Masterarbeit, 2012
82 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Kapitalmarkttheorie
2.1 Rationale Entscheider
2.2 Effiziente Märkte
2.3 Fundamentalwert
2.4 Portfoliotheorie
2.4.1 Erwartungswert-Varianz-Kriterium
2.4.2 Portfoliooptimierung
2.5 Capital Asset Pricing Model
2.5.1 Marktportfolio und Kapitalmarktlinie
2.5.2 Wertpapierlinie und Beta
2.5.3 Bedeutung
2.6 Arbitrage Pricing Theory
2.7 Grenzen der klassischen Theorie
2.7.1 Modellierung
2.7.2 Investorenverhalten
2.7.3 Bedeutung für moderne Finanzwissenschaft
3 Behavioral Finance
3.1 Grundlegende Ideen
3.2 Wichtige Erkenntnisse
3.2.1 Prospect Theory
3.2.2 Beweggründe für Entscheidungen
3.2.3 Selbsttäuschung
3.2.4 Fehlinterpretation von Informationen
3.3 Heutige Bedeutung
4 Investor Sentiment nach Barberis, Shleifer und Vishny
4.1 Einordnung in Behavioral Finance
4.2 Empirische Beobachtungen
4.2.1 Unterreaktion
4.2.2 Überreaktion
4.3 Psychologische Hintergründe
4.3.1 Konservatismus
4.3.2 Repräsentativitätsheuristik
4.3.3 Stärke und Gewicht von Informationen
4.4 Investor Sentiment Modell
4.4.1 Zielsetzung
4.4.2 Annahmen
4.4.3 Sichtweise der Investoren
4.4.4 Formulierung
5 Analyse des IS-Modells
5.1 Zulässige Parameterkonstellationen
5.2 Analyse des IS-Preises
5.2.1 Regimewechselprozess
5.2.2 Preisverlauf
5.2.3 Unter- und Überreaktion
5.3 Analyse der Überrenditen
5.3.1 Simulation durch Barberis/Shleifer/Vishny
5.3.2 Parametersensitivität
5.4 Empirische Überprüfung mit Ad Hoc Mitteilungen
5.5 Bewertung des Modells
5.5.1 Bemerkungen von Barberis/Shleifer/Vishny
5.5.2 Beurteilung von Idee und Umsetzung
5.6 Erweiterungen des Modells
5.6.1 Pseudo Bayessches Modell
5.6.2 Arbitrage
5.6.3 Overconfidence & Self-Attribution
6 Fazit
Die Arbeit untersucht das Investor Sentiment Modell von Barberis, Shleifer und Vishny, um zu analysieren, inwiefern irrationale Investorenentscheidungen wie Unter- und Überreaktion auf Kapitalmärkten abgebildet werden können und welche Rolle psychologische Phänomene dabei spielen.
4.2.1 Unterreaktion
Unterreaktion ist für einen Zeitraum zwischen ein und zwölf Monaten nach Veröffentlichung der Nachricht zu beobachten. In dieser Zeit gilt eine positive Autokorrelation der Renditen von Wertpapieren. Das heißt, die Renditen folgen nicht einem Random Walk sondern sind statistisch abhängig von den vorangegangenen Werten.
Auf einem effizienten Markt würde gelten, dass in dem Moment, wo eine Nachricht veröffentlicht wird, alle Investoren diese korrekt bewerten und ihr Kapital dementsprechend neu verteilen. Das heißt die Preise der betroffenen Assets ändern sich in dem Moment und die neuen Informationen sind demnach eingepreist. Angenommen in den nächsten Perioden würden keine neuen, das betrachtete Unternehmen betreffende, Informationen mehr bekannt, sollte der Preis konstant bleiben. Da es sich aber in der Realität um keine effizienten Märkte handelt, stellen Barberis/Shleifer/Vishny Unterreaktion auf neue Informationen fest.
