Ausgestaltung der Eigentumsrechte im Unternehmen
1.2.2 Ziele und Kriterien des Privatisierungsprozesses
1.2.3 Die Privatisierungsstrategien
1.2.3.1 Die Bereiche der Privatisierung
1.2.3.2 Die Träger der Privatisierung
1.2.3.3 Alternative Privatisierungsverfahren
2. Privatisierungskonzeptionen der russischen Regierung
2.1 Grundlagen und konzeptionelle Entwürfe der Privatisierung
2.2 Die Bedeutung der Privatisierung im neuen Wirtschaftsprogramm
2.3 Konzeptionelle Änderungen im Privatisierungsprogramm
3. Der Beginn der Privatisierung - ausgewählte Beispiele
3.1 Die Kleine Privatisierung in Moskau
3.1.1 Die Privatisierung des Moskauer Wohnungswesens
3.1.2 Die Privatisierung des Moskauer Einzelhandels
3.1.3 Erste Schlußfolgerungen aus dem Privatisierungsprozeß in Moskau
3.2 Die Große Privatisierung
3.2.1 Die "spontane" Privatisierung am Beispiel von KamAS
3.2.2 Die Privatisierung am Beispiel von AwtoBAS
4. Zusammenfassung und Ausblick
VII Theoretische Forschungsergebnisse
Die Arbeit analysiert den fundamentalen Wandel der wirtschaftspolitischen Konzeption des sowjetischen sozialistischen Wirtschaftssystems, um die kausalen Wechselwirkungen zwischen Reformschritten und der wirtschaftlichen Entwicklung sowie die sich daraus ergebenden Maßstäbe für eine neue Wirtschaftsordnung aufzuzeigen.
Ordnungspolitische Konzeption und Systemwandel
Ausgangspunkt der vorangegangenen Beschreibung des sowjetischen Gesellschaftssystems war die Überlegung gewesen, daß die Ursachen der beobachtbaren Instabilität des Gesamtsystems grundsätzlich in vier Bereichen zu finden waren. Wie bereits angedeutet wurde und im Einzelnen noch gezeigt werden wird, resultierten die Instabilitäten der jeweiligen Subsysteme in der UdSSR primär aus dem historisch-ideologischen Herrschaftsverständnis der KPdSU, der es im Verlauf ihrer Geschichte gelang, ihren Herrschaftsanspruch in praktisch allen gesellschaftlichen Bereichen auszubauen und zu sichern. Eine zentrale Bedeutung kam dabei der Kontrolle über das wirtschaftliche Geschehen zu. Der sozialistische Staat, von der KPdSU entworfen und instrumentalisiert, konnte daher als das "zentrale Wirtschaftsorgan der sozialistischen Gesellschaft" oder als "unmittelbarer Organisator der gesellschaftlichen Produktion" bezeichnet werden.
Diese spezifische, ideologisch motivierte Verflechtung politischer Herrschaftsausübung mit der Kontrolle des gesamten wirtschaftlichen Geschehens steht im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit. Damit werden bewußt wesentliche Aspekte des politischen Teilsystems mit in die Analyse des Wirtschaftssystems einbezogen, allerdings nur insoweit, als sie entscheidenden, unmittelbaren Einfluß auf das wirtschaftliche Geschehen besitzen. Herausgearbeitet werden sollen insbesondere die Veränderungen, die das so abgegrenzte Wirtschaftssystem der UdSSR in den letzten Jahren erfahren hat; dazu ist es jedoch erforderlich, zunächst die Entstehung, Entwicklung und den Ausbau des Wirtschaftssystems der Sowjetunion - in der gebotenen Kürze - zu analysieren, um einen Beurteilungsmaßstab für jüngst erfolgte Veränderungen zu erhalten. Der Erfolg dieser Vorgehensweise hängt offensichtlich in hohem Maße von der Wahl des theoretischen Instrumentariums ab.
