Bachelorarbeit, 2012
61 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Klärung zentraler Begriffe
2.1. Journalismus
2.2. Qualität im Journalismus
2.2.1. Die Komplexität des Qualitätsbegriffes
2.2.2. Qualität im Journalismus
2.2.3. Was sind Qualitätszeitungen?
2.3. Boulevardjournalismus
2.3.1. Was ist Boulevardjournalismus?
2.3.2. Infotainment
2.3.3. Was sind Boulevardzeitungen?
2.3.4. Boulevardisierung
3. Theoretische Verortung
3.1. Die Nachrichtenwerttheorie
3.2. Die Nachrichtenfaktoren im Einzelnen
3.2.1. Frequenz
3.2.2. Schwellenfaktor/Außergewöhnlichkeit
3.2.3. Eindeutigkeit
3.2.4. Bedeutsamkeit/Relevanz
3.2.5. Konsonanz
3.2.6. Überraschung
3.2.7. Kontinuität
3.2.8. Variation/Komposition
3.2.9. Elite-Nationen
3.2.10. Elite-Personen
3.2.11. Personalisierung
3.2.12. Negativismus
3.3. Nachrichtenfaktoren als Unterhaltungsfaktoren
4. Der Standard
4.1. Entstehung
4.2. Merkmale der Tageszeitung Standard
5. Empirische Umsetzung
5.1. Ziel der Untersuchung und Hypothesenbildung
5.2. Zur Forschungsmethode
5.2.1. Die Themenanalyse
5.2.2. Auswahl der Stichprobe
5.2.3. Die Stichprobe
5.3. Die Durchführung
5.3.1. Die Operationalisierung der Forschungsfrage
5.3.2. Die Definition der Kategorien
5.3.3. Darstellung des Vorgehens
6. Ergebnisse
6.1. Auswertung der Zeitungsartikel
6.2. Personalisierung
6.3. Emotionalisierung
6.4. Negativismus
6.5. Elite-Personen
6.6. Elite-Nationen
6.7. Vereinfachung
6.8. Alltagssprache
6.9. Human-interest Themen
6.10. Bild als Transportmittel für emotionale Information
7. Fazit
Die Arbeit untersucht, inwieweit Merkmale des Boulevardjournalismus in der österreichischen Qualitätszeitung Der Standard präsent sind. Angesichts des globalen Trends zur Boulevardisierung und des ökonomischen Drucks auf Printmedien analysiert die Autorin mittels qualitativer Inhaltsanalyse, ob sich Qualitätsblätter zunehmend an boulevardeske Darstellungsformen anpassen.
Die Komplexität des Qualitätsbegriffes
Es ist nicht einfach, Qualität zu definieren. Schon der Qualitätsbegriff an sich zeichnet sich durch ein hohes Maß an Komplexität aus. Diese ergibt sich aus fünf wesentlichen Faktoren (vgl. Bucher 2003:12).
1. Qualität ist keine Eigenschaft, sondern ein reines Beobachtungskonstrukt. Somit erfolgt das Qualitätsurteil eines Beobachters auf subjektivem Wege. Die Position, die Perspektive und auch die Interessen des Beobachters fließen in dessen Beurteilung ein. Objektive Qualitätsbeurteilung ist also nur dann möglich, wenn die Ansichten aus verschiedensten Positionen in Betracht gezogen werden. Bei der Debatte über journalistische Qualität sollen demnach also nicht nur die Ansichten der Medienmacher, sondern auch die der RezipientInnen miteinbezogen werden.
