Bachelorarbeit, 2012
44 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. „A Theory of Regional War and Peace“
2.1. Die state-to-nation balance als regionaler/innenpolitischer Faktor (UV1)
2.2. Das regionale Engagement von Großmächten als globaler Faktor (UV2)
2.3. Die liberale Kompatibilität einer Region (IV)
2.4. Faktoren, welche die state-to-nation balance beeinflussen (BV1, 2, 3)
2.5. Die Art des regionalen Friedens bzw. Kriegs (AV)
2.5.1. Die vier Arten regionaler Ordnung nach Miller
2.5.2. Die Kriegsanfälligkeit einer Region
3. Der Kosovo-Konflikt: Fallbeschreibung
4. Kovarianz-Analyse: Die Ursachen des Kosovo-Konflikts
4.1. Die interne Inkongruenz Serbiens (BV1)
4.2. Serbien/Jugoslawien – Ein schwacher Staat (BV2)
4.3. Die hohe state-to-nation incongruence (UV1)
4.4. Die Kooperation der Großmächte (UV2)
4.5. Das Resultat: Kalter Frieden (AV)
5. Fazit
6. Annex
6.1. Tabellenverzeichnis
6.1.1. Tabelle 1: Vier Typen von Staaten und ihre Auswirkungen auf die regionale state-to-nation balance
6.1.2. Tabelle 2: Vier Kategorien regionaler Ordnung
6.1.3. Tabelle 3: regionale Kriegsanfälligkeit
6.2. Dokumente
6.2.1. Das Dayton-Abkommen
6.2.2. Das Holbrooke-Milošević-Abkommen
6.2.3. Der Ahtisaari-Plan
7. Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht den Kosovo-Konflikt durch die Anwendung der "state-to-nation balance"-Theorie von Benjamin Miller, um zu zeigen, dass sich diese Theorie zur Analyse und Erklärung von Teilkonflikten innerhalb einer Region eignet. Das primäre Ziel ist es, die Entstehung und den Verlauf des Kosovo-Konflikts zwischen 1989 und 2008 kausal auf die mangelnde Übereinstimmung zwischen staatlichen Grenzen und nationaler Identität zurückzuführen.
4.2. Serbien/Jugoslawien – Ein schwacher Staat (BV2)
Nach dem Tod Titos im Mai 1980 kamen die partikularen Interessen der einzelnen Republiken und der beiden autonomen Provinzen wieder zum Vorschein: Serbien und Montenegro wollten die Zentralinstanzen stärken und den sozialistischen Kurs beibehalten; beide hatten klare nationalistische Absichten. Kroatien und Slowenien hingegen strebten eine Schwächung der Zentralinstanzen (Dezentralisierung) an sowie eine wirtschaftliche Liberalisierung und Demokratisierung. Mazedonien und Bosnien-Herzegowina verhielten sich weitgehend neutral (vgl. Dischl 2002: 61). Auch der Kosovo strebte die Gründung eines eigenen Staates an.
„Kaum war die alte [kommunistische; Anm. d. Aut.] Ordnung aufgebrochen, wurde erbittert um ethnische Eigenständigkeit, um Selbstbestimmung von Nationen, um die Gründung einer eigenen Staatsordnung – um nation building – und im Zusammenhang damit um territoriale Veränderungen gekämpft, weil die bestehenden Grenzen als unvorteilhaft, ungerecht und für die nationale Entfaltung hinderlich empfunden wurden.“ (Ders.: 59; Hervorhebung im Original)
Die Unabhängigkeitserklärungen Sloweniens und Kroatiens im Juni 1991 führten zu militärischen Auseinandersetzungen, die schließlich in einem Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina gipfelten. Die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien (SFRJ) wurde auf Serbien und Montenegro reduziert und in Bundesrepublik (BR) Jugoslawien umbenannt, Bosnien-Herzegowina wurde 1995 unter dem Dayton-Abkommen in eine serbische und eine kroatische Zone geteilt, und Slowenien, Kroatien und Mazedonien wurden souveräne Staaten (vgl. Ders.: 61f). Der Kosovo erklärte sich bereits im Juli 1990 für unabhängig (Rathfelder 2010: 110). Mit den Unabhängigkeitserklärung einzelner Republiken beschleunigte sich der Staatszerfall der SFRJ und die Schwäche des jugoslawischen Staates wurde immer deutlicher. Lediglich Serbien und Montenegro verblieben in der Nachfolgerepublik Jugoslawien. Diese Entwicklungen förderten und ermutigten die sezessionistischen Bestrebungen im Kosovo, da Kroatien und Slowenien sich bereits erfolgreich von Jugoslawien losgesagt hatten.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Unabhängigkeit des Kosovo ein und stellt die Relevanz der "state-to-nation balance"-Theorie von Benjamin Miller für die Analyse des Konflikts dar.
