Diplomarbeit, 2004
176 Seiten, Note: 1,0
Vorwort
Einleitung
I. Geschlechtsunterschiede in Mathematik
I.1 Die Ungleichheit der Geschlechter in Bezug auf Mathematik
I.2 Die Problematik von Geschlechtsunterschieden in Mathematik
I.3 Geschlecht als Gegenstand der Forschung
I.3.1 „Sex“ und „Gender“
I.3.2 Anlage oder Umwelt?
I.3.3 Ideologie und Wissenschaft
I.3.4 „Sex Bias“
I.4 Die Erforschung von Geschlechtsunterschieden in Mathematik
I.4.1 Geschlechtsunterschiede und Wissenschaftstheorie
I.4.2 Was sind Geschlechtsunterschiede in Mathematik?
I.4.3 Forschungsmethoden
I.4.4 Die Beschreibung von Forschungsbefunden
I.4.5 Die Interpretation von Forschungsergebnissen
I.5 Was wird in dieser Arbeit untersucht?
II. Geschlechtsunterschiede in der Mathematikleistung
II.1. Mathematisches Leistungsniveau
II.1.1 Hochbegabung
II.1.2 Lernschwierigkeiten und Rechenschwäche
II.1.3 Kritische Einwände und Diskussion
II.1.4 Zusammenfassung
II.2 Alters- und Entwicklungsabhängigkeit
II.3 Partielle Stärken und Schwächen
II.4 Leistungstests und Schulnoten
II.5 Internationaler Vergleich
II.6 Zusammenfassung und Diskussion
III. Geschlechtsunterschiede in kognitiven Voraussetzungen
III.1 Intelligenz
III.2 Verbale Fähigkeiten
III.3 Räumlich-visuelle Fähigkeiten
III.4 Quantitative Fähigkeiten
III.5 Sonstige kognitive Faktoren
III.6 Mathematik und Begabung
III.7 Zusammenfassung
IV. Geschlechtsunterschiede in Persönlichkeitsvariablen
IV.1 Allgemeine Persönlichkeitsunterschiede
IV.2 Einstellungen und Interesse
IV.3 Selbstvertrauen, Fähigkeitsselbstkonzept und Motivation
IV.3.1 Selbstvertrauen
IV.3.2 Fähigkeitsselbstkonzept
IV.3.3 Motivation
IV.3.4 Zusammenfassung
IV.4 Geschlechterstereotype und Geschlechtsrollenidentität
IV.4.1 Geschlechterstereotype
IV.4.2 Geschlechtsrollenidentität
IV.4.3 Befunde
IV.4.4 Zusammenfassung und Diskussion
IV.5 Zusammenfassung Persönlichkeitsunterschiede
V. Zusammenfassung und Diskussion
V.1 Übersicht über die angeführten Befunde
V.2 Zusammenfassung der gefundenen Geschlechtsunterschiede
V.3 Der Einfluss von kognitiven Voraussetzungen und Persönlichkeitsvariablen auf die Mathematikleistung
V.4 Bedeutung und Konsequenzen aus pädagogischer Sicht
V.5 Offene Fragen und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Phänomen der geschlechtsabhängigen Leistungsunterschiede im Fach Mathematik. Das primäre Ziel ist es, ein wissenschaftlich fundiertes Bild dieser Unterschiede zu zeichnen, indem die Rolle kognitiver Voraussetzungen sowie Persönlichkeitsvariablen kritisch beleuchtet und in den Kontext pädagogischer Erziehung und Ausbildung gestellt wird.
I.4.1 Geschlechtsunterschiede und Wissenschaftstheorie
Wissenschaft kann sich nicht damit zufrieden geben, Individuen miteinander zu vergleichen. Sie will herausfinden, inwiefern bestimmte Unterschiede für eine Gruppe von Merkmalsträgern zutreffen und ob sie möglicherweise für die Geschlechtergruppen insgesamt gelten: Sind z.B. Mädchen manchmal unterrepräsentiert in Hochbegabtengruppen, oder werden sie allgemein seltener als hochbegabt erkannt? Ist dies überall so, oder nur in manchen Städten bzw. Ländern?
Wissenschaft will außerdem die Ursachen dieser Unterschiede verstehen: Sind Mädchen deshalb seltener in Hochbegabtengruppen anzutreffen, weil sie weniger intelligent sind – oder weil die gesellschaftliche Wahrnehmung hinsichtlich Hochbegabung selektiv ist und Mädchen häufiger „übersieht“? Oder schaffen die gängigen Kriterien für Hochbegabung einseitige Auslesebedingungen zum Nachteil von Mädchen?