2. Ein zweiter Grund für die Komplexität der Qualitätsdebatte liegt in der Vielzahl der möglichen Bezugsaspekte. Qualitätsurteile können über unterschiedlichste Aspekte gefällt werden. Im journalistischen Bereich manifestiert sich dies beispielsweise darin, dass von dem journalistischen Produkt an sich über die Realisierung desselben und die möglichen Folgen bis hin zu Recherche, Kosten, Reichweite und die Kompetenz der Akteure alles Gegenstand einer Qualitätsuntersuchung sein kann. Hierbei entsteht das Problem, dass die einzelnen Bezugsaspekte nicht unabhängig voneinander bestehen. Aus dieser Vielzahl an Aspekten die relevantesten herauszufiltern, kann sich daher als schwierig herausstellen.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem Boulevardanteil in Qualitätszeitungen und begründet die Wahl des Standard als Untersuchungsobjekt sowie die methodische Vorgehensweise.
2. Klärung zentraler Begriffe: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen wie Journalismus, Qualitätsjournalismus, Boulevardjournalismus, Infotainment und das Phänomen der Boulevardisierung.
3. Theoretische Verortung: Es wird die Nachrichtenwerttheorie von Galtung und Ruge erläutert und deren Bedeutung für die Nachrichtenselektion sowie als Unterhaltungsfaktor dargelegt.
4. Der Standard: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick zur Entstehung des Standard und beschreibt dessen redaktionelle Merkmale sowie die Blattlinie.
5. Empirische Umsetzung: Hier werden das Ziel der Untersuchung, die Hypothesenbildung, die Wahl der qualitativen Inhaltsanalyse als Methode sowie das genaue Vorgehen bei der Stichprobenauswahl beschrieben.
6. Ergebnisse: Die Ergebnisse der Inhaltsanalyse werden präsentiert, interpretiert und auf die Übereinstimmung mit Boulevard-Kategorien in den untersuchten Artikeln geprüft.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die zunehmende Boulevardisierung des Standard sowie die Zukunftsaussichten journalistischer Qualität.
Boulevardisierung, Qualitätsjournalismus, Boulevardjournalismus, Der Standard, Nachrichtenwerttheorie, Inhaltsanalyse, Infotainment, Medienethik, Nachrichtenfaktoren, Journalismusforschung, Printmedien, Personalisierung, Emotionalisierung, Negativismus, Presse.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit moderne Qualitätszeitungen wie der Standard in Österreich Merkmale des Boulevardjournalismus aufweisen.
Die Analyse bewegt sich im Spannungsfeld von journalistischer Qualität, Boulevardisierungstendenzen, der Nachrichtenwerttheorie und der praktischen Anwendung von Unterhaltungsfaktoren in Printmedien.
Das Ziel ist es zu ermitteln, welche bzw. wie viele Merkmale des Boulevardjournalismus in einer als Qualitätsmedium geltenden Zeitung zu finden sind, um die Boulevardisierungsthese zu überprüfen.
Es kommt die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse zur Anwendung, basierend auf einem Kategoriensystem, das aus der Nachrichtenwerttheorie nach Galtung und Ruge entwickelt wurde.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Nachrichtenfaktoren, eine detaillierte Vorstellung der untersuchten Tageszeitung sowie die Durchführung und Auswertung der Inhaltsanalyse von 14 ausgewählten Zeitungsartikeln.
Zentrale Begriffe sind unter anderem Boulevardisierung, Nachrichtenwerttheorie, Qualitätsjournalismus, Inhaltsanalyse und Infotainment.
Die Autorin argumentiert, dass ökonomischer Druck Qualitätsblätter dazu zwingt, sich den erfolgreicheren Boulevardzeitungen anzupassen, um Leser zu binden und ihre Marktposition zu festigen.
Obwohl der Standard einfache Sprache verwendet, um eine breite Leserschaft zu erreichen, verzichtet er im Gegensatz zur Boulevardpresse auf die Verwendung von Umgangssprache und bleibt sachlich.
Die Untersuchung zeigt, dass der Standard durchaus Elemente des Boulevardjournalismus nutzt, etwa bei der Emotionalisierung oder der Themenwahl, jedoch noch nicht vollständig von diesem vereinnahmt wurde.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

