Diplomarbeit, 2011
219 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 FELDBESTIMMUNG : STUDENTISCHE PAARBEZIEHUNGEN ALS VERGESCHLECHTLICHTE KONSTELLATIONEN
2.1 Geschlechtertheoretische Rahmungen
2.1.1 Der strukturelle Rahmen: Geschlecht als Ungleichheitskategorie
2.1.1.1 Produktion und Reproduktion: Vergeschlechtlichte Arbeitsteilung
2.1.1.2 Geschlechtsdifferenzierende Segregation des Arbeitsmarktes
2.1.1.3 Studium und Arbeitsmarktsegregation
2.1.1.4 Zur Einordnung erwerbszentrierter Ansätze
2.1.2 Die intersubjektive Validierung von Geschlecht: Prozesse der Herstellung von Geschlechterdifferenz
2.1.2.1 Geschlecht als soziale Konstruktion – „doing gender“
2.1.2.2 Geschlecht und Interaktion
2.1.3 Zur Bedeutung der Kategorie Geschlecht
2.2 Die Rechtfertigung der Lebensentwürfe: Individualisierung und das Recht auf ‚eigenes‘ Leben
2.2.1 Individualisierung als Strukturmarker der reflexiven Moderne
2.2.2 Eigenes Leben und Liebeschaos – Individualisierung und Geschlechterverhältnis
2.2.3 Aufweichung statt Auflösung: Kritikpunkte der Individualisierungsthese
2.2.4 Individualisierte Biographien: Individualisierung als empirische Konstruktion
2.2.5 Individualisierung und Aushandlung als Argumentationsstruktur in Interaktionen
2.3 Die strukturelle Rahmung der Paarbeziehung und das Geschlechterverhältnis
2.3.1 Das Paar als spezifische soziale Ebene
2.3.1.1 Paarbeziehungen als soziologischer Forschungsgegenstand
2.3.1.2 Klassische Paarsoziologie: Simmel und von Wiese
2.3.1.3 Strukturmerkmale von Paarbeziehungen
2.3.2 Zum Geschlechterverhältnis in Paarbeziehungen
2.3.3 Persistenz und Wandel von Ungleichheitsstrukturen in Paarbeziehungen: Vergleichslinien empirischer Ergebnisse
2.3.3.1 Institutionalisierte Arrangements der Arbeitsteilung
2.3.3.2 Beziehungshandeln junger Frauen in Berufsausbildung
2.3.3.3 Dual Career Couples als egalitäre Beziehungsform
2.3.4 Inhaltliche Schwerpunktsetzungen im Beziehungsfokus
2.3.4.1 Alltägliche Lebensführung als analytisches Konzept
2.3.4.2 Der (gemeinsame) Lebensentwurf
2.4 Geschlecht, Bildung und Milieu
2.4.1 Notwendigkeit einer Milieu-differenzierenden Geschlechterforschung
2.4.2 Der Milieu-Begriff
2.4.3 Das akademische Milieu: Bildungsgleichheit und Gleichheitsdiskurs
2.4.4 Generationensoziologie: „Junge“ Menschen als Träger sozialen Wandels
2.4.5 Integration milieubezogener Variablen zur Verdichtung der Vorgänge im Feld
2.5 Zusammenfassung – Die Inhalte der theoretischen Vergleichslinien zum Feld
3 METHODOLOGIE UND METHODISCHES VORGEHEN
3.1 Offenheit in der Forschungspraxis als forschungsleitendes Thema
3.1.1 Methodologische Grundlagen der Grounded Theory
3.1.1.1 Symbolischer Interaktionismus und Pragmatismus als epistemologische Grundlagen
3.1.1.2 Offenheit der Forschungspraxis gegenüber der empirischen Welt
3.1.1.3 Entwicklung einer gegenstandsbezogene Theorie
3.1.1.4 Glasers reiner Induktivismus gegen die iterativ-zyklische Arbeitsweise nach Strauss
3.1.2 Der Fokus auf das Geschlechterverhältnis vor dem Hintergrund einer methodischen und interpretativen Offenheit
3.1.2.1 Reifikation und Offenheit in der Geschlechterforschung
3.1.2.2 Hagemann-White und das Verfahren zum wissenschaftlichen Umgang mit Zweigeschlechtlichkeit
3.2 Die Grounded Theory als Auswertungsmethode
3.2.1 Kodieren als zentrales Analyseinstrument
3.2.2 Forschungspraktische Instrumente im Untersuchungsablauf
3.3 Datenerhebung
3.3.1 Erhebungsmethode
3.3.1.1 Die Besonderheiten des Paarinterviews
3.3.1.2 Problemzentriertes und halbstandardisiertes Leitfadeninterview
3.3.2 Erhebungseinheit
3.3.3 Durchführung
3.3.3.1 Akquise der Interviewpartner
3.3.3.2 Zeitpunkte, Ablauf und Bedingungen der Datenerhebung
