Masterarbeit, 2012
30 Seiten
1 Abstract
2 Einleitung
3 Traumareaktivierung
3.1 Begriffsklärung
3.2 Mögliche Auslöser
3.3 Vulnerabilität und Remission
3.4 Erklärung für Reaktivierung
3.5 Zusammenfassung
4 Sekundärtraumatisierung
4.1 Begriffsklärung
4.2 Empirische Grundlagen
4.3 Einflussfaktoren
4.4 Mögliche Ursachen
4.4.1 Vermeidung der Exposition
4.4.2 Eigenes Trauma
4.4.3 Persönlichkeit
4.5 Wie kommt es zur Sekundärtraumatisierung?
4.6 Zusammenfassung
5 Hypothesen
6 Falldarstellung
6.1 Lebensgeschichtliche Aspekte
6.2 Coachingauftrag
6.3 Diagnose
6.4 Bisherige Behandlung und Ressourcen
6.5 Therapieindikation und Begründung
6.6 Therapeutische Beziehungsgestaltung und Therapieziele
6.7 Sitzungen
6.7.1 Erste Sitzung
6.7.2 Zweite Sitzung
6.7.3 Dritte Sitzung
6.7.4 Vierte Sitzung
6.7.5 Fünfte Sitzung
6.7.6 Sechste Sitzung
6.8 Ergebnisse
7 Diskussion
8 Resumée
9 Literaturangaben
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Sekundärtraumatisierung und Traumareaktivierung, um zu prüfen, ob bei Fachkräften, die mit traumatisierten Personen arbeiten, eine Sekundärtraumatisierung ohne initiales eigenes Trauma auftritt und wie diese diagnostisch von einer Traumareaktivierung zu unterscheiden ist.
3.1 Begriffsklärung
Maercker versteht unter Retraumatisierung eine durch erneute Erinnerung an ein Trauma hervorgerufene Symptombelastung (2009, S. 16). Das heisst, die betroffene Person hat nach einem in der Vergangenheit erlebten Trauma das Vollbild einer PTSD entwickelt, so dass sich die Intrusionen auf das Ursprungstrauma beziehen. (Schock, Rosner, Wenk-Ansohn & Knaevelsrud, 2010). Eine weniger gewichtige Symptombelastung, die kurzfristig zu einem Symptomanstieg führt, aber im Gegensatz zur Retraumatisierung vom Betroffenen selbst bewältigt werden kann, bezeichnen Maercker und Rosner als Traumareaktualisierung. Reaktualisierung und Reaktivierung finden in der Literatur synonym Verwendung (2006, S. 3-17). Von einer PTSD mit verzögertem Beginn wird gesprochen, wenn sich die Symptomatik mindestens 6 Monate nach dem belastenden Ereignis zeigt (Schock et. al., 2010).
Schock et. al. (2010) haben in einem Schaubild die Zusammenhänge zwischen Flashback, Traumareaktivierung, Retraumatisierung und PTSD mit verzögertem Beginn in Bezug auf die Intensität und Dauer des Symptomanstiegs bei Betroffenen mit einer PTSD dargestellt. Es zeigt, dass sie Flashback, Reaktivierung und Retraumatisierung nur durch die Intensität und Dauer unterscheiden und sie dieselben Auslösefaktoren wie ein erneutes Trauma oder traumabezogene Trigger zugrunde legen. Wie auch Maercker bewerten sie die Traumareaktivierung als weniger schwerwiegend im Vergleich zur Retraumatisierung.
1 Abstract: Zusammenfassung der Thematik und der Schlussfolgerung, dass bei PTBS-Symptomatik nach Tätigkeit mit Traumatisierten häufig eine Reaktivierung eines initialen Traumas vorliegt.
2 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung anhand eines Fallbeispiels und Definition der Forschungsfragen zur Abgrenzung von Sekundärtraumatisierung und Traumareaktivierung.
3 Traumareaktivierung: Erläuterung der Begriffe, Auslöser und der Vulnerabilitätshypothese sowie des Furchtstrukturmodells zur Erklärung, wie alte Traumata durch neue Reize reaktiviert werden.
4 Sekundärtraumatisierung: Analyse des Konzepts, der empirischen Grundlagen, Einflussfaktoren wie Vermeidungsverhalten und Persönlichkeit sowie der Entstehungsmechanismen.
5 Hypothesen: Aufstellung der Hypothese, dass eine Differenzierung zwischen Sekundärtraumatisierung und Traumareaktivierung auf Symptomebene unmöglich ist und eine Anamnese erfordert.
6 Falldarstellung: Detaillierte Darstellung des Falls von Frau B., inklusive Diagnoseergebnissen, Behandlungsverlauf und Sitzungsprotokollen.
7 Diskussion: Interpretation der Fallergebnisse im Kontext der Literatur und des Modells von Mitgefühlszufriedenheit und Mitgefühlsermüdung.
8 Resumée: Zusammenfassende kritische Betrachtung des Konzepts der Sekundärtraumatisierung und Plädoyer für eine genauere Anamnese bei Helfern.
9 Literaturangaben: Auflistung der verwendeten Quellen zur wissenschaftlichen Fundierung der Arbeit.
Traumareaktivierung, Sekundärtraumatisierung, PTSD, Burnout, Furchtnetzwerk, Traumahistorie, Anamnese, Compassion Fatigue, Traumatherapie, Gegenübertragung, Belastung, Symptombelastung, Stressoren, Helfer, Traumakonfrontation
Die Arbeit untersucht die diagnostische Abgrenzung zwischen Sekundärtraumatisierung und Traumareaktivierung bei Personen, die beruflich mit traumatisierten Menschen arbeiten.
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Symptomatik von Traumafolgestörungen, die Risikofaktoren für Helfer sowie neurophysiologische Grundlagen der Angstverarbeitung.
Ziel ist es zu klären, ob ein initiales Trauma ein Risikofaktor für eine Sekundärtraumatisierung ist oder ob Symptome bei Helfern eher auf die Reaktivierung eigener, früherer Traumata zurückzuführen sind.
Die Arbeit kombiniert eine fundierte Literaturrecherche mit einer detaillierten Einzelfalldarstellung (Case Study), um die Hypothesen in der praktischen Anwendung zu überprüfen.
Der Hauptteil analysiert theoretische Definitionen, empirische Studien zur Belastung von Therapeuten sowie die Falldarstellung einer Klientin inklusive Diagnose und Therapieverlauf.
Wichtige Begriffe sind Traumareaktivierung, Sekundärtraumatisierung, PTSD, Anamnese, Furchtnetzwerk und Traumahistorie.
Die Anamnese ist laut Autorin zwingend erforderlich, da sie die einzige Möglichkeit bietet, zwischen einer neu entstandenen Sekundärtraumatisierung und der Reaktivierung früherer, unbewusster Traumata zu unterscheiden.
Die Autorin argumentiert, dass das Label "Sekundärtrauma" oft vorschnell vergeben wird und den Blick auf tieferliegende, bereits existierende Traumata verstellt, was eine effektive Therapie behindern kann.
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