Bachelorarbeit, 2013
54 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Schulverweigerung: Definition und Formen
3. Umfang von Schulverweigerung
4. Ursachen von Schulverweigerung
4.1 Schulische Faktoren
4.1.1 Qualität des Unterrichts
4.1.2 Schul- und Klassenklima
4.2 Außerschulische Faktoren
4.2.1 Familiäre Faktoren
4.2.2 Gesellschaftliche Faktoren
4.2.3 Persönlichkeitsmerkmale
5. Folgen von Schulverweigerung
6. Herausforderungen und Schwierigkeiten im Umgang mit Schulverweigerung für Schule und Jugendhilfe
7. Das Praxisforschungsprojekt „Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“
7.1 Das Gesamtprojekt und deren Begründung
7.2 Struktur, Ziele und Konzeption
7.3 Erfahrungen und Forschungsergebnisse
8. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Modellprojekt „Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“, um zu evaluieren, inwieweit dieses Praxisforschungsprojekt eine wirksame Antwort auf das Phänomen der Schulverweigerung darstellt und neue Lösungswege für betroffene Kinder und Jugendliche bietet.
1. Einleitung
Blickt man auf das Phänomen Schulverweigerung stellt man fest, dass dieses Thema in den letzten Jahren eine enorme mediale Aufmerksamkeit erfahren hat. Dies liegt nicht daran, dass das Thema ein neu entdecktes Phänomen ist, sondern es hing mit den zum Teil skandalisierenden und stigmatisierenden Berichterstattungen in den Medien sowie mit den bildungspolitischen-, schul-, sonder- und sozialpädagogischen Fachdiskussionen zusammen.
So wurde in der öffentlichen Berichterstattung in diesem Zusammenhang des Öfteren über Konsequenzen diskutiert, dass man auf Schulverweigerung mit harten Maßnahmen wie „polizeiliche Verfolgung“, „elektronische Fußfesseln“ oder mit Bußgeldern für die Eltern reagieren müsse. Vor allem der Vorschlag vom damaligen brandenburgischen Innenminister Jörg Schönbohm (CDU), der elektronische Fußfesseln als vorbeugende und abschreckende Möglichkeit sieht, um die Gesellschaft vor „extrem Kriminellen“ Schulverweigerern zu schützen, führten in der breiten Öffentlichkeit zu heftigen kontroversen Diskussionen. Waren die Befürworter dieses Vorschlages der Meinung, dass Fußfesseln sinnvoll sind, um die „Kriminalität an deutschen Schulen“ zu senken und somit Schulverweigerung wirksam begegnen zu können, meinten die Gegner dieses Vorschlages jedoch, dass Schulverweigerer nicht wie „Kriminelle“ behandelt werden dürfen, sondern eher Hilfe, Aufmerksamkeit und vor allem individuelle Förderung benötigen.
1. Einleitung: Vorstellung des Themas Schulverweigerung im Kontext öffentlicher Debatten sowie Formulierung der Forschungsfrage zur Wirksamkeit des Modellprojekts.
2. Schulverweigerung: Definition und Formen: Klärung des Begriffs Schulverweigerung und Differenzierung zwischen aktiven und passiven Formen sowie weiteren Erscheinungsbildern.
3. Umfang von Schulverweigerung: Darstellung der Problematik mangelnder bundesweiter Daten und Zusammenfassung vorhandener Schätzungen zur Häufigkeit des Phänomens.
4. Ursachen von Schulverweigerung: Detaillierte Analyse sowohl schulischer als auch außerschulischer Faktoren, die zu Schulverweigerung führen können.
5. Folgen von Schulverweigerung: Aufzeigen der negativen Auswirkungen für die betroffenen Jugendlichen sowie der gesamtgesellschaftlichen Konsequenzen.
6. Herausforderungen und Schwierigkeiten im Umgang mit Schulverweigerung für Schule und Jugendhilfe: Untersuchung der Kooperationsbarrieren zwischen den Institutionen und Notwendigkeit pädagogischer Interventionskonzepte.
7. Das Praxisforschungsprojekt „Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“: Ausführliche Vorstellung des Projekts, seiner Begründung, Struktur, Konzeption und der erzielten Forschungsergebnisse.
8. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund des Bildungssystems.
Schulverweigerung, Schulabsentismus, Coole Schule, Jugendhilfe, Schulsozialarbeit, Schulpflicht, Bildungserfolg, Prävention, Reintegration, Lernmotivation, Erziehungsauftrag, Kooperation, Modellprojekt, Leistungsdefizite, Sozialkompetenzen.
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Schulverweigerung und untersucht, wie betroffene Kinder und Jugendliche durch ein spezielles Modellprojekt wieder in das Bildungssystem integriert werden können.
Die Themen umfassen die Definition und Ursachen von Schulverweigerung, die Folgen für Betroffene und Gesellschaft sowie die notwendige Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe.
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob das Modellprojekt „Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“ eine wirksame Antwort auf die Herausforderungen der Schulverweigerung darstellt.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur sowie die Auswertung von Erfahrungen und empirischen Forschungsergebnissen aus dem Modellprojekt „Coole Schule“.
Der Hauptteil analysiert die Ursachen und Folgen, diskutiert die Schwierigkeiten der interdisziplinären Zusammenarbeit und stellt die Struktur und Ergebnisse des Modellprojekts detailliert dar.
Zentrale Begriffe sind Schulverweigerung, Jugendhilfe, Schulsozialarbeit, Reintegration, Kooperation und Lernmotivation.
Sie bietet neben dem regulären Unterricht eine „Erfahrungswerkstatt“ für praktische Tätigkeiten an und setzt auf eine engere Verzahnung von Lehrkräften und Sozialpädagogen sowie eine individuelle Bildungsplanung ohne Notendruck.
Eltern werden durch eine partnerschaftliche Zusammenarbeit fest in das Unterstützungssystem eingebunden, um ihre Ressourcen zur Förderung des Kindes zu nutzen und das Vertrauensverhältnis zur Schule zu stärken.
Das Projekt konnte während der zweijährigen Laufzeit einen kontinuierlichen Rückgang der Fehlzeiten verzeichnen, wobei der Anteil der Schüler mit mehr als 30 Fehltagen deutlich sank.
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