Masterarbeit, 2012
92 Seiten, Note: 1,1
1.0 Einleitung
1.1 Untersuchungsgegenstand und Problemkomplex
1.2 Erkenntnisinteresse und Zielsetzung
1.3 Forschungsstand und Relevanz
1.4 Methode und Aufbau
2.0 Berufsbildungszusammenarbeit in Entwicklungsländern
2.1 Das Umfeld von Berufsbildungszusammenarbeit - Eine definitorische Auseinandersetzung
2.1.1 Industrieland
2.1.2 Entwicklungsland
2.2 Entwicklungshilfe und entwicklungstheoretische Entwicklung
2.3 Aktuelle Schwerpunkte der Entwicklungszusammenarbeit
2.4 Berufsbildungszusammenarbeit in Entwicklungsländern
2.4.1 Entwicklungsgeschichte der Berufsbildungszusammenarbeit
2.4.2 Aktuelle Konzepte und Erkenntnisse der Berufsbildungszusammenarbeit
2.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
3.0 Das Produktionsschulmodell
3.1 Abriss der Entstehungsgeschichte des Produktionsschulprinzips in Europa
3.1.1 Europäische Fallbeispiele zur Entstehung von ersten Produktionsschulen
3.1.1.1 Vollqualifizierende Fachschulen mit Lehrwerkstätten
3.1.1.2 Thematische Bezüge
3.1.2 Entwicklung der Produktionsschulen in Deutschland
3.1.2.1 Die Idee der elastischen Einheitsschule
3.1.3 Produktionsschulen auf dem Weg in die Moderne
3.1.3.1 Entstehung und Entwicklung des dänischen Produktionsschulsystems
3.1.3.2 Impulse für die Entstehung des modernen deutschen Produktionsschulsystems
3.2 Deutsche Produktionsschulen
3.2.1 Funktion und Prinzip der Produktionsschulen in Deutschland
3.2.2 Rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen in Deutschland
3.2.3 Die Verbleibforschung
3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.0 Charakteristika von Produktionsschulen und deren Qualifikationsstruktur in Entwicklungsländern
4.1 Berufsfelder und Qualifikationsanforderungen
4.2 Produktionsschulansätze in Entwicklungsländern
4.2.1 Die Don Bosco Produktionsschulen
4.2.2 Produktionsschuleigene Erfolgsfaktoren auf dem informellen Berufsbildungssektor am Beispiel der Don Bosco Produktionsschulen
4.2.3 Das German-Singapore Institute (GSI)
4.2.4 Produktionsschuleigene Erfolgsfaktoren auf dem formellen Berufsbildungssektor am Beispiel des German-Singapore Institute (GSI)
4.3 Zusammenfassende Typisierung und Klassifikation von Produktionsschultypen
5.0 Chancen und Grenzen des Produktionsschulprinzips
5.1 Ungeklärte Fragen zur Effizienz von Produktionsschulen
5.2 Wirkungsbereiche von Produktionsschulen in Entwicklungsländern
5.2.1 Realistische abdeckbare Lern- und Berufsfelder in der Berufsbildungszusammenarbeit
5.2.2 Realistische Einsatzbereiche in der Berufsbildungszusammenarbeit
6.0 Zwischenfazit
6.1 Zur allgemeinen Berufsbildungszusammenarbeit
6.2 Zum Produktionsschulprinzip in der Berufsbildungszusammenarbeit
7.0 Umsetzbarkeit des Produktionsschulprinzips in Entwicklungsländern
7.1 Umweltfaktoren für einen gewinnbringenden Einsatz von Produktionsschulen
7.2 Produktionsschulinterne Strukturen für einen gewinnbringenden Einsatz in Entwicklungsländern
8.0 Forschungsempfehlung für die Berufsbildungszusammenarbeit
8.1 Überblick
8.2 Konsequenzen für die Berufsbildungsforschung
8.3 Rückschlüsse für die deutsche Produktionsschullandschaft
9.0 Quellen- und Literaturverzeichnis
9.1 Verwendete Literatur
9.2 Verzeichnis verwendeter Internetquellen
9.3 Sonstige Quellen
Die Arbeit untersucht mittels einer Literaturstudie die theoretische Umsetzbarkeit und die Erfolgsfaktoren des Produktionsschulprinzips als Instrument der Berufsbildungszusammenarbeit in Entwicklungsländern. Ziel ist es zu klären, ob dieses Modell zur Lösung aktueller Probleme beitragen kann und unter welchen Bedingungen ein wirksamer und finanzierbarer Einsatz möglich ist.
