Masterarbeit, 2012
75 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
2. Umweltbewertung
2.1 Sinn von Umweltbewertungen
2.2 Nutzenbegriff der Umweltbewertungsmethoden
2.3 Revealed Preferences: Hedonic-Pricing-Methode
2.3.1 Einschränkende Annahmen
2.3.2 Entscheidungsnutzen und Entscheidungsanomalien
2.4 Stated Preferences: Contingent-Valuation-Methode
2.4.1 Embedding Effects
2.4.2 Präferenzen versus Einstellungen
2.4.3 Strategisches Verhalten
2.4.4 Ungleichheit WTP und WTA
3. Lebenszufriedenheitsansatz
3.1 Datenherkunft
3.2 Datenqualität
3.3 Berechnung WTP und WTA
3.4 Stärken und Schwächen des Lebenszufriedenheitsansatzes
3.4.1 Strategisches Verhalten/ Anwendbarkeit
3.4.2 Annahmen/ Informationsstand der Befragten
3.4.3 Komplementäre Ansätze
3.4.4 Verzerrungen der Umweltwerte
3.5 Verzerrungen des Einkommenskoeffizienten
3.5.1 Auslassen relevanter Variablen: Charaktereigenschaften
3.5.2 Messfehler
3.5.3 Opportunitätskosten des Einkommens
3.5.4 Indirekte Effekte des Einkommens
3.5.5 Auslassen relevanter Variablen: Relativeinkommen
4. Einkommen und Lebenszufriedenheit
4.1 „Money buys happiness“
4.1.1 Einkommen und Grundbedürfnisse
4.1.2 Abnehmender Grenznutzen
4.1.3 Reversible Kausalität
4.2 Das Easterlin-Paradox
4.2.1 Auf makroökonomischer Ebene
4.2.2 Auf individueller Ebene
4.3 Soziale Vergleiche
4.3.1 Theorie
4.3.2 Empirische Beweise – „Keeping up with the Joneses“
4.3.3 Ausmaß des Einflusses sozialer Vergleiche
4.4 Gewöhnungseffekte
4.4.1 Theorie
4.4.2 Empirische Beweise – „Gewohnheit ist unsere Natur“
4.4.3 Zusammenfassung der Einkommenseffekte
5. Umweltwerte und die Erfassung des Einkommens
5.1 Monetäre Bewertungen der Luftqualität
5.2 Die vollständige Erfassung des Einkommens im Lebenszufriedenheitsansatz
5.2.1 Fixed-Effects-Modelle und die Instrumentierung des Einkommens
5.2.2 Berücksichtigung der indirekten Effekte des Einkommens
5.2.3 Berücksichtigung des sozialen Relativeinkommens
5.2.4 Berücksichtigung des Gewöhnungseffektes
6. Fazit
7. Literatur
Diese Arbeit untersucht, wie die Erfassung des Einkommens und dessen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit die monetäre Bewertung von Umweltgütern mittels des Lebenszufriedenheitsansatzes methodisch beeinflussen.
2.3 Revealed Preferences: Hedonic-Pricing-Methode
Bei Revealed-Preference-Methoden wird der Wert von Umweltgütern geschätzt, indem die Entscheidungen beobachtet und evaluiert werden, die Menschen in realen Märkten treffen und die indirekt eine Wertschätzung des Umweltgutes erkennen lassen. Dies ist der Fall, wenn der Zustand des Umweltgutes den Preis marktgängiger Güter beeinflusst. So könnte zum Beispiel die Luftqualität oder die Lärmbelastung in einem Wohngebiet die Häuser- und Wohnungspreise beeinflussen. Der erste Versuch, den Nutzen einer Umweltqualitätsverbesserung mithilfe der Werte von Wohneigentum zu erfassen, wurde von dem Ökonom Ridker 1967 unternommen. Er erbrachte den empirischen Beweis, dass die Luftverschmutzung den Wert des Wohneigentums beeinflusst. In der Folge wurden viele Studien, welche Umweltgüter indirekt über die Marktpreise von Wohneigentum bewerten, veröffentlicht (vgl. Freeman 1993: 369).
