Bachelorarbeit, 2011
86 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Theorie
1.1 Chronotyp
1.1.1 Zirkadianen Rhythmen und Zeitgeber
1.1.2 Chronotypen
1.1.3 Veränderung der Chronotypen während der Pubertät
1.1.4 Chronotyp und Ernährung
1.1.5 Chronotyp und körperliche Aktivität
1.1.6 Prävalenz von Chronotypen
1.2 Übergewicht und Adipositas bei Kinder und Jugendlichen
1.2.1 Gewichtsklassifizierung – der Body-Mass-Index
1.2.2 Alters- und geschlechtsspezifische Perzentilwerte
1.2.3 Prävalenz von Übergewicht und Adipositas in Deutschland
2 Methoden
2.1 Studie „Knochengesundheit und Lebensstil von Gmünder SchülerInnen“
2.2 Erhebungsinstrumente
2.2.1 Eltern-Fragebogen
2.2.2 SchülerInnen-Fragebogen
2.2.3 Anthropometrie, Knochendichte und Körperzusammensetzung
2.3 Statistik
3 Ergebnisse
3.1 StudienteilnehmerInnen
3.1.1 Alter
3.1.2 Schulart
3.1.3 Nationalität und Migrationshintergrund
3.1.4 Pubertätsstatus
3.1.5 Rauchverhalten
3.1.6 Anthropometrie
3.2 Chronotypen
3.2.1 Chronotyp und Alter
3.2.2 Chronotyp und Schulart
3.2.3 Chronotyp und Migrationshintergrund
3.2.4 Chronotyp und Pubertätsstatus
3.3 Chronotypen und Body-Mass-Index (BMI)
3.3.1 Alter als Mediator
3.3.2 Regressions- und Varianzanalyse
4 Diskussion
4.1 StudienteilnehmerInnen
4.2 Chronotypen
4.3 Chronotypen und Body-Mass-Index (BMI)
4.4 Limitationen der Studie
4.4.1 Stichprobe
4.4.2 Methodische Mängel
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem individuellen Chronotyp und dem Body-Mass-Index (BMI) bei Kindern und Jugendlichen. Basierend auf der Studie „Knochengesundheit und Lebensstil von Gmünder SchülerInnen“ wird geprüft, ob der Chronotyp einen effektiven Prädiktor für Übergewicht darstellt und ob Abendtypen tatsächlich ein höheres Risiko für Übergewicht aufweisen als Morgentypen.
1.1.2 Chronotypen
Der Chronotyp (griech. chrónos = Zeit, typus = Bild, Figur) gibt Auskunft darüber, welche Tageszeit ein Individuum bevorzugt und wie seine innere Uhr den individuellen Tagesrhythmus bestimmt (Wittmann et al., 2006). Diese innere Uhr ist zu ca. 50 % genetisch bedingt und basiert auf kleine Unterschiede in den sogenannten Clock-Genen (Hur, 2007; Vink, Groot, Kerkhof & Boomsma, 2001). Auch das Geschlecht, das Alter oder soziale, kulturelle und umweltbezogene Faktoren haben einen signifikanten Einfluss auf die Einteilung in Chronotypen (Díaz-Morales & Randler, 2008; Randler & Díaz-Morales, 2007; Reonneberg, Kumar & Merrow, 2007). Der sozioökonomische Status stellt keinen Einflussfaktor dar (Paine, Gander & Travier, 2006).
Chronotypen – auch Zeittypen genannt – werden nach zwei verschiedenen Singvögeln benannt, nämlich die „frühen“ und „späten“ Vögel (Roenneberg, 2010):
Die Morgentypen („Lerchen“) sind schon frühmorgendlich aktiv, fühlen sich nach kurzer Zeit bereits fit und leben nach dem Motto: „Morgenstund hat Gold im Mund“ (Spork, 2004). Deshalb können Lerchen schon frühmorgens frühstücken und eher am Morgen Sport treiben (Randler, 2008d). Ihren Höhepunkt in der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit erreichen sie schon am frühen Vormittag. Abends werden sie sehr schnell müde und gehen eher früh ins Bett. Ihr Schlafverhalten scheint eher rigide zu sein, weshalb sie spätes Zubettgehen nicht durch längeres Schlafen ausgleichen können (Zulley & Knab, 2000).
