Bachelorarbeit, 2012
67 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. WATCHMEN – Rezeptionsgeschichte
2.1 Alan Moores und Dave Gibbons ‚Watchmen‘
2.2. Chronologie versuchter Filmadaptionen und Zack Snyders WATCHMEN
3. Darstellung von Körpern in Film und Graphic Novel
3.1 Die Kostüme der WATCHMEN
3.1.1 Nite Owl II und seine Gadgets
3.1.2 Die fetischisierten Kostüme Silk Spectre Is und IIs oder ein aufreizendes Kostüm ist nicht gleich ein aufreizendes Kostüm
3.2 Rorschach & die Maske Walter Kovacz‘
3.3 Dr. Manhattan
4. Sexualität und Gewalt in Film und Graphic Novel
4.1 Die Sexualität innerhalb des Watchmen-Universums oder die sexuellen Beziehungen der Laurel Jane Juspeczyk
4.2 Die Repräsentation der Gewalt der Watchmen
4.2.1 Keine Kompromisse: Rorschach
4.2.2 Schutz für die Gesellschaft: Der Comedian
4.2.3 Unheilvolle Assoziationen: Dr. Manhattan
4.3 Die Verschmelzung von Sexualität und Gewalt
4.3.1 Walter Kovacz: Der Sohn einer Hure
4.3.3 Der Comedian: Du willst es doch auch
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die Darstellung von Körpern, Sexualität und Gewalt in Zack Snyders Filmadaption "Watchmen" im Vergleich zur grafischen Vorlage von Alan Moore und Dave Gibbons. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie diese medialen Umsetzungen Machtstrukturen und die Rollenbilder der Superhelden dekonstruieren und inwiefern sie sich voneinander unterscheiden.
3. Darstellung von Körpern in Film und Graphic Novel
Die Darstellung von Körpern in Film und Graphic Novel ist allein schon durch ihre medialen Vorgaben äußerst differenziert zu betrachten. Der Körper im Kino schafft eine ganzheitliche Illusion eines Körperbildes, denn er ist das Zentrum des filmisch geschaffenen dreidimensionalen Raums. Er ist der Mittelpunkt des Hollywood-Kinos, das durch seine grundsätzlich einfache Narrationsstruktur, die filmische Körperinszenierung als Bestandteil der Charakterisierung verwendet. Graphic Novels und Comics zeigen kein bewegtes Bild in ihrem Darstellungsraum. Jedes Panel beinhaltet einen bloßen Ausschnitt des Geschehens, der mit einem Filmstill zu vergleichen ist. Es wird kein dreidimensionaler Raum geschaffen, der von den gestalteten Körpern gänzlich eingenommen wird. Der dazwischen liegende nicht sichtbare zeitliche Raum ist der eigentliche Unterschied. Der Affekt der Betrachtung schafft das zusammenhängende Bild – die Bewegung der Körper ist nur durch diese affektive Rezeption geschaffen.
Zack Snyder orientierte sich bei der Verfilmung an den einzelnen Panels der Graphic Novel. Dennoch distanzierte er sich in Teilen von der kritischen Darstellung von Superhelden und Körpern, wie Moore und Gibbons sie 1986 pflegten. Die Körper der Helden in der filmischen Adaption fänden sich wieder verschoben in Richtung Übermensch.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Rezeptionsgeschichte der "Watchmen"-Graphic Novel und die Schwierigkeiten ihrer filmischen Adaption sowie die Forschungsrelevanz von Körper, Sexualität und Gewalt.
2. WATCHMEN – Rezeptionsgeschichte: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung der Graphic Novel und die langwierige Chronologie der Versuche, den Stoff als Film zu adaptieren, bis hin zu Zack Snyders Version.
3. Darstellung von Körpern in Film und Graphic Novel: Hier wird der mediale Unterschied zwischen der Körperdarstellung in Comics und Film analysiert, gefolgt von einer Untersuchung der Kostüme und der Identitätskonstruktion einzelner Charaktere wie Nite Owl II, Rorschach und Dr. Manhattan.
4. Sexualität und Gewalt in Film und Graphic Novel: Dieses Hauptkapitel untersucht die enge Verschränkung von sexueller Interaktion und gewaltsamer Machtdemonstration in den Beziehungen der Protagonisten und deren filmische Umsetzung.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die filmische Adaption die Darstellungen von Körper, Sexualität und Gewalt zwar potenziert, aber keine unreflektierte Lust an der Gewalt darstellt, sondern Machtstrategien in der modernen Gesellschaft aufzeigt.
Watchmen, Zack Snyder, Alan Moore, Graphic Novel, Film-Adaption, Körperdarstellung, Sexualität, Gewalt, Superhelden, Anti-Helden, Machtstrukturen, Rorschach, Dr. Manhattan, Comedian, Körperdiskurs
Die Arbeit analysiert, wie in der Graphic Novel "Watchmen" und ihrer filmischen Adaption Körperlichkeit, Sexualität und Gewalt dargestellt werden und wie diese Aspekte zur Charakterisierung der Anti-Helden beitragen.
Die zentralen Themen sind die Dekonstruktion des Superhelden-Mythos, die mediale Differenz zwischen Comic und Film sowie die Korrelation von Gewalt und Sexualität als Instrumente der Macht.
Das Ziel ist es, die spezifische Qualität der Darstellungen im Film und in der Graphic Novel zu vergleichen und zu prüfen, inwiefern die filmische Inszenierung die Machtverhältnisse der Charaktere betont.
Es wird eine medienkulturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die unter anderem Foucaults Theorie zum Körper und zu Machtdiskursen sowie Theorien zu Genre und Körperbildern im Kino (z.B. Linda Williams) einbezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Körperinszenierungen durch Kostüme und die detaillierte Analyse spezifischer Szenen, in denen Gewalt und Sexualität als machtvolle, exzessive Interaktionen zwischen den Charakteren stattfinden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Watchmen", "Superhelden-Dekonstruktion", "Körperdiskurs", "Machtstrategien" und "Medialität" charakterisieren.
Im Film wird der Tod durch Dr. Manhattan visuell stärker als klassische, gewaltvolle "Blaulicht"-Explosion dargestellt, während in der Graphic Novel das Blut auf dem Schnee der Antarktis und die emotionale Bedeutung des Mords stärker hervorgehoben werden.
Da der Comedian in der Adaption nicht ökonomisch mit dem Maschinengewehr tötet, sondern jeden Schuss bewusst abfeuert, wird sein Verhalten als bewusste Ausübung von Macht über Leben und Tod gedeutet, nicht als rein militärische Notwendigkeit.
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