Ziel aller Forschung ist dabei stets, zu möglichst allgemein gültigen Aussagen über die Art und Beschaffenheit von Geschlechtsunterschieden und über ihre Ursachen zu kommen, z.B.: „Mädchen sind deshalb seltener in Hochbegabtengruppen anzutreffen, weil Begabung bei Mädchen seltener erkannt wird. Tatsächlich gibt es genauso viele hochbegabte Mädchen wie Jungen.“
Aussagen wie diese sind allerdings in der Geschlechterforschung aus zwei Gründen praktisch nicht haltbar. Zum einen gibt es im Bereich der Psychologie so gut wie keine unikausalen Zusammenhänge. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass ein geringer Mädchenanteil in Hochbegabtengruppen durch einen Faktor alleine erklärt wird. Zum anderen können aus wissenschaftstheoretischen Gründen Aussagen über die Wirklichkeit immer nur einen Wahrscheinlichkeitsgrad ausdrücken. Zum Beispiel kann eine Aussage wie „Mädchen sind grundsätzlich seltener hochbegabt“ empirisch nie bewiesen werden, da es unmöglich ist, alle Mädchen und Jungen miteinander zu vergleichen (Halpern 1986: 24). Und selbst, wenn man eine große repräsentative Gruppe von Jungen und Mädchen ohne weiteres auf Hochbegabung testen und ihre Ergebnisse miteinander vergleichen kann, erlaubt dieser empirische Befund doch immer nur eine Aussage darüber, welches Ergebnis ein Leistungsvergleich unter ganz bestimmten räumlich-zeitlichen Bedingungen mit ganz bestimmten Erhebungsmethoden vorgenommen an ganz bestimmten Personen erbracht hat.
I. Geschlechtsunterschiede in Mathematik: Dieses Kapitel führt in die Grundlagen der Forschung zu Geschlechtsunterschieden ein, erläutert zentrale Begrifflichkeiten wie „Sex“ und „Gender“ und reflektiert die Problematik der Ideologieanfälligkeit in diesem Forschungsfeld.
II. Geschlechtsunterschiede in der Mathematikleistung: Hier werden Befunde zu mathematischen Leistungen in verschiedenen Altersstufen und Leistungsniveaus zusammengetragen, wobei insbesondere die Diskrepanz zwischen Testleistungen und Schulnoten diskutiert wird.
III. Geschlechtsunterschiede in kognitiven Voraussetzungen: Dieses Kapitel untersucht, inwiefern Faktoren wie Intelligenz, räumlich-visuelle oder verbale Fähigkeiten als kognitive Grundlagen die beobachteten Leistungsunterschiede erklären können.
IV. Geschlechtsunterschiede in Persönlichkeitsvariablen: Der Fokus liegt hier auf psychologischen Faktoren wie Selbstvertrauen, Motivation und Geschlechtsrollenidentität, die als Mediatoren für den mathematischen Erfolg von Mädchen und Jungen fungieren.
V. Zusammenfassung und Diskussion: Das abschließende Kapitel ordnet die zentralen Befunde, reflektiert die pädagogische Bedeutung und stellt eine Synthese der Erklärungsansätze für die beobachteten Geschlechtsunterschiede dar.
Mathematikleistung, Geschlechtsunterschiede, Hochbegabung, Rechenschwäche, Geschlechterstereotype, Kognitive Voraussetzungen, Selbstvertrauen, Fähigkeitsselbstkonzept, Sozialisation, Mathematischer Unterricht, Geschlechtsrollenidentität, Empirische Bildungsforschung, Psychologie, Motivation, Leistungstests.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Frage, warum Mädchen in Mathematik häufig schlechtere Leistungen erzielen als Jungen oder warum sie in bestimmten Begabtenförderprogrammen unterrepräsentiert sind, und analysiert die Hintergründe dieser Beobachtungen.
Die Arbeit gliedert sich in die Bereiche der mathematischen Leistung, kognitiver Voraussetzungen (wie räumliches Denken) sowie Persönlichkeitsvariablen (wie Selbstvertrauen und Geschlechterrollen).
Ziel ist es, ein wissenschaftlich fundiertes Verständnis für geschlechtsabhängige Unterschiede in der Mathematikleistung zu entwickeln und aufzuklären, inwieweit diese durch biologische oder sozialisationstheoretische Faktoren bedingt sind.
Der Autor führt eine Literatur- und Analysearbeit durch, bei der er bestehende empirische Forschungsergebnisse, Meta-Studien und wissenschaftliche Theorien sichtet, zusammenführt und kritisch diskutiert.
Der Hauptteil analysiert detailliert, wie mathematische Leistungen gemessen werden, welche Rolle Intelligenz und räumliche Fähigkeiten spielen und wie sich Einstellungen, Selbstkonzepte und Stereotype auf das Lernverhalten auswirken.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Mathematikleistung, Geschlechtsunterschiede, Geschlechterstereotype, Selbstvertrauen, kognitive Fähigkeiten und Bildungsforschung beschreiben.
Dies deutet auf eine Veränderung der Interessen und des Selbstkonzepts im Laufe der Pubertät hin, bei der gesellschaftliche Stereotype, die Mathematik als „männliches Fach“ definieren, zunehmend an Einfluss gewinnen.
Die Arbeit diskutiert, dass das Erreichen von Spitzenleistungen in einem als männlich wahrgenommenen Fach für Mädchen mit sozialen Konflikten oder Ängsten verbunden sein kann, was ihre Motivation hemmen kann.
Ein hohes fachbezogenes Selbstvertrauen ist eine der stärksten Determinanten für mathematischen Erfolg. Mädchen neigen dazu, ihre Fähigkeiten kritischer zu bewerten und Erfolge eher externen Faktoren zuzuschreiben, was ihr Selbstkonzept schwächt.
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