Bachelorarbeit, 2010
65 Seiten, Note: 1,7
1 Grundlegungen zu dieser Arbeit
1.1 Einleitung
1.2 Begriffsbestimmung
1.3 Methodisches Vorgehen
2 Diskussion zur Qualität kompetenzorientierter Berufsabschlussprüfungen
2.1 Bedeutung der Abschlussprüfung in der dualen Berufsausbildung
2.2 Zur Problematik der Erfassung beruflicher Handlungskompetenz
2.3 Darstellung zentraler Gütekriterien für berufliche Abschlussprüfungen
2.3.1 Diagnostische Gütekriterien
2.3.2 Konzeptionelle Gütekriterien
2.4 Diskussion zu Interdependenzen und Abhängigkeiten zentraler Gütekriterien
2.4.1 Zum Spannungsfeld zwischen Validität und Objektivität
2.4.2 Validität der Prüfung und curriculare Ausbildungsziele
2.4.3 Die vollständige Handlung in kompetenzorientierten Prüfungen
2.4.4 Zur Problematik authentisch situierter Aufgaben
2.5 Dominierende Ansprüche: Validität und Handlungs- und Prozessorientierung
3 Zentrale Gütekriterien in kompetenzorientierten Abschlussprüfungen – eine Analyse am Beispiel der 'Arbeitsprobe' im Ausbildungsberuf Augenoptiker/in
3.1 Darstellung der gegenwärtigen Prüfungspraxis
3.2 Prüfungsgegenstand und Ausbildungsberufsbild
3.3 Zur Berücksichtigung zentraler Gütekriterien
3.3.1 Zur Testgenauigkeit der Prüfungskonzeption
3.3.2 Handlungs- und prozessorientierte Aufgabenkonzeption
3.3.3 Authentisch situierte Aufgabengestaltung
3.4 Berufliche Handlungskompetenz valide erfasst (?)
4 Fazit und Perspektive
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Qualitätsansprüche bei der Gestaltung kompetenzorientierter Berufsabschlussprüfungen im dualen System. Dabei analysiert die Arbeit kritisch, wie berufliche Handlungskompetenz in Abschlussprüfungen valide erfasst und zertifiziert werden kann, wobei die Forschungsfrage nach den relevanten zentralen Gütekriterien für eine solche Prüfungskonzeption im Mittelpunkt steht.
Einleitung
'Allerdings machen die Noten der Gesellenprüfung keine Aussagen über Ihre Fähigkeiten im Beruf.' Sicherlich als Trost für die nach Noten weniger erfolgreichen Prüfungsteilnehmer gedacht, wurde diese Aussage vor 15 Jahren im Rahmen meiner 'Lossprechungsfeier' vom Vorsitzenden der Prüfungskommission konstatiert.
Seitdem erfolgte die Verankerung der „beruflichen Handlungsfähigkeit“ als Ziel der Berufsausbildung im Berufsbildungsgesetz (BBiG), sowie die Neuordnung der Verordnungen über die Berufsausbildung (Ausbildungsordnungen), auch hinsichtlich ihrer Gestaltungsvorgaben für die Abschlussprüfung (vgl. Kap. 2.4.2). Daher könnte bis dato eine Klärung oder zumindest eine Verbesserung der angesprochenen Problematik erwartet werden. Obwohl potentielle Arbeitgeber, laut einer Erhebung, aus den Prüfungsnoten weder eine hohe Aussagekraft über die berufliche Leistungsfähigkeit der Absolventen, noch eine Prognose für deren beruflichen Erfolg erwarten, besteht aus Sicht der Berufstätigkeit dennoch die Forderung nach einer prognostischen Funktion der Prüfungsergebnisse hinsichtlich der beruflichen Kompetenz der Absolventen (vgl. Kap. 2.1). Denn, was ist naheliegender, als vom Ergebnis der Abschlussprüfung Aussagen über die beruflichen Fähigkeiten der Absolventen zu erwarten?
Die Erhebung der Handlungskompetenz zum Leitbild in der beruflichen Bildung, der vielzitierte „kompetenzorientierte Wandel“, ist im Wesentlichen als Reaktion auf grundlegend gewandelte berufliche Anforderungen entstanden. Die vielfältigen Änderungen in beruflichen Strukturen und Prozessen, z. B. gesellschaftliche Individualisierung, Globalisierung und der Trend zur Informationsgesellschaft, die sich vereinfacht unter dem Schlagwort „Abkehr vom Taylorismus“ sammeln lassen, erfordern von den Berufstätigen mehr als fachspezifische Kenntnisse und Fertigkeiten. Vielmehr wird in gleichem Maße wie arbeitsplatzbezogene und anweisungsabhängige Tätigkeiten abnehmen, arbeitsprozessbezogenes Wissen und die Fähigkeit unvorhersehbare Probleme zu lösen, wichtiger.
Grundlegungen zu dieser Arbeit: Einführung in die Thematik der kompetenzorientierten Ausbildung und Definition der zentralen Begriffe sowie der methodischen Vorgehensweise.
Diskussion zur Qualität kompetenzorientierter Berufsabschlussprüfungen: Theoretische Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Abschlussprüfung und Diskussion zentraler Gütekriterien in einem kompetenzorientierten Rahmen.
Zentrale Gütekriterien in kompetenzorientierten Abschlussprüfungen – eine Analyse am Beispiel der 'Arbeitsprobe' im Ausbildungsberuf Augenoptiker/in: Praktische Anwendung und kritische Illustration der theoretischen Erkenntnisse anhand der spezifischen Prüfungssituation der Augenoptiker.
Fazit und Perspektive: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Gestaltung von Berufsprüfungen.
Berufliche Handlungskompetenz, duales System, Abschlussprüfung, Gütekriterien, Validität, Objektivität, Reliabilität, Arbeitsprobe, Augenoptiker, Kompetenzorientierung, Prüfungskonzeption, Berufsausbildung, Handlungsfähigkeit, Handlungsorientierung, Prozessorientierung
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Anforderungen an kompetenzorientierte Abschlussprüfungen im dualen Ausbildungssystem und wie diese qualitativ hochwertig gestaltet werden können.
Die zentralen Themen sind das Konzept der beruflichen Handlungskompetenz, die Anwendung klassischer und konzeptioneller Gütekriterien sowie deren Umsetzung in realen Prüfungssituationen.
Ziel ist es, die zentralen Gütekriterien zu identifizieren, die für eine valide Erfassung beruflicher Handlungskompetenz in Abschlussprüfungen relevant sind.
Die Arbeit nutzt ein hermeneutisches Vorgehen, kombiniert mit einer qualitativen Inhaltsanalyse der Ordnungsmittelebene und der Prüfungspraxis.
Im Hauptteil erfolgt eine theoretische Diskussion der Gütekriterien sowie eine beispielhafte Analyse der 'Arbeitsprobe' im Beruf des Augenoptikers.
Kernbegriffe sind berufliche Handlungskompetenz, Gütekriterien, Validität, Kompetenzorientierung und Prüfungskonzeption.
Die Wahl fiel auf diesen Beruf, da die 'Arbeitsprobe' hier eine spezifische, neue Form der kompetenzorientierten Prüfung darstellt, die sich gut zur Illustration der theoretischen Problematik eignet.
Sie wird als situierte Aufgabe genutzt, um handlungs- und prozessorientierte Fähigkeiten der Absolventen in einer berufsnahen Situation abzubilden.
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