Diplomarbeit, 2012
78 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
1.1 Stand der Forschung
1.2 Methodik
2. Anatomisch- und physiologische Grundlagen
2.1 Bau des Skelettmuskels
2.2 Neuromuskuläre Kopplung
2.3 Motorische Einheit
2.4 Muskelfasertypen
2.5 Dehnungs-Verkürzung-Zyklus
2.6 Wachstumsbedingte Besonderheiten jugendlicher Fußballspieler
3 Die Grundlagen des Krafttrainings
3.1 Die Definition des Begriffs Kraft
3.2 Arten der Muskelarbeit – Arbeitsweisen
3.2.1 Die isometrische Kraftentwicklung
3.2.2 Die konzentrische Kraftentwicklung
3.2.3 Die exzentrische Kraftentwicklung
3.2.4 Die reaktive Kraftentwicklung
3.3 Die Erscheinungsformen der Kraft und ihre Trainingsmethoden
3.3.1 Maximalkraft und Maximalkrafttraining
3.3.2 Die Schnellkraft und Schnellkrafttraining
3.3.3 Reaktivkraft und Reaktivkrafttraining
3.3.4 Kraftausdauer
4 Vertikale Sprungtests
4.1 Squat Jump (SJ)
4.2 Counter Movement Jump (CMJ)
4.3 Drop Jump (DJ)
5. Studien
5.1. Effekte eines reaktiven Sprungkrafttrainings mit und ohne Überkopfziel bei jugendlichen Fußballspielern
5.1.1 Probanden
5.1.2 Untersuchungsdesign
5.1.3 Trainingsprogramm
5.1.4 Untersuchung des Sprungkraftverhaltens
5.1.5 Darstellung der Ergebnisse
5.1.5.1 Bodenkontaktzeit
5.1.5.2 Sprunghöhe
5.2 Maximalhöhen Sprungleistung bei jungen Fußballspielern von verschiedenen Niveau
5.2.1 Stichprobe
5.2.2 Datenaufnahme und Datenbearbeitung
5.2.3 Darstellung der Ergebnisse
5.2.3.1 Ergebnisse der Squat Jump (cm)
5.2.3.2 Drop Jump 20 cm
5.2.3.3 Drop Jump 30 cm
5.2.3.4 Drop Jump 40 cm
5.3 Sprungkraft von jugendlichen Leistungsfußballspielern
5.3.1 Probanden
5.3.2 Versuchsaufbau/ -ablauf
5.3.3 Versuchsauswertung
5.3.4 Darstellungen der Ergebnisse
5.3.4.1 Die Bodenkontaktzeit
5.3.4.2 Sprunghöhen
5.3.4.2.1 Squat Jump (SJ)
5.3.4.2.2 Counter Movement Jump (CMJ)
5.3.4.2.3 Drop Jump (cm)
5.3.4.3 Die mittlere Sprungfähigkeit in unterschiedlichem Alter
6 Diskussion der Ergebnisse
6.1 Effekte eines reaktiven Sprungkrafttrainings mit und ohne Überkopfziel bei jugendlichen Fußballspielern
6.2 Maximale veritkale Sprunghöhenleistung bei jungendllichen Fußballspielern von verschiedenen Niveaus
6.3 Sprungkraft von jugendlichen Leistungsfußballspielern
6.4 Gegenüberstellung der drei Studien
7 Exemplarische Vergleiche zwischen verschiedenen Sportarten
8 Empfehlung für das Sprungkrafttraining in der Praxis
9 Zusammenfassung
10 Literaturverzeichnis
Diese Arbeit analysiert die Methodik des Sprungkrafttrainings bei jugendlichen Fußballspielern, um den Einfluss vertikaler Sprungübungen auf die motorische Leistungsfähigkeit zu ermitteln und praxisnahe Trainingsempfehlungen abzuleiten.
2.1 Bau des Skelettmuskels
Ein Skelettmuskel stellt in der Regel die Verbindung zwischen zwei Knochen her, die gleichzeitig durch ein Gelenk verbunden sind. Wie z. B. der Musculus Bizeps brachii. Dieser besteht am Ursprung aus mehreren Strängen (sog. Köpfe). Ein Muskelstrang wiederum besteht aus einzelnen Muskelfasern (= Muskelzellen). Jeder Muskelfaser wird wiederum aus 1.000-2.000 nebeneinanderliegenden Myofibrillen gebildet (SILBERNAGL u. DESPOPOULOS, 1983 & KLEE, 2003). Eine Myofibrille umfasst zahlreiche, hintereinandergeschaltete Sarkomeren (bis zu mehreren Tausend) (LINDEL, 2006). In den Sarkomeren werden die Muskelkontraktionen ausgelöst:
Dabei gleiten bei der Kontraktion dünne (Aktin-) und dicke (Myosin-) Filamente aneinander vorbei. Die Myosinköpfchen binden sich dabei an die Aktinfilamente und dabei verkürzt sich jeder einzelne Sarkomer (Filamente behalten ihre Größe). Bei der Dilatation kehrt sich dieser Zustand wieder um. Um eine stärkere Kontraktion zu erreichen, müssen sich die Köpchen vom Myosinfilament immer wieder lösen, damit die Aktin- und Myosinfilamente nach erneuter Bindung und Abkippung Schritt für Schritt aneinander vorbeigleiten können.
Diesen Vorgang nennt man Brückenbildung; als notwendiger Energieträger wird dafür ATP (Adenosintriphosphat) ge- und verbraucht.
