Bachelorarbeit, 2012
54 Seiten, Note: 1,7
1 Veränderungen der Wettbewerbsbedingungen als Kontextfaktor kundenindividueller Fertigung
2 Kundenindividuelle Fertigung im Zusammenhang informationsbezogener Überlastungssituationen des Massenmarktes
2.1 Formen kundenindividueller Fertigung
2.2 Informationsüberlastung auf Massenmärkten
3 Chancen und Risiken kundenindividueller Fertigung aus Konsumentensicht und die „neue“ Informationsüberlastung
3.1 Chancen kundenindividueller Fertigung
3.2 Risiken kundenindividueller Fertigung
3.3 Die „neue“ Informationsüberlastung
4 Ansätze der Hersteller zur Vermeidung möglicher Überlastungsprobleme bei der Produktzusammenstellung
4.1 Produktbezogene Maßnahmen
4.2 Systembezogene Maßnahmen
4.3 Anbieterbezogene Maßnahmen
4.4 Konsumentenbezogene Maßnahmen
5 Resümee und Implikationen für Anbieter
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss kundenindividueller Produkte auf die Entstehung von Informationsüberlastung (IÜ) beim Konsumenten. Ziel ist es, die Chancen und Risiken der kundenindividuellen Fertigung kritisch zu beleuchten und Strategien zu identifizieren, mit denen Online-Anbieter solche Überlastungssituationen während des Konfigurationsprozesses effektiv vermeiden können.
Die „neue“ Informationsüberlastung
Die vorstehenden Risiken tragen in der Folge dazu bei, dass der Zeitaufwand und die Komplexität des Auswahlprozesses zunehmen, sodass die Informations- und Kommunikationskosten möglicherwiese ein vom Konsumenten anerkennendes Maß überschreiten. Daraus ergibt sich die Gefahr, dass sich der Konsument mit einer neuen IÜ konfrontiert sieht. 88 Zur Bewertung dieser Gefahr können Untersuchungen von Choi und Fishbach herangezogen werden. Diese nehmen eine Unterscheidung zwischen zwei verschiedenen Entscheidungstypen vor, auf welche ein umfassender Auswahlprozess unterschiedliche Auswirkungen ausübt.
Im Sinne einer „Instrumental Choice“ werden durch den Auswahlprozess vorbestehende Konsumziele befriedigt. Die Entscheidung für eine Auswahl liefert hier einen externen Nutzen, der sich aus der Zweckmäßigkeit der ausgewählten Alternative ergibt. Der extrinsisch motivierte Konsument möchte mit seiner getroffenen Auswahl seinen persönlichen Geschmack zum Ausdruck bringen, weshalb er sich mit den verfügbaren Optionen umfassend auseinandersetzt.
Im Gegensatz dazu steht die „Experimential Choice“, bei welcher der Auswahlprozess dem Selbstzweck dient. Sie ist gekennzeichnet durch das Nichtvorhandensein externer Bedürfnisse, weshalb sich der Konsument folglich weniger kritisch mit den zur Auswahl stehenden Alternativen beschäftigt, als dies bei einer „Instrumental Choice“ der Fall ist. Den Nutzen liefert in diesem Fall also der Auswahlprozess an sich (intrinsisch motivierte Konsumenten).
1 Veränderungen der Wettbewerbsbedingungen als Kontextfaktor kundenindividueller Fertigung: Dieses Kapitel erläutert den Wandel von klassischen Massenmärkten hin zu individualisierten Angeboten aufgrund technologischer Fortschritte und veränderter Kundenwünsche.
2 Kundenindividuelle Fertigung im Zusammenhang informationsbezogener Überlastungssituationen des Massenmarktes: Hier werden die verschiedenen Formen der kundenindividuellen Fertigung definiert und die Choice Overload Hypothese sowie deren Relevanz für Konsumenten diskutiert.
3 Chancen und Risiken kundenindividueller Fertigung aus Konsumentensicht und die „neue“ Informationsüberlastung: Dieses Kapitel stellt eine differenzierte Abwägung der Vor- und Nachteile individueller Produkte gegenüber und analysiert den Zielkonflikt zwischen verschiedenen Motivationstypen bei der Produktauswahl.
4 Ansätze der Hersteller zur Vermeidung möglicher Überlastungsprobleme bei der Produktzusammenstellung: Hier werden konkrete Maßnahmen von Online-Anbietern in vier Kategorien systematisiert, um die Komplexität und den Entscheidungsstress für Kunden zu reduzieren.
5 Resümee und Implikationen für Anbieter: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und leitet Handlungsempfehlungen für Unternehmen ab, um Kunden durch Hilfestellungen im Konfigurationsprozess zu binden.
Mass Customization, Informationsüberlastung, Choice Overload, Konsumentenverhalten, Produkt-Konfigurator, Individualisierung, Kundenbindung, Online-Handel, Principal-Agent-Theorie, Entscheidungspsychologie, Kundenorientierung, Prozessqualität, Nutzwertanalyse, Vertrauensbildung.
Die Bachelorarbeit untersucht, wie sich die verstärkte Möglichkeit der kundenindividuellen Fertigung von Produkten auf die Informationsverarbeitung des Konsumenten auswirkt und ob dabei ein Überlastungsphänomen auftritt.
Die Schwerpunkte liegen auf den Konzepten der Mass Customization, der psychologischen Wirkung von Auswahlmöglichkeiten (Choice Overload) sowie den Strategien, mit denen Unternehmen ihre Kunden bei komplexen Entscheidungsprozessen unterstützen können.
Die Arbeit fragt nach den Chancen und Risiken, die mit kundenindividuellen Produkten einhergehen, und untersucht, wie Hersteller eine drohende "neue" Informationsüberlastung durch gezielte Maßnahmen im Rahmen der Produktzusammenstellung minimieren können.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche sowie einer Internetrecherche zur Systematisierung von Best-Practice-Beispielen (insbesondere NIKEiD und mymuesli) basiert.
Der Hauptteil analysiert die Definitionen verschiedener Individualisierungsformen, die Vor- und Nachteile für Konsumenten sowie eine Kategorisierung von Herstellerstrategien in produkt-, system-, anbieter- und konsumentenbezogene Maßnahmen.
Zentrale Begriffe sind Mass Customization, Informationsüberlastung, Choice Overload, Kundenentscheidung und Konfigurationsmanagement.
Die "Instrumental Choice" bezeichnet eine Entscheidung, bei der ein vorbestehendes Konsumziel verfolgt wird. Da dies extrinsisch motivierte Konsumenten sind, empfinden sie einen zu komplexen Auswahlprozess häufig als lästige Pflicht, was das Risiko für Informationsüberlastung erhöht.
Online-Umgebungen ermöglichen durch interaktive Tools, Feedback-Mechanismen und eine gewisse Anonymität den Aufbau von Kompetenzen, was die psychologischen Fehlerkosten im Vergleich zur "Offline-Umgebung" senken kann.
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