Masterarbeit, 2012
120 Seiten, Note: 1,4
1. Einleitung
2. Grundlegendes zum Bundesverfassungsgericht
2.1 Die Entstehung des Bundesverfassungsgerichts
2.1.1 Die Arbeit des Parlamentarischen Rates
2.1.2 Das Bundesverfassungsgericht – eine (deutsche) Institution sui generis
2.1.3 Die Konstitution des Bundesverfassungsgerichts
2.2 Der organisatorische Aufbau des Bundesverfassungsgerichts
2.2.1 Die Richter des Bundesverfassungsgerichts und ihre Wahl
2.2.2 Die Kritik der Richterwahl
2.3 Die Aufgabenbereiche des Bundesverfassungsgerichts
3. Die Stellung des Bundesverfassungsgerichts im politischen System der Bundesrepublik Deutschland
3.1 Das Bundesverfassungsgericht – Gericht & Verfassungsorgan
3.2 Die Interpretation der Verfassung
3.2.1 Der souveräne Deuter
3.2.2 Die Bindungswirkung der Urteile
3.3 Das Bundesverfassungsgericht als Akteur der Grauzone zwischen Politik und Recht
3.4 Zwischenfazit zur Stellung des Bundesverfassungsgerichts im politischen System der Bundesrepublik Deutschland
4. Thesenbereich I: Das Bundesverfassungsgericht als politisch mächtiger Akteur mit Tendenz zur Ersatzgesetzgeberschaft
4.1 Einleitung – Das Verhältnis zum Gesetzgeber
4.2 These I 1. - Macht durch Kontrolle
4.3 These I 2. - Macht durch Mitgestaltung
4.4 These I 3. - Macht durch Deutung
4.5 These I 4. - Macht durch Minderheitenschutz
4.6 These I 5. - Macht durch Normverwerfung
4.7 Fazit – Das Verhältnis zum Gesetzgeber
5. Thesenbereich II: Die Relativierung der Macht
5.1 Einleitung – Die Grenzen der Verfassungsgerichtsbarkeit
5.2 These II 1. - Machtbegrenzung durch Antragspflicht
5.3 These II 2. - Machtbegrenzung durch fehlende Gestaltungsmöglichkeiten
5.4 These II 3. - Machtbegrenzung durch judicial self-restraint
5.5 These II 4. - Machtbegrenzung durch fehlende Sanktionsmöglichkeiten
5.6 These II 5. - Notkompetenz und geliehene Macht
5.7 These II 6. - Ein negativer Legislateur ist unmöglich
5.8 Fazit – Die Grenzen der Verfassungsgerichtsbarkeit
6. Zusammenfassung
7. Fazit
Die Arbeit untersucht die besondere Stellung des Bundesverfassungsgerichts im deutschen Staatsgefüge und analysiert die Problematik, inwieweit das Gericht als Ersatzgesetzgeber fungiert oder agieren kann. Im Zentrum steht dabei das Spannungsverhältnis zwischen der judikativen Funktion und der politischen Gestaltungsmacht, um zu klären, wo die verfassungsrechtlichen Grenzen liegen und wie das Gericht dieses Spannungsfeld zwischen Recht und Politik navigiert.
3.1 Das Bundesverfassungsgericht – Gericht & Verfassungsorgan
Das Bundesverfassungsgericht ist nach den Bestimmungen des Grundgesetzes einerseits ein Teil der rechtsprechenden Gewalt und damit ein Gericht wie alle anderen auch. Jedoch ist es ebenso gemäß des Grundgesetzes auch ein Verfassungsorgan. Dies begründet eine besondere Stellung des Gerichts im politischen System der BRD, auf die nun näher eingegangen werden soll.
Die Stellung des Bundesverfassungsgerichts als Gericht stellt sich dabei als im Wesentlichen unproblematische Tatsache heraus, da bereits die Wortwahl „Gericht“ für eine solche Stellung spricht und obendrein die Qualifikation als solches durch Art. 92 GG festgeschrieben ist. Hierbei wird festgehalten, dass den Richtern des Bundesverfassungsgerichts die rechtsprechende Gewalt anvertraut wird und im § 1 BVerfGG wird das Bundesverfassungsgericht als selbstständiger und unabhängiger Gerichtshof bezeichnet. Die Gerichtsqualität des Bundesverfassungsgerichts ist damit nicht anzweifelbar.
Ein wenig schwieriger und folgenreicher stellt sich hier nun die zweite Position des Bundesverfassungsgerichts als Verfassungsorgan dar.
