Diplomarbeit, 2012
103 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau
1.3 Forschungsfrage
2 Das Leib-Seele-Problem
2.1 Das Leib-Seele-Problem in der Antike
2.2 Das klassische Leib-Seele-Problem
2.3 Kritische Würdigung
2.4 Das moderne Leib-Seele-Problem
2.4.1 Materialismus
2.4.1.1 Reduktiver Materialismus
2.4.1.1.1 Semantischer Physikalismus
2.4.1.1.2 Identitätstheorie
2.4.1.2 Nicht-reduktiver Materialismus
2.4.1.2.1 Anomaler Monismus
2.4.1.2.2 Supervenienz
2.4.1.3 Eliminativer Materialismus
2.4.1.4 Funktionalismus
2.4.1.5 Eigenschaftsdualismus
2.4.1.5.1 Emergenz
2.4.2 Qualia und Erste-Person-Perspektive
2.4.2.1 Wie ist es, eine Fledermaus zu sein?
2.4.2.2 Argument des unvollständigen Wissens
2.4.2.3 Die explanatorische Lücke
2.4.2.4 Das einfache und schwierige Problem des Bewusstseins
2.4.3 Kritische Würdigung
3 Hirnforschung
3.1 Singers reduktionistische Emergenz
3.1.1 Emergenz
3.1.2 Das Bindungsproblem
3.1.3 Bewusstsein
3.1.4 Selbstbewusstsein
3.1.5 Freie und unfreie Entscheidungen
3.1.6 Von der Ersten- zur Dritten-Person-Perspektive
3.2 Gerhard Roth und der menschliche Geist
3.3 Kritische Würdigung
4 Plessners Stufen des Organischen und der Mensch
4.1 Doppelaspekt
4.2 Grenze
4.3 Leben
4.4 Positionalität
4.5 Dynamische Realisierung des Lebens
4.6 Statische Realisierung des Lebens
4.7 Organ und Positionsfeld
4.8 Zentrische Positionalität
4.8.1 Offene Organisationsform
4.8.2 Geschlossene Organisationsform
4.9 Exzentrische Positionalität
4.9.1 Außenwelt, Innenwelt, Mitwelt
4.9.1.1 Außenwelt
4.9.1.2 Innenwelt
4.9.1.3 Mitwelt
4.9.2 Anthropologische Grundgesetze
4.10 Kritische Würdigung
5 Zusammenfassung und Beantwortung der Forschungsfrage
Diese Arbeit zielt darauf ab, das Leib-Seele-Problem aus historischer Perspektive bis hin zur modernen Hirnforschung zu untersuchen, um schließlich zu prüfen, ob Helmuth Plessners Konzept der "exzentrischen Positionalität" einen gangbaren Ausweg aus den bestehenden Lösungsdilemmata bieten kann.
2.4.2.1 Wie ist es, eine Fledermaus zu sein?
Thomas Nagel versucht die Probleme des reduktiven Materialismus mit der Qualia und der Erste-Person-Perspektive an Hand einer Analogie zu verdeutlichen. Nagel geht davon aus, dass Fledermäuse genauso wie wir Menschen ein inneres Erleben verfügen, also dass es irgendwie ist, eine Fledermaus zu sein. Der Sinnesapparat der Fledermaus kann dem unsrigen aber unterschiedlicher nicht sein. Man weiß, dass die meisten Fledermäuse die Außenwelt hauptsächlich via Echoortung bzw. Biosonar wahrnehmen. Dabei wird das von Objekten zurückhallende Echo ihrer hochfrequenten Ultraschallrufe erfasst. Das Gehirn der Fledermaus ist so aufgebaut, dass es den Schall-Output mit dem darauf folgenden Echo-Input korreliert. Auf diese Weise verfügt die Fledermaus über alle notwendigen Informationen bzgl. Entfernung, Größe, Form, Stoff und Bewegung, ähnlich der visuellen Wahrnehmung. Funktionell ist ihre Radarwahrnehmung mit unseren Sinnen aber nicht vergleichbar. Durch diese Fremdartigkeit scheint auch kein Grund für die Annahme zu bestehen, dass wir ein subjektives Erleben oder auch nur eine Vorstellung aus unserer eigenen Erfahrung über die spezielle Wahrnehmungsweise der Fledermaus besitzen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Relevanz des Leib-Seele-Problems und führt in die zentrale Fragestellung der Arbeit ein.
2 Das Leib-Seele-Problem: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die philosophischen Ansätze vom Altertum bis hin zur modernen Materialismus-Debatte.
3 Hirnforschung: Es wird die Rolle der modernen Neurowissenschaften im Diskurs um das Leib-Seele-Problem und die Reduktion mentaler Phänomene analysiert.
4 Plessners Stufen des Organischen und der Mensch: Dieses Kapitel widmet sich Helmuth Plessners philosophischer Anthropologie und dem Konzept der Positionalität als Alternative zu reduktionistischen Ansätzen.
5 Zusammenfassung und Beantwortung der Forschungsfrage: Die abschließenden Ergebnisse werden zusammengeführt, um die Ausgangsfrage nach der Lösungsfähigkeit von Plessners Ansatz zu beantworten.
Leib-Seele-Problem, Hirnforschung, exzentrische Positionalität, Materialismus, Dualismus, Bewusstsein, Qualia, Erste-Person-Perspektive, Helmuth Plessner, Emergenz, Reduktionismus, Philosophie des Geistes, Subjektivität, Bindungsproblem
Die Diplomarbeit untersucht die historische und aktuelle philosophische Debatte über das Verhältnis von Leib und Seele und prüft, ob die philosophische Anthropologie von Helmuth Plessner eine Lösung für die ungelösten Probleme der Materialismus-Debatte bietet.
Die zentralen Themen sind das klassische und moderne Leib-Seele-Problem, die Rolle der Neurowissenschaften, die Debatte um Qualia sowie Plessners Konzept der Positionalität.
Die Forschungsfrage lautet: An was scheitern traditionelle und moderne Lösungsversuche des Leib-Seele-Problems und inwiefern kann Plessners Bestimmung des Menschen als exzentrisch positioniertes Lebewesen als Ausweg gedeutet werden?
Es handelt sich um eine systematische philosophische Literaturanalyse, die theoretische Konzepte (von der Antike bis zur Gegenwart) kritisch hinterfragt und in Bezug auf ihre Lösungsfähigkeit analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Stufen: Die historische Entwicklung des Leib-Seele-Problems, die moderne Hirnforschung (u.a. Wolf Singer, Gerhard Roth) und eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Helmuth Plessners stufenweiser Anthropologie.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Leib-Seele-Problem, Qualia, exzentrische Positionalität, Reduktionismus, Emergenz und Erste-Person-Perspektive.
Das Bindungsproblem thematisiert die Frage, wie das Gehirn aus verteilten, parallelen neuronalen Prozessen ein kohärentes, einheitliches Bewusstsein erzeugt, ohne dass es ein zentrales "Konvergenzzentrum" gibt.
Im Gegensatz zum Reduktionismus, der mentale Zustände auf rein physische Prozesse verkürzt, betrachtet Plessner den Menschen als ein Wesen, das sich in einem Doppelaspekt von Leib und Seele befindet, ohne dass diese auf eine einfache Substanz reduziert werden können.
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