Magisterarbeit, 2010
158 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Forschungsstand und Literaturlage
1.2 Vorgehensweise
2. Die Dekonstruktion – eine philosophische Strategie Jacques Derridas
2.1 Der Kontext der Dekonstruktion: Poststrukturalismus und Strukturalismus
2.2 Logozentrismus und Phonozentrismus
2.3 Derrida und Sprache – La différance
2.3.1 Semantische Bestimmung von „La différance“
2.3.2 Bewegung statt Ursprung
2.3.3 Die Unkontrollierbarkeit der Bedeutung
2.3.4 Der offene Text
2.3.5 Zusammenfassung und Wirkungsbereich der Dekonstruktion
3. Filmsprache
3.1 Zum Begriff der Filmsprache in der Filmsemiotik
3.2 Der Code der klassischen Filmsprache: Die Herrschaft der Erzählung
3.3 Kinemato-Graphia: Filmschrift anstatt Filmsprache
3.4 Ein Exkurs zum Dekonstruktivismus in der Architektur
3.5 Dekonstruktivistische Filmstrategie
4. David Lynch: Ein Filmemacher zwischen Kunst und Kino
4.1 Biografische Notiz zu David Lynch und Gliederung seines Werks
5. Die Filmsprache David Lynchs und ihr dekonstruktivistisches Potenzial
5.1 Analyse der narrativen Strukturen
5.1.1. LOST HIGHWAY
5.1.1.1 Inhaltsangabe
5.1.1.2 Narrative Struktur und möglichen Interpretationsansätze
5.1.2 MULHOLLAND DRIVE
5.1.2.1 Inhaltsangabe
5.1.2.2 Narrative Struktur und möglichen Interpretationsansätze
5.1.3 Die Inszenierung von Raum und Zeit bei David Lynch
5.1.3.1 Spiel mit klassisch-filmtechnischen Manipulationen
5.1.3.2 Der Abschied von der Linearität
5.1.3.3 Eine simultane Zeitordnung?
5.1.3.4 Raumsprünge und falsche Anschlüsse
5.1.3.5 Zusammenfassung: Dezentrierung der Narration
5.1.4 Freiheit der Bildgestaltung
5.2 Die Instabilität der medialen Grenzen
5.2.1 Die Macht des Offs
5.2.2 Erweiterung des Bild- und Tonraums: Das Verhältnis von Bild zu Ton
5.2.3 Die verschachtelte Bildfolge in MULHOLLAND DRIVE
5.2.4 Fiktion in Fiktion in MULHOLLAND DRIVE
5.3 Die Dekonstruktion der filmischen Zeichen
5.3.1 Die Verschachtelung der narrativen Ebenen in LOST HIGHWAY
5.3.2 Zu Status und Ort des kinematographischen Bildes
5.3.3 Der Verlust der bildlichen Referenz in LOST HIGHWAY
5.3.4 Dekonstruktion des bildlichen Zeichens
5.3.5 Die Dekonstruktion des sprachlichen Zeichens
5.4 Ein transtextueller Text – INLAND EMPIRE
5.4.1 Inhaltsangabe INLAND EMPIRE
5.4.2 Die Netz-Struktur von INLAND EMPIRE
5.4.2.1 Handlungs- und Bildgeflecht
5.4.2.2 Intertextuelle Verweise zu anderen 'Lynch-Texten'
5.4.2.3 Der Tod und die Wiederbelebung des Films: Eine Transformation
5.4.3 David Lynch, die Kunst und die Dekonstruktion
6. Fazit
6.1 Zusammenfassung der Ergebnisse: Die Filmsprache David Lynchs
6.2 Bewertung: Möglichkeiten und Grenzen der Dekonstruktion im Film
Diese Magisterarbeit untersucht die Filme von David Lynch im Kontext dekonstruktivistischer Philosophien, insbesondere unter Bezugnahme auf Jacques Derrida. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob und wie Lynchs filmsprachliche Methoden als dekonstruktive Praxis verstanden werden können, indem sie klassische narrative Strukturen und die Stabilität filmischer Zeichen hinterfragen.
3.1 Zum Begriff der Filmsprache in der Filmsemiotik
Die Entwicklung des Films zum Medium einer linearen Erzählung erweckt in den 1960er Jahren Vergleiche zu dem bis dahin für die Erzählung 'zuständigen' Medium der Sprache bzw. der Literatur. Das Verständnis von Film als Kommunikationsphänomen mit einer eindeutigen kommunikativen Absicht - eine Geschichte zu erzählen - bildet die Basis der Filmsemiotik. Der Begriff ‚Filmsprache‘ wird zum Programm. Film wird jetzt als eine Sprache ähnliches Codesystem verstanden, das mittels eines bestimmten Codes zwischen Sender und Empfänger vermittelt. Der französische Filmsemiotiker Christian Metz formuliert den Zusammenhang zwischen Filmsprache und Erzählung wie folgt: „Weil das Kino Geschichten erzählt hat, ist es zur Sprache geworden (nicht umgekehrt)“. Diese Sprache galt es von Filmsemiotikern zu untersuchen.
