Bachelorarbeit, 2011
33 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Was ist Antisemitismus?
2.1. Die lange Tradition des Judenhasses
2.2. Die Verbreitung des modernen Antisemitismus
2.3. Von der Ausgrenzung zur Ausrottung
3. Antisemitische Propaganda
3.1. Goebbels und die Juden
3.2. Der NS-Propagandafilm
3.2.1. Der ewige Jude
3.2.2. Jud Süß
3.3. Antisemitische Feindbilder
3.3.1. Das äußere Erscheinungsbild des Juden
3.3.2. Das Bild vom mächtigen und reichen Juden
3.3.3. Das Bild vom „geilen Juden“
3.3.4. Der faule Jude
3.3.5. Das Konstrukt der jüdischen Verschwörung gegen die Welt
3.4. Propagandistische Mittel im Film
4. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie das Judentum durch die gezielte Nutzung antisemitischer Stereotype in den nationalsozialistischen Propagandafilmen dargestellt wurde. Dabei soll offengelegt werden, mit welchen propagandistischen Mitteln und Mechanismen das NS-Regime die Bevölkerung ideologisch beeinflusste, um den Holocaust zu rechtfertigen und den Hass gegen Juden zu schüren.
3.2.1. Der ewige Jude
1939 gab Goebbels Hippler, dem Leiter der Abteilung Film im Propagandaministerium, den Auftrag, in die Jüdischen Ghettos nach Polen zu fahren, um die Lebensweise der Juden aufzunehmen:
Überzeugen Sie sich mal selbst, wie diese Juden da leben, wo sie zu Hause sind. Lassen Sie Filmaufnahmen vom Leben in den polnischen Ghettos machen. Fahren Sie noch morgen mit ein paar Kameramännern nach Litzmannstadt (Lodz) und lassen Sie alles filmen, was Ihnen vor die Flinte kommt. Das Leben und Treiben auf den Straßen, das Handeln und Schachern, das Ritual in der Synagoge, das Schächten nicht zu vergessen. Wir müssen das alles an diesen Ursprungsstätten aufnahmen, denn bald werden hier keine Juden mehr sein. Der Führer will sie alle aussiedeln, nach Madagaskar oder in andere Gebiete. Deshalb brauchen wir diese Filmdokumente für unsere Archive. (Ahren 1990: 16, zit. n. Hippler 1981: 187, Anm. d. V.)
Somit waren die ersten Schritte zum wohl bekanntesten und gleichsam wirkungsvollsten, jedoch schockierendsten Propagandafilm der Nationalsozialisten getan. (Vgl. Ahren 1990: 16)
„Der ewige Jude“ sollte ein Dokumentarfilm über das Weltjudentum sein. Mit viel Energie stürzte Goebbels sich in die Arbeit, um daraus ein „propagandistisches Meisterstück“ zu machen. (Vgl. ebd.: 19) „Der ewige Jude“ arbeitete vorwiegend mit Vergleichen. Die Juden, die in den schmutzigen Ghettos hausten, wurden mit Ratten verglichen bzw. gleichgesetzt. Dadurch wurde den Juden unterstellt, sie würden von Natur aus gerne im Schmutz hausen und seien daher den Ratten ähnlich. (Vgl. Benz 2004: 113)
1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die historische Tradition des Antisemitismus und erläutert die zentrale Rolle der Propaganda für den Aufstieg des Nationalsozialismus.
2. Was ist Antisemitismus?: Dieses Kapitel beleuchtet die Definition und historische Genese des Judenhasses von der Antike bis hin zur rassistischen Ideologie des 20. Jahrhunderts.
3. Antisemitische Propaganda: Der Hauptteil analysiert die Rolle von Josef Goebbels, die Funktion des Propagandafilms und die konkrete Darstellung jüdischer Feindbilder in Filmen und Literatur.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und zieht Parallelen zwischen den historischen Propagandamechanismen und modernen populistischen Sündenbock-Strategien.
Antisemitismus, Nationalsozialismus, Propaganda, Der ewige Jude, Jud Süß, Josef Goebbels, Holocaust, Feindbilder, Stereotype, Judenfrage, Rassismus, NS-Propagandafilm, Medienmanipulation, Sündenbock-Politik, Rassenideologie
Die Arbeit analysiert die Mechanismen und Ziele der antisemitischen Propaganda der Nationalsozialisten, insbesondere den Einsatz von Propagandafilmen zur Diskreditierung und Dämonisierung des jüdischen Volkes.
Zentrale Themen sind die historische Verwurzelung des Antisemitismus, die Strategien von Josef Goebbels sowie die visuelle Konstruktion von jüdischen Feindbildern durch Kino und Medien.
Das Ziel ist es, die systematische Darstellung der Juden im NS-Propagandafilm offenzulegen und die dabei verwendeten Stilmittel, wie etwa die Gleichsetzung mit Tieren oder die Erfindung falscher Statistiken, zu untersuchen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Untersuchung von Filminhalten sowie der Einordnung dieser in den historischen Kontext des Dritten Reiches.
Der Hauptteil behandelt die politische Propaganda unter Goebbels, die detaillierte Analyse der Filme "Der ewige Jude" und "Jud Süß" sowie die Erläuterung verbreiteter antisemitischer Stereotype.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Antisemitismus, NS-Propaganda, Holocaust, Stereotype, Feindbilder und Medienmanipulation.
Hitler und Goebbels schätzten den Film als hochwirksames Instrument, da er vorgab, die Realität abzubilden, und somit unreflektiert als sachliche Information in das kollektive Gedächtnis der Bevölkerung eindringen konnte.
Diese Filme dienten dazu, eine vermeintlich jüdische Identität zu konstruieren und die Bevölkerung durch emotionale Manipulation dazu zu bringen, den Holocaust als notwendige Konsequenz zu akzeptieren.
Die Autorin zieht im Fazit vorsichtige Vergleiche zur Sündenbock-Politik rechtspopulistischer Parteien, etwa der FPÖ in Österreich, betont jedoch die Unterschiede aufgrund des heute pluralistischen Mediensystems.
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