I Theoretische Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes: Dieses Kapitel begründet den theoretischen Ansatz einer "wirtschaftspolitischen Konzeption", um das sowjetische Wirtschaftssystem und dessen Instabilität systematisch analysieren zu können.
II Die wirtschaftspolitische Konzeption des Sozialismus: Hier werden die historischen Ursprünge, Ziele und Methoden der sowjetischen Zentralverwaltungswirtschaft von den Anfängen bis in die 80er Jahre nachgezeichnet.
III Die Veränderungen der wirtschaftspolitischen Konzeption in der UdSSR von 1985-1991: Dieses Kapitel untersucht die Reformprogrammatik der Administration Gorbatschow, den Machtverlust der KPdSU und die strukturellen Veränderungen in Planung und Eigentumsordnung.
IV Die Programmdiskussion von 1989 bis 1991: Eine Analyse der konkurrierenden Reformprogramme (u.a. Schatalin-Programm) und der schwierigen Suche nach einem neuen wirtschaftspolitischen Kurs.
V Die territoriale Desintegration der Unionswirtschaft: Die Arbeit beschreibt hier den Zerfall der zentralen Wirtschaftsverwaltung zugunsten republikanischer Souveränitätsansprüche.
VI Der Wandel der Eigentumsordnung in der Russischen Föderation: Dieses Kapitel fokussiert auf die Privatisierungstheorie und konkrete Schritte zur Einführung von Privateigentum am Beispiel von Klein- und Großunternehmen.
VII Theoretische Forschungsergebnisse: Abschließende Bewertung der Ergebnisse und Reflexion über die Anwendbarkeit des theoretischen Modells auf Transformationsprozesse.
Sowjetunion, UdSSR, Wirtschaftspolitik, Ordnungstheorie, Systemwandel, Transformation, Planwirtschaft, Privatisierung, Eigentumsordnung, Kollektivprinzip, KPdSU, Reformen, Marktwirtschaft, Wirtschaftsordnung, Russische Föderation.
Die Arbeit untersucht den fundamentalen wirtschaftspolitischen Wandel der Sowjetunion sowie deren Transformation hin zu einer marktwirtschaftlichen Ordnung, wobei ein ordnungstheoretischer Ansatz gewählt wird, um die komplexen Prozesse zu strukturieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der sowjetischen Wirtschaftsordnung, der Rolle des Staates und der KPdSU, den Reformbemühungen ab 1985, der territorialen Desintegration der Unionswirtschaft und der Privatisierung in der Russischen Föderation.
Ziel ist die systematische Analyse der Faktoren, die zur Erstarrung und schließlich zum Zusammenbruch des sowjetischen Gesellschafts- und Wirtschaftssystems führten, sowie die Einordnung der nachfolgenden Transformationsprogramme.
Der Autor nutzt das Instrumentarium der deutschen Ordnungstheorie, insbesondere das Konzept der "wirtschaftspolitischen Konzeption", um die normativen Ziele und positiven Strukturen der sowjetischen Wirtschaftspolitik zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Analyse der sozialistischen Konzeption, die Untersuchung der Reformschritte ab 1985, die territoriale Desintegration der Unionswirtschaft und schließlich die spezifischen Privatisierungskonzeptionen in der Russischen Föderation.
Neben den Kernbegriffen wie Transformation und Systemwandel stehen Begriffe wie "Kollektivprinzip", "Privatisierung", "Planungsordnung" und "Zentralverwaltungswirtschaft" im Mittelpunkt.
Der Autor zeigt auf, wie das Herrschaftsmonopol der Partei und deren ideologische Fixierung das Wirtschaftshandeln blockierten, was letztlich dazu führte, dass die Partei selbst durch den Reformdruck in einen Machtverlust geriet.
Der Autor argumentiert, dass ein schnelles Privatisierungstempo zwar theoretisch wünschenswert ist, um Wettbewerbsstrukturen zu schaffen, dies jedoch durch politische Widerstände und die schwierige Ausgangslage (Monopolstrukturen, Altschulden) in der Realität stark verlangsamt wurde.
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