Examensarbeit, 2009
73 Seiten, Note: 2,00
1. Exkurs in die Geschichte
1.1. Situation im Herkunftsland
1.2. Kulturelle und sprachliche Identität
1.2.1. Zum Identitätsbegriff
1.2.2. Sprachliche Identität
1.2.3. Kulturelle Identität
1.3. Zwischenfazit
2. Situation in Deutschland
2.1. Sprachliche Barriere
2.2. Die Verhaltensmuster von Einwanderern
2.2.1. Die Assimilation
2.2.2. Die Integration
2.2.3. Die Isolation
2.2.4. Die Dissimilation
2.3. Zwischenfazit
3. Sprachliche Situation der Migrantengemeinschaft
3.1. Deutsch in einer Aussiedlerfamilie
3.2. Russisch der Aussiedler
3.2.1. Die mitgebrachte Sprache
3.2.2. Veränderungen der Sprache in Deutschland
3.2.3. „Aussiedlerrussisch“
3.3. Zwischenfazit
4. „Neuland“ Zweisprachigkeit
4.1. Definition
4.2. Staatliche Sprachpolitik
4.3. Einstellung in der Familie
4.3.1. Russisch wird nicht akzeptiert
4.3.2. Russisch ist ein Teil des Alltages
4.3.3. Russisch wird weitergegeben
4.4. Zwischenfazit
5. Empirische Untersuchung
5.1. Strukturlinguistische Terminologie
5.2. Allgemeine Merkmale der Testpersonen
5.3. Der Fragebogen
5.3.1. Ausgangshypothese
5.3.2. Der Fragebogen (Text)
5.3.3. Gliederung und Erläuterungen
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5
Teil 6
5.4. Durchführung der Befragung
5.5. Auswertung
5.5.1. Ergebnisse der Befragung
Zu dem 1. Teil
Zu dem 2. Teil
Zu dem 3. Teil
Zu dem 4. Teil
Zu dem 5. Teil
Zu dem 6. Teil
5.6. Zwischenfazit
6. Das Niveau der russischen Sprache
6.1. Ausgewählte Sprachbeispiele
6.1.1. Phonetisch unauffällige Sprache
6.1.2. Der starke phonetische Einfluss
6.2. Zwischenfazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Sprachniveau von Aussiedlerkindern in Deutschland und die soziolinguistischen Hintergründe, die den Erhalt oder Verlust der russischen Sprache in diesen Familien beeinflussen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich die elterliche Einstellung und die tägliche Sprachpraxis auf die Sprachkompetenz der Kinder auswirken.
1.1. Situation im Herkunftsland
Fast drei Hundert Jahre haben die Deutschen in Russland ihre Sprache und Kultur bewahren können. Natürlich war diese Sprache nicht einheitlich, ihre Bräuche wiesen ebenso einige Unterschiede auf, doch sie waren Deutsche. „Ende der 20er Jahre des 20. Jh. existierten in der Sowjetunion 2024 deutsche Siedlungen; die größte deutsche Sprachlandschaft bildete die wolgadeutsche Sprachinsel.“ Diesem friedlichen Nebeneinanderleben verschiedener Völker wurde in der Mitte des letzten Jahrhunderts ein Ende gesetzt. Durch den zweiten Weltkrieg wurden die Deutschen nicht nur umgesiedelt, sie wurden als Feinde stigmatisiert. Die Entwicklung, welche man in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts beobachtete, ist als Folge der Politik in der Kriegs- und Nachkriegszeit zu verstehen. Durch Deportationen verlor die Gemeinschaft ihre relative Geschlossenheit, welche unter anderem ein sehr wichtiger Faktor in der Sprachentwicklung und Spracherhaltung war. Die einzelnen Familien wurden in verschiedene und oft weit von einander entfernte Ortschaften angesiedelt. Die Sprachkontakte zwischen den deutschsprachigen Menschen waren aufgrund der Entfernung auf die Familie beschränkt. Das Leben in der neuen Umgebung forderte Kenntnisse anderer Sprachen, vor allem des Russischen, Kasachischen, Kirgisischen. Die Deutschen waren aber nicht das einzige „verdächtige“ Volk. Nach Kasachstan wurden viele anderen ethnischen Minderheiten wie Tschetschenen, Griechen, Türken, Koreaner, Kurden deportiert. Diese Aufzählung soll eine ungefähre Vorstellung von dem multikulturellen Hintergrund vieler Familien, die aus Kasachstan nach Deutschland kamen, verdeutlichen. Außerdem soll sie das Verständnis über die Unterschiede in Lebenserfahrungen bezüglich der eigenen Nationalität der Aussiedler erleichtern.