3.3.3.3 Transkription und Anonymisierung
3.3.4 Äußere Rahmung des Feldes – Eckdaten der Interviewten
3.3.5 Schwerpunktsetzungen und Modifikation der Leitfäden
3.3.6 Zur Verschriftlichung der Auswertungsmethode
4 ERGEBNISDARSTELLUNG: „DAS GLEICHGEWICHT DER (UN)GLEICHHEIT“
4.1 Merkmale des studentischen Milieus
4.1.1 Bildung und Soziale Herkunft
4.1.2 Ein Studentenleben?
4.1.2.1 Studium als individualisierte Lebensphase
4.1.2.2 Studium als primärer Lebensinhalt
4.1.2.3 Der geringe finanzielle Spielraum in der Lebensphase Studium
4.2 Die zwei Ebenen der Analyse: die praktische Emergenz des Gleichheitsdiskurses
4.3 Das Gleichgewicht als Schlüsselkategorie
4.4 Alltägliche Lebensführung: Irrelevanz und Habitualisierung als zentrale Handlungsmarker
4.4.1 Die Irrelevanz des Geldes in der Paarkommunikation
4.4.1.1 Der Anspruch studentischer Bescheidenheit und die finanzielle Regelung
4.4.1.2 Das Aufrechterhalten der finanziellen Gleichheitsfiktion
4.4.2 Häusliche Arbeitsteilung vor dem Hintergrund des Gleichheitsdiskurses
4.4.2.1 Irrelevanz und Ausgeglichenheit: „so WG-mäßig quasi“
4.4.2.2 Haushalt als weibliche Hauptzuständigkeit: Der „Haushaltsvorstand“
4.5 (In)Kohärenzen im Lebensentwurf – die Antizipation zukünftiger Berufs- und Beziehungsverhältnisse
4.5.1 Planungsperspektiven und Unwägbarkeiten
4.5.1.1 Studienfach und Berufswahl
4.5.1.2 Komplementäre Entwürfe und Wunschvorstellungen
4.5.1.3 Unsicherheiten und Unwägbarkeiten als Beziehungsstabilisator
4.5.1.4 Zusammenfassung: Zukunftspläne zwischen Beziehung und Arbeitsmarktanforderungen
4.5.2 Die Kinderfrage
4.5.2.1 Der gemeinsame Kinderwunsch/Die Komplementarität in der Familienplanung
4.5.2.2 Das (weibliche) Problem der Unvereinbarkeit
4.5.2.3 Das gesellschaftliche Framing: Das Elterngeld
4.5.2.4 Zusammenfassung: Die Kinderbetreuung als zentraler Modus gesellschaftlicher Verortung
4.6 Zum Gleichheitspotential der Beziehungen
4.6.1 Das ‚Wir‘ und das ‚Du‘ und ‚Ich‘ – Der Topos der persönlichen Autonomie
4.6.1.1 Persönliche Autonomie als Ausdruck des partnerschaftlichen Kodes
4.6.1.2 Bedingungen individueller Eigenständigkeit
4.6.1.3 Der ‚Kompromiss‘ zwischen individueller Freiheit und dyadischer Gemeinsamkeit
4.6.1.4 Individuelle Autonomie als ‚geschlechtsloses‘ Konzept
4.6.2 Das Sprechen von der Gleichberechtigung: gleich, gerecht und ausgeglichen
4.6.2.1 Gleichberechtigung als paarinternes/unpolitisches Phänomen
4.6.2.2 Das Gleichheits-Potential der Konventionellen und der Avantgardisten: Die Unreflektierten
4.6.2.3 Gleichberechtigung auf Basis der Zweigeschlechtlichkeit: Gleichberechtigt, aber nicht gleich
4.6.2.4 Der reflektierte Diskurs als Ungleichheitsrisiko: Der Anti-Macho
4.7 Verdichtung der Ergebnisse - Die Analyseebenen und Handlungslinien des Geschlechterverhältnisses
4.7.1 Die Themenfelder des Geschlechterverhältnisses
4.7.2 Die Handlungslinien anhand der Ebenen von Diskurs und Praxis
4.7.3 Das Gleichgewicht als übergeordneter Deutungszusammenhang
4.7.4 Das studentische Milieu
4.7.5 Zweierbeziehung: Aufeinanderbezogenheit und Partnerschaftsideal
5 FAZIT
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht das Geschlechterverhältnis in studentischen Paarbeziehungen unter Verwendung der Grounded Theory Methodologie. Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, die sozialen Handlungsmuster und Deutungsmuster der Paare zu rekonstruieren, um zu verstehen, wie das Geschlechterverhältnis vor dem Hintergrund gesellschaftlich erwarteter Gleichheitsideale und tatsächlich gelebter Alltagspraxen – insbesondere im Kontext von Studium, Arbeitsmarktperspektiven und Kinderplanung – ausgehandelt wird.
