Bachelorarbeit, 2011
55 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Soziale Strukturen in Spanien
2.1 Vom Emigrations- zum Immigrationsland
2.2 Die Rolle der Frau
2.3 Religiosität, Politik und Toleranz
3. Die Wirtschaft Spaniens
3.1 Vor der Krise
3.2 Soziale Sicherung in Spanien
3.4 Die Weltwirtschaftskrise
3.5 Der Bauboom
3.6 Befristete Verträge
3.7 Die Rolle der Gewerkschaften in Spanien
4. Die verlorene Generation
4.1 Krise im Bildungssektor
4.2 Los Indignados
5. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen Ursachen der Jugendproteste des Jahres 2011 in Spanien, um das Entstehen der Bewegung "¡Democracia real ya!" in einen gesamtgesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kontext zu setzen.
3.5 Der Bauboom
Das der Immobiliensektor eine so große Rolle in Spanien spielte, hat nicht zuletzt politische Gründe. Schon in den 50ern unter Franco wurde Tourismus und privater Hausbesitz forciert, nicht zuletzt um die kompetitiven Schwächen der spanischen Wirtschaft auszugleichen. Gleichzeitig aber kam diesem Umstand eine politisch-ideologische Bedeutung zu. So sagte der Minister für Häuser, José Luis Arrense, 1957: „Queremos un país de propierarios, no de proletarios.“ Eine Aussage, die den Hausbesitz in dem faschistischen Staat zum antikommunistischen Symbol macht. Eine Politik, die Erfolg hatte: Bereits 1970 waren 60 % der Haushalte in Privatbesitz. Im Jahr 2007 waren in Spanien 87 % der Häuser in Privatbesitz, was mehr ist als in den USA oder dem Großbritannien. Doch gleichzeitig gab es einen geradezu rasanten Preisanstieg bei Immobilien:
„Die Immoblienenpreise in Spanien stiegen von 1997 bis 2006 um 12 % pro Jahr bzw. von einem Preisniveau von 100 1996 auf 289 Ende 2006, also beinahe eine Verdreifachung binnen 10 Jahren, während die Preise für Wohneigentum in den Ländern des Euro- Währungsgebietes insgesamt im gleichen Zeitraum um lediglich 75 % stiegen. Zum Vergleich: in den USA stiegen die Preise 90 %. Unter den fortschrittlichsten Volkswirtschaften verzeichnen weltweit nur Irland mit etwa 220% und Großbritannien mit etwa 170 % einen stärkeren Anstieg der Wohnimmoblienpreise als Spanien.“
López und Rodríguez sprechen sogar davon, dass von 2003 bis 2006 die Hauspreise um 30 % gestiegen sind.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Protestbewegung "15-M" bzw. "Los Indignados" ein und verortet sie in der unmittelbaren Folge der Weltwirtschaftskrise.
2. Soziale Strukturen in Spanien: Dieses Kapitel erläutert den soziokulturellen Wandel Spaniens, insbesondere in Bezug auf Immigration, die veränderte Rolle der Frau und das Verhältnis der Gesellschaft zur Kirche.
3. Die Wirtschaft Spaniens: Die Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung beleuchtet den Aufstieg Spaniens zur Wirtschaftsmacht, die Rolle des Bausektors sowie die negativen Folgen der Weltwirtschaftskrise und das rudimentäre Wohlfahrtssystem.
4. Die verlorene Generation: Das Kapitel thematisiert die spezifische prekäre Lage der Jugend, die Probleme im Bildungswesen und die konkreten Anliegen der Protestbewegung.
5. Resümee: Die Zusammenfassung führt die verschiedenen analysierten Strukturprobleme zusammen und ordnet die Proteste als Ausdruck eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Unmuts ein.
Spanien, Jugendproteste, Los Indignados, Wirtschaftskrise, Bauboom, Arbeitsmarkt, befristete Verträge, Wohlfahrtsstaat, soziale Strukturen, Bildungssektor, Jugendarbeitslosigkeit, Demokratie, Strukturprobleme, politische Klasse, prekäre Beschäftigung.
Die Arbeit analysiert die strukturellen Ursachen hinter den Jugendprotesten des Jahres 2011 in Spanien, bekannt als Bewegung der "Empörten" oder "Los Indignados".
Zu den zentralen Themen gehören der Wandel der sozialen Strukturen in Spanien, die Bedeutung des Immobilienbooms für die Wirtschaft, die hohe Jugendarbeitslosigkeit und die Defizite des wohlfahrtsstaatlichen Systems.
Das primäre Ziel ist es, die Proteste nicht nur als kurzfristige Reaktion auf die Finanzkrise zu begreifen, sondern sie in den komplexen gesamtgesellschaftlichen Kontext Spaniens einzubetten.
Die Arbeit nutzt eine strukturierte Analyse ökonomischer und sozialer Daten (Statistiken), ergänzt durch die Auswertung von Manifesten der Protestbewegung und wissenschaftlicher Literatur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung sozialer Veränderungen, eine tiefgehende Analyse der Wirtschaftsstruktur (mit Fokus auf Bauboom und Arbeitsmarktreformen) sowie eine Betrachtung der Bildungs- und Beschäftigungssituation junger Spanier.
Wesentliche Begriffe sind "¡Democracia real ya!", "verlorene Generation", "Bauboom", "Jugendarbeitslosigkeit" und "Strukturprobleme Spaniens".
Die Autorin verdeutlicht, dass der Bauboom ein wackeliges Fundament für die Wirtschaft bildete, dessen Platzen die Arbeitslosigkeit explodieren ließ und junge Menschen besonders hart traf, da sie oft prekär beschäftigt waren.
Die Gewerkschaften werden als wenig handlungsfähig beschrieben, die primär die Interessen der gut geschützten Festangestellten vertreten, während sie für die prekär beschäftigte Jugend kaum Rückhalt bieten.
Die Arbeit zeigt durch CIS-Umfragedaten, dass ein tiefes Misstrauen gegenüber der politischen Klasse besteht, was die Empörung der Bewegung "Los Indignados" über Korruption und Inkompetenz begründet.
Das Bildungssystem wird als problematisch identifiziert, da hohe Bildungsabschlüsse in Spanien die Jobchancen der Jugendlichen aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nur unzureichend verbessern.
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