Damit eine Kontraktion ausgelöst wird, muss der Muskel einen Befehl vom Nervensystem bekommen. Die Signale werden in Form von elektrischen und chemischen Reizen übermittelt. Die Beauftragung an die Muskeln findet auf den verschiedenen Ebenen des zentralen Nervensystems (Rückenmarkt und Gehirn) statt. Um über eine motorische Endplatte mit den entsprechend Befehlen einen Muskel zur Kontraktion inervieren zu können, benötigt die Zentrale jedoch zuerst Informationen über den Zustand des Muskels. Dafür sind die Muskel- und Sehnenspindeln zuständig, die Muskellänge und Muskelkraft messen und diese Informationen an die Schaltzentrale übermitteln. Dieser wechselseitige Informationsfluss ist die Voraussetzung dafür, dass die Kraft eines Muskels wie gewollt eingesetzt wird. (BERSCHIN, 2012 S.17)
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung konditioneller Faktoren im modernen, athletischen Fußball und identifiziert das Sprungkrafttraining als zentrales Element, wobei der Fokus auf dem Mangel an sportwissenschaftlichen Untersuchungen zur Sprungkraftdiagnostik bei Jugendlichen liegt.
2. Anatomisch- und physiologische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau der Skelettmuskulatur, die neuromuskuläre Kopplung und die Bedeutung des Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus für die menschliche Leistungsfähigkeit, ergänzt durch die spezifischen Aspekte der biologischen Entwicklung von Jugendlichen.
3 Die Grundlagen des Krafttrainings: Es werden die Definitionen von Kraft, verschiedene Muskelarbeitsweisen und die Erscheinungsformen der Kraft (Maximal-, Schnell-, Reaktivkraft und Kraftausdauer) samt ihrer spezifischen Trainingsmethoden detailliert aufbereitet.
4 Vertikale Sprungtests: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Durchführung und die physiologische Relevanz der drei gängigen Sprungtests – Squat Jump, Counter Movement Jump und Drop Jump – als Diagnoseinstrumente im Sport.
5. Studien: Hier werden drei ausgewählte Studien vorgestellt, die den Einfluss von Überkopfzielen, das Leistungsniveau von Fußballern und die Altersentwicklung der Sprungkraft bei Nachwuchsfußballern experimentell untersuchen.
6 Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse der drei Studien werden kritisch diskutiert, wobei die motivatorischen Effekte von Überkopfzielen sowie die entwicklungsbiologischen Faktoren (Pubertät, Testosteronanstieg) als zentrale Einflussgrößen identifiziert werden.
7 Exemplarische Vergleiche zwischen verschiedenen Sportarten: Der Autor vergleicht die Sprungleistungen von Fußballspielern mit anderen Sportarten wie Volleyball, Tennis und Skispringen, um sportartspezifische Anforderungen an das Sprungkrafttraining aufzuzeigen.
8 Empfehlung für das Sprungkrafttraining in der Praxis: Basierend auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen wird ein systematischer Trainingsaufbau empfohlen, der bei Jugendlichen mit einem Fokus auf Koordination und Moderation beginnt und erst ab der Pubertät intensivere konditionelle Inhalte integriert.
9 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Gesamtschau, welche die positiven Effekte des Sprungkrafttrainings auf die Leistungsfähigkeit bestätigt und die Bedeutung der Motivation sowie des biologischen Entwicklungsstands für den Trainingserfolg hervorhebt.
10 Literaturverzeichnis: Ein umfassendes Verzeichnis der in der Diplomarbeit verwendeten nationalen und internationalen Quellen und Studien.
Sprungkrafttraining, Fußball, Jugendtraining, Plyometrie, Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus, Maximalkraft, Schnellkraft, Reaktivkraft, Kraftausdauer, Sprungdiagnostik, Squat Jump, Counter Movement Jump, Drop Jump, neuromuskuläre Koordination, Trainingsmethodik.
Die Diplomarbeit untersucht die Methodik und die Effekte von Sprungkrafttraining bei jugendlichen Fußballspielern, um wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für das Training in dieser Altersgruppe zu formulieren.
Die zentralen Themen umfassen die physiologischen Grundlagen der Muskelarbeit, eine Einordnung verschiedener Kraftformen (Schnell-, Maximal-, Reaktivkraft), die Durchführung von vertikalen Sprungtests sowie die Analyse sportwissenschaftlicher Studien zum Thema.
Das primäre Ziel ist es, den Einfluss eines gezielten vertikalen Sprungkrafttrainings auf die Leistungsfähigkeit jugendlicher Fußballspieler zu analysieren und herauszustellen, ob spezifische Methoden signifikante Verbesserungen bewirken können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten nationalen und internationalen Literaturrecherche sowie der Analyse und Diskussion von drei ausgewählten Studien, die in Form von Trainingsversuchen und Leistungsdiagnostik durchgeführt wurden.
Der Hauptteil behandelt theoretische Grundlagen der Anatomie und Physiologie, die Systematik des Krafttrainings sowie die detaillierte Darstellung und kritische Diskussion der empirischen Studien zur Sprungkraft bei Jugendlichen.
Wichtige Begriffe sind Sprungkrafttraining, Fußball, Plyometrie, Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus, Sprungdiagnostik und die entwicklungsphysiologischen Besonderheiten im Jugendalter.
Das Überkopfziel dient als extrinsischer Motivator, der bei jugendlichen Fußballspielern zu einer signifikant besseren Leistung und einer effektiveren Nutzung des Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus führte.
Die Leistungsunterschiede sind maßgeblich durch den pubertären Entwicklungsprozess geprägt, insbesondere durch den Anstieg des Testosteronspiegels und das damit einhergehende verbesserte Muskelwachstum und die Trainierbarkeit der Kraft.
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