Bachelorarbeit, 2011
52 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Der Matthäus-Effekt
2.1 Der Matthäus-Effekt in der Technologie
2.2 Der Matthäus-Effekt in der Wirtschaft
2.3 Der Matthäus-Effekt in der Politik
2.4 Der Matthäus-Effekt in Organisationen
3. Der Relativalterseffekt
3.1 Allgemeine Grundlagen
3.2 Faktoren und Mechanismen des Relativalterseffekts
3.3 Determinanten des Relativalterseffekts
3.4 Auswirkungen des Relativalterseffekts
4. Karriere in Organisationen
4.1 Relative Leistungsturniere
4.2 Probleme von Leistungsturnieren
4.3 Anreizwirkungen von Leistungsturnieren
5. Selektionskriterien im Sport
5.1 Ausbildungskonzept des Deutschen Fußball-Bundes
5.2 Talentselektion des Deutschen Fußball-Bundes
6. Hypothesen für das Auftreten des Relativalterseffekts
6.1 Der Relativalterseffekt im professionellen Fußball in Deutschland
6.2 Unterschiede des Relativalterseffekts in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga
6.3 Unterschiede der Feldspieler in Größe und Gewicht
7. Empirischer Teil
7.1 Beschreibung des Datensatzes
7.2 Beschreibung der Methodik
7.3 Auswertung des Datensatzes
7.3.1 Der Relativalterseffekt in der Bundesliga
7.3.2 Unterschiede zwischen den Bundesligen
7.3.3 Körperliche Unterschiede nach Positionen
7.3.3.1 Anforderungsprofile der Mannschaftsteile
7.3.3.2 Größenunterschiede nach Positionen
7.3.3.3 Gewichtsunterschiede nach Positionen
8. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Matthäus-Effekts und dessen Auswirkungen auf die Talentselektion im deutschen Profifußball. Es wird analysiert, inwieweit das Geburtsdatum (Relativalterseffekt) die Karrierechancen junger Spieler beeinflusst und welche Rolle physische Merkmale bei der Selektion in verschiedene Spielpositionen spielen.
3.1 Allgemeine Grundlagen
Nach Lames, Auguste, Dreckmann, Görsdorf und Schimanski (2008a) ist ein Relativalterseffekt dann vorhanden, wenn die Geburtsdaten einer Stichprobe nicht proportional zu den Geburtsdaten des entsprechenden Ausschnitts der Gesamtpopulation verteilt sind. Liegt ein Relativalterseffekt vor, so kommt es zu Beginn eines Selektionszeitraumes zu Häufungen. Relativ Ältere sind demnach häufiger in einer Stichprobe vertreten als relativ Jüngere. Das relative Alter hat somit einen direkten Einfluss auf die Zusammensetzung der Stichprobe.
Im Nachwuchsbereich werden Sportler aus Gründen der Chancengleichheit in verschiedene Altersklassen eingeteilt. Nach Helsen, van Winckel und Williams (2005) ist die Absicht einer solchen Einteilung mittels eines Stichtags das Sicherstellen eines fairen Wettkampfes, da die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen altersabhängig ist. Durch die Einteilung in Jahrgänge bzw. Doppeljahrgänge wird von Seiten des Verbandes ein Selektionszeitraum geschaffen. Seit der Saison 1997/1998 hat die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) für alle Verbände, die sich der FIFA angeschlossen haben, einheitlich den 1. Januar eines jeden Jahres zum Stichtag erklärt.
Als Resultat der Einteilung in Altersklassen, kann demnach innerhalb einer Altersklasse ein Altersunterschied von fast einem ganzen Jahr entstehen. Nach Tanner (1978) und Tanner und Whitehouse (1976) kann dieser relative Altersunterschied große anthropometrische Unterschiede zur Folge haben. Somit ergeben sich innerhalb eines Selektionszeitraumes nicht zu unterschätzende Unterschiede zwischen den Ältesten und Jüngsten eines Jahrgangs.
So haben sowohl Malina (1994), als auch Musch und Grondin (2001) neben physischen, auch Unterschiede bei kognitiven Fähigkeiten und der emotionalen Intelligenz von Kindern eines Geburtenjahrgangs festgestellt. Diamond (1983) erklärt diese Unterschiede in einer Studie mit Schulkindern, in der sich gezeigt hat, dass der Grad der psychophysischen Reife innerhalb einer Altersstufe deutliche Differenzen aufweisen kann.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Talentförderung im deutschen Fußball ein und stellt die Fragestellung zur Rolle des Matthäus-Effekts sowie des Relativalterseffekts vor.