2. „A Theory of Regional War and Peace“: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der state-to-nation balance, einschließlich der Rolle von Großmächten und des Einflusses der liberalen Kompatibilität auf regionale Ordnungssysteme.
3. Der Kosovo-Konflikt: Fallbeschreibung: Es wird die historische Entwicklung des Kosovo-Konflikts von der Zeit nach den Balkankriegen bis zur Etablierung des Parallelstaats und den Eskalationen in den 1990er Jahren beschrieben.
4. Kovarianz-Analyse: Die Ursachen des Kosovo-Konflikts: In diesem Kapitel wird die Theorie auf den Kosovo angewendet, wobei Faktoren wie interne Inkongruenz, Staatsschwäche und das Handeln der Großmächte analysiert werden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und bestätigt die Eignung von Millers Theorie zur Erklärung des Konfliktverlaufs und des erreichten Zustands eines kalten Friedens.
6. Annex: Der Anhang enthält ergänzende Tabellen zur Typologie von Staaten und zur Kriegsanfälligkeit sowie wichtige historische Dokumente und Verträge.
7. Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur für die Bachelor-Arbeit.
Kosovo-Konflikt, state-to-nation balance, Benjamin Miller, Jugoslawien, Unabhängigkeit, nationale Identität, interne Inkongruenz, Staatsschwäche, Großmächte, Kooperation, kalter Frieden, Sezessionismus, Konfliktmanagement, ethnische Minderheiten, Rambouillet.
Die Arbeit untersucht den Kosovo-Konflikt im Zeitraum von 1989 bis 2008 auf Basis der politikwissenschaftlichen Theorie von Benjamin Miller.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Nationalstaaten zu ihrer Bevölkerung, die Auswirkungen von Staatsschwäche und das Engagement externer Akteure in regionalen Konflikten.
Das Ziel ist der Nachweis, dass Millers "state-to-nation balance"-Theorie effektiv genutzt werden kann, um nicht nur ganze Regionen, sondern auch spezifische Teilkonflikte wie den im Kosovo zu analysieren.
Die Autorin nutzt eine Kovarianz-Analyse, um die Korrelation zwischen internen Faktoren und dem Konfliktausgang zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Darlegung von Millers Konzepten, eine ausführliche Fallbeschreibung des Kosovo und eine systematische Anwendung des Kausalmodells auf den untersuchten Zeitraum.
Wichtige Begriffe sind state-to-nation balance, ethnische Identität, staatliche Kongruenz und international gesteuertes Konfliktmanagement.
Laut der Arbeit ist diese Imbalance, also die fehlende Übereinstimmung zwischen staatlichen Grenzen und nationalen Identitäten, die fundamentale Ursache für die sezessionistischen Forderungen und die daraus resultierenden gewaltsamen Konflikte.
Die Arbeit argumentiert, dass die Intervention erfolgreich war, sofern man das Ziel als die Reduzierung des Konfliktniveaus und die Etablierung eines "kalten Friedens" definiert; die tieferliegenden strukturellen Ursachen konnten externe Akteure jedoch nicht lösen.
Der Begriff wird verwendet, da der offene Krieg zwar beendet wurde, aber die grundlegenden Konfliktlinien, ethnischen Spannungen und Ansprüche an das Territorium weiter bestehen, was regelmäßige Eskalationen ermöglicht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