Der gebräuchlichste Revealed-Preference-Ansatz ist die Hedonic-Pricing-Methode (vgl. Fujiwara/ Campbell 2011: 12f). Bei der Hedonic-Pricing-Methode werden Daten des Wohnungsmarktes oder des Arbeitsmarktes verwendet. Es wird davon ausgegangen, dass die Wohnungspreise und die Löhne im untersuchten Gebiet den Umweltzustand der Region widerspiegeln. Wenn Individuen sich zwischen verschiedenen Wohnorten entscheiden, wägen sie die Charakteristiken der Wohnorte gegeneinander ab. Dies enthüllt etwas darüber, wie sie die lokalen Umweltbedingungen wertschätzen. Diese Wohnortentscheidungen beeinflussen die Häuserpreise und die Löhne, welche sich im Marktgleichgewicht dem Nutzen des Wohnortes angleichen müssten. Ansonsten hätten die Individuen einen Anreiz umzuziehen und würden dies auch tun, wenn das Umziehen mit keinerlei Kosten verbunden wäre. Die Häuserpreise sowie die Löhne enthielten damit eine Kompensation für den Umweltzustand der Region und würden implizit die Willingness-to-Pay für die Umweltqualität widergeben (vgl. Ferreira/ Moro 2010: 252; Welsch/ Kühling 2009: 387; Frey et al. 2004: 7). Bei der Hedonic-Pricing-Methode kann der Preis eines Wohnhauses als Funktion seiner Charakteristiken dargestellt werden, wie unter anderem der Anzahl der Zimmer, der Wohnlage oder dem Umweltzustand des Wohnortes. Unterscheiden sich zwei Wohnhäuser lediglich in der sie umgebenden Umweltqualität, stellt die Differenz im Preis den Wert der Umweltqualitätsabweichung dar (vgl. Fujiwara/ Campbell 2011: 13).
1. Einführung: Diese Einleitung erläutert die Relevanz der monetären Umweltbewertung und stellt den Lebenszufriedenheitsansatz als Methode vor, deren Ergebnisse oft durch methodische Mängel bei der Einkommenserfassung verzerrt sind.
2. Umweltbewertung: Dieses Kapitel vergleicht etablierte Bewertungsmethoden wie die Hedonic-Pricing- und die Contingent-Valuation-Methode, wobei deren Annahmen und Schwächen gegenüber dem Lebenszufriedenheitsansatz herausgearbeitet werden.
3. Lebenszufriedenheitsansatz: Das Kapitel führt in den Ansatz ein, erörtert die Datenqualität und die mathematische Berechnung der Zahlungsbereitschaft, bevor zentrale Verzerrungsfaktoren des Einkommenskoeffizienten identifiziert werden.
4. Einkommen und Lebenszufriedenheit: Es wird der aktuelle Forschungsstand zum Zusammenhang zwischen Einkommen und Glück dargelegt, insbesondere im Hinblick auf das Easterlin-Paradox, soziale Vergleiche und Gewöhnungseffekte.
5. Umweltwerte und die Erfassung des Einkommens: Das Kapitel stellt empirische Ergebnisse zur Bewertung der Luftqualität gegenüber und diskutiert Strategien zur präziseren Schätzung des Einkommenskoeffizienten in Lebenszufriedenheitsregressionen.
6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die genauere Berücksichtigung von Einkommensfaktoren essenziell ist, um die Plausibilität von Umweltbewertungen zu erhöhen und Verzerrungen zu minimieren.
Lebenszufriedenheitsansatz, Umweltbewertung, Einkommen, Willingness-to-Pay, Hedonic-Pricing-Methode, Contingent-Valuation-Methode, soziales Relativeinkommen, Gewöhnungseffekte, Easterlin-Paradox, Regressionsanalyse, Grenzrate der Substitution, Umweltgüter, Nutzentheorie.
Die Arbeit analysiert, wie die Erfassung des Haushaltseinkommens und dessen ökonomische Bedeutung die Ergebnisse der monetären Umweltbewertung innerhalb des Lebenszufriedenheitsansatzes beeinflussen.
Zentral sind die ökonomische Theorie der Umweltbewertung, die empirische Glücksforschung sowie ökonometrische Ansätze zur Modellierung des Zusammenhangs zwischen Einkommen und Lebenszufriedenheit.
Die Arbeit untersucht, inwieweit methodische Unzulänglichkeiten bei der Erfassung des Einkommens und dessen Einflüsse (wie relative Vergleiche oder Gewöhnung) zu verzerrten Umweltwerten im Lebenszufriedenheitsansatz führen.
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse und den Vergleich ökonomischer Studien, die ökonometrische Regressionsmodelle und Survey-Daten zur Bewertung nicht-marktgängiger Güter verwenden.
Im Hauptteil werden sowohl klassische Bewertungsmethoden verglichen als auch detailliert Faktoren wie die Endogenität des Einkommens, soziale Vergleichseffekte und der Einfluss vergangener Einkommen auf die aktuelle Zufriedenheit beleuchtet.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Lebenszufriedenheitsansatz, Umweltbewertung, Einkommensverzerrung und relative Einkommenshypothese definieren.
Während die Contingent-Valuation-Methode auf hypothetischen Märkten basiert und direkte Zahlungsbereitschaften abfragt, nutzt der Lebenszufriedenheitsansatz Daten zur subjektiven Lebenszufriedenheit, um indirekt den Nutzen einer Umweltveränderung zu substituieren.
Da viele Studien Faktoren wie das relative Einkommen (Vergleich mit anderen) oder Gewöhnungseffekte vernachlässigen, wird der Einfluss des absoluten Einkommens oft falsch eingeschätzt, was zu unplausibel hohen monetären Umweltwerten führen kann.
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