Diese gehobene Position bezieht das Gericht ebenfalls aus § 1 BVerfGG, indem neben dem Bundesverfassungsgericht von allen übrigen Verfassungsorganen die Rede ist und damit dem Gericht selbst Status zuteil wird. Zwar ist diese Aussage ein wenig versteckt enthalten, jedoch geht das Bundesverfassungsgericht davon aus, „daß es diese Eigenschaft [als Verfassungsorgan, d. Verf.] nicht nur kraft des einfachen Gesetzes in § 1 BVerfGG, sondern unmittelbar aus der Verfassung hat.“ Dies hat das Gericht bereits im Jahre 1952 in seiner sogenannten Status-Denkschrift so bezeichnet: „Das Bundesverfassungsgericht ist nach Wortlaut und Sinn des Grundgesetzes und des Gesetzes über das BVerfG zugleich auch ein mit höchster Autorität ausgestattetes Verfassungsorgan; als Gericht sei es 'in eine ganz andere Ebene als alle anderen Gerichte gerückt.'
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Stellung des Bundesverfassungsgerichts und Formulierung der zentralen Fragestellung bezüglich seiner Rolle als Ersatzgesetzgeber.
2. Grundlegendes zum Bundesverfassungsgericht: Detaillierte Betrachtung der Entstehungsgeschichte, des organisatorischen Aufbaus, des Richterwahlverfahrens und der grundlegenden Aufgabenbereiche des Gerichts.
3. Die Stellung des Bundesverfassungsgerichts im politischen System der Bundesrepublik Deutschland: Analyse des dualen Charakters als Gericht und Verfassungsorgan sowie der Rolle als Akteur in der Grauzone zwischen Politik und Recht.
4. Thesenbereich I: Das Bundesverfassungsgericht als politisch mächtiger Akteur mit Tendenz zur Ersatzgesetzgeberschaft: Untersuchung der Macht des Gerichts durch Kontrolle, Mitgestaltung, Deutung, Minderheitenschutz und Normverwerfung.
5. Thesenbereich II: Die Relativierung der Macht: Diskussion der Grenzen der Verfassungsgerichtsbarkeit durch Antragspflicht, Selbstbeschränkung und strukturelle Abhängigkeiten.
6. Zusammenfassung: Synthese der vorangegangenen Argumentationen und Rückführung auf die Ausgangsproblematik.
7. Fazit: Abschließende Würdigung der Rolle des Bundesverfassungsgerichts als stabilisierender Faktor im politischen Prozess.
Bundesverfassungsgericht, Grundgesetz, Verfassungsrecht, Ersatzgesetzgeberschaft, Gewaltenteilung, Judikative, politische Gestaltungsmacht, judicial self-restraint, Normverwerfungskompetenz, Verfassungsinterpretation, Rechtsstaat, politische Neutralität, Bundesrepublik Deutschland, Minderheitenschutz, Rechtskultur.
Die Arbeit analysiert die verfassungsrechtliche und politische Stellung des Bundesverfassungsgerichts in Deutschland, insbesondere unter dem Aspekt, ob und inwieweit das Gericht über seine judikative Rolle hinausgehend politische Funktionen ausübt, die als Ersatzgesetzgeberschaft bezeichnet werden können.
Zu den zentralen Themen gehören die Entstehungsgeschichte und Legitimation des Gerichts, der Dualismus zwischen Gericht und Verfassungsorgan, die Interpretation der Verfassung, die Machtmittel des Gerichts sowie die theoretischen und praktischen Grenzen seiner Befugnisse.
Die leitende Forschungsfrage lautet, ob das Bundesverfassungsgericht als Ersatzgesetzgeber bezeichnet werden kann und wie sich sein Handeln auf das politische System und das Verhältnis der Verfassungsorgane untereinander auswirkt.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und juristische Analyse, die eine thesenbasierte Untersuchung in zwei großen Thesenbereichen (einer machtbejahenden und einer machtrelativierenden Position) nutzt, um die komplexe Rolle des Gerichts abzubilden.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen dargelegt. Anschließend werden in zwei großen Abschnitten Thesen formuliert und überprüft, die einerseits die mächtige Rolle des Gerichts (Ersatzgesetzgeber-Diskurs) und andererseits die machtbegrenzenden Faktoren (richterliche Selbstbeschränkung) in den Fokus rücken.
Die wichtigsten Begriffe umfassen das Bundesverfassungsgericht, die Ersatzgesetzgeberschaft, die Gewaltenteilung, judicial self-restraint, Normverwerfungskompetenz sowie das Spannungsfeld zwischen Recht und Politik.
Die Arbeit thematisiert, dass Richter keine politisch neutralen Instanzen in einem Vakuum sind, sondern durch ihre Sozialisation, ihre persönlichen Weltbilder und die Notwendigkeit zur Interpretation von unbestimmten Rechtsbegriffen zwangsläufig einen politischen Spielraum haben.
Dieser Begriff beschreibt die richterliche Selbstbeschränkung, bei der das Bundesverfassungsgericht darauf verzichtet, in den originären Gestaltungsbereich von Legislative oder Exekutive einzugreifen, um die Gewaltenteilung und die eigene Neutralität zu wahren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