Um die Tatsache zu verstehen, „daß die Filme verstanden werden“ - so Metz vielzitierter programmatischer Ausspruch für das Vorhaben der Filmsemiotik - unternahmen die größtenteils französischen Semiotiker den Versuch der Übertragung linguistischer Kategorien auf das System des Films. Diese versuchte Analogisierung von Wort- und Filmsprache überrascht vor dem Hintergrund, dass Film in den Jahren nach seiner Entstehung besonders aufgrund der Unmittelbarkeit seiner Bilder als Offenbarung gegenüber der Sprache, ja als „Erlösung vom babelschen Fluch“ gefeiert wurde.
„Die Begeisterung der frühen Theoretiker des Films für seine Fähigkeit, Bedeutung nicht sprachlich-begrifflich, sondern mit Hilfe der stummen Gebärde zu vermitteln, hat als kulturellen Hintergrund eine zeitgenössische Skepsis gegenüber dem Wort [...].“
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Themenstellung ein, skizziert den Forschungsstand zur Lynch-Rezeption und legt die methodische Vorgehensweise der Arbeit dar.
2. Die Dekonstruktion – eine philosophische Strategie Jacques Derridas: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Dekonstruktion, insbesondere Begriffe wie Poststrukturalismus, Logozentrismus und La différance.
3. Filmsprache: Hier wird der theoretische Rahmen für die Untersuchung der Filmsprache im Kontext der Semiotik und der dekonstruktivistischen Perspektive entwickelt.
4. David Lynch: Ein Filmemacher zwischen Kunst und Kino: Ein biografischer und werkbezogener Überblick, der Lynchs Entwicklung vom Independent-Kino zum anerkannten Arthouse-Regisseur nachzeichnet.
5. Die Filmsprache David Lynchs und ihr dekonstruktivistisches Potenzial: Der Hauptteil bietet eine tiefgehende Analyse der narrativen Strukturen und der visuellen Gestaltung in den ausgewählten Filmen im Hinblick auf deren dekonstruktive Qualität.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse sowie einer kritischen Bewertung der Anwendbarkeit dekonstruktivistischer Theorien auf das Medium Film.
David Lynch, Dekonstruktion, Jacques Derrida, Filmsprache, Filmsemiotik, Lost Highway, Mulholland Drive, Inland Empire, Narration, Poststrukturalismus, Bildsprache, Medientheorie, Differance, filmische Zeichen, Filmanalyse.
Die Arbeit untersucht die Filme von David Lynch unter der Perspektive der philosophischen Dekonstruktion nach Jacques Derrida, um Lynchs spezifische filmische Strategien zu analysieren.
Die zentralen Themen sind die Dekonstruktion als philosophisches Konzept, die Kritik an klassischen Erzählweisen im Film sowie die Analyse des Verhältnisses von Bild, Ton und Bedeutung in Lynchs Werken.
Ziel ist es zu klären, inwiefern Lynchs Filme eine dekonstruktivistische Filmstrategie aufweisen und wie diese die Grenzen traditioneller filmischer Erzählung überschreitet.
Es wird ein theoretisch-analytisches Vorgehen gewählt, das dekonstruktivistische Ansätze mit filmwissenschaftlichen Analysen verknüpft, um die filmische Praxis Lynchs systematisch zu untersuchen.
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der narrativen Strukturen und filmischen Zeichen in den Filmen LOST HIGHWAY, MULHOLLAND DRIVE und INLAND EMPIRE.
Schlüsselwörter sind u.a. Dekonstruktion, Filmsprache, David Lynch, Filmsemiotik, Narration und die Analyse spezifischer Filmbeispiele.
Der Begriff ist zentral für Derridas Denken und dient als theoretisches Instrument, um aufzuzeigen, wie Bedeutung in Texten und Filmen durch ständige Aufschiebung und Bewegung entsteht, statt fest verankert zu sein.
INLAND EMPIRE wird als transtextueller Text begriffen, der konventionelle Erzählregeln radikaler dekonstruiert und die Grenzen des Mediums Film durch den Einsatz neuer Technologien massiv in Frage stellt.
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