3.1.1.1 Vollqualifizierende Fachschulen mit Lehrwerkstätten
Ein bekanntes Beispiel für diese Neugründungen von Produktionsschulen am Ende des 19. Jahrhunderts ist die 1889 im schweizerischen Winterhur gegründete Metallarbeiterschule. Nach heutigen Maßstäben würde man bei ihrer Betrachtung und Bewertung von einer Berufsfachschule mit Vollqualifizierung sprechen. Die Gründungsmotive für diese Schule lassen sich unter anderem auf die Industrialisierung und den damit verbundenen Verfall der Handwerkerlehre zurückführen. Diese noch heute existierende “Produktionsschule“ sollte ursprünglich dem genannten Verfall durch schulisch organisierte Ausbildung entgegenwirken. Gleichzeitig sollten der örtlich expandierenden Maschinenbauindustrie ausreichend viele und qualifizierte Metallarbeiter zur Verfügung gestellt werden. Die Schule verfügte über eine Lehrwerkstatt, in der nicht nur Übungsstücke und Eigenkonstruktionen hergestellt, sondern auch Erzeugnisse produziert wurden, die durch ortsansässige Kunden in Auftrag gegeben wurden (vgl. Greinert/Wiemann 1997, S. 26).
Ein in der Literatur ebenfalls gut beschriebenes Fallbeispiel für diese neugegründeten Schulen in Europa ist die in Schmalkalden entstandene Staatlich Preußische Fachschule für die Kleineisen- und Stahlwarenindustrie. Hier wurde durch die Lehre und Ausbildung ein Abschluss in anerkannten Ausbildungsberufen vermittelt. Neben der dreijährig angelegten Erstausbildung wurden auch Lehrgänge, wie beispielsweise Schmiede-, Galvanisier-, Meister- oder Betriebsführungskurse zur beruflichen Weiterbildung angeboten. Die Werkstatt der Schule wurde wie ein produzierender Betrieb geführt, dessen Erzeugnisse vor allem kleine Maschinen, Werkzeuge, Schmiedegesenke, Schnitte, Stanzen und Werkzeuge aller Art waren. Diese Produkte wurden nicht nur für den Eigenbedarf verwendet, sondern auch im Landkreis um die Schule an private Betriebe und entsprechende Bedarfsträger verkauft, was dazu führte, dass sich der Kapitalbedarf der Schule zu großen Teilen aus der eigenen Produktion erwirtschaften ließ (vgl. Greinert/Wiemann 1997, S. 25).
An die Schule angegliedert war eine Gewerbeberatungsstelle, welche durch einen Ingenieur geführt wurde. Diese Gewerbeberatungsstelle und das beschriebene Lehrangebot sorgten letztlich dafür, dass die Schule in kurzer Zeit zum Mittelpunkt des gewerblichen Lebens in Schmalkalden avancierte. „Von ihr gingen Impulse zur Entwicklung der heimischen Wirtschaft aus, sie lieferte direkte Einrichtungen, die den angesiedelten Betrieben halfen, wirtschaftlich zu fertigen und neue Produkte zu entwickeln“ (vgl. Greinert/Wiemann 1997, S. 26).
1.0 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Problematik der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit und begründet die Relevanz der Untersuchung des Produktionsschulprinzips.
2.0 Berufsbildungszusammenarbeit in Entwicklungsländern: Dieses Kapitel definiert die Rahmenbedingungen und Defizite in Entwicklungsländern sowie die Entwicklung der Zusammenarbeit und der aktuellen Schwerpunkte.
3.0 Das Produktionsschulmodell: Es erfolgt eine detaillierte Aufarbeitung der historischen Entstehung in Europa und der Entwicklung des Modells, ergänzt durch die Analyse deutscher Produktionsschulen.
