Bachelorarbeit, 2012
38 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
2. Ästhetik und Authentizität
2.1 Gewalt als natürlicher Bestandteil der Welt
2.2 Adorno und die Ästhetische Theorie
2.3 Aspekte des Nichtpropositionalen nach Schildknecht
2.4 Spezifische Formen der Ästhetisierung bei Kleist und Sallis
3. Drei Phänotypen der Gewalt
3.1 Gesellschaftliche Gewalt
3.2 Individuelle und triebhafte Gewalt
3.3 Naturgewalt
4. Funktionen der Darstellung von Gewalt
4.1 Die Eskapismusdiskussion
4.2 Die Reflexions- oder Spiegelbildthese und die Kontrollthese
4.3 Gewaltdarstellungen als stilistisches Mittel
4.4 Gewaltdarstellungen als Gesellschaftskritik
4.5 Gewaltdarstellungen als Kritik spezifischer Missstände
5. Subjektives Weltverständnis der Autoren
5.1 Biographische Daten Heinrich von Kleists als Indizien seiner Weltsicht
5.2 Die Eliminierung der Kategorien Gut und Böse in einer Welt namens Chaos
6. Konklusion
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellungsformen von Gewalt in der Literatur und deren spezifische Funktionen, wobei sie den Kontrast zwischen Heinrich von Kleists Erzählungen und James Sallis’ Roman Drive nutzt, um die Motivation der Autoren sowie die ästhetische Inszenierung von Gewalt zu analysieren.
2. Ästhetik und Authentizität
Die Ästhetik der Gewalt steht immer in Verbindung mit einer künstlerischen Inszenierung derselben, so wie es auch Zeller in seinen Thesen formuliert: „Denn was in der Kunst als Gedankenexperiment erlaubt und als ästhetische Erfahrung erwünscht ist, trägt in der Realität totalitäre Züge.“ Eine Form der Ästhetisierung sei die Verfremdung und die Übertreibung, so Wertheimer. Die Realität soll, ähnlich wie in der Epoche des poetischen Realismus, nicht bloß abgebildet und wiedergegeben, sondern in einer künstlerischen Form ergänzt werden.
Dies dient nicht nur zur Sensation sondern hat auch den einfachen Grund, dass Geschriebenes, Gemaltes usw., also lediglich Dargestelltes, schon durch ihre Natur abgeschwächt ist gegenüber der Realität. Wenn wir eine Ohrfeige im wahren Leben miterleben, das Geräusch hören und das Erröten des Geschlagenen mitansehen und den Ernst der Tat vor Augen führen, löst das ein anderes Gefühl aus, als wenn wir lesen, dass jemand einen anderen ohrfeigt. Deshalb muss die künstlerisch geschriebene und erfundene Ohrfeige ausgeschmückt und in einer Intensität dargestellt werden, dass dem Leser im Ansatz das Gefühl vermittelt wird, das er bei einer realen Ohrfeige empfunden hätte, sodass die Ohrfeigenszene entsprechend wahrgenommen wird.
Ausschmückungen und drastische Brutalität haben demnach ebenfalls den Sinn Authentizität zu suggerieren. Da das Medium Buch die Tat abschwächt, muss man durch Übertreibung die Authentizität wieder herstellen. Eine gegensätzliche These, in Bezug auf die Verklärung, führt Lepenies an, der sich zwar auf den Film bezieht, der in diesem Zusammenhang aber gleichzusetzen ist mit der Literatur: „Es soll Entlastungsmechanismus sein, eine problemfreie Erholungsanstalt für den Menschen des industriellen Zeitalters.“
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Gewaltdarstellung anhand von Kleist und Sallis sowie Darlegung der Zielsetzung und methodischen Vorgehensweise.
2. Ästhetik und Authentizität: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Ästhetik und Gewalt sowie der Funktion von Verfremdung und Übertreibung zur Erzeugung von Authentizität.
3. Drei Phänotypen der Gewalt: Analyse von gesellschaftlicher, individueller und natürlicher Gewalt als wesentliche Kategorien innerhalb der literarischen Werke.
4. Funktionen der Darstellung von Gewalt: Erörterung der Wirkung von Gewaltdarstellungen hinsichtlich Eskapismus, Spiegelung der Gesellschaft, stilistischer Mittel und Kritik.
5. Subjektives Weltverständnis der Autoren: Analyse, wie biografische Faktoren und eine pessimistische Weltsicht der Autoren das Bild von einer chaotischen, unvollkommenen Welt in den Werken prägen.
6. Konklusion: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Ästhetisierung, der Natürlichkeit von Gewalt und der gesellschaftskritischen Funktion der untersuchten Literatur.
Gewaltdarstellung, Ästhetik, Authentizität, Heinrich von Kleist, James Sallis, Gesellschaftskritik, Literaturwissenschaft, Gewalt, Nichtpropositionalität, Weltsicht, Psychologie, Erzählstruktur, Ambivalenz, Literatur, Chaos
Die Arbeit untersucht, wie Gewalt in der Literatur ästhetisch inszeniert wird und welche inhaltlichen Funktionen diese Darstellungen erfüllen.
Zu den Kernbereichen zählen Ästhetik, Gewaltklassifizierung, gesellschaftliche Einflüsse und die Weltsicht der Autoren.
Es geht darum, die Motivation der Autoren und die Wirkungsweise der Gewalt in ausgewählten Werken von Kleist und Sallis aufzuzeigen.
Die Analyse stützt sich auf literaturwissenschaftliche und philosophische Theorien über Ästhetik, Gewalt in den Medien und die psychologische Bedeutung von Gewalterfahrungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Gewalt-Phänotypen, die Funktionen der Gewaltdarstellung sowie das subjektive Weltverständnis der Autoren.
Die wichtigsten Begriffe sind Gewaltdarstellung, Ästhetisierung, Authentizität, Gesellschaftskritik und Ambivalenz.
Die Anonymisierung der Hauptfigur soll verdeutlichen, dass Gewalt ein allgegenwärtiges Phänomen der globalisierten Gesellschaft ist, das jeden Einzelnen treffen kann.
Während Kleist Gewalt oft in den Kontext kirchlicher oder familiärer Machtstrukturen stellt, reflektiert Sallis die Entkopplung des Individuums in einer anonymen, modernen Gesellschaft.
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