Diplomarbeit, 2003
109 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Sozialethische Grundlegung: Das Leitbild der Familie als Gegenstand der christlichen Sozialethik
2.1 Die Familie in den lehramtlichen Außerungen der katholischen Kirche
2.2 Das christliche Familienbild
2.3 Orientierungslinien fur eine Ethik der Familie
3 Familie – Begriff und Institution im Wandel
3.1 Familie im historischen Wandel
3.1.1 Das ”ganze Haus“ – Nachfahre des antiken Oikos
3.1.2 Die burgerliche Familie – auf dem Weg zur Romantik
3.1.3 Die moderne Kleinfamilie der Nachkriegszeit – Ergebnis des Wirtschaftswunders
3.2 Familie heute
3.2.1 Deinstitutionalisierung und Individualisierung
3.2.1.1 Familie als Institution - Aufgaben und Funktion in der Gesellschaft
3.2.1.2 Demographischer Wandel seit der Nachkriegszeit
3.2.1.3 Die Individualisierungsthese
3.2.1.4 Wandel der Rollenverteilung innerhalb der Familie
3.2.1.5 Deinstitutionalisierung der Ehe
3.2.1.6 Deinstitutionalisierung der Familie
3.2.2 Formen heutiger familialer Lebensgemeinschaften
3.2.2.1 Eltern-Familien
3.2.2.2 Ein-Eltern-Familie
3.2.2.3 Nichteheliche Lebensgemeinschaften
3.2.2.4 Drei- oder Mehrkinderfamilien
3.2.2.5 Patchworkfamilien
4 Fernseh-Werbung und Familienbilder
4.1 Entwicklung moderner Kommunikation und die Rolle der Fernsehwerbung
4.1.1 Geschichte des Fernsehens – Geschichte der Fernsehwerbung
4.1.2 Bedeutung der Fernsehwerbung fur die Werbewirtschaft
4.1.3 Funktion von Werbung – Werbung als Form persuasiver Kommunikation
4.2 Familie als Konsumgemeinschaft
4.2.1 Das Familienbild des Marketings
4.2.2 Werbestrategien
4.2.2.1 Lokalisierung von Bedurfnissen
4.2.2.2 Beeinflussung von Verhaltensabläufen
4.2.2.3 Zielgruppenorientierung
4.2.3 Nutzung von Sozialtechniken
4.2.3.1 ”Ich-Beteiligung“ (Involvement)
4.2.3.2 Konditionierung durch Emotionalisierung
4.2.4 Werbewirkung und Werbewahrnehmung
4.2.4.1 Kommunikationsprozess, Wahrnehmung und Werbewirkung
4.2.4.2 Integrierte Kommunikation
4.2.4.3 Psychologische Konditionierung
4.2.5 Kinder als Kommunikationsagenten
5 Analyse aktueller Spots
5.1 Vorwerk: ”Familienunternehmen“ – 2003
5.1.1 Spot-Beschreibung
5.1.2 Dargestelltes Familienbild
5.1.2.1 Familiales Umfeld
5.1.2.2 Rollenverteilung innerhalb der Familie
5.1.2.3 Produktpräsentation
5.1.2.4 Fazit
5.2 McCain 1-2-3 Frites – ”Truck“ – 2003
5.2.1 Spot-Beschreibung
5.2.2 Dargestelltes Familienbild
5.2.2.1 4.2.2.1 Familiales Umfeld
5.2.2.2 Rollenverteilung innerhalb der Familie
5.2.2.3 Produktpräsentation
5.2.2.4 Fazit
5.3 Procter & Gamble: Bounty – ”Indianer“ - 2003
5.3.1 Spot-Beschreibung
5.3.2 Dargestelltes Familienbild
5.3.2.1 Familiales Umfeld
5.3.2.2 Produktpräsentation
5.3.2.3 Fazit
5.4 Melitta: Kaffee Harmonie – ”Zeugnis“ - 2002
5.4.1 Spot-Beschreibung
5.4.2 Dargestelltes Familienbild
5.4.2.1 Familiales Umfeld
5.4.2.2 Produktpräsentation
5.4.2.3 Fazit
5.5 Langnese Iglo/ Unilever Bestfoods: Kampagne ”Gerti“ – 2002/ 2003
5.5.1 Spot-Beschreibung: ”Ex-Mann“
5.5.2 Spot-Beschreibung - ”Enkel“
5.5.3 Dargestelltes Familienbild
5.5.3.1 Umfeld
5.5.3.2 Die Rolle der Großmutter und Seniorin
5.5.3.3 Produktpräsentation
5.5.3.4 Fazit
6 Sozialethische Reflexionen: Familienbilder in Werbung und Gesellschaft
6.1 Werbung als Kommunikationsträger der Wirtschaft
6.1.1 Okonomisches Interesse und Legitimation der Werbung
6.1.2 Der Vorwurf der Manipulation – Grenzen der Beeinflussung
6.2 Einfluss der Werbung auf das Familienbild der Gesellschaft
6.2.1 Werbung als Vermittler von Leitbildern
6.2.2 Werbung und Pluralisierung der Familienformen
6.2.3 Die Frage nach der Idealfamilie
6.2.3.1 Versuch einer Differenzierung
6.2.3.2 Das Familienethos der Werbung
6.2.4 Problematische Verzerrungen der Familienwirklichkeit
6.2.4.1 Konfliktlösung durch Konsum
6.2.4.2 Realitätsbezuge in der Werbung
6.3 Verantwortungsträger
6.3.1 Werbetreibende Industrie
6.3.2 Der Deutsche Werberat
6.3.3 Verbraucher
7 Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen dem gesellschaftlichen Leitbild der Familie und dessen Darstellung in der modernen Fernsehwerbung aus sozialethischer Perspektive.