2. Der Matthäus-Effekt: Das Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund des Matthäus-Effekts anhand verschiedener Lebensbereiche wie Technologie, Wirtschaft und Politik, um ein Verständnis für die Wirkmechanismen zu schaffen.
3. Der Relativalterseffekt: Hier wird der Relativalterseffekt als spezifische Ausprägung im Sport definiert, seine Mechanismen beschrieben und die Bedeutung für die Talentförderung analysiert.
4. Karriere in Organisationen: Das Kapitel vergleicht Talentselektion im Sport mit Karriere- und Anreizmodellen in Organisationen, insbesondere dem Leistungsturnier-Ansatz.
5. Selektionskriterien im Sport: Die Ausführungen behandeln das Ausbildungskonzept und die Talentselektion des DFB und setzen diese in den Kontext der körperlichen Entwicklung und des Relativalterseffekts.
6. Hypothesen für das Auftreten des Relativalterseffekts: Auf Basis der vorangegangenen Diskussion werden Hypothesen zum Vorkommen des Relativalterseffekts im Profifußball sowie zu körperlichen Positionsunterschieden formuliert.
7. Empirischer Teil: Dieses Kapitel enthält die Datenerhebung, die methodische Vorgehensweise und die Auswertung der Hypothesen zur statistischen Signifikanz des Relativalterseffekts und zu körperlichen Unterschieden zwischen Feldspielern.
8. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einer Reflexion über die Bedeutung der Befunde für die Nachwuchsförderung und einem Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Matthäus-Effekt, Relativalterseffekt, Talentförderung, Leistungsdiagnostik, Nachwuchsfußball, Relative Leistungsturniere, Anthropometrie, DFB, Selektionskriterien, Karriereentwicklung, Bundesliga, Geburtsmonatseffekt, Leistungsunterschiede, Körpergröße, Körpergewicht.
Die Arbeit untersucht das Phänomen, dass kleine anfängliche Vorteile (wie ein frühes Geburtsdatum innerhalb eines Auswahljahres) durch positive Rückkopplungsprozesse zu massiven langfristigen Vorteilen führen können, und analysiert dies im Kontext der Talentförderung des deutschen Profifußballs.
Die zentralen Themen sind der Matthäus-Effekt, der Relativalterseffekt, Mechanismen der Talentselektion, Leistungsturniere in Organisationen sowie die Analyse von körperlichen Merkmalen professioneller Fußballspieler.
Das Ziel ist es, zu klären, ob der Relativalterseffekt im deutschen Profifußball auftritt, wie er sich auf die Selektion von Talenten auswirkt und ob physische Merkmale wie Größe und Gewicht bei der Besetzung von Spielpositionen eine signifikante Rolle spielen.
Es handelt sich um eine empirische Studie, die Spielerprofile von 1993 Profifußballern analysiert. Zur Überprüfung der Hypothesen werden deskriptive Statistik sowie statistische Tests (approximativer Zweistichproben-Gaußtest und Einstichproben-t-Test) eingesetzt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Matthäus-Effekt, Karriereansätze, DFB-Selektion), die Herleitung von Hypothesen und einen ausführlichen empirischen Teil, in dem Daten der 1. und 2. Bundesliga statistisch ausgewertet werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Matthäus-Effekt, Relativalterseffekt, Talentselektion, Nachwuchsleistungssport und Leistungsdiagnostik charakterisiert.
Die Untersuchung zeigt, dass die Änderung des Stichtages zwar zu einer Verschiebung der Geburtsdaten-Häufungen führt, jedoch den Relativalterseffekt als statistisches Phänomen nicht eliminiert.
Nein, die empirische Auswertung zeigt keinen ersichtlichen oder statistisch signifikanten Unterschied in der Ausprägung des Relativalterseffekts zwischen den beiden höchsten deutschen Ligen.
Ja, die Studie bestätigt, dass es statistisch signifikante körperliche Unterschiede zwischen den Positionen gibt: Abwehrspieler und Stürmer sind im Durchschnitt größer und schwerer als Mittelfeldspieler.
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