Examensarbeit, 2012
112 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Definitionen und Begriffsklärungen
2.1 Unterrichtsstörungen
2.1.1 Definition nach Karlheinz Biller (1979)
2.1.2 Definition nach Rainer Winkel
2.1.3 Definition nach Gert Lohmann
2.2 Klassenführung – Classroom Management
3. Forschungsstand
3.1 Prävention und Intervention von Unterrichtsstörungen
3.1.1 Erste Studien zum Classroom Management
3.1.2 Jacob Kounins Befunde
3.1.3 Befunde Evertsons et. al
3.1.4 Führungsstil (Tausch/Tausch)
3.1.5 Haertel, Wang und Walberg
3.1.6 Helmke (Scholastik-Studie)
3.2 Vergleich zwischen Theorie und Praxis
3.2.1 Erfolgreiche Strategien und Typen - Mayr et al.
3.2.2 LCH-Befragung zu Disziplinschwierigkeiten in den deutschschweizerischen Schulen
3.2.3 Umfrage Noltings
3.3 Kritische Reflexion des Forschungsstandes
3.4 Aktuelle Literatur zum Thema
4. Strategien im Umgang mit Unterrichtsstörungen
4.1 Präventive Strategien
4.1.1 Disziplin-Managementebene und Organisation
4.1.2 Prävention auf der Unterrichtsebene
4.1.3 Prävention auf der Beziehungsebene
4.2 Reaktive Strategien
4.2.1 Interventionsstrategien auf der Beziehungsebene
4.2.2 Interventionen auf der Disziplin-Managementebene
4.2.3 Interventionsstrategie auf der Unterrichtsebene
4.2.4 Bedeutung präventiver Strategien
5. Zusammenfassung des theoretischen Teils
6. Die Studie – Fragestellung und Hypothesen
6.1 Fragestellungen
6.2 Hypothesen
7. Methodik
7.1 Forschungsdesign
7.2 Erstellung des Fragebogens
7.3 Aufbau des Fragebogens
7.4 Vorstellung der Schule (Stichprobe)
7.5 Durchführung
7.6 Datenanalyse
8. Auswertung und Ergebnisse
8.1 Stichprobe
8.2 Kenntnis der Strategien
8.2.1 Kenntnis der Strategien
8.2.2 Kenntnis der Strategien in Abhängigkeit der Dienstjahre
8.3 Verwendung der Strategien
8.3.1 Verwendung der vorgestellten Strategien
8.3.2 Verwendung präventiver und reaktiver Strategien im Vergleich
8.3.3 Von den Lehrkräften angegebene Strategien
8.3.4 Eingeschätzte Verwendung an der Schule
8.4 Effektivität der Strategien
8.4.1 Effektivität der vorgestellten Strategien
8.4.2 Effektivität präventiver und reaktiver Strategien im Vergleich
8.5 Gründe für den seltenen Einsatz präventiver Strategien
8.6 Aneignung der Strategien
8.7 Bewusste bzw. unbewusste Verwendung
9. Diskussion
9.1 Zusammenfassung und Diskussion der Befunde
9.2 Methodenkritik
9.3 Ausblick
10. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen aktuellen Vergleich zwischen theoretischen Erkenntnissen und der schulpraktischen Realität hinsichtlich der Bewältigung von Unterrichtsstörungen herzustellen, um die Diskrepanz zwischen beiden Feldern zu analysieren und einander näher zu bringen.
3.1.2 Jacob Kounins Befunde
Die Tatsache, dass die Klassenführung und damit verbunden präventive Strategien neben der Intervention immer stärker in den Fokus der Forschung rückten, ist auf die Untersuchungen Jacob Kounins in den 70er Jahren zurückzuführen. Aufgrund der hohen Bedeutung seiner Studien, sollen diese an dieser Stelle genauer vorgestellt werden.
Der Ursprung seiner Untersuchungen lässt sich auf einen Zwischenfall zurückzuführen. In einer von ihm gehaltenen Vorlesung rügte er verärgert einen Studenten, der während seines Vortrages in einer weit aufgeschlagenen Zeitung las. Die Maßregelung zeigte Erfolg. Der Student unterließ es, die Zeitung zu lesen. Bemerkenswerter für Kounin war aber die beobachtbare Wirkung auf die übrigen Studenten. Diese zeigten sich ebenso von der Maßnahme betroffen, wenn gleich sie nicht gegen sie selbst gerichtet war. Diesen „Welleneffekt“ versuchte er in der Folge an verschiedenen Schulen näher zu untersuchen und ging der Frage nach, welche Zurechtweisung in Reaktion auf eine Störung den bestmöglichen Effekt habe (vgl. Kounin 2006, S. 17 ff.).
