Masterarbeit, 2012
161 Seiten, Note: 2,4
1. Datenbanken – Neue Wege in der Brandermittlung
2. Definitionen
2.1 Brandstiftung/Brandkriminalität
2.2 Tätertypen
2.2.1 Einfach bzw. Einmaltäter
2.2.2 Mehrfachtäter
2.2.3 Serientäter
2.2.4 Intensivtäter
3. Forschungsstand und theoretische Grundlagen
3.1 Wissenschaftlicher Hintergrund im geschichtlichen Kontext
3.2 Erkenntnisse der Polizeilichen Kriminalstatistik
4. Täterprofil und Fallanalyse
4.1 Täterprofil
4.1.1 Deduktive Methoden
4.1.2 Induktive Methoden
4.2 (Operative) Fallanalyse
4.2.1 Kriminalistische Fallanalyse
4.2.2 Operative Fallanalyse
5. Projekt „Täterprofil von Brandstiftern“
6. Methoden und Methodenkritik
6.1 Datenerhebung im Rahmen des Projektes
6.2 Fehlerbetrachtungen zur Projekterhebung
6.3 Datengewinnung für die vorliegende Arbeit
6.4. Fehlerbetrachtungen im Rahmen der vorliegenden Arbeit
6.5 Datenauswertung
7. Auswahl der Untersuchungskriterien
8. Datendarlegung und Auswertung
8.1 Allgemeine Erkenntnisse
8.2 Geschlechterverteilung (Frage 103)
8.3 Nationalität (Frage 104)
8.4 Schulbildung und -abschluss (Frage 108)
8.5 Derzeitiger Status Berufs-/Erwerbstätigkeit (Frage 112)
8.6 Familienstand/Kinder/Beziehungen zur Zeit der Tat (Frage 114)
8.7 Gab es in der kindlichen Entwicklung Verhaltensstörungen?(Frage 117)
8.8 Stellung im sozialen Umfeld (Frage 119)
8.9 Persönlichkeit, erkennbare Tendenzen für...? (Frage 120)
8.10 Aktenkundig erwähnte Intelligenz (Frage 126)
8.11 Persönliche oder berufliche Schwierigkeiten (Frage 127)
8.12 Aktuelle physische oder psychische Auffälligkeiten (Frage 129)
8.13 Galt der Täter als suizidgefährdet? (Frage 131)
8.14 War der Täter Alkoholiker? (Frage 132)
8.15 Entfernung vom Brandort zum Wohnort in Kilometern (Frage 136)
8.16 Entfernung vom Brandort zum Tätigkeitsort in Kilometern (Frage 137)
8.17 Persönliche Beziehung des Täters zu Brandort und/oder Bewohnern (Frage 138)
8.18 Wurden besondere berufliche oder persönliche Fähigkeiten oder Fertigkeiten für die Brandlegung genutzt? (Frage 140)
8.19 Mitglied der Feuerwehr (Frage 122)
8.20 Vorstrafen (Frage 133)
8.21 Ergebniszusammenfassung
9. Resümee
Ziel dieser Arbeit ist die empirische Analyse von Brandstraftätern auf Basis von Daten aus polizeilichen Informationssystemen, um Kriterien für die Täterermittlung zu identifizieren und die Bedeutung polizeilicher Erkenntnisdateien hervorzuheben.
1. Datenbanken – Neue Wege in der Brandermittlung
Schon Friedrich Schiller setzte sich in diesem Gedicht, einem seiner bekanntesten Werke, mit der produktiven und destruktiven Wirkung des Feuers auseinander. Auf der einen Seite zeigt er auf, dass der Mensch dem Element Feuer viele seiner Errungenschaften verdankt; auf der anderen Seite jedoch ist das Feuer, wenn es nicht mehr unter Kontrolle des Menschen gehalten werden kann, eine entfesselte Naturgewalt, welcher der Mensch nur wenig entgegen zu setzen hat. Weiterhin kommt hinzu, dass die, durch Menschenhand geschaffenen, Besitztümer aufgrund der verwendeten Baumaterialien wie z. B. Holz, leicht durch ein Feuer zerstört werden können.
