Masterarbeit, 2012
84 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Annäherungen an die Medienpädagogik
2.1 Der Medienbegriff
2.2 Traditionslinien handlungsorientierter Medienpädagogik
2.3 Medienkompetenz
2.4 Aktuelle Problemfelder
2.5 Historische Wurzeln
2.5.1 Filmerziehung
2.5.1.1 Jugendfilmclubs und Jugendfilmstudios
2.5.2 Re-Education und politische Bildung
2.5.3 Jugendmedienschutz
2.6 Von “Alle Macht der Super-8” zu Wiki-Systemen
2.7 Zur Rolle der Schrift in der aktiven Medienarbeit
2.8 Zusammenfassung
3 Annäherungen an das Kreative Schreiben
3.1. Literarische Geselligkeit
3.2 Abwendung von der Genieästhetik
3.3 Methoden des Kreativen Schreibens
3.4 Kreatives Schreiben in der Schule
3.5 Prozessorientierung
3.6 Creative Writing
3.7 Der integrative Ansatz von Lutz von Werder
3.8 Kreatives Schreiben als Lehr- und Lernmethode
3.9 Zur Rolle der Bilder im Kreativen Schreiben
3.10 Zusammenfassung
4 Gemeinsame historische Entwicklungslinien
4.1 Reformpädagogik und Kunsterziehungsbewegung
4.2 Die Bildungsreform der 1970er-Jahre
4.2.1 Frühe Begegnungen
5 Strukturelle Gemeinsamkeiten
5.1 Basis anthropologischer Voraussetzungen
5.2 Das Ideal der Kreativität
5.3 Gruppenarbeit und soziale Praxis
5.4 Parallelität der Problemlagen
6 Faktische und potenzielle Schnittstellen
6.1 Spurensuche
6.1.1 Das Internet als gemeinsame Plattform
6.1.2 Poetische Selbstanalyse und Selbstnarration
6.1.3 Kollaboratives Schreiben
6.2 Potentiale
6.2.1 Kreatives Schreiben im Kontext aktiver Medienarbeit
6.2.2 Medienpädagogische Elemente in der Schreibwerkstatt
6.3 Die Entwicklung im Spiegel neuer Studienangebote
6.4 Bibliotheken
7 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die historische Konvergenz zwischen Medienpädagogik und Kreativem Schreiben, um strukturelle Gemeinsamkeiten aufzudecken und Möglichkeiten einer systematischen gegenseitigen Bereicherung in der aktuellen pädagogischen Praxis auszuloten.
3.3 Methoden des Kreativen Schreibens
Die klassischen Methoden des Kreativen Schreibens sind das Cluster, die Mind-Map und das Automatische Schreiben oder Free-Writing (vgl. Mischon 2010, S. 30). Damit nutzen zwei grundlegende Methoden die Verknüpfung von linker und rechter Gehirnhälfte, von Wort und Bild: das Clustering-Verfahren, das Gabriele L. Rico 1984 entwickelte, und das Mind-Mapping nach Tony Buzan, dessen Mind-Map-Buch 1997 erschien.
Ingrid Böttcher differenziert die Methoden weiter aus in assoziative Verfahren; Schreibspiele; Schreiben nach Vorgaben, Regeln und Mustern; Schreiben nach literarischen Texten (Imitation und Variation); Schreiben zu Stimuli und Weiterschreiben an kreativen Texten. Bei der letzten Methode unterscheidet sie noch zwischen einem kreativen und einem kriterienorientierten Verfahren (Böttcher 1999).
Heidrun Martini ergänzt diese Böttchers Methodenliste um den Punkt “Autobiografisches Schreiben” (Martini 2004, S. 270 ff.)
Wenn man so weit differenziert, könnte man m.E. darüber nachdenken, noch zwei weitere Methoden zu ergänzen: das kollaborative Schreiben (z. B. Reihum-Roman, z. B. Wikis) und Schreiben zur Transformation (in andere Medien, z. B. Hörspiel, Drama, Film).
