Bachelorarbeit, 2011
39 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Das Konzept der Gouvernementalität
3 (Neoliberale) Gouvernementalität der Gegenwart
3.1 Geschichte der Gouvernementalität
3.2 (Neoliberale) Gouvernementalität der Gegenwart
3.2.1 Das Freiheitsdispositiv innerhalb neoliberaler Regierungsrationalität
3.2.2 Neoliberale Subjektivierungsform (Das Unternehmerische Selbst)
4 Anwendungsteil: Neoliberale Subjektivierungsform am Beispiel von Hartz IV und Ihre Auswirkungen
4.1 Neoliberale Subjektivierung am Beispiel der Hartz-Reformen
4.1.1 Die Hartz Kommission (Macht-Wissen-Komplex)
4.1.2 Das Jobcenter als Dienstleistung (Machtbeziehungen und Herrschaftszustände)
4.1.3 Kooperation unter Zwang (Herrschaftstechniken und Techniken des Selbst)
4.2 Hegemoniale Subjektivierungsform und ihre Konsequenzen
4.2.1 Gegenpart des Unternehmerischen Selbst
4.2.2 Utopie der Konsequenzen
5 Schluss
6 Anmerkungen
6.1 Staat und seine Institutionen – Unterscheidung von Machtbeziehungen und Herrschaftszuständen
6.2 Macht-Wissen-Komplex
6.3 Regierungstechniken und Techniken des Selbst
Diese Arbeit untersucht die neoliberale Gouvernementalität und die damit einhergehende Form der Subjektivierung, konkretisiert am Beispiel der Hartz-Reformen in Deutschland. Ziel ist es, die Verschiebung der Machtlogiken aufzuzeigen, durch die Arbeitslose als „unternehmerische Selbst“ diszipliniert und in das gesellschaftliche Gefüge integriert werden.
3.2.2 Neoliberale Subjektivierungsform (Das Unternehmerische Selbst)
Es wird nicht allzu schwer fallen sich unter dem Begriff des Unternehmerischen Selbst etwas vorzustellen. Unternehmerische Praktiken, wie der rationale Umgang mit Zeit, den wir mit Ratgebern über Zeitmanagement zu effektivieren versuchen, zeigt, wie tief diese Praktiken in unserem Alltag eingebunden sind.
Die Entstehung einer solchen Subjektivierungsweise ist eine langwierige komplexe Angelegenheit, die in Abhängigkeit eines Dispositivs steht, in dem Fall des neoliberalen Freiheitsdispositivs. Dieses Dispositiv funktioniert ähnlich wie ein Schwamm; es saugt bestimmte Normen, Praktiken, Reglementierungen und Machtverhältnisse über Diskurse auf. Dispositive können in der Vorstellung Foucaults durch unterschiedliche Wissenschaftsdisziplinen und verschiedenste Diskurse in einer Gesellschaft wandern, somit verfestigen sie sich zu unumstößlichen Grundsätzen, welche von den Individuen oft selbstverständlich in die eigenen Handlungspraxen übernommen werden (vgl. Foucault 1978, S.119).
Durch die Subjektivierungsweise des Unternehmerischen Selbst entsteht eine Art Sog, dem wir uns kaum entziehen können. Ein Sog, der uns zur ständigen Selbstoptimierung zwingt, um unsere „Marke Ich“ besser nach den Regeln des Wettbewerbs verkaufen zu können.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die persönliche Motivation des Autors, sich mit Foucaults Subjektverständnis und der prekären Freiheit der Arbeitslosen unter Hartz IV auseinanderzusetzen.
2 Das Konzept der Gouvernementalität: Dieses Kapitel führt in Michel Foucaults Konzept der Gouvernementalität als „Genealogie des modernen Staates“ ein und erläutert dessen Bedeutung für die Analyse von Machtbeziehungen.
3 (Neoliberale) Gouvernementalität der Gegenwart: Hier wird der historische Kontext der Gouvernementalität beleuchtet und die Transformation zum neoliberalen Freiheitsdispositiv sowie dem „unternehmerischen Selbst“ dargelegt.
4 Anwendungsteil: Neoliberale Subjektivierungsform am Beispiel von Hartz IV und Ihre Auswirkungen: Dieses Kapitel transferiert die theoretischen Grundlagen auf die Hartz-Reformen und analysiert, wie durch Arbeitsmarktpolitik neue Formen der Disziplinierung und Subjektivierung geschaffen werden.
5 Schluss: Das Fazit fasst zusammen, wie das „unternehmerische Selbst“ und die Regierungsmechanismen zu einem regulativen Ideal führen, welches das Individuum in seine eigene Selbstverwaltung einsperrt.
6 Anmerkungen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe wie Machtbeziehungen, der Macht-Wissen-Komplex und Regierungstechniken detaillierter theoretisch eingeordnet.
Gouvernementalität, Neoliberalismus, Hartz IV, Unternehmerisches Selbst, Subjektivierung, Foucault, Freiheitsdispositiv, Macht-Wissen-Komplex, Selbstoptimierung, Aktivierung, Arbeitsmarktpolitik, Herrschaftstechniken, Machtbeziehungen, Soziologie der Arbeit.
Die Arbeit analysiert, wie staatliche Macht im Neoliberalismus ausgeübt wird, insbesondere wie das Individuum dazu angehalten wird, sich selbst als Unternehmer zu führen.
Zentrale Themen sind die Theorie der Gouvernementalität von Michel Foucault, die Funktionsweise des neoliberalen Marktes und die Auswirkungen der Hartz-IV-Gesetzgebung auf das Selbstverständnis von Arbeitslosen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Arbeitslose durch neoliberale Regierungsrationalität dazu gebracht werden, ihr eigenes Verhalten im Sinne der Marktlogik zu optimieren und für ihre eigene soziale Situation verantwortlich zu sein.
Der Autor nutzt die foucaultsche Analyse von Dispositiven und Machtbeziehungen, um die gesellschaftliche Transformation und die Auswirkungen der Arbeitsmarktreformen theoretisch einzuordnen.
Der Hauptteil widmet sich der konkreten Anwendung des Konzepts auf die Hartz-Reformen, wobei Themen wie die Hartz-Kommission, die Rolle der Jobcenter und die „Kooperation unter Zwang“ im Detail untersucht werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gouvernementalität, unternehmerisches Selbst, Subjektivierung und neoliberale Rationalität geprägt.
Dieser Begriff beschreibt eine spezifische neoliberale Subjektform, bei der das Individuum gezwungen ist, sein Leben wie ein Unternehmen zu betrachten und sich ständig selbst zu optimieren.
Der Autor interpretiert die Jobcenter als Instrument der neoliberalen Gouvernementalität, das durch spezifische Beratungsstrategien eine „Verzerrung“ erzeugt, die den Zwang zur Arbeit hinter einem kundenorientierten Dienstleistungsbegriff verbirgt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

