Masterarbeit, 2012
77 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
1.1 Relevanz der Thematik
1.2 Methodisches Vorgehen
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER ANALYSE
2.1 Effizienz
2.1.1 Technische Effizienz
2.1.2 Qualitative Effizienz
2.1.3 Allokative Effizienz
2.2 Definition und Dimensionen von Qualität
2.2.1 Allgemeiner Qualitätsbegriff
2.2.2 Begriff der Qualität im Dienstleistungsbereich insbesondere in der Pflege
2.2.3 Ergebnisqualität
2.2.4 Prozessqualität
2.2.5 Strukturqualität
2.3 Marktversagen und Wettbewerb
2.3.1 Informationsasymmetrien
2.3.2 Externe Effekte
2.3.3 Öffentliche Güter
2.3.4 Subadditivität
2.4 Prinzipal-Agenten-Theorie
2.4.1 Die ökonomische Theorie
2.4.2 Die politische Theorie
2.4.3 Agenturprobleme
2.4.4 Monitoring
2.4.5 Signaling / Screening
2.5 Rent-Seeking
2.6 Koordinationskostentheorie
3 QUALITÄTSKONTROLLE IN DER STATIONÄREN PFLEGE
3.1 Der deutsche Pflegemarkt
3.1.1 Entwicklung
3.1.2 Teilnehmer
3.2 Die Heimaufsicht
3.2.1 Entwicklung und Bedeutung des Heimgesetzes
3.2.2 Aktuelle Erscheinungsformen und Zuständigkeiten in den Ländern
3.3 Der medizinische Dienst der Krankenversicherung
3.3.1 Entwicklung
3.3.2 Aufbau und Finanzierung
3.3.3 Aufgaben
4 WIRKUNGEN DER HEUTIGEN REGELUNGEN AUF DIE EFFIZIENZ
4.1 Der Markt für stationäre Pflegeeinrichtung
4.1.1 Mögliche Ursachen für Marktversagen auf dem Markt für stationäre Pflege
4.1.2 Prinzipal-Agenten-Beziehung zwischen den Teilnehmern
4.1.3 Maßnahmen der Verringerung von Informationsasymmetrien
4.2 Der Markt für Kontrollinstitutionen
4.3 Wirkungen der heutigen Rahmenbedingung auf die partiellen Effizienzen
4.3.1 Technische Effizienz
4.3.1.1 Grundsätzliche Überlegungen möglicher Ineffizienzen
4.3.1.2 Möglichkeiten der Beseitigung der technischen Ineffizienz
4.3.2 Qualitative Effizienz
4.3.3 Allokative Effizienz
4.4 Alternative Möglichkeiten
5 ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN
5.1 Zusammenfassung
5.2 Ausblick
Die Arbeit untersucht die ökonomische Effizienz der aktuellen Qualitätssicherung im deutschen stationären Pflegemarkt. Dabei wird insbesondere analysiert, ob die duale Überwachung durch Heimaufsicht und den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) unter Anwendung der Neuen Institutionenökonomik und der Prinzipal-Agenten-Theorie zu einer effizienten Marktstruktur führt oder ineffiziente Doppelstrukturen erzeugt.
2.4 Prinzipal-Agenten-Theorie
Bei dem Prinzipal-Agenten Ansatz handelt es sich um ein formalisiertes Instrument zur Analyse von Beziehungen zwischen Auftraggeber (Prinzipal) und Auftragnehmer (Agent). Dabei beauftragt der Prinzipal den Agenten mit der Ausführung einer Leistung. Ein Beispiel ist ein Patient (Prinzipal), der einen Arzt (Agent) aufsucht. Der Patient fragt eine Dienstleistung (die Heilung) bei einem Anbieter nach. Für diese will er möglichst wenig zahlen, während der Arzt an der Maximierung seines Einkommens interessiert ist. Somit könnte dieser medizinische Maßnahmen anordnen, welche für die Heilung nicht notwendig wären oder aber für seine Leistung einen überhöhten Preis verlangen. Der Prinzipal kann aufgrund der asymmetrischen Informationsverteilung nicht die wahre Motivation und die daraus resultierenden Handlungen des Agenten erkennen. Er ist aber daran interessiert, dass der Agent möglichst genau die Präferenzen von ihm erfüllt.