1. Exkurs in die Geschichte: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Hintergrund der Russlanddeutschen, insbesondere die Situation im Herkunftsland und die Entwicklung ihrer Identität vor der Migration.
2. Situation in Deutschland: Hier wird die Ankunft und Eingewöhnung junger Aussiedler in Deutschland thematisiert, wobei verschiedene Integrationsstrategien und die Rolle von Sprachbarrieren analysiert werden.
3. Sprachliche Situation der Migrantengemeinschaft: Dieses Kapitel untersucht, wie Russisch und Deutsch innerhalb von Aussiedlerfamilien genutzt werden und wie sich die russische Sprache durch den Kontakt mit der deutschen Umgebung verändert.
4. „Neuland“ Zweisprachigkeit: Hier werden theoretische Grundlagen der Zweisprachigkeit diskutiert, eingebettet in staatliche Sprachpolitik und die unterschiedlichen Einstellungen innerhalb von Familien gegenüber dem Spracherhalt.
5. Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen der empirischen Arbeit, die Struktur des Fragebogens und präsentiert die Ergebnisse der durchgeführten Kinderbefragung.
6. Das Niveau der russischen Sprache: Abschließend werden konkrete Sprachbeispiele der befragten Kinder analysiert, um das tatsächliche Niveau und die phonetischen Einflüsse auf die russische Sprache zu bestimmen.
Aussiedlerkinder, Zweisprachigkeit, Spracherhaltung, Soziolinguistik, Identität, Russlanddeutsche, Sprachbiographien, Sprachkontakt, Assimilation, Integration, Sprachpraxis, russische Sprache, Migrationshintergrund, Interferenz, Sprachkompetenz.
Die Arbeit analysiert die Gründe für das Niveau der russischen Sprachbeherrschung bei Kindern aus Aussiedlerfamilien in Deutschland, wobei der Fokus auf dem Einfluss soziokultureller Faktoren liegt.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Herkunft der Aussiedler, dem Prozess der Integration in Deutschland, dem Spannungsfeld zwischen der deutschen und russischen Sprache sowie der Rolle der familiären Einstellung zum Spracherhalt.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, welche Faktoren das Niveau der russischen Sprache bei Kindern beeinflussen und wie sich die Sprachverwendung innerhalb der Migrantenfamilien in Deutschland entwickelt.
Die Autorin führt eine empirische Querschnittsstudie durch, die auf einer qualitativen Befragung von zehn Kindern mit Migrationshintergrund basiert, ergänzt durch die Analyse von Sprachbeispielen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Exkurs, eine Analyse der Integrationssituation, theoretische Überlegungen zur Zweisprachigkeit und die detaillierte Auswertung der empirischen Befragung zur Sprachpraxis der Kinder.
Zentrale Begriffe sind Zweisprachigkeit, Aussiedleridentität, Sprachverlust, soziolinguistische Faktoren, Integration und Spracherhaltung.
Die Arbeit stellt fest, dass die elterliche Einstellung und die aktive Förderung (oder Vernachlässigung) der Sprache zu Hause der entscheidende Faktor für das Niveau der russischen Sprachbeherrschung bei den Kindern ist.
Das sogenannte "Aussiedlerrussisch" wird als Folge von Sprachmischungen betrachtet, die auftreten, wenn Kinder versuchen, Lücken in ihrer russischen Kompetenz durch deutsche Lexeme oder Strukturen zu füllen.
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