Bachelorarbeit, 2012
53 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Historischer Hintergrund
2.1 Barock
2.2 Gianlorenzo Bernini
2.3 Kardinal Scipione Borghese
3 Der Fortbestand der antiken Mythologie
3.1 Antikenrezeption bei Bernini
4 Aeneas, Anchises und Ascanius
4.1 Mythos
4.2 Ikonographische Analyse
4.3 Interpretation
5 Pluto und Proserpina
5.1 Mythos
5.2 Ikonographische Analyse
5.3 Interpretation
6 Apoll und Daphne
6.1 Mythos
6.2 Ikonographische Analyse
6.2.1 Technik
6.2.2 Sockel
6.3 Interpretation
7 Fazit
Die vorliegende Bachelor-Arbeit untersucht drei zentrale Skulpturengruppen von Gianlorenzo Bernini – „Aeneas, Anchises und Ascanius“, „Der Raub der Proserpina“ sowie „Apoll und Daphne“ – im Hinblick auf ihre stilistischen und thematischen Bezüge zur antiken Mythologie und deren Rezeption im Barock, um Berninis Fähigkeit zu belegen, komplexe Erzählungen in einer einzigen monumentalen Momentaufnahme zu verdichten.
3.1 Antikenrezeption bei Bernini
In Berninis Œuvre können Rückschlüsse auf die Konzeption barocker Kunst und ihrem Verhältnis zur Antike gezogen werden. Die Einflüsse antiker Mythologie auf die Motivauswahl beziehungsweise die Handlungsmomente sowie die Auseinandersetzung mit dem Formenkanon antiker Plastik sind in Berninis Schaffen stellvertretend für den Stil des römischen Barock abzulesen.
Seine Bewunderung für die Antike war kein Geheimnis. Schließlich bediente er sich zahlreicher antiker Vorbilder für seine Skulpturen. Dies mag zunächst auch paradox erscheinen, da die Kunst in der Periode des Barock durch übertriebene, dramatische Emotionen und gewaltige Kontraste ausgedrückt wurde, also am weitesten von der noblen Zurückhaltung und Harmonie, die mit der klassischen Kunst assoziiert wird, entfernt war. Dennoch schaffte er es klassische und moderne Elemente seiner Zeit zu kombinieren. „Berninis Leistung lag darin, frühere, bildhauerische Ideen und antike Vorbilder zu einer neuen, viel dramatischeren Komposition zu verschmelzen.“ Er begann mit einem klassischen Prototyp, den er dann in eine freie Barockversion transformierte.
Thematisch ist die Rezeption der Antike bei Bernini in seinen zahlreichen Werken mit mythologischen Motiven deutlich zu erkennen, was nicht zuletzt durch die Auftraggeber begünstigt wurde.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt das Thema der Untersuchung der drei Skulpturengruppen Berninis im Kontext der antiken Mythologie und des Barock vor und definiert das Ziel, die stilistischen und inhaltlichen Bezüge zu analysieren.
2 Historischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Epoche des Barock, skizziert die Biografie von Gianlorenzo Bernini und stellt seinen Mäzen, Kardinal Scipione Borghese, vor.
3 Der Fortbestand der antiken Mythologie: Hier wird der theoretische Rahmen über die Bedeutung und Rezeption antiker Mythen in der nachantiken Zeit sowie spezifisch bei Bernini gelegt.
4 Aeneas, Anchises und Ascanius: Dieses Kapitel widmet sich der Analyse des ersten Werks des Borghese-Zyklus durch die Vorstellung des Mythos, eine ikonographische Untersuchung und eine abschließende Interpretation.
5 Pluto und Proserpina: In diesem Teil werden der Mythos um den Raub der Proserpina, die bildhauerische Umsetzung und deren kunsthistorische Bedeutung behandelt.
6 Apoll und Daphne: Dieses Kapitel analysiert das letzte Werk des Zyklus, inklusive einer spezifischen Betrachtung der technischen Ausführung und des Sockels sowie der inhaltlichen Interpretation.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchungen zusammen und würdigt Berninis Leistung, komplexe Mythen im Medium des Marmors zu einer verdichteten Erzählung zu bringen.
Gianlorenzo Bernini, Barock, Skulptur, Galleria Borghese, Scipione Borghese, Antikenrezeption, Mythologie, Aeneas, Pluto, Proserpina, Apoll, Daphne, Ikonographie, Marmorplastik, Transitorischer Moment.
Die Arbeit behandelt die drei frühen mythologischen Skulpturengruppen von Gianlorenzo Bernini, die für den Kardinal Scipione Borghese entstanden sind.
Die zentralen Felder umfassen die Epoche des Barock, das Leben und Wirken Berninis, die Bedeutung antiker Mythologie in der Renaissance und im Barock sowie die kunsthistorische Analyse der genannten Skulpturen.
Ziel ist es, die stilistischen und thematischen Bezüge der Skulpturen zur antiken Mythologie aufzuzeigen und zu untersuchen, wie es Bernini gelang, flüchtige erzählerische Momente in festem Marmor einzufangen.
Die Arbeit nutzt eine kunsthistorische Methode, die sich aus einer einführenden kulturgeschichtlichen Übersicht, der Vorstellung der Mythen, einer detaillierten ikonographischen Analyse der Werke sowie einer anschließenden interpretatorischen Einordnung zusammensetzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung, die theoretische Auseinandersetzung mit antiken Mythen und die detaillierte Analyse der drei Skulpturengruppen „Aeneas, Anchises und Ascanius“, „Pluto und Proserpina“ sowie „Apoll und Daphne“.
Wesentliche Begriffe sind Gianlorenzo Bernini, Barock, Skulptur, Antikenrezeption, Mythologie, Ikonographie und Transitorischer Moment.
Die Inschriften auf den Sockeln dienten oft dazu, dem dargestellten Werk eine christlich-moralische Bedeutung zu verleihen, um den sinnlichen Reiz der nackten Darstellungen zu mildern und als „Memento Mori“ zu dienen.
Während die Figuren in der Aeneas-Gruppe durch Verschlingungen noch stärker dem manieristischen Stil verpflichtet sind, vollzieht Bernini bei Pluto und Proserpina einen Übergang zu einer übersichtlicheren Komposition mit mehr Abstand zwischen den Figuren.
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