Eine mathematische Darstellung ist bei Ross (1973) zu finden. Dieser geht von einer Neumann-Morgenstern-Nutzenfunktion beider Parteien aus. Jede Partei ist an einem für sich nutzenmaximiertem Ergebnis interessiert. Unter Annahme perfekter Information sind die gewählten Aktionen des Agenten für den Prinzipal ohne Kosten zu überwachen. Wenn die Annahme perfekter Information beider Seiten aufgegeben wird und es zu asymmetrischen Informationsverteilungen kommt, sind ineffiziente Marktergebnisse zu erwarten. Bei Berücksichtigung der Entscheidungen unter Unsicherheit ist für den Prinzipal nicht zu erkennen, welche Aktion bzw. welches Anstrengungsniveau durch den Agenten gewählt wird.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Qualitätssicherung in der stationären Pflege angesichts des demografischen Wandels und stellt das methodische Vorgehen mittels industrieökonomischer Theorien dar.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER ANALYSE: Dieses Kapitel führt die notwendigen volkswirtschaftlichen Theorien, wie Effizienzbegriffe, Marktversagen und die Prinzipal-Agenten-Theorie, ein, um eine analytische Basis für die Untersuchung zu schaffen.
3 QUALITÄTSKONTROLLE IN DER STATIONÄREN PFLEGE: Hier werden der Pflegemarkt, seine Teilnehmer sowie die spezifischen Rollen und Aufgaben der Heimaufsicht und des MDK als Kontrollinstanzen detailliert beschrieben.
4 WIRKUNGEN DER HEUTIGEN REGELUNGEN AUF DIE EFFIZIENZ: Das Hauptkapitel analysiert die Prinzipal-Agenten-Beziehungen zwischen den Marktteilnehmern und bewertet die ökonomische Effizienz der aktuellen Kontrollstrukturen sowie mögliche Alternativen.
5 ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsnotwendigkeiten und politische Handlungsspielräume.
Qualitätssicherung, Stationäre Altenpflege, Heimaufsicht, MDK, Ökonomische Effizienz, Prinzipal-Agenten-Theorie, Marktversagen, Informationsasymmetrie, Regulierung, Pflegeversicherung, Strukturqualität, Prozessqualität, Ergebnisqualität, Wettbewerb, Rent-Seeking
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Aspekte der Qualitätssicherung in der stationären Pflege in Deutschland und bewertet die Rolle staatlicher Kontrollinstanzen.
Zentrale Themen sind die ökonomische Effizienz, das Marktversagen in der Pflege sowie die Wirksamkeit der Überwachung durch die Heimaufsicht und den MDK.
Das Ziel ist es, die derzeitige Ausgestaltung der Qualitätssicherung ökonomisch zu untersuchen und zu begründen, warum der Staat als Regulator auftritt sowie Ineffizienzen in diesem System aufzudecken.
Die Autorin/der Autor nutzt industrieökonomische Theorien, insbesondere die Prinzipal-Agenten-Theorie, um die Beziehungen und Anreizstrukturen zwischen den beteiligten Akteuren zu analysieren.
Der Hauptteil befasst sich mit den Wirkungen der heutigen Regelungen auf die Effizienz, wobei insbesondere die verschiedenen Prinzipal-Agenten-Konstellationen im Pflegemarkt und die Ineffizienzen in der Kontrolle untersucht werden.
Prägende Begriffe sind Qualitätssicherung, Heimaufsicht, MDK, Effizienz, Marktversagen und Informationsasymmetrie.
Beide Institutionen haben unterschiedliche gesetzliche Aufträge zur Qualitätsprüfung; die Arbeit hinterfragt, ob deren Koexistenz zu ineffizienten Doppelstrukturen führt.
Es entstehen hohe Koordinationskosten und Doppelprüfungen, da trotz gesetzlicher Anpassungen bisher kein effizientes, integriertes Modell der Zusammenarbeit etabliert werden konnte.
Externe Zertifizierungen werden als alternative Möglichkeit diskutiert, um Wettbewerb und Transparenz zu fördern, stoßen jedoch bisher auf geringe Akzeptanz bei den Trägern.
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