Abendtypen („Eulen“) sind Menschen, deren Uhr für einen Tag länger braucht, als 24 Stunden (Spork, 2004). Sie sind abends hellwach und aktiv und benötigen eine längere Zeit, um morgens leistungsfähig zu sein. Deshalb empfinden sie frühe Termine, wie z.B. Frühschichten, als besonders belastend. Zudem haben sie morgens wenig Appetit und frühstücken, wenn überhaupt, nur spärlich. Den Höhepunkt ihrer körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit erreichen sie erst am Spätnachmittag und Abend (Roenneberg, Wirz-Justice & Merrow, 2003; Taillard, Philip & Bioulac, 1999).
1 Theorie: Dieser Abschnitt definiert chronobiologische Konzepte und erläutert die Bedeutung von Übergewicht sowie dessen Klassifizierung bei Kindern und Jugendlichen.
2 Methoden: Hier wird der Untersuchungsablauf der Studie „Knochengesundheit und Lebensstil von Gmünder SchülerInnen“ sowie die verwendeten Fragebögen und statistischen Verfahren beschrieben.
3 Ergebnisse: Dieser Teil präsentiert die statistische Auswertung der Daten zu den Teilnehmern, deren Chronotypen und den Zusammenhängen mit dem BMI sowie weiteren Einflussfaktoren.
4 Diskussion: Hier werden die Ergebnisse interpretiert, kritisch reflektiert und mit der existierenden Forschungsliteratur verglichen, wobei Limitationen der Studie aufgezeigt werden.
5 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Bedeutung eines chronobiologisch angepassten Lebensstils für die Gesundheit.
Chronotyp, Morgentyp, Abendtyp, Übergewicht, Body-Mass-Index, BMI, Schüler, Pubertät, Schlafverhalten, Chronobiologie, Adipositas, zirkadianer Rhythmus, Lebensstil, Jugendalter, Gesundheitsförderung
Die Arbeit untersucht, ob es bei Kindern und Jugendlichen einen Zusammenhang zwischen ihrem Chronotyp (der zeitlichen Präferenz für Aktivität oder Schlaf) und ihrem Körpergewicht gibt.
Zentral sind die Chronobiologie, die Definition und Messung von Übergewicht mittels BMI-Perzentilen bei Jugendlichen sowie die Lebensstilanalyse von Schülern in Schwäbisch Gmünd.
Ziel ist es zu klären, ob der individuelle Chronotyp ein effektiver Prädiktor für Übergewicht bei Schülern ist und ob Abendtypen tatsächlich eher zu Übergewicht neigen als Morgentypen.
Es handelt sich um eine Querschnittsstudie an 384 Schülern, bei der Daten mittels standardisierter Fragebögen und anthropometrischer Messungen erhoben und mittels statistischer Analysen (wie Regressions- und Korrelationsanalysen) ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Chronobiologie und Adipositas-Problematik, die detaillierte Darstellung der Erhebungsmethoden sowie die detaillierte Analyse der Studienergebnisse.
Die zentralen Begriffe sind Chronotyp, Übergewicht, BMI, Pubertät, Schlafverhalten und Gesundheitsförderung.
Die Analyse zeigt, dass das Alter als Mediator fungiert: Mit zunehmendem Alter verschiebt sich der Chronotyp eher in Richtung Abendtyp und gleichzeitig steigt der BMI, wodurch der Zusammenhang zwischen Chronotyp und BMI maßgeblich vom Alter beeinflusst wird.
Die Arbeit identifiziert den Migrationshintergrund neben anderen Variablen wie Geschlecht und Schulart als signifikanten Prädiktor für Übergewicht, der einen stärkeren Erklärungsgehalt aufweist als der Chronotyp allein.
Nein, der Chronotyp ist zu etwa 50 % genetisch festgelegt. Ein „Umerziehen“ ist laut der Arbeit kaum möglich und könnte sich sogar negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Jugendlichen auswirken.
Die Autorin deutet an, dass für Abendtypen eine Verschiebung des Unterrichtsbeginns (z. B. eine Stunde später am Montagmorgen) eine effektive Lösung sein könnte, um dem akkumulierten Schlafdefizit unter der Woche entgegenzuwirken.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