Die moderne Kleinfamilie der Nachkriegszeit – Ergebnis des Wirtschaftswunders
Letztlich verantwortlich fur die ”Etablierung und Generalisierung des modernen, burgerlich gefärbten Familienmusters“ ist das Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit. Die Lohnsteigerungen und der Aufbau der sozialen Sicherungssysteme hob die Lebensqualit¨at der Mittel- und Unterschicht in den 1950er und 1960er Jahren deutlich an. Die moderne Kleinfamilie wurde zur dominanten, massenhaft gelebten (”normalen“) Lebensform. Parteien und Kirchen trugen zur Verallgemeinerung dieses Familientyps bei. Das Leitbild der modernen Familie verlangt von jedem Menschen die lebenslange, monogame Ehe. Der Sinn der Ehe erfullt sich letztlich in der Familiengrundung. Die Ehefrau und Mutter ist prim¨ar zust¨andig fur die emotional-affektiven Bedurfnisse der Familie und fur die Haushaltsfuhrung. Dem Vater als Autorit¨atsperson obliegen die Außenbeziehungen und die instrumentellen Aspekte des Familienlebens. Alternative Formen des Zusammen- oder Alleinlebens werden (bestenfalls) als Not- oder Ersatzl¨osung toleriert oder sogar diskriminiert (Geschiedene, Nichteheliche Lebensgemeinschaften, Alleinlebende). W¨ahrend der 1950er und 1960er Jahre kann ein H¨ohepunkt dieser Entwicklung festgemacht werden. In diesem Zeitraum manifestiert sich auch die Rollenverteilung der Geschlechter: Vater – Außenbereich; Mutter – Innenbereich. Die Familie hatte ihre Produktionsfunktion verloren. Dieser soziale Leerraum wurde zugunsten emotionaler Beziehungen aufgefullt. ”Im Zentrum der modernen oder privatisierten Kleinfamilie stehen intim-expressive Funktionen (die Befriedigung subjektiver Bedurfnisse nach Intimit¨at, pers¨onlicher N¨ahe, Geborgenheit, Sexualit¨at) und sozialisatorische Leistungen.“
Auch die Kindheit wird mehr und mehr als eigenst¨andige Entwicklungsphase erkannt und praktiziert. Emotionale Zuwendung und Betreuung – vor allem durch die Mutter – wird zur Regel.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, die den Einfluss von Fernsehwerbung auf das Verständnis und Leitbild von Familie untersucht.
2 Sozialethische Grundlegung: Das Leitbild der Familie als Gegenstand der christlichen Sozialethik: In diesem Kapitel wird das kirchliche Verständnis von Familie anhand lehramtlicher Dokumente dargelegt.
3 Familie – Begriff und Institution im Wandel: Dieses Kapitel analysiert den historischen und gegenwärtigen Wandel von Familienbegriffen und Familienstrukturen.
4 Fernseh-Werbung und Familienbilder: Hier werden die Funktionsweise von Werbung, Werbestrategien und deren Bedeutung in einer modernen Konsumgesellschaft erörtert.
5 Analyse aktueller Spots: Anhand ausgewählter Werbespots werden die verschiedenen in der Werbung dargestellten Familienbilder praktisch analysiert.
6 Sozialethische Reflexionen: Familienbilder in Werbung und Gesellschaft: Das Kapitel bietet eine ethische Reflexion über die Wirkung und Verantwortung der werbetreibenden Industrie im Hinblick auf Familienleitbilder.
7 Schlussbemerkungen: Zusammenfassendes Fazit der Arbeit und Ausblick auf die Bedeutung der Medienkompetenz im Umgang mit Werbebildern.
Familie, Sozialethik, Fernsehwerbung, Konsumgemeinschaft, Deinstitutionalisierung, Individualisierung, Werbestrategien, Familienbild, Kleinfamilie, Patchworkfamilie, Rollenverteilung, Markenkommunikation, Sozialisationsinstanz, Konsumverhalten, Medienethik.
Die Arbeit untersucht, wie moderne Fernsehwerbung das gesellschaftliche Bild und das Verständnis von Familie widerspiegelt und beeinflusst, und reflektiert dies aus sozialethischer Sicht.
Die Arbeit behandelt den Wandel der Familienformen, die soziologische Rolle der Familie als Institution, die Funktionsweise moderner Fernsehwerbung sowie deren ethische Auswirkungen auf gesellschaftliche Leitbilder.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und inwieweit Fernsehwerbung durch die Darstellung verschiedener Familienbilder zu einer Pluralisierung der Familienbegriffe beiträgt und welche ethischen Konflikte dies birgt.
Es handelt sich um eine sozialethische Analyse, die soziologische Theorien zum Wandel der Familie mit einer deskriptiven Analyse von Werbestrategien und einer Fallstudienanalyse aktueller Werbespots verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die sozialethische Grundlegung des Familienbegriffs, die Analyse soziologischer Wandlungsprozesse der Familie sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Mechanismen der Fernsehwerbung und der Analyse konkreter Werbespots.
Zentrale Begriffe sind die Deinstitutionalisierung der Familie, die Familie als Konsumgemeinschaft, die Individualisierung und der Einfluss von Werbebildern auf das Familienethos.
Die Arbeit stellt fest, dass Werbung auch atypische Familienformen wie Ein-Eltern-Familien als Produktumfeld nutzt, um ein breiteres Spektrum an Lebenswirklichkeiten anzusprechen, ohne dies notwendigerweise moralisch zu bewerten.
Das Fernsehen wird als integraler Bestandteil des familiären Alltags betrachtet, der durch ständige Präsenz und die emotionale Qualität seiner Bilder als "Katalysator" für gesellschaftliche Leitbilder fungiert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

