Bachelorarbeit, 2012
43 Seiten, Note: 2,3
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Einleitung
1. Das Bild Olympe de Gouges’ bei Jules Michelet
2. Die Rezeption Olympe de Gouges’ in der deutschen Frauenbewegung um 1900
3. Die Wiederentdeckung der Deklaration 1977
4. Olivier Blancs Biographie der Olympe de Gouges 1981
5. Die Würdigung Olympe de Gouges‘ als Schriftstellerin in der Denkschrift der Madame de Valmont
6. Olympe de Gouges-Rezeption im Rahmen des Bicentenaire
7. Die Darstellung Olympe de Gouges’ in aktuellen Überblicksbänden zur Französischen Revolution
8. Die Darstellung Olympe de Gouges‘ in der Frauenforschung, der Rechtsgeschichte und der Philosophie
9. Ausblick: Olympe de Gouges im Internet
10. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Wahrnehmung und wissenschaftliche Rezeption der französischen Revolutionärin Olympe de Gouges und ihrer "Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin" von 1791 anhand chronologisch ausgewählter Publikationen.
Das Bild Olympe de Gouges’ bei Jules Michelet
Erste biographische Hinweise zu Olympe de Gouges finden sich in den Memoiren ihrer Zeitgenossen, die jedoch meist ein sehr negatives Bild von ihr wiedergeben. Zu nennen sind hier insbesondere der Schriftsteller Restif de la Bretonne, der von ihr als „der Furie de Gouges […] (ein Name der ihr besser zu Gesicht stünde als Olympe)“ zu berichten weiß, sowie der Schauspieler Fleury, Mitglied der Comédie française, bei dem es heißt: „Madame de G*** war eine dieser Schriftstellerinnen, denen man am liebsten ein Rasiermesser schenkte; eine dieser Frauen, denen es unter größten Anstrengungen gelungen ist, so unweiblich wie möglich zu erscheinen.“ Die weitere Rezeption des 19. Jahrhunderts sollte jene Aussagen unkritisch übernehmen.
1854 veröffentlichte der französische Historiker Jules Michelet (1798-1874) seine Schrift Les Femmes de la Révolution als Hommage an die Frauen der Revolutionszeit, die das Frauenbild der Revolution, und somit auch das Bild Olympe de Gouges’, in der Geschichtsschreibung nachhaltig prägen und beeinflussen sollte. So leitet Paule-Marie Duhet 1971 ihr Werk Les Femmes et la Révolution mit einer Würdigung Jules Michelets ein und zitiert ihn in der weiteren Darstellung mehrfach als Quelle. Michelet gilt in Frankreich als Begründer der modernen Geschichtsschreibung, er ist der Verfasser einer neunzehnbändigen Geschichte Frankreichs und einer zehnbändigen Geschichte der französischen Revolution, aus der sein Band über die Frauen der Revolution hervorging.
Einleitung: Vorstellung der Relevanz Olympe de Gouges' als Vorkämpferin für Frauenrechte und Skizzierung des chronologischen Aufbaus der Arbeit.
1. Das Bild Olympe de Gouges’ bei Jules Michelet: Analyse der einseitig negativen Darstellung durch den Historiker Michelet im 19. Jahrhundert.
2. Die Rezeption Olympe de Gouges’ in der deutschen Frauenbewegung um 1900: Untersuchung, wie Vertreterinnen der bürgerlichen und sozialistischen Frauenbewegung Olympe de Gouges als Identifikationsfigur nutzten.
3. Die Wiederentdeckung der Deklaration 1977: Betrachtung der wissenschaftlichen Wiederentdeckung durch Hannelore Schröder und deren Bedeutung für die Frauenforschung.
4. Olivier Blancs Biographie der Olympe de Gouges 1981: Bewertung der ersten wissenschaftlich fundierten Biographie, die ein differenzierteres Bild der Autorin zeichnete.
5. Die Würdigung Olympe de Gouges‘ als Schriftstellerin in der Denkschrift der Madame de Valmont: Fokus auf die literaturwissenschaftliche Untersuchung ihres belletristischen Werks.
6. Olympe de Gouges-Rezeption im Rahmen des Bicentenaire: Analyse der gesteigerten wissenschaftlichen Beschäftigung anlässlich des 200-jährigen Revolutionsjubiläums 1989.
7. Die Darstellung Olympe de Gouges’ in aktuellen Überblicksbänden zur Französischen Revolution: Untersuchung, inwieweit neuere Standardwerke die Rolle der Frauen angemessen integrieren.
8. Die Darstellung Olympe de Gouges‘ in der Frauenforschung, der Rechtsgeschichte und der Philosophie: Vergleich fachspezifischer Perspektiven auf ihre historische Bedeutung.
9. Ausblick: Olympe de Gouges im Internet: Kurze Betrachtung der digitalen Präsenz und Wissensvermittlung über die Autorin.
10. Zusammenfassung: Resümee der Forschungsergebnisse und Fazit zur heutigen Renaissance von Olympe de Gouges.
Olympe de Gouges, Französische Revolution, Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin, Feminismus, Frauenbewegung, Frauenforschung, Rechtsgeschichte, Geschichtsschreibung, Jules Michelet, Hannelore Schröder, Menschenrechte, Frauenrechte, Ideengeschichte, Emanzipation, Rezeptionsgeschichte
Die Arbeit untersucht die historische und wissenschaftliche Rezeption der französischen Revolutionärin Olympe de Gouges, insbesondere wie sich das Bild von ihr und ihrer Deklaration über zwei Jahrhunderte gewandelt hat.
Die Themenfelder umfassen die Geschichte des Feminismus, die rechtswissenschaftliche Analyse von Frauenrechten, die kritische Historiographie der Französischen Revolution sowie die literaturwissenschaftliche Würdigung von de Gouges' Werken.
Ziel ist es, die Entwicklung der Einordnung von Olympe de Gouges aufzuzeigen – von einer abgelehnten Figur des 19. Jahrhunderts hin zur anerkannten "Ahnfrau des Feminismus" in heutigen wissenschaftlichen Publikationen.
Die Arbeit nutzt eine chronologische Analyse der Rezeptionsgeschichte, wobei verschiedene (wissenschaftliche) Publikationen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart verglichen und kritisch hinterfragt werden.
Der Hauptteil analysiert spezifische Etappen der Rezeption: Michelets Sicht, die Rolle in der frühen Frauenbewegung, die Wiederentdeckung durch Hannelore Schröder, die Biographie von Olivier Blanc sowie die Darstellung in modernen Überblicksbänden und verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Olympe de Gouges, Frauenrechte, Feminismus, Rezeptionsgeschichte und Französische Revolution charakterisiert.
Michelet betrachtete Olympe de Gouges durch die Brille seiner Zeit und Rousseaus, wobei er sie als "ungebildet" und von einer "nervösen Reizbarkeit" getrieben darstellte, anstatt ihre politischen Forderungen ernsthaft zu analysieren.
Hannelore Schröder gilt als zentrale Figur, die 1977 durch die wissenschaftliche Publikation der "Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin" entscheidende Impulse für die feministische Forschung und die Anerkennung de Gouges' leistete.
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