Werden Nachrichten in „gute“ (zt = G) und „schlechte“(zt = B) klassifiziert, bedeutet Unterreaktion, dass die durchschnittliche erwartete Rendite eines Assets E(r) in der auf eine gute Nachricht folgenden Periode höher ist, als die Rendite in der auf eine schlechte Nachricht folgenden Periode. Oder formal:
E(rt+1|zt = G) > E(rt+1|zt = B)
Das volle Ausmaß der Informationen einer Nachricht wird also von den Investoren nicht sofort realisiert und eingepreist. Stattdessen haben die Informationen noch Auswirkungen auf die folgenden Perioden, wo gute Nachrichten zu höheren Renditen führen als schlechte.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des Investor Sentiments ein und umreißt die Relevanz der Behavioral Finance zur Erklärung irrationaler Marktreaktionen.
2 Kapitalmarkttheorie: Das Kapitel erläutert die Grundlagen der klassischen Theorie, einschließlich des Homo Oeconomicus und des effizienten Marktes, und zeigt deren theoretische Grenzen auf.
3 Behavioral Finance: Hier werden die Kerntheorien der Behavioral Finance vorgestellt, die das Ziel verfolgen, die Lücke zwischen theoretischem Modell und empirisch beobachtetem Investorenverhalten zu schließen.
4 Investor Sentiment nach Barberis, Shleifer und Vishny: Das Kapitel führt das IS-Modell ein, erläutert die psychologischen Hintergründe wie Konservatismus und Repräsentativitätsheuristik und beschreibt die mathematischen Annahmen.
5 Analyse des IS-Modells: In diesem Kapitel wird das Modell mittels Simulationen getestet, die Wirksamkeit bei der Erklärung von Unter- und Überreaktion untersucht und mögliche Erweiterungen des Modells vorgestellt.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das Modell zwar theoretisch schlüssig ist, aber für die praktische Anwendung an den Finanzmärkten keine ausreichende Signifikanz besitzt.
Behavioral Finance, Kapitalmarkttheorie, Investor Sentiment, Unterreaktion, Überreaktion, Konservatismus, Repräsentativitätsheuristik, Assetpreise, Rendite, Random Walk, Momentum-Strategie, Contrarian-Strategie, Markteffizienz, Anlegerpsychologie.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Grenzen der klassischen Kapitalmarkttheorie und der Fähigkeit der Behavioral Finance, durch das Modell von Barberis, Shleifer und Vishny irrationale Anlegerentscheidungen zu erklären.
Die Arbeit deckt die klassische Kapitalmarkttheorie, grundlegende verhaltensökonomische Ansätze, das spezifische Investor Sentiment Modell sowie deren empirische Überprüfung ab.
Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, ob das Investor Sentiment Modell in der Lage ist, die empirisch nachgewiesenen Effekte der Unter- und Überreaktion auf Gewinnnachrichten mathematisch schlüssig zu reproduzieren.
Neben der theoretischen Herleitung wird das IS-Modell anhand von mathematischen Parametern implementiert und die Ergebnisse durch computergestützte Simulationen und den Vergleich mit Literaturdaten validiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Analyse der klassischen Theorie, eine Einführung in die Behavioral Finance, die detaillierte Darstellung des IS-Modells und die anschließende Analyse und Bewertung der Modellergebnisse.
Die zentralen Konzepte sind Behavioral Finance, das Investor Sentiment Modell, die Phänomene der Unter- und Überreaktion sowie die psychologischen biases wie Konservatismus und Repräsentativitätsheuristik.
Während die klassische Theorie von rein rationalen Akteuren ausgeht, die Informationen sofort effizient einpreisen, berücksichtigt das IS-Modell, dass Investoren aufgrund psychologischer Heuristiken Informationen zeitverzögert oder übertrieben bewerten.
Der empirische Test mit realen Ad-Hoc-Mitteilungen zeigte, dass das Modell mit den gewählten Parametern keine statistisch signifikante Vorhersagekraft für die tatsächliche Kursentwicklung am deutschen Aktienmarkt besitzt.
Die Nutzenfunktion ist dergestalt, dass Investoren Verluste emotional stärker gewichten als mathematisch identische Gewinne.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