Die Methoden des Kreativen Schreibens haben sich in den vergangenen Jahrzehnten in verschiedenen schulischen und beruflichen Kontexten als Starttechnik etabliert, weil sie dazu führen, dass sich alle Gruppenmitglieder einbringen können und beim Lesen ihrer Texte zu Wort kommen. Darüber hinaus betonen diese Techniken auf angenehme Art und Weise sowohl das Eingebunden- und Aufgehobensein in der Gruppe als auch die eigene Individualität, denn kein Schreibimpuls führt zu ein und demselben Text. Daher wird das Kreative Schreiben auch als Mittel der sozialen Begegnung eingesetzt (vgl. Mischon 2010, S. 29).
1 Einleitung: Beschreibt die historische Etablierung der Medienpädagogik und die Forderung nach einer neuen Erziehung zum mündigen Menschen, die auch die Wiederentdeckung reformpädagogischer Ansätze umfasst.
2 Annäherungen an die Medienpädagogik: Analysiert das Feld der Medienpädagogik von ihren historischen Wurzeln in der Filmerziehung bis hin zu aktuellen Herausforderungen durch das Web 2.0.
3 Annäherungen an das Kreative Schreiben: Beleuchtet die Entwicklung des Kreativen Schreibens in Deutschland, seine Methoden, Zielgruppen und seine Bedeutung als Lehr- und Lernmethode.
4 Gemeinsame historische Entwicklungslinien: Untersucht die Reformpädagogik des 20. Jahrhunderts und die Bildungsreform der 1970er-Jahre als gemeinsame Ursprünge beider Disziplinen.
5 Strukturelle Gemeinsamkeiten: Identifiziert basale anthropologische Voraussetzungen, das Ideal der Kreativität und die Bedeutung prozessorientierter Gruppenarbeit als verbindende Elemente.
6 Faktische und potenzielle Schnittstellen: Erörtert konkrete Berührungspunkte und Potenziale für eine zukünftige Zusammenarbeit unter Einbeziehung digitaler Medien.
7 Schlussbetrachtung: Führt die Ergebnisse zusammen und fordert eine stärkere konzeptionelle Verbindung beider Disziplinen zur Förderung reflektierter Mediennutzung.
Medienpädagogik, Kreatives Schreiben, Medienkompetenz, aktive Medienarbeit, Gruppenarbeit, Prozessorientierung, Schreibwerkstatt, Reformpädagogik, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Medienkonvergenz, kulturelle Bildung, Kreativitätsförderung, Web 2.0, Selbstausdruck.
Die Arbeit analysiert die Schnittstellen zwischen der Medienpädagogik und dem Kreativen Schreiben. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten aufzuzeigen und Synergieeffekte für eine innovative pädagogische Praxis zu erschließen.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung beider Fachgebiete, den anthropologischen Grundlagen von Kreativität und Kommunikation sowie der Bedeutung der aktiven Medienarbeit in einer digitalen Gesellschaft.
Das primäre Ziel ist es, die bisher getrennt verlaufenden Stränge der Medienpädagogik und des Kreativen Schreibens theoretisch und praktisch zusammenzuführen, um die pädagogische Arbeit in Schreibwerkstätten und Medienprojekten zu bereichern.
Die Arbeit nutzt eine historische Perspektive sowie einen systematischen Vergleich der Rahmenbedingungen und Praxismodelle beider Disziplinen, gestützt durch Literaturanalyse und eigene berufliche Erfahrungen.
Im Hauptteil werden die Entwicklungslinien beider Disziplinen seit den 1970er-Jahren, ihre methodischen Ansätze (wie z.B. Clustering, Mind-Mapping, Gruppenarbeit) und die Rolle des Internets als gemeinsame Plattform kritisch beleuchtet.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Medienkompetenz, kreative Projektarbeit, Prozessorientierung, mediale Schnittstellen und interdisziplinäre Pädagogik beschreiben.
Die Autorin stellt fest, dass in der handlungsorientierten Medienpädagogik das Schreiben oft vernachlässigt oder als Zumutung empfunden wurde, während die medientechnische Entwicklung stark im Fokus stand.
Durch den Bezug auf Peter Kruse wird aufgezeigt, dass Instabilität und die Vielfalt der Beteiligten (Creator, Owner, Broker) wesentliche Bedingungen für innovative und kreative Prozesse in Projekten sind.
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