Trotz zahlreicher Untersuchungen mit verschiedenen Forschungsmethoden gelangten seine Kollegen und er nur zu widersprüchlichen Befunden ohne eindeutige Ergebnisse. Es konnte keine Korrelation zwischen dem Zurechtweisungsverhalten der Lehrer und der Mitarbeit bzw. dem Störverhalten der Schüler festgestellt werden. Was bei Lehrer A Erfolg zeigte, erwies sich bei Lehrer B wirkungslos. Ermahnungen, die in einer Klasse für Ruhe sorgten, misslangen in den Parallelklassen. Die Art der Reaktion auf eine Störung erwies sich folglich als wenig bedeutsam. Erst als die Forscher durch Videoanalyse verschiedener Klassen den Fokus auf das Geschehen vor der Störung legten, statt nur auf die Lehrerhandlung danach, kamen sie zu nützlichen Ergebnissen. Demnach steht der angestrebte Effekt weniger in Abhängigkeit der Zurechtweisung als vielmehr in Abhängigkeit anderer Dimensionen des Lehrerverhaltens, die belegbar mit dem gewünschten Schülerverhalten korrelierten. Kounin stellt auf Grundlage dessen vier Dimensionen auf, die in der Folge genauer beschrieben werden und sich an Noltings begrifflich vereinfachter Einteilung orientieren (vgl. Kounin 2006, S. 84).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Unterrichtsstörungen ein und erläutert die Motivation sowie die Forschungsziele der Untersuchung.
2. Definitionen und Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe wie Unterrichtsstörungen und Klassenführung, wobei unterschiedliche wissenschaftliche Sichtweisen einander gegenübergestellt werden.
3. Forschungsstand: Hier wird der theoretische Forschungsstand zu Prävention und Intervention sowie der Vergleich zwischen Theorie und Schulpraxis kritisch reflektiert.
4. Strategien im Umgang mit Unterrichtsstörungen: Dieses Kapitel erläutert verschiedene präventive und reaktive Strategien, unterteilt in Disziplin-Managementebene, Unterrichtsebene und Beziehungsebene.
5. Zusammenfassung des theoretischen Teils: Eine Zusammenführung der theoretischen Grundlagen und der identifizierten Strategien als Basis für den empirischen Teil.
6. Die Studie – Fragestellung und Hypothesen: Darstellung der konkreten Forschungsfragen und der daraus abgeleiteten Hypothesen für die empirische Untersuchung.
7. Methodik: Beschreibung des Forschungsdesigns, der Instrumente (Fragebogen) und der Durchführung der Querschnittsstudie am Gymnasium.
8. Auswertung und Ergebnisse: Präsentation und statistische Aufbereitung der erhobenen Daten zu Kenntnis, Anwendung und Effektivität der Strategien.
9. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Kontext der Forschungsfragen, kritische Methodenkritik und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
10. Zusammenfassung: Abschließendes Fazit der gesamten Arbeit und Zusammenführung der Kernergebnisse.
Unterrichtsstörungen, Klassenführung, Classroom Management, Prävention, Intervention, Lehrerverhalten, Empirische Untersuchung, Disziplin, Lehrer-Schüler-Beziehung, Schulpraxis, Schulentwicklung, Unterrichtsfluss, Schulpsychologie, Pädagogik, Strategieentwicklung.
Die Arbeit untersucht den Umgang mit Unterrichtsstörungen und analysiert, inwieweit die in der erziehungswissenschaftlichen Theorie diskutierten Strategien tatsächlich in der schulpraktischen Realität eines gymnasialen Kollegiums bekannt sind und Anwendung finden.
Im Fokus stehen präventive und reaktive Strategien der Klassenführung, die Lehrer-Schüler-Interaktion sowie die Diskrepanz zwischen theoretischen Literaturempfehlungen und dem tatsächlichen Handeln im Klassenzimmer.
Das primäre Ziel ist ein Abgleich zwischen Theorie und Praxis. Die Untersuchung möchte feststellen, ob aktuelle präventive Ansätze in der Lehrerschaft angekommen sind und wie Lehrkräfte die Effektivität verschiedener Maßnahmen bewerten.
Es wurde eine quantitative Querschnittsstudie durchgeführt. Als Erhebungsinstrument diente ein standardisierter Fragebogen, der anonym unter Lehrkräften eines Gymnasiums verteilt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil, der Konzepte zur Klassenführung und Störungsprävention aufbereitet, und einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Lehrerbefragung deskriptiv ausgewertet und diskutiert werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Unterrichtsstörungen, Klassenführung, Prävention, Lehrerhandeln und empirische Schulforschung beschreiben.
Die Arbeit verdeutlicht, dass präventive Maßnahmen – im Sinne eines "Vorbeugen ist besser als Heilen" – wissenschaftlich als effektiver angesehen werden, während in der Praxis oft noch reaktive, disziplinierende Maßnahmen dominieren.
Die Studie zeigt, dass sich Lehrkräfte ihre Strategien zum Großteil intuitiv oder durch eigenständiges Erproben aneignen, statt auf eine systematische, von außen vermittelte Ausbildung zurückzugreifen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass klassische Belohnungssysteme (wie Tokens oder Sternchen) in höheren Jahrgangsstufen als eher ungeeignet wahrgenommen werden; Lehrkräfte bevorzugen hier verbale Formen der Wertschätzung und Ermutigung.
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