4.0 Charakteristika von Produktionsschulen und deren Qualifikationsstruktur in Entwicklungsländern: Hier werden unterschiedliche Ansätze wie die Don Bosco Schulen oder das GSI analysiert, um Erfolgsfaktoren für informelle und formelle Sektoren abzuleiten.
5.0 Chancen und Grenzen des Produktionsschulprinzips: Das Kapitel kritisiert die mangelnde empirische Datenlage und diskutiert die Eignung des Prinzips für verschiedene Berufsfelder.
6.0 Zwischenfazit: Eine Zusammenfassung der vorangegangenen Erkenntnisse hinsichtlich der Erfolgsfaktoren des Modells in der Berufsbildungszusammenarbeit.
7.0 Umsetzbarkeit des Produktionsschulprinzips in Entwicklungsländern: Die Analyse der Umweltfaktoren und internen Strukturen, die für einen gewinnbringenden Einsatz notwendig sind.
8.0 Forschungsempfehlung für die Berufsbildungszusammenarbeit: Abschließende Empfehlungen zur Verbesserung der empirischen Forschung und zur Anwendung des Prinzips in der deutschen Landschaft.
9.0 Quellen- und Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.
Produktionsschule, Berufsbildungszusammenarbeit, Entwicklungsländer, Armutsbekämpfung, Qualifizierung, Technologietransfer, Didaktik, informeller Sektor, Lehrwerkstatt, Kompetenzentwicklung, Ausbildungsförderung, Evaluation, Wirtschaftsförderung, Lernfabrik, Projektarbeit
Die Arbeit untersucht das Modell der "Produktionsschule" auf seine theoretische und praktische Eignung als Instrument innerhalb der Berufsbildungszusammenarbeit in Entwicklungsländern.
Zentrale Themen sind die historische Genese des Produktionsschulprinzips, die Analyse aktueller Konzepte in der Berufsbildungszusammenarbeit, die Rolle von Produktionsschulen im formellen und informellen Sektor sowie deren Erfolgsfaktoren.
Das Ziel ist zu prüfen, ob die in den 1990er Jahren geäußerten Vermutungen über das hohe Potenzial von Produktionsschulen in Entwicklungsländern nach heutigen Maßstäben gerechtfertigt sind und unter welchen Bedingungen ein erfolgreicher Einsatz möglich ist.
Die Arbeit basiert im Wesentlichen auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung von Fallbeispielen sowie vorliegenden Evaluationsdaten zu Produktionsschulprojekten.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Berufsbildungszusammenarbeit, der Darstellung des Produktionsschulmodells in Europa, der Untersuchung von Fallbeispielen in Entwicklungsländern (z.B. Don Bosco, GSI) sowie einer kritischen Analyse von Erfolgsfaktoren und Grenzen des Prinzips.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Produktionsschule, Berufsbildungszusammenarbeit, Entwicklungsländer, Qualifizierung, Armutsbekämpfung und Technologietransfer.
Die Don Bosco Schulen zeichnen sich durch einen Fokus auf den informellen Sektor und eine starke sozialisatorische Komponente aus, bei der neben der technischen Fertigkeit die Persönlichkeitsentwicklung der oft benachteiligten Zielgruppe im Vordergrund steht.
Das GSI wird als "Lernfabrik" angesehen, die durch eine sehr enge Abstimmung mit der Industrie und die Simulation moderner Fertigungsprozesse eine hochqualifizierte Ausbildung auf technischem Niveau ermöglicht, die weit über eine einfache Schule hinausgeht.
Der Erfolg hängt entscheidend von einer aufstrebenden lokalen Industrie oder Wirtschaft ab, die den benötigten Abnehmermarkt für die produzierten Waren und die ausgebildeten Fachkräfte bildet.
Da bisherige Datenerhebungen oft unzureichend sind und nicht den wissenschaftlichen Standards entsprechen, plädiert der Autor für langfristig angelegte Studien, um die tatsächliche Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Ausbildungsmaßnahmen empirisch zu belegen.
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