Aus einem unkontrollierten Feuer, das sich zu einem Großbrand ausweitet, resultieren einige der verheerendsten Katastrophen der Weltgeschichte, wie z. B. der Stadtbrand von Rom durch Nero im Jahr 64 n. Chr. Auch aktuell erlangen Brände sowohl regional, überregional und international ein großes Medieninteresse. So konnte im Januar 2012 ein mutmaßlicher Brandstifter in Los Angeles festgenommen werden, der innerhalb von vier Tagen 52 Brände an Fahrzeugen gelegt haben soll. Dadurch wurde ein Sachschaden von etwa 3 Millionen US-Dollar verursacht. Dieser Fall zeigt, dass gerade durch die enorme Zerstörungskraft der verursachte Schaden oft enorm hoch ist. So zahlten die deutschen Hausrat- und Wohngebäudeversicherer im Jahr 2009 die Summe von etwa 1,2 Milliarden Euro für Feuerschäden.
Entsprechend groß ist auch der Druck, welcher auf den Ermittlungsbehörden lastet, solche Taten aufzuklären. Besonders durch die Berichterstattung über neu angefallene Taten bei Serienbrandstiftungen, wird der Druck auf die Ermittlungsbehörden zusätzlich verstärkt. Im Gegensatz zu anderen Delikten weisen Brandstiftungen jedoch eine Besonderheit auf, die an dieser Stelle herausgestellt werden muss: Bedingt durch die Tatfolgen sind in der Regel sämtliche objektiven Spuren am Brandort zerstört oder so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie für die weitere Ermittlungsarbeit nur noch bedingt oder gar nicht mehr herangezogen werden können. Dies bringt die Ermittlungsbehörden regelmäßig an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.
1. Datenbanken – Neue Wege in der Brandermittlung: Einleitende Betrachtung der Problematik von Brandstiftungen und der Notwendigkeit systematischer Datenerfassung.
2. Definitionen: Abgrenzung von Brandstiftungsdelikten und Definition verschiedener Tätertypen wie Mehrfach- und Intensivtäter.
3. Forschungsstand und theoretische Grundlagen: Historische Entwicklung und aktuelle Erkenntnisse zur Brandkriminalität in der Polizeilichen Kriminalstatistik.
4. Täterprofil und Fallanalyse: Theoretische Einordnung von Profiling-Methoden sowie kriminalistischen und operativen Fallanalysen.
5. Projekt „Täterprofil von Brandstiftern“: Vorstellung der Projektziele und der Erhebungsmethodik mittels Fragebögen.
6. Methoden und Methodenkritik: Detaillierte Darstellung der empirischen Vorgehensweise und Fehleranalyse der Datenerhebung.
7. Auswahl der Untersuchungskriterien: Auswahl der relevanten Persönlichkeits- und Tätermerkmale für die Analyse.
8. Datendarlegung und Auswertung: Präsentation und Diskussion der empirischen Ergebnisse zu den verschiedenen Untersuchungsmerkmalen.
9. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Brandstiftung, Brandstifter, Täterprofil, Fallanalyse, Kriminalistik, Kriminologie, Mehrfachtäter, Operative Fallanalyse, BIAS, Ermittlung, Brandermittlung, Täterstruktur, Spurenarmut, Brandkriminalität
Die Arbeit untersucht Tätermerkmale bei Brandstiftungen, um durch eine empirische Datenbasis aus polizeilichen Systemen (BIAS) die Täterermittlung effektiver zu gestalten.
Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Brandstiftern, die Bedeutung von Täterprofilen sowie die Analyse spezifischer Merkmale wie soziale Integration, Vorstrafen und Persönlichkeitsstrukturen.
Ziel ist es, Häufigkeitsverteilungen zu Tätermerkmalen aufzuzeigen, um den Kreis der Tatverdächtigen bei Brandstiftern präziser eingrenzen zu können.
Es handelt sich primär um eine Sekundäranalyse von Datenbeständen der BIAS-Datenbank, ergänzt durch eine Literaturanalyse kriminalistischer Konzepte.
Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Erhebung, der Definition von Tätertypen und der detaillierten Auswertung zahlreicher kriterienbasierter Fragen zur Täterpersönlichkeit und Tatbegehung.
Die zentralen Schlagworte sind Brandstiftung, Täterprofil, operative Fallanalyse, Kriminalistik und Täterstruktur.
Die Arbeit analysiert kritisch, ob und warum Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr in der Täterstatistik bei Brandstiftungen überdurchschnittlich häufig vertreten sind.
Die Daten zeigen, dass ein Großteil der Täter den Brand in räumlicher Nähe zum eigenen Wohnort legt, oft innerhalb eines Umkreises von fünf Kilometern.
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