Bachelorarbeit, 2009
33 Seiten, Note: 1,7
I. Einleitung
II. Die Umverteilung der Arbeit im Haushalt
II.1. Was bedeutet die Arbeit im Haushalt?
II.2. Haushaltshilfe als Notlösung
II.3. Global Women
III. Arbeitsplatz „Privathaushalt“
III.1. Der Privathaushalt als Arbeitsplatz für Migrantinnen
III.2. Arbeitsplatz Privathaushalt - ein ganz normaler Job?
III.2.1. Charakterisierung der bezahlten Arbeit im Haushalt
III.2.2. Arbeitgeber - Arbeitnehmerverhältnis
III.2.3. Wahrnehmung der Reinigungstätigkeit
IV. Das Leben in der Illegalität
IV.1. Illegal in Deutschland
IV.2. Hauptprobleme des Lebens in der Illegalität
V. Fazit
Die Arbeit untersucht die globalisierungsbedingten Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt im Bereich privater Haushalte und analysiert, welche Faktoren zur Umverteilung von Haushaltsarbeiten auf Migrantinnen führen und ob diese Entwicklung für die betroffenen Frauen eine Chance oder eine Falle darstellt.
III.1. Der Privathaushalt als Arbeitsplatz für Migrantinnen
Es existieren keine genauen Statistiken wie hoch die Anzahl der Haushalte ist, die eine Putz- oder Haushilfe beschäftigen. Die vorsichtigen Schätzungen von Jürgen Schupp zeigen, dass es im Jahr 2000 rund 7,6 Prozent der Haushalte eine Haushaltshilfe beschäftigten. Das entspricht mehr als 2,9 Millionen Beschäftigungsverhältnissen. Ebenfalls exstieren Haushalte in der BRD, die nur gelegentlich eine Haushaltshilfe benötigen. Diese Gruppe beträgt vier Prozent der deutschen Haushalte. Allerdings wurden nur etwa vierzig Tausend Personen als sozialversicherungspflichtig gemeldet.
Daher lässt es sich vermuten, dass ein großer Teil der Haushilfen eine illegale Beschäftigung ausüben. Diese Hypothese bestätigen die empirischen Studien in diesem Bereich. Der Privathaushalt gilt als eine Grauzone, als Ort der Schwarzarbeit, in dem vor allem Migrantinnen beschäftigt werden. Der private Haushalt stellt eine geeignete Tätigkeit für Migrantinnen dar, weil er im Vergleich zu den anderen Bereichen der feminisierten informellen Arbeit durch staatliche Kontrollen nur schwer zugänglich ist. Da sich für Migrantinnen in der Regel wegen fehlender Arbeitserlaubnis keine anderen beruflichen Alternativen ergeben, sind sie oft auf die privaten Haushalte als einzige Einkommensquelle angewiesen.
I. Einleitung: Die Einleitung erläutert die zunehmende Bedeutung entlohnter Haushaltsarbeit im Kontext der Globalisierung und stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen für Migrantinnen.
II. Die Umverteilung der Arbeit im Haushalt: Dieses Kapitel analysiert die traditionelle Aufteilung der Arbeit, das Entstehen der „Dienstleistungslücke“ in deutschen Haushalten sowie das Konzept der „globalen Versorgungsketten“.
III. Arbeitsplatz „Privathaushalt“: Hier werden die Arbeitsbedingungen, die unregulierten Arbeitsbeziehungen zwischen Arbeitgebern und Migrantinnen sowie die Wahrnehmung der Reinigungstätigkeit untersucht.
IV. Das Leben in der Illegalität: Das Kapitel befasst sich mit den rechtlichen Statusproblemen, der aufenthaltsrechtlichen Illegalität und den gravierenden alltäglichen Herausforderungen für illegal arbeitende Migrantinnen.
V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Arbeit im Haushalt keine „normale“ Erwerbsarbeit ist, sondern für Migrantinnen häufig eine prekäre Existenzgrundlage darstellt.
Haushaltsarbeit, Migrantinnen, Globalisierung, Privathaushalt, prekäre Beschäftigung, Schwarzarbeit, Illegalität, Transmigrantinnen, Geschlechtergerechtigkeit, Reproduktionsarbeit, Dienstleistungslücke, Aufenthaltsrecht, Arbeitsmarktsegment, soziale Unsichtbarkeit, Doppelbelastung.
Die Arbeit untersucht die Verlagerung von Haushalts- und Betreuungsaufgaben in westlichen Privathaushalten auf Migrantinnen sowie die damit verbundenen sozioökonomischen und rechtlichen Konsequenzen.
Die zentralen Felder umfassen die Globalisierung von Haushaltstätigkeiten, die informelle und häufig illegale Beschäftigung von Migrantinnen sowie die prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen dieser Frauen in Deutschland.
Das Ziel ist es zu analysieren, welche Faktoren dazu führen, dass Arbeiten in Privathaushalten auf Migrantinnen umverteilt werden, und zu bewerten, ob diese Umverteilung für die Betroffenen eher eine Chance zur Existenzsicherung oder eine Falle aufgrund prekärer Abhängigkeiten darstellt.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit feministischen Arbeitsmarktanalysen sowie der Auswertung empirischer Studien und sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse zum Thema Migration und Haushaltstätigkeit.
Der Hauptteil analysiert die Struktur des Arbeitsplatzes „Privathaushalt“, die prekären Arbeitsverhältnisse, das Machtgefälle zwischen Arbeitgebern und migrantischen Haushaltshilfen sowie die spezifischen Probleme des Lebens in der Illegalität.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören unter anderem Haushaltsarbeit, prekäre Beschäftigung, Illegalität, Migration, Reproduktionsarbeit und soziale Unsichtbarkeit.
Die Autorin greift auf die Differenzierung von Maria S. Rerrich zurück und unterscheidet zwischen einheimischen Beschäftigten, Zugewanderten (mit legalem Status, aber ohne Arbeitserlaubnis) und Cosmobilen (unterteilt in Transmigrantinnen und illegal Beschäftigte).
Da die Arbeit im informellen Sektor stattfindet, ist das gegenseitige Vertrauen essenziell. Arbeitgeber gewähren den Migrantinnen Einblicke in ihre Intimsphäre (z.B. durch Schlüsselübergabe), während die Frauen darauf angewiesen sind, dass sie bei Behörden nicht denunziert werden.
Die Arbeit im Haushalt wird gesellschaftlich oft nicht als „richtige“ Erwerbsarbeit anerkannt und als unproduktiv abgewertet. Dennoch ist sie körperlich belastend, psychisch anspruchsvoll und unterliegt kaum rechtlichen Regulierungen, was sie zu einem prekären Beschäftigungsfeld macht.
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