Diplomarbeit, 2012
240 Seiten, Note: 1,0
1. Die Förderschule als stigmatisierte und stigmatisierende Institution – thematische Hinführung
1.2 Problemstellung
1.3 Operationalisierung der Fragestellung
1.4 Untersuchungsverlauf
2. Theorie der Heilpädagogik und des Förderschulsystems
2.1 Histographie der Heilpädagogik bis 1945
2.2 Die Etablierung des Förderschulwesens nach 1945 als deutscher Sonderweg im Lichte institutioneller Diskriminierung
2.3 Die gegenwärtige Situation der Beschulung behinderter Schüler
2.3.1 Was wird unter einer Behinderung verstanden?
2.3.2 Was wird heutzutage unter einer Förderschule verstanden?
2.3.2.1 Definition Förderschwerpunkt Lernbehinderung
2.3.2.2 Theoretische Konzeptionen von Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen
2.3.2.2.1 Die Pierre-Bourdieu-Schule
2.3.2.2.2 Die Albert-Schweitzer-Schule III
2.3.2.2.3 Die Heinrich-Hoffmann-Schule
2.3.3 Inklusive Beschulung in Deutschland
2.3.4 Beschulung von von einer Behinderung betroffenen Subjekten im europäischem Raum
2.4 Die Empirie von Förderschulen
2.4.1 Hans Wocken
2.4.2 Klaus Klemm im Auftrag der Bertelsmann Stiftung
2.4.3 Uwe Bittlingmayer, Jürgen Gerdes und Diana Sahrai
2.4.4 Lisa Pfahl
2.4.5 Bettina Bretländer
2.4.6 Resümee
3. Theorie des intersektionalen Ansatzes
3.1 Die methodologisch-theoretische Verortung des Intersektionalen Ansatzes
3.1.1 Resümee
3.2 Intersektionalitätsbezogene Schulforschung
3.2.1 Das Bildungssystem aus intersektionaler Perspektive
3.2.1.1 Die Förderschule aus intersektionaler Perspektive
3.2.1.2 Resümee
3.2.2 Studien zur Intersektionalität sozialer Unterscheidungen im Schulalltag
3.2.2.1 Martina Weber
3.2.2.2 Ann Phoenix
3.2.2.2.1 Resümee
4. Empirische Erhebung
4.1 Methodische und methodologische Vorbemerkungen
4.1.1 Fragestellung
4.1.2 Forschungsdesign
4.1.3 Methoden
4.1.3.1 Gruppeninterview
4.1.3.2 Leitfadeninterview
4.1.3.3 Teilnehmende Beobachtung
4.1.3.4 Collage
4.1.3.4.1 Grundsätzliches zum kreativen Gestalten mit Kindern
4.1.3.4.2 Interpretationsmöglichkeiten von Kinderzeichnungen und ihre Verwendung zur Beantwortung der Forschungsfrage
4.1.4 Feldzugang
4.1.5 Datenaufbereitung
4.2 Darstellung der Forschungsergebnisse
4.2.1 Grenzziehungen
4.2.1.1 Grenzziehungen über die Differenzierungskategorie Geschlecht
4.2.1.2 Grenzziehungen über die Differenzierungskategorie Alter
4.2.1.3 Grenzziehungen über die schulische Zugehörigkeit
4.2.2 Fremddiskriminierung, Binnendiskriminierung und Selbstabwertung
4.2.2.1 Fremddiskriminierung durch institutionelle Diskriminierung
4.2.2.2 Fremddiskriminierung von Schülern und Schülerinnen von anderen Schulzweigen
4.2.2.3 Binnendiskriminierung unter den Schülern und Schülerinnen
4.2.2.4 Selbstabwertung
4.2.3 Normalität im Schulalltag
4.2.3.1 Alterstypische Phänomene
4.3 Diskussion der Ergebnisse
4.3.1 Spannungsverhältnisse im Förderschulalltag
4.3.2 Der Umgang mit den Spannungsverhältnissen
4.3.3 Resümee
5. Schlussfolgerungen
5.1 Möglichkeiten und Grenzen inklusiver Beschulung im Lichte politischer und gesellschaftlicher Implikationen
5.1.1 Möglichkeiten
5.1.2 Grenzen
5.1.2.1 Grenzen durch politischen Willen und soziale Distinktion
5.1.2.2 Grenzen durch die föderale Struktur
5.1.2.3 Grenzen durch die soziale und ethnische Struktur im Einzugsbereich der Schule
5.1.2.4 Grenzen durch Bedarfs-Standardisierungen und das Etikettierungs-Ressourcen-Dilemma
5.1.2.5 Grenzen durch ein utilitaristisches Menschenbild
5.1.2.6 Grenzen durch Vorurteile und Berührungsängste in der Gesellschaft
5.1.3 Inklusive Beschulung als Allheilmittel?
5.1.4 Resümee
Die Diplomarbeit zielt darauf ab, die Herrschaftsverhältnisse und Diskriminierungsprozesse im Alltag der Förderschule aus einer intersektionalen Perspektive zu beleuchten und dabei die subjektive Sicht der Schülerinnen und Schüler zu integrieren, um zu untersuchen, ob inklusive Beschulungsformen zur Auflösung dieser Strukturen beitragen können.