4.3 Das Gleichgewicht als Schlüsselkategorie
Das übergeordnete Konzept der sich im Feld verdeutlichten Vorgänge wird hier als ‚Gleichgewicht‘ bezeichnet. Der Topos des Gleichgewichts wird hier im Rekurs auf seine physikalische Begriffsbedeutung zur Beschreibung meines Feldes eingebracht: Die naturwissenschaftliche Verwendung des Gleichgewichtsbegriffs verweist insbesondere auf die Dynamik und die Aufeinanderbezogenheit der innerhalb eines Gleichgewichts wirkenden Kräfte. Im Folgenden werden zur Verdeutlichung zwei Definitionen vorgestellt: "[D]er Zustand eines Körpers oder Systems, bei dem maßgebende Zustandsgrößen zeitlich konstant sind und/oder sich Wirkungen und Gegenwirkungen aufheben. Man spricht von dynam. G., wenn sich zwei entgegengesetzt verlaufende Prozesse in ihrer Wirkung aufheben."
In diesem Sinne wird Gleichgewicht als zentrales Muster der generierten Darstellungen und Handlungspraxen gesehen: Im Sinne der ersten Definition wirken innerhalb jedes untersuchten Bereiches bestimmte ‚Kräfte‘ in Gestalt der BeziehungsteilnehmerInnen selbst sowie im Sinne ihrer zugrunde gelegten Geschlechterdualität, die auch im Falle gegebener laufender Wirkungen im Ergebnis ein Gleichgewicht innerhalb des ‚Systems‘ der Paarbeziehung herstellen (müssen).
1 EINLEITUNG: Die Einleitung definiert das Forschungsfeld der studentischen Paarbeziehungen und begründet die Relevanz der Untersuchung von Geschlechterverhältnissen in einer Lebensphase, in der Berufseintritt und Familienplanung antizipiert werden.
2 FELDBESTIMMUNG : STUDENTISCHE PAARBEZIEHUNGEN ALS VERGESCHLECHTLICHTE KONSTELLATIONEN: Dieses Kapitel bettet die Untersuchung in soziologische Rahmungen ein, darunter Geschlechtertheorien, Individualisierungsthesen und Konzepte zur Milieu-Analyse im studentischen Kontext.
3 METHODOLOGIE UND METHODISCHES VORGEHEN: Hier wird der Einsatz der Grounded Theory begründet, wobei der Fokus auf Offenheit, der Datenerhebung durch qualitative Paarinterviews und der iterativ-zyklischen Auswertung liegt.
4 ERGEBNISDARSTELLUNG: „DAS GLEICHGEWICHT DER (UN)GLEICHHEIT“: Der Hauptteil präsentiert die empirischen Ergebnisse, insbesondere die Identifikation des „Gleichgewichts“ als Schlüsselkategorie sowie die Analyse von Alltagspraxen, Zukunftsplanung und dem Spannungsfeld zwischen Gleichberechtigungsideal und gelebter Praxis.
5 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die theoretische Bedeutung des „Gleichgewichts“ als Aushandlungsmechanismus innerhalb studentischer Partnerschaften.
Grounded Theory, Geschlechterverhältnis, studentische Paarbeziehungen, Gleichgewicht, Individualisierung, doing gender, Alltägliche Lebensführung, Vereinbarkeit, Paarinterviews, soziale Konstruktion von Geschlecht, Gleichheitsdiskurs, Autonomie, Komplementarität, Lebensentwürfe, studentisches Milieu
Die Arbeit analysiert, wie junge, studierende Paare in ihrer Beziehung Geschlechterverhältnisse aushandeln und dabei mit dem gesellschaftlichen Anspruch auf Gleichberechtigung umgehen.
Die Schwerpunkte liegen auf der alltäglichen Lebensführung, der gemeinsamen Zukunfts- und Karriereplanung sowie der Aushandlung von Rollen im Kontext von Studium und Berufseinstieg.
Das Ziel ist die Rekonstruktion von sozialen Handlungsmustern, um zu verstehen, wie das Spannungsfeld zwischen dem Postulat von Gleichheit und einer oft ungleich verteilten Praxis bewältigt wird.
Die Autorin nutzt die Grounded Theory Methodologie, um auf Basis qualitativer halbstandardisierter Paarinterviews eine gegenstandsbezogene Theorie zu entwickeln.
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse von Alltagspraxen wie Finanzregelung und Hausarbeit sowie der Antizipation zukünftiger Lebensentwürfe, insbesondere der Kinderfrage.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Grounded Theory, Gleichgewicht, doing gender, Individualisierung, Vereinbarkeit und studentisches Milieu.
Die Kinderfrage wird als zentraler Aushandlungspunkt identifiziert, der tiefe geschlechtsspezifische Strukturen offenbart und oft dazu führt, dass traditionelle Rollen trotz anderslautender Ideale reproduziert werden.
Gleichgewicht fungiert als Schlüsselkategorie, die beschreibt, wie Paare durch Aushandlungsprozesse – oft durch „Gleichheitsfiktionen“ – einen Zustand erreichen, der von beiden als gerecht oder zumindest tragbar empfunden wird.
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