Die Förderschule als stigmatisierte und stigmatisierende Institution – thematische Hinführung
Kernargumentation des Diskurses ist, dass die Förderschule nicht zur Integration der von einer Behinderung betroffenen Subjekte beiträgt. Dies steht mit der wissenschaftlichen Forschung im Einklang, durch die nachgewiesen werden kann, dass in der Förderschule als Teil des Bildungssystems direkte und indirekte institutionelle Diskriminierung an der Schülerschaft verübt wird. (Gomolla/Radtke, 2002)
Dabei wird die Selektion von Subjekten auf Förderschulen durch die Heilpädagogik dadurch legitimiert, dass diese eine eingeschränkte Autonomie aufweisen und davon abgeleitet eine natürlich bedingte negativ abweichende Lern- und Leistungsfähigkeit. Ein solches Menschenbild mit einem entsprechendem biologisch begründeten Begabungs- und Intelligenzkonzept mit Höher- und Minderwertigkeitsvorstellungen, erlaubt eine Hierarchiebildung, die dem gesamten deutschen klassenspezifischen, monistisch dominierten Bildungssystem zugrunde liegt. Unter dieser Denkweise können alle Subjekte über konstruierte Differenzen ihren Ort zugewiesen bekommen. (vgl. Solga, 2005a und Vester 2005, in: Pfahl, 2008, S.42f., sowie Prengel, 2006, S.171)
Über die Differenzkategorie Körper hinaus wird über weitere konstruierte Differenzkategorien, mit denen Minderwertigkeitsvorstellungen verknüpft sind, selektiert. Dies trifft männliche Subjekte (Geschlecht), Subjekte mit einem Migrationshintergrund (Ethnie), Subjekte aus kinderreichen, armen und von Arbeitslosigkeit betroffenen Familien (Klasse). (vgl. Wocken, 2007, S.49 in: Demmer-Dieckmann/Textor, vgl. Thielen, 2011, Einleitung)
1. Die Förderschule als stigmatisierte und stigmatisierende Institution – thematische Hinführung: Das Kapitel führt in die Thematik der Förderschule als diskriminierende Institution ein und verknüpft diese mit dem Diskurs über Inklusion.
2. Theorie der Heilpädagogik und des Förderschulsystems: Dieses Kapitel arbeitet die historische Entstehung der Heilpädagogik sowie die Etablierung des Förderschulsystems als Sonderweg in Deutschland auf.
3. Theorie des intersektionalen Ansatzes: Die theoretischen Grundlagen des Intersektionalen Ansatzes werden dargelegt und für die Anwendung in der intersektionalitätsbezogenen Schulforschung expliziert.
4. Empirische Erhebung: Dieser Teil beschreibt das methodische Vorgehen der eigenen Studie an der Förderschule und präsentiert die Auswertung der erhobenen Daten.
5. Schlussfolgerungen: Hier werden die Möglichkeiten und Grenzen inklusiver Beschulung vor dem Hintergrund der theoretischen und empirischen Ergebnisse diskutiert.
Förderschule, Inklusion, Intersektionalität, Institutionelle Diskriminierung, Heilpädagogik, Stigmatisierung, Soziale Ungleichheit, Förderschwerpunkt Lernen, Schulforschung, Identitätsarbeit, Machtverhältnisse, Schulalltag, Diskriminierung, Bildungssystem, Sonderpädagogik.
Die Arbeit untersucht das Förderschulsystem in Deutschland aus einer intersektionalen Perspektive und analysiert, inwiefern die Institution zur Stigmatisierung von Schülern beiträgt.
Die Arbeit behandelt die Theorie des Förderschulwesens, die Bedeutung der Intersektionalität für die Schulforschung und empirische Befunde zum Schulalltag.
Das Hauptziel ist zu erforschen, wie sich Herrschaftsverhältnisse im Förderschulalltag manifestieren und ob inklusive Beschulungsmodelle diese auflösen könnten.
Es wird ein qualitativer Forschungsansatz verfolgt, der Interviews mit Schülern sowie Collagen und teilnehmende Beobachtungen an der Pierre-Bourdieu-Schule umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Aufarbeitung des Förderschulwesens und eine empirische Analyse der Alltagserfahrungen von Förderschülern unter Diskriminierungsaspekten.
Die wichtigsten Schlagworte sind Inklusion, Intersektionalität, institutionelle Diskriminierung, Stigmatisierung und soziale Ungleichheit.
Die Schüler zeigen ein ambivalentes Bild: Einerseits schätzen sie die Schonraum-Pädagogik, andererseits sind sie sich der strukturellen Benachteiligung und Stigmatisierung bewusst.
Die Arbeit zeigt, dass inklusive Beschulung zwar Potentiale zur Auflösung von Diskriminierungsstrukturen bietet, aber auch durch politische, strukturelle und gesellschaftliche Grenzen in ihrer Wirksamkeit